Kloster Eppinghoven

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Zisterzienserinnenkloster Eppinghoven
Das Torhaus des ehemaligen Klosters Eppinghoven
Das Torhaus des ehemaligen Klosters Eppinghoven
Lage Deutschland
Nordrhein-Westfalen
Koordinaten: 51° 9′ 16,9″ N, 6° 40′ 46,1″ OKoordinaten: 51° 9′ 16,9″ N, 6° 40′ 46,1″ O
Patrozinium St. Maria
Gründungsjahr 1214
Jahr der Auflösung/
Aufhebung
1802
Mutterkloster Saarn

Das Kloster Eppinghoven ist eine ehemalige Zisterzienserinnen-Abtei und ein ehemaliges Kanonissenstift, das sich südlich von Neuss-Holzheim unmittelbar an der Erft befindet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster wurde als Kloster Mariensaal gemeinsam mit dem Kloster Saarn um 1214 zunächst in Karlesforst (Kaarst) gegründet, im selben Jahr dem Zisterzienserorden einverleibt und der Autorität des Abtes von Kamp unterstellt. Kaarst und Saarn standen in den ersten beiden Jahrzehnten ihrer Existenz unter der gemeinsamen Leitung der Äbtissin Wolberna. Schon nach 1231 kam es aufgrund einer Schenkung des Neusser Ehepaares Sibert und Gisela zu einer Verlegung des Konvents nach Eppinghoven, wo ein Hof für die Neugründung aus dem Besitz des Stiftes Gerresheim eingetauscht wurde.

1236 sicherte Kaiser Friedrich II. dem Kloster seinen Schutz zu, 1237 erfolgte die päpstliche Bestätigung seines Besitzes durch Gregor IX. Im Jahr 1260 bestätigt der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden ein von seinem Bruder Lothar dem Kloster Eppinchoven verliehenes Privilegium, wonach alle Güter, welche dieses Stift innerhalb seiner Grafschaft erwürbe, von der Lehnsverbindlichkeit gegen ihn frei sein sollten.[1]

Im Burgundischen Krieg wurde das Kloster 1475 dermaßen in Mitleidenschaft gezogen, dass die Äbtissin und der Konvent im benachbarten befestigten Kloster Gnadental Zuflucht suchen mussten. 1650 erfolgte die Umwandlung der Nonnenabtei in ein adliges Damenstift.

Im September 1794 flüchteten die Stiftsdamen mit ihren Wertsachen vor den Franzosen in das Düsseldorfer Kapuzinerkloster, welches anschließend beim Rheinübergang der französischen Truppen am 6. September 1795 geplündert wurde. Im Stift Eppinghoven war während dieser Zeit ein Lazarett für 700 Mann eingerichtet. 1795 konnten die Stiftsdamen unter erheblichen französischen Kontributionsforderungen in die Stiftsgebäude zurückkehren, sahen sich in den folgenden Jahren jedoch massiv steigender Abgabenlast gegenüber, die sie schließlich nicht mehr bewältigen konnten. 1802 wurde das Stift aufgehoben, die Stiftskirche wurde durch den neuen Besitzer sofort abgebrochen.

Im Neusser Clemens-Sels-Museum befinden sich zwei Seitenflügel des alten Altars der ehemaligen Klosterkirche, der um 1500 entstanden ist. Teile der Ausstattung von der Aufhebung des Klosters 1802 wie der Altar mit Wappen der Äbtissin, Marienthron, Kanzel und Bänke kamen 1805 in die neu errichtete Kirche St. Jakobus in Lüttelforst, heute ein Stadtteil von Schwalmtal. Die Orgel der Klosterkirche wurde vermutlich ebenfalls dahin verkauft.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Neuss. Schwann, Düsseldorf 1895 (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz 3, 3), (Nachdruck: ebenda 1984, ISBN 3-590-32121-0). (E-Kopie)
  • Hans Georg Kirchhoff: Geschichte der Stadt Kaarst, Kaarst 1987. (dort Abdruck aller wichtigen Urkunden zur Gründungsgeschichte des Klosters)
  • Erich Wisplinghoff: Geschichte der Stadt Neuss. Band 4: Erich Wisplinghoff: Das kirchliche Neuss bis 1814. Pfarrverhältnisse und geistliche Institute. Stadt Neuss, Neuss 1989, ISBN 3-922980-13-9 (Schriftenreihe des Stadtarchivs Neuss 10, 4).
  • RP ONLINE, St. Jakobus in Lüttelforst: Barockorgel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kloster Eppinghoven (Neuss) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joseph Mooren: Urkunden, die Pfarre Willich betreffend. In: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein, insbesondere die alte Erzdiöcese Köln, 1. Jahrgang, Heft 2, Köln 1855, S. 285–297, insbesondere S. 286.