Klett Gruppe

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Koordinaten: 48° 46′ 21″ N, 9° 9′ 57″ O

Ernst Klett Aktiengesellschaft
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1995
Sitz Stuttgart, Deutschland

Leitung

  • Philipp Haußmann, Vorstandssprecher
  • Thomas Baumann, Vorstand
  • Tilo Knoche, Vorstand
  • Michael Klett, Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 3.206 (2015)
Umsatz 495.1 Mio. Euro (2015)
Branche Lehrwerke, Lernsoftware, Unterrichts- und Lernmaterialien, Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen, Präsenzeinrichtungen
Website www.klett-gruppe.de
Das Klett-Haus in Stuttgart

Die Ernst Klett Aktiengesellschaft (Eigenschreibung: Klett Gruppe) ist eine Aktiengesellschaft in Deutschland, die als Holdinggesellschaft für die Teilunternehmen agiert. Ihr Geschäftszweck ist lt. Satzung der Betrieb von Verlagen und Bildungsdienstleistungen (als da sind Schulen, Hochschulen etc.), der Erwerb, das Halten und Verwalten sowie die Veräußerung von bzw. an Beteiligungen an anderen Unternehmen sowie die Übernahme der Geschäftsführung von Handelsgesellschaften. [1]

Zur Klett Gruppe zählt unter anderem der Ernst Klett Verlag als einer der größten deutschen Bildungsverlage.[2]

Die Gruppe ist mit 59 Unternehmen an 34 Standorten in 15 Ländern präsent und brachte im Jahr 2015 mehr als 3.100 Neuerscheinungen auf den Markt. Insgesamt sind rund 45.500 Titel lieferbar. Im Jahr 2015 erwirtschaftete die Gruppe mit 3.206 Mitarbeitern einen Umsatz von 495,1 Millionen Euro. Im Ranking der größten deutschen Verlage steht die Klett Gruppe auf Platz vier, wobei sich das Ranking lediglich auf den Umsatz der Klett-Verlage in Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland bezieht.[3] Das Ranking orientiert sich nicht am Gesamtumsatz. Die Geschäftsbereiche Erwachsenen- und Weiterbildung, Präsenzeinrichtungen (Schulen, Krippen, Kitas) und auch die Verlage im Ausland sind nicht im Ranking berücksichtigt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge der Gruppe gehen zurück auf das Jahr 1897. Damals wurde die Carl Grüninger Verlagsbuchhandlung/Königliche Hofbuchdruckerei zu Gutenberg in eine oHG umgewandelt, deren Teilhaber der Kaufmann Ernst Klett und sein Schwager Julius Hartmann waren. Seitdem befindet sich das Unternehmen in Familienbesitz. 1900 wurde ein Teil des Areal-Geländes an der Stuttgarter Rotebühlstraße erworben, wo sich auch heute noch der Stammsitz des Unternehmens befindet. Ab 1928 firmierte das Unternehmen erstmals unter dem Namen "Ernst Klett Verlag Stuttgart". Mit der Übernahme des Schulbuchprogramms des Bonz-Verlages wurde Klett der größte Anbieter von Schulbüchern in Württemberg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg benötigte der Verlag eine Lizenz der amerikanischen Militärregierung um wieder Bücher zu veröffentlichen. Klett erhielt die Lizenz am 23. November 1945. Zwischen 1963 und 1967 entstand in Korb ein neues Werkgelände, in dem heute der Vertrieb und die Auslieferung abgewickelt werden.

Die 1970er Jahre brachten eine Erweiterung des Verlagsprogramms und führten zu Neugründungen (z.B. PONS, Klett-Cotta Verlag), Zukäufen und Beteiligungen an Verlagen. Im Jahr 1989 wurde mit der Druckerei eines der traditionellen Standbeine des Unternehmens aufgegeben.

Zur Stärkung der Unternehmensaktivitäten wurden in den 1990er Jahren der Ausbau und Erwerb sowie die Gründung von Bildungseinrichtungen, Verlagen und Zeitschriften vorangetrieben. Das Jahr 1995 bringt die Umwandlung der erst 1992 gegründeten Ernst Klett GmbH & Co. KG in eine Aktiengesellschaft.Die Klett Gruppe expandierte in den folgenden Jahren ins europäische Ausland und entwickelte sich zu einem Bildungsunternehmen. Zudem gründete das Unternehmen 1994 die Deutsche Weiterbildungsgesellschaft (DWG) und baute den Bereich der Fernschulen und Fernhochschulen auf und aus. Die Gründung der Europäischen Fernhochschule in Hamburg im Jahr 2001 und der Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft im Jahr 2005 sind Wegmarken im gezielten Aufbau des Geschäftsbereichs Erwachsenen- und Weiterbildung und der Entwicklung der Klett Gruppe zu einem vielfältigen Bildungsunternehmen.

Im Mai 2009 trat Michael Klett von seinem Vorstandsvorsitz zurück. Dem aktuellen Vorstand gehören Thomas Baumann, Philipp Haußmann und Tilo Knoche an. Mit Philipp Haußmann, dem Neffen von Michael Klett, ist bereits die vierte Generation der Verlegerfamilie im Unternehmen vertreten.[4]

Geschäftsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einzelnen Geschäftsfelder der Gruppe gliedern sich in folgende Hauptbereiche: Bildungsverlage, Erwachsenen- und Weiterbildung, Publikumsverlage, Fachinformationen, Auslieferung und Vertrieb sowie Schulen, Krippen und Kitas.[5]

Der größte Geschäftsbereich sind die Bildungsverlage, mit einem Umsatzanteil von 54,9 % im Jahr 2015. An zweiter Stelle folgt die Erwachsenen- und Weiterbildung mit einem Anteil von 30,4 %. Drittgrößter Umsatzanteil wird von dem Bereich Fachinformation mit 10,4 % beigesteuert.[6]

Bildungsverlage u.a.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • C. Bange Verlag, Hollfeld
  • Develop4edu, Stuttgart
  • Difusión Centro de Investigación y Publicaciones de Idiomas, Barcelona/Spanien
  • Editions Maison des Langues, Paris/Frankreich
  • EduMedia, Stuttgart
  • Ernst Klett Sprachen, Stuttgart
  • Ernst Klett Verlag, Stuttgart
  • KLETT Bulgaria, Sofia/Bulgarien
  • Klett Hellas, Alimos/Griechenland
  • Klett Izdavačka Kucá, Belgrad/Serbien
  • Klett Lerntraining c/o PONS GmbH, Stuttgart
  • Klett nakladatelstvi, Prag/Tschechien
  • Klett Verlag izdavacka kuca, Zagreb/Kroatien
  • Klett und Balmer AG, Baar/Schweiz
  • NOVI LOGOS, Belgrad/Serbien
  • Österreichischer Bundesverlag, Wien/Österreich
  • PONS, Stuttgart
  • Profil Klett, Zagreb/Kroatien
  • Uitgeverij Talenland, Amsterdam/Niederlande
  • Wydawnictwo LektorKlett, Posen/Polen
  • Zalozba Rokus Klett, Ljubljana/Slowenien

Erwachsenen- und Weiterbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im deutschen Weiterbildungsmarkt ist die Klett Gruppe der führende private Anbieter von Fernhochschulen und Fernfachhochschulen. Alle in Deutschland angebotenen Fernkurse der Gruppe sind von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) zugelassen und die Studiengänge sind von den nationalen Zulassungsinstitutionen akkreditiert. Die Gruppe zählt jährlich mehr als 185.000 Fernkursteilnehmer und Studierende.

Die Unternehmen der Klett Gruppe im Bereich Erwachsenen- und Weiterbildung:

Publikumsverlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Publikumsverlagen der Klett Gruppe zählen:

Fachinformationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf das Gebiet der Fachinformationen haben sich in der Klett Gruppe folgende Verlage spezialisiert:

AAP Lehrerfachverlage:

Weitere Verlage aus dem Bereich Fachinformation:

  • Dr. Josef Raabe Verlag, Stuttgart
  • Dr. Josef Raabe Slovensko, Bratislava/Slowakei
  • Editions RAABE, Annecy/Frankreich
  • Friedrich Verlag, Seelze
  • Jungösterreich Zeitschriftenverlag, Innsbruck/ Österreich
  • Klett MINT, Stuttgart
  • Klett Kita, Stuttgart
  • K.lab educmedia, Berlin
  • Nakladatelství Dr. Josef Raabe, Prag/Tschechien
  • RAABE Bulgarien, Sofia/Bulgarien
  • RAABE Oktatási Tanácsadó és Kiadó, Budapest/Ungarn

Schulen, Krippen, Kitas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BEST-Sabel-Bildungszentrum, Berlin
  • FRÖBEL International, Berlin
  • Galileo Grundschule und Kindertagesstätte, Stuttgart
  • Klett Daycare, Beijing/China
  • Klett Lernen und Bildung, Stuttgart
  • Klett Schulen und Bildung, Stuttgart
  • Seepferdchen Kita, München
  • SIS Swiss International School, Stuttgart
  • Villa Luna Kindertagesstätten, Stolberg

Auslieferung und Vertrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Balmer Bücherdienst (BBD), Einsiedeln/Schweiz
  • Ernst Klett c/o PONS GmbH Vertriebsgesellschaft, Stuttgart
  • Stuttgarter Verlagskontor (SVK), Korb

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtsgericht Stuttgart Aktenzeichen: HRB 17521
  2. Klett Gruppe (Hrsg.): Ernst Klett Verlag GmbH. (Online [abgerufen am 10. März 2016]).
  3. Harenberg Kommunikation Verlags- und Medien-GmbH & Co. KG (Hrsg.): 100 größte Verlage. (HTML [abgerufen am 8. August 2016]).
  4. Ernst Klett AG (Hrsg.): Klett Gruppe. Chronik. (Online [abgerufen am 10. März 2016]).
  5. Ernst Klett AG (Hrsg.): Klett Gruppe. Die Geschäftsbereiche. (Online [abgerufen am 10. März 2016]).
  6. Ernst Klett AG (Hrsg.): Klett Gruppe. Klett Jahresbilanz 2015: Das Bildungsunternehmen läuft auf Kurs. (Online [abgerufen am 8. August 2016]).