Konstruktivismus (Architektur)

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Der Konstruktivismus im weiteren Sinne beschreibt verschiedene architektonische Strömungen in der Sowjetunion ab etwa 1917 bis Mitte der dreißiger Jahre. Ebenso wird der Begriff als Internationaler Konstruktivismus für architektonisch verwandte Strömungen auch außerhalb der Sowjetunion bezeichnet.

Während der Begriff Konstruktivismus oft unscharf für die gesamte moderne Architektur in der Sowjetunion zwischen 1917 und Anfang der 1930er-Jahre steht, bezeichnet er im engeren Sinne nur einen Teil der sowjetischen Avantgarde-Architektur.[1] Die sowjetischen Architekten waren in mehrere Gruppen zersplittert, die sich gegenseitig ablehnend gegenüberstanden. Die bedeutendsten waren dabei die Gruppe der Konstruktivisten (OSA) und die der Rationalisten (ASNOWA), sowie der Klassizisten. Anfang der 1930er-Jahre konnten sich die Klassizisten in der Ausprägung des sozialistischen Klassizismus durchsetzen. Im Städtebau teilte sich die sowjetische Moderne in Urbanisten und Desurbanisten, wobei es unter Konstruktivisten, wie unter Rationalisten Vertreter beider Strömungen gab.

Grundlage für diesen Artikel sind jene Architekten, die sich selbst Konstruktivisten nannten, d.h. die Architekten der Gruppe OSA und dessen Vorläufer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entstehung einer neuen Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Künstler wie Wladimir Tatlin, Alexander Rodtschenko, Naum Gabo und Antoine Pewsner wandten sich in den 1910er-Jahren der Erforschung verschiedener Materialien und deren Texturen zu. Bekannte Werke dieser Experimente sind Tatlins Wandreliefs, sowie Pewsners Korkreliefs. Diese Künstler begannen mit zweidimensionalen Werken, die in der Folgezeit dreimensionalen Skulpturen wichen. Im Gegensatz zu Kasimir Malewitsch und El Lissitzky ging es ihnen weniger um die Möglichkeiten einfacher Formen als um die Möglichkeiten verschiedener Materialien.

W. Tatlin. 1919–20. Monument für die III. Internationale. (Entwurfsmodell)

Diese werkstoffbezogenen Experimente wurden zunehmend räumlicher. Zu diesen räumlichen Werken gehören Tatlins Winkelreliefs, Rodtschenkos Raumkonstruktionen, sowie später die Drahtskulpturen der Brüder Stenberg und Karl Iogansons. Dabei wich das Material immer mehr der konstruktiven Erforschung des Raumes. Höhepunkt dieser Phase ist Tatlins Monument für die III. Internationale von 1919-20. Die gesamte Konstruktion hatte eine Neigung von 3,6°, dem Winkel der Erdachse. Mit seiner aufstrebenden Form sollte es die Kraft und Dynamik der Revolution verkörpern. Im Inneren sollten sich drei Glaskörper befinden. Im untersten Bereich ein Würfel, der sich einmal im Jahr um sich selbst drehte, darüber eine Pyramide, die sich einmal im Monat dreht, ein Zylinder, der sich einmal am Tag um sich selbst dreht. Die Glaskörper sollten als Verwaltungsräume genutzt werden. Auf die Kritik von Naum Gabo „Either build functional houses and bridges or create pure art or both [separately]. Don’t confuse one with the other.“, wandten sich einige Konstruktivsten, (organisiert in der „Ersten Arbeitsgruppe der Konstruktivisten“) wie Alexei Gan, Alexander Rodtschenko, Warwara Stepanowa und auch Tatlin dem Industriedesign zu. Tatlin selbst war nicht Mitglied der Konstruktivisten und darf nicht ohne weiteres zu ihnen gezählt werden, er gehörte aber zum engen Kreis und Vordenker dieser.

Proekt kiosk (Entwurf eines Kiosks)
Alexander Rodtschenko, 1919
Zeichnung

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Rodtschenko schuf in dieser Zeit vor 1920 einige architektonische Studien, teilweise auch an der Schiwskulptarch (Kommission zur Ausarbeitung von Fragen der Synthese von Bildhauerei und Architektur), verschiedene abstrakte Skulpturen und einige Entwürfe für ein Kiosk. Anders als bei Malewitsch zeitgleichen Architektonen ging es ihm nicht so sehr um die geometrische Ordnung der Formen im unendlichen Raum, sondern um die Durchdringung von Innen- und Außenraum. Jedoch ging auch Rodtschenko, wie Tatlin und Malewitsch auch, nicht von der konkreten Bauaufgabe, sondern vom kompositionellen Entwurf aus und geht von diesem zu mehr oder weniger konkreten Gebäuden über.

Alle bisher besprochenen Werke sind im Zeitraum bis 1920 entstanden.

Von der konstruktivistischen Kunst zur Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1920 wurde das Moskauer Institut für künstlerische Kultur, INChUK, gegründet. Schon bei der ersten Tagung im Mai 1920 entstand unter der Leitung von Alexander Rodtschenko eine eigene Arbeitsgruppe „Gruppe der Objektiven Analyse“. Im Gegensatz zu Kandinsky und seinen Anhängern, die eine neue Malerei durch die Wechselwirkung der Künste forderten, wollten Rodtschenko und seine Anhänger die Entstehung einer neuen Kunst, zu der die Malerei nur einen Beitrag leisten sollte. 1921 verließ Kandinsky das INChUK. Schon 1921 spaltete sich das INChUK in zwei weitere Arbeitsgruppen, die „Arbeitsgruppe der Architekten“ (später Rationalisten; Nikolai Ladowski, A. Jefimow, W. Krinski, A. Petrow, N. Dokutschajew), die besonders die Komposition in den Vordergrund stellt, und die „Erste Arbeitsgruppe der Konstruktivisten“ (Alexei Gan, Karl Ioganson, Konstantin Medunetzki, Alexander Rodtschenko, die Brüder Stenberg, Warwara Stepanowa), die die Gestaltung in der Konstruktion sahen. Diese Teilnahme im INChUK schloß für Ladowski direkt an seine Tätigkeit im Schiwskulptarch an. Im April desselben Monats wurde die „Arbeitsgruppe der Objektivisten“ gegründet, der Alexander Wesnin ab Mai 1921 angehörte. Wesnin war später einer der Hauptvertreter des Konstruktivismus.

Ab Herbst 1921 waren die verschiedenen Arbeitsgruppen durch den Einfluss der von außen kommenden Produktivisten (teilweise von der künstlerischen Vereinigung LEF) faktisch aufgelöst. Die Konzentration lag nun mehr auf Plenartagungen. In der Phase entstanden viele Bühnenbilder von späteren Konstruktivisten. 1924 wird mit Studenten der Architekturfakultät der WChUTEMAS die „Gruppe der Studenten der Architekturfakultät der WChUTEMAS“ im INChUK gegründet. Mitglied ist u.a. Alexander Wesnin. Die Gruppe ist aus einer Synthese der frühen, zweiten Konstruktivisten, Objektivisten und Produktivisten entstanden.

Ausgehend von der „Arbeitsgruppe der Architekten“ bildete sich ab Mitte der 1920er-Jahre die Gruppe der Rationalisten. Aus der „Gruppe der Studenten der Architekturfakultät der WChUTEMAS“ geht später die „OSA“ hervor.

Die Konstruktivisten an der WChUTEMAS und die OSA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die verschiedenen Strömungen der INChUK zeichneten sich auch in der 1920 gegründeten Höheren künstlerisch-technischen Werkstätte, WChUTEMAS, ab. Die WChUTEMAS teilte sich in drei wesentliche Zentren, die akademische Werkstätte unter der Leitung von Alexei Schtschusew; die Vereinigten linken Werkstätten, OBMAS, unter der Leitung von Ladowski; und ab November 1922 die Abteilung „Experimentelle Architektur“ oder „Symbolische Romantik“ unter der Leitung von Konstantin Melnikow und Ilja Golosow, die Mitte der 1920er aufgelöst wurde.

1924 wurde aus einigen Studenten die oben genannte „Gruppe der Studenten der Architekturfakultät der WChUTEMAS“ gegründet. Diese bildete sich vor allem um die Werkstatt Alexander Wesnins. Auch Ilja Golosow schloß sich den Konstruktivisten an. Es ging den Architekten nicht primär um die funktional ungebundene Komposition, sondern um die Lehre anhand konkreter Bauaufgaben.

Ab 1924/25 blieben zwei große Gruppen, die die sowjetische Architektur der nächsten Jahre prägen sollten: die Konstruktivisten unter Alexander Wesnin und Moissei Ginsburg und die Rationalisten unter Nikolai Ladowski. Nachdem die Rationalisten schon 1924 ihre Gruppe, die ASNOWA gegründet haben, wurde 1925 wurde die OSA, die Gruppe der Konstruktivisten gegründet.

Einer der ersten und bedeutendsten Entwürfe dieses funktional orientierten Konstruktivismus ist der Entwurf des Gebäudes der „Leningradskaja Prawda“ von 1924 der Brüder Wesnin.

Als bedeutendste Vertreter der konstruktivistischen Architektur dürfen Alexander Wesnin (z.B. sein mit Wiktor Wesnin entworfenes Gebäude für die Prawda), Moissei Ginsburg (z.B. sein Narkomfin-Kommunehaus), Iwan Leonidow, Michail Barschtsch sowie Gregori Barchin angesehen werden. Moissei Ginsburg verfasste auch das bedeutendste theoretische Werk des Konstruktivismus „Stil und Epoche“ (1924) und war bis 1928 Herausgeber der Zeitschrift der OSA, „SA“ (Sowremenaja architektura = Zeitgenössische Architektur), sein Nachfolger war Roman Chiger. Er verstand den Konstruktivismus (beziehungsweise seiner Meinung nach gute Architektur) vor allem als schöpferische Entwurfsmethode und sah die Organisation der Lebensprozesse als primäre Aufgabe des Architekten. Architektur geht dabei logisch aus dem Selbstverständnis einer Epoche hervor. Er zog einen Vergleich mit der altägyptischen Kunst, dessen Profildarstellung keineswegs Ausdruck einer fehlenden perspektivischen Vermögens, als vielmehr Ausdrucks einer gemeinsamen (Formen-)Sprache, die aus den grundsätzlichen Faktoren einer Epoche, wozu auch die technische Möglichkeit gehört, abgeleitet ist. Dies ist der wesentliche Unterschied zum Rationalismus und der stärkste Gegensatz beider Strömungen. Ginsburg forderte ganz klar „that the architect comprehend the laws of statics and mechanics in order to accomplish his objetives empirically, whether in an intuitive or strictly scientific manner. Doing so represents that fundamental constructive sensibility which must, without fail, be basic to the architect and which established a definite method in his work. […] This organizational method also conditions those rhythmic aspects by which architecture is distinguished.“[2] Die rhythmische Kompostion ist Ausdruck der architektonischen Organisation. Architektur ist die Organisation der Lebenswelt des Menschen.

Leningradskaja Prawda
Alexander Wesnin, Wiktor Wesnin, 1924
Zeichnung

verlinkte Abbildung
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Moissei Ginsburg, Ignatii Milinis. 1928–30. Narkomfin-Kommunehaus, Moskau.

Diese architektonische Auffassung ist im wesentlichen für die gesamte Gruppe der Konstruktivisten repräsentativ. Dabei kann dies besonders an zwei Projekten gezeigt werden. Ersteres ist einer der ersten bedeutenden Entwürfe der Konstruktivisten, ein Bürogebäude der Leningradskaja Prawda von den Brüdern Wesnin 1924. Das Gebäude blieb unausgeführt, zeigt aber eindeutig Ginsburg Verständnis nach Organisation der Lebensprozesse. Das Gebäude ist klar funktional gegliedert, verfügt über zwei gläserne Aufzüge, besitzt zwei sehr große Tafeln für Mitteilungen (wobei die technische Umsetzung unklar bleibt), die in einem Winkel zum Lesen für Fußgänger angebracht sind. Die technische Ausstattung ist hierbei für die Zeit enorm. Das Gebäude verfügt über einen riesigen Lautsprecher auf dem Dach, eine Uhr (mit Ziffern, keine Zeiger), sowie die genannten Tafeln, sowie die erwähnten Aufzüge und eine Dachantenne. Diese starke technizistische Ausrichtung ist häufig und typisch für den Konstruktivismus. Ebenso die mangelnde Umsetzbarkeit dieser technischen Ausstattung im frühsowjetischen Russland.

Ebenso bedeutend ist das Narkomfin-Kommunehaus von Moisei Ginsburg. Besonders beachtenswert ist hierbei auch der Entstehungsprozess, der Ginsburgs theoretischem Verständnis vollends entspricht. Ausgehend von russischen Standardplänen für Wohnungen wurde 1926 ein Architekturwettbewerb ausgerufen für eine kleine standardisierte Wohnung. Es blieb jedoch nicht nur bei diesem Wettbewerb, bei dem sich diverse Architekten beteiligten, sondern die Ergebnisse wurden 1928 von einem Team (Strojkom) unter der Leitung Ginsburgs (mit A. Pasternak, W. Wladimirow, M. Barschtsch und G. Sum-Schik) analysiert und daraus die Wohnung „Typ F“ entworfen. Diese Wohnung wurde von Ginsburg im Narkomfin-Kommunehaus eingesetzt, sowie in anderen Wohngebäuden, dabei auch von anderen Architekten. Die Effizienz der verschiedenen Wohnungsentwürfe wurde systematisch berechnet und verbessert.

Wladimir Schuchow. 1919–22. Radioturm, Moskau. Ansicht der Konstruktion von Innen.

Auch Iwan Leonidow darf nicht unerwähnt bleiben, kann aber nicht exemplarisch für die Gruppe stehen. Seine Entwürfe sind von einer solchen Eigenständigkeit und herausragenden architektonischen Qualität, dass sie als Höchstleistung der modernen Architektur gesehen werden können. Hervorzuheben ist besonders sein 1927 als seine Diplomarbeit bei Alexander Wesnin an der WChUTEMAS entworfenes Lenin-Institut. Die geschickte Gliederung der Baukörper und die kompositionelle Anordnung der Elemente kann sich mit Entwürfen Le Corbusiers messen.

Auch der Ingenieur Wladimir Schuchow, besonders dessen Werk der 1920er-Jahre wird gerne dem Konstruktivismus zugeordnet. Als Ingenieur lässt er sich jedoch nicht ohne weiteres einer künstlerisch-architektonischen Strömung zuordnen.

Konstantin Melnikow, einer der wichtigsten Architekten der Moderne in der Sowjetunion war niemals Mitglied der OSA, und nur kurz Mitglied der ASNOWA. Sein Werk kann also keiner der beiden Strömungen direkt zugeordnet werden, eher jedoch noch dem Rationalismus.

Ausländische Architekten in der Sowjetunion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den sowjetischen Architekten waren auch viele westeuropäische Architekten in den 1920er bis 30er Jahren in der Sowjetunion tätig. Besonders ist hier Erich Mendelsohn mit der Textilfabrik „Rotes Banner“ zu nennen, sowie die Architekten Ernst May (1930–33 in der Sowjetunion) und Hannes Meyer (1930–36 in der Sowjetunion). Beide Architekten schufen diverse städtebauliche Projekte in der Sowjetunion. Hannes Meyer und seine Mitarbeiter in der Sowjetunion werden oft auch als „rote Bauhausbrigade“ bezeichnet.

Das Ende der modernen Architektur in der Sowjetunion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen Ende der Zwanziger Jahre bis Anfang der dreißiger Jahre wenden sich immer mehr, ehemals avantgardistische Architekten dem Klassizismus (als Postkonstruktivismus) zu, viele schon vor dessen offiziellen Beschluss 1932. Die Motive dafür sind in der Architekturgeschichtsschreibung umstritten. Wesentlicher Streitpunkt bleibt, ob die Avantgarde aus eigener Entwicklung verging oder aus politischer Repression. Von letzterem waren zumindest einige Architekten und Künstler betroffen. 1930 wird Iwan Leonidow wegen Sabotage aus der WChUTEMAS ausgeschlossen. Michail Ochitowitsch wird wegen Stalinkritik 1937 erschossen, Alexei Gan wird am 8. September 1942 nach Paragraph 58 ebenfalls wegen Kritik an Stalin erschossen.

Van der Vlugt mit Brinkman und Stam. 1926–30. Van-Nelle-Fabrik, Rotterdam.

Internationaler Konstruktivismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konstruktivistische Ideen verbreiteten sich Ende der 1920er-Jahren auch in Europa. Besonders relevant sind hierbei die Architekten Mart Stam, aber die architektonische Auffassung von Hannes Meyer weist deutliche parallelen zum Konstruktivismus auf. Wichtigste Gruppierung des Internationalen Konstruktivismus war die Gruppe ABC, die die Zeitschrift „ABC – Beiträge zum Bauen“ herausgab. Dabei lösten sich die starken Gegensätze zwischen Konstruktivismus und Rationalismus teilweise auf. So war auch Lissitzky, Mitglied der ASNOWA, bei ABC Mitglied.

Heutige Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinderlich für die Rezeption war das frühe Ende und die mangelhafte Aufarbeitung im Stalinismus, sowie die mangelnde Akzeptanz seit 1990 in Russland selbst. Besonders hervorgetreten in der Sowjetunion ist der Kunst- und Architekturhistoriker Selim Chan-Magamedow, der umfassende Studien zum Konstruktivismus betrieb. Weitere Darstellungen stammen von C. Cooke und A. Kopp verfasst worden. Es fehlt jedoch bis heute eine Akzeptanz und Aufmerksamkeit in der russischen Gesellschaft und Politik, wie sie etwa in Deutschland für das Bauhaus besteht. Besonders durch die Politik besteht eine starke Verachtung jener Phase russischer Architektur, die nicht dem Selbstverständnis der Oligarchie Russlands entspricht. Juri Leschkow, Bürgermeister von Moskau, sagte „What a joy that in our city such wonderful, new shopping centers are appearing — not such junk“, während er auf das Narkomfin zeigte.[3]

Die ICOMOS stellte das Narkomfin-Gebäude wiederholt auf die Liste der gefährdeten Kulturgüter und fordert eine Aufnahme der wichtigsten erhaltenen Gebäuden der sowjetischen Avantgarde auf die Liste des Weltkulturerbes, wofür jedoch ein Antrag aus Russland vorliegen müsste.[4] Viele Gebäude sind daher heute vor Einsturz oder Abriss bedroht.[5]

Auswahl wichtiger realisierter Werke des sowjetischen Konstruktivismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anke Zalivako: Die Bauten des Russischen Konstruktivismus (Moskau 1919–32). Baumaterial, Baukonstruktionen, Erhaltung. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2012, 576 S., 800 Abbildungen, ISBN 978-3-86568-716-6, Besprechung: [6].

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Away From All Suns! (Alternativtitel: Fort von allen Sonnen!) (Englisch / Russisch mit englischen Untertiteln.) Dokumentarfilm, Deutschland, 2013, 74 Min., Buch und Regie: Isabella Willinger, Musik: Benedikt Schiefer, Produktion: Kloos & Co. Medien, Kinopremiere: 14. Mai 2013 beim Münchner DOK.fest, Filmseite mit Vorschau (2:56 Min.).
    Drei Moskauer bei ihrem Einsatz für den Erhalt von konstruktivistischen Baudenkmalen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Konstruktivistische Architektur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephen Bann: The Tradition of Constructivism. The Viking Press, New York 1974, S. XXV.
  2. Moissei Ginsburg: Style and Epoch. The MIT Press, Cambridge 1982, ISBN 0-262-07088-X, S. 44 (Originaltitel: Стиль и эпоха. 1924.).
  3. Athlyn Cathcart: Moisei Ginzburg’s Narkomfin building in Moscow: A Soviet blueprint for collective living. In: The Guardian. 5. Mai 2015.
  4. Johannes Cramer, Anke Zalivako: Das Narkomfin-Kommunehaus in Moskau (1928–2012). (Berliner Beiträge zur Denkmalforschung 11). Michael-Imhof-Verlag, 2012, S. 11.
  5. Christoph Rauhut und Ekaterina Nozhova: Ein bedrohter Radioturm in Moskau: Symbol der jungen Sowjetunion. In: Neue Zürcher Zeitung, 29. März 2014.
  6. Monika Markgraf: Besprechung von Die Bauten des Russischen Konstruktivismus (Moskau 1919–32). In: kunsttexte.de, 2012, Nr. 4, (PDF; 4 S., 323 kB).