Kleinschwarzenbach

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Kleinschwarzenbach
Koordinaten: 50° 14′ 49″ N, 11° 42′ 21″ O
Höhe: 611 m
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 95233
Kleinschwarzenbach
Kleinschwarzenbach

Kleinschwarzenbach ist ein Ortsteil der Stadt Helmbrechts.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinschwarzenbach liegt im Nordwesten von Helmbrechts an der Straße zwischen Helmbrechts und Schwarzenbach am Wald. Im Ort entspringt der Grönbach. Nordöstlich von Kleinschwarzenbach liegt die Wüstung Hilkersreuth.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinschwarzenbach entstand als Waldhufendorf in einer wasserreichen Quellmulde im sogenannten Nordwald. Aus dem Jahre 1408 existiert eine Liste von Hofbesitzern mit den zu leistenden Abgaben. Dieses Dokument gilt als erste urkundliche Erwähnung Kleinschwarzenbachs unter dem Namen Swerzenbach. In der Beschreibung der Gerichtsgrenzen des Vogteiamtes Helmbrechts wird ab 1533 von Kleinschwarzenbach gesprochen. Eine weitere Nennung des Ortsnamens ist im Buch Teutsches Paradeiß in dem vortrefflichen Fichtelgebirge von M. Johann Willen des Jahres 1692 zu finden, in dem das „Dorf am schwarzen Bach“ erwähnt wurde. Im Ortsnamenverzeichnis des Fürstentums Bayreuth steht „Rinnbächlein rinnet ab vom Dorff klein Schwarzenbach“. Während des Dreißigjährigen Krieges errichteten im Jahre 1633 feindliche Truppen im Grönbachtal ein großes Heerlager. Mit dem Frieden von Tilsit 1807 wurden die Kleinschwarzenbacher französische Staatsbürger. Durch den Staatsvertrag von 1810 trat Kaiser Napoleon das ehemalige Markgraftum Bayreuth an den König von Bayern ab, Kleinschwarzenbach wurde bayerisch.

Am 1. Juli 1972 wurde der Ort zusammen mit Baiergrün, Oberweißenbach und Wüstenselbitz nach Helmbrechts eingemeindet.[1] Adolf Hofmann war von 1945 bis 1972 der letzte Kleinschwarzenbacher Bürgermeister.

Am 1. November 2005 wurden in Kleinschwarzenbach Straßennamen eingeführt.

Im Mai 2009 schloss die letzte Weberei, damit ging eine jahrhundertelange Tradition zu Ende.

Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spätestens seit 1850 unterrichtete ein Lehrer in Kleinschwarzenbach. 1880/81 wurde das Schulhaus gebaut, zeitweise gab es sogar Pläne für ein zweites. Später sanken die Schülerzahlen aber immer mehr. Bis Ende 1969 wurde in der Schule Unterricht erteilt, danach gingen die Schüler in die Helmbrechtser Schule. Heute dient das Gebäude zum Teil als Wohnhaus, der erste Stock als Saal für Veranstaltungen und Wahllokal.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weberhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weberhaus, Zum Weberhaus 10
Weberhaus, Zum Weberhaus 20

In Kleinschwarzenbach haben sich mehrere Weberhäuser in unterschiedlichem Zustand erhalten. Sie stehen teilweise unter Denkmalschutz. Einige von ihnen verfügen über ein charakteristisches Frackdach.

Das Kleinschwarzenbacher Weberhaus Zum Weberhaus 10 ist eines von vier strohgedeckten Häusern im Landkreis Hof. Es wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbaut und bis Mitte des 20. Jahrhunderts bewohnt. Heute kann es als Museum besichtigt werden, die Inneneinrichtung ist noch komplett vorhanden. Das Dach wird regelmäßig mit neuem Stroh gedeckt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der TV Kleinschwarzenbach 1889 e.V. ist im Fußball, im Radfahren im Wandern und in der Damengymnastik aktiv. Am 16. Mai 1954 wurde der Sportplatz und am 15. Oktober 1988 das neugebaute Sportheim auf dem Stadelberg eingeweiht.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Helmbrechtser Volksradfahren, das 2007 sein 25. Jubiläum feierte, findet in und um Kleinschwarzenbach statt. Ursprünglich war Start- und Zielort die Straße in Richtung Schlegelmühle, heute ist es der Fußballplatz am Stadelberg. Weitere jährlich stattfindende Veranstaltungen sind das Maibaum-Aufstellen und das Sonnwendfeuer.

Weitere Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kleinschwarzenbach liegt an den Europäischen Fernwanderwegen 3 und 6.
  • Die Post wurde Mitte der 1970er Jahre geschlossen.
  • Eine Sage erzählt, dass eine Zigeunerin als Dank für die Pflege durch die Kleinschwarzenbacher das Dorf vor Feuer schützte. Tatsächlich hat es seit längerer Zeit nicht mehr gebrannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kleinschwarzenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 526.