Kontumazgarten

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Kontumazgarten (2017)

Der Kontumazgarten ist eine etwa 1,7 Hektar große Grünanlage mit Kinderspielplatz im Nürnberger Stadtteil Kleinweidenmühle. Er liegt vor dem Hallertor im Westen der Altstadt, am linken Ufer der Pegnitz zwischen dem Großweidenmühlsteg und der Hallertorbrücke. Gegenüber am anderen Flussufer erstreckt sich die Hallerwiese. Kontumazgarten ist auch der Name des Distrikts 054 im Bezirk 05 Himpfelshof[1], dessen Gebiet aber nicht identisch mit dem Grünzug ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kontumazgarten, abgegangener Herrensitz, „Vargethschloß“.

Im Spätmittelalter stand an der östlich der Kleinweidenmühle zum Spittlertor führenden Straße die Kontumazanstalt, eine in Seuchenzeiten benutzte Quarantänestation für ankommende Reisende und Güter. Daneben lag ein großes Gartenanwesen, das 1552 im Zweiten Markgrafenkrieg niedergerissen wurde, um den Feind im Vorfeld der Stadtbefestigung keine Deckung finden zu lassen.

Georg Vargeth, ein wohlhabender Unternehmer, erbaute 1669 ein Herrenhaus und ein Weiherhaus. Nach weiteren Besitzern begann mit der Eingliederung Nürnbergs ins Königreich Bayern 1806 der Niedergang des Anwesens. Danach wurde das Gelände in Einzelparzellen unterteilt, von denen viele bebaut wurden. 1930 war von den Gebäuden und Gartenanlagen nichts mehr erhalten.[2]

Daher wurde der Park in den 1960er Jahren im Zuge der Hochwasserfreilegung der Pegnitz neu angelegt.[3]

Mit Städtebaufördermitteln wird die Quartiersparkanlage seit Frühjahr 2017 umgestaltet. Die Maßnahmen umfassen Baumfällungen entlang der Parkgrenzen, des Spielplatzes und im Bereich der zukünftigen Pegnitztreppen. Entlang der Uferpromenade werden die historischen Blickbeziehungen zur Altstadt und zur Hallerwiese wiederhergestellt. Ein weiterer Fußgängerweg im Bereich des südlichen Gehölzstreifens wird gebaut. Ein Fahrradweg wird durch die ruhige Grünanlage geführt, welcher die Verbindung zur Altstadt über die Hallertorbrücke und den Westtorgraben herstellt. Die Eingangsbereiche und der bestehende Spielplatz werden neu gestaltet.[3]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kleine Grünanlage weist wertgebenden, alten Baumbestand auf, welcher das Landschaftsbild prägt. Sechs Bäume sind als Naturdenkmal ausgewiesen.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theo Friedrich: Vom Hesperidengarten zum Volkspark. Gartenkultur und Stadtgrünpflege vom Mittelalter bis zur Gegenwart in Nürnberg. Verlag Edelmann, Nürnberg 1993, ISBN 3-87191-181-X.
  • Ursula Gölzen: Hallerwiese und Kontumazgarten - Parkanlagen mit Tradition. In: Gudrun Vollmuth: Gärten und Gärtla in und um Nürnberg. Ein Lesebuch nicht nur für Gärtnerinnen und Gärtner. Verlag Walter E. Keller, Treuchtlingen 1995, ISBN 3-924828-67-9, S. 48–50.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadtplandienst Nürnberg: Distrikt 054 Kontumazgarten
  2. http://www.herrensitze.com/kontumazgarten.html
  3. a b Ein neues Gesicht für den Kontumazgarten. Stadt Nürnberg, SÖR, abgerufen am 22. August 2017 (deutsch).
  4. Karte zur Verordnung der Stadt Nürnberg zum Schutz der Naturdenkmäler. (Naturdenkmalverordnung). Stadt Nürnberg, Umweltamt, 31. März 2015, abgerufen am 22. August 2017 (deutsch).

Koordinaten: 49° 27′ 16″ N, 11° 4′ 3″ O