Kosbach

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Kosbach
Stadt Erlangen
Koordinaten: 49° 36′ 6″ N, 10° 56′ 11″ O
Höhe: 303 m ü. NHN
Einwohner: 942 (31. Dez. 2000)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1967
Postleitzahl: 91056
Vorwahl: 09131
St. Josef
Ehemaliges Forsthaus
Nützel-Oberle-Hof

Kosbach (umgangssprachlich: kʰoschba[2]) ist ein Gemeindeteil und eine Gemarkung der kreisfreien Stadt Erlangen in Mittelfranken. Der Name wird mit kurzem O wie Kossbach ausgesprochen und nicht etwa wie Koosbach, was Ortsfremde oft vermuten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchdorf ist von Weihern umgeben: im Westen der Petersweiher, im Norden der Kleinauweiher, im Nordosten die Welles- und Grossauweiher. Der Mönauweiher im Südwesten, sowie der Dorf- und der Deckersweiher im Süden und der Dummetsweiher im Westen werden vom Steinforstgraben, einem linken Zufluss der Regnitz gespeist. Etwas weiter nördlich befindet sich das Waldgebiet Mönau. Im Süden liegt das Flurgebiet Am Schleifweg.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1348 als „Kospach“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Bedeutung des Ortsnamens bleibt unklar. Lehnsherr war das Hochstift Bamberg. Der Ort bestand zu dieser Zeit aus 22 Hofstätten mit Feldern von 11 Mansen und 1 Lehen (=1114 Huben). Der Truchseß zu Nainsdorf erhielt Einkünfte, das bambergische Kastenamt Herzogenaurach Steuern und Getreideabgaben. 1387 wurden im Zinsregister der Bamberger Dompropstei 11 Gültpflichtige in „Cosbach“ verzeichnet. Laut dem dompropstischen Urbar von 1468 hatten sie in „Coßbach“ grundherrliche Ansprüche über 16 Hofstätten mit 1114 Huben Feldern, es war also der ganze Ort in der Hand der Dompropstei.[4] Im Dreißigjährigen Krieg brannte der Ort nieder.[1] Das Hochgericht hatte das bambergische Centamt Herzogenaurach mindestens bis 1730 inne. Laut dem Urbar des Dompropsteiamtes Büchenbach von 1747 übte das brandenburg-bayreuthische Oberamt Baiersdorf das Hochgericht aus. Es gab zu dieser Zeit 17 Untertansfamilien.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kosbach 13 Haushalte. Das Hochgericht übte das bambergische Dompropsteiamt Büchenbach im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das bambergische Centamt Herzogenaurach auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Dompropsteiamt Büchenbach inne, das auch alleiniger Grundherr über alle Anwesen war (3 Huben, 4 Höfe, 1 Dreiviertelhube, 1 Viertelhufe, 2 Häuslein, 1 Hirtenhaus, 1 Jägerhaus).[5]

1810 kam Kosbach an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Büchenbach zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Kosbach gebildet, zu der die Orte Alterlangen, Häusling und Steudach gehörten. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herzogenaurach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen. Am 1. Oktober 1847 wurde die Gemeinde dem Rentamt Herzogenaurach zugewiesen.[6] Ab 1862 wurde Kosbach vom Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1938 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin vom Rentamt Herzogenaurach (1920–1929: Finanzamt Herzogenaurach, ab 1929: Finanzamt Erlangen) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Herzogenaurach, 1880–1959 Amtsgericht Herzogenaurach, ab 1959 Amtsgericht Erlangen. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 9,240 km²,[7] Am 1. April 1920 wurde Alterlangen in die Stadt Erlangen eingegliedert. Dadurch verringerte sich die Gebietsfläche auf 5,891 km².[8]

Am 15. März 1964 konnte die katholische St. Josephskapelle nach achtjähriger Bauzeit eingeweiht werden.[9] Am 1. Januar 1967 wurde die Gemeinde Kosbach nach Erlangen eingemeindet.[1] Nach der Eingemeindung erlebte der Ort einen regen Zuzug.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am Deckersweiher 4: Ehemaliges Forsthaus
  • Am Deckersweiher 24: Nützel-Oberle-Hof
  • Am Deckersweiher 26: Polstermarter
  • Hechtweg 8: Marter auf dem Bergle
  • Heginigstraße: Nützelmarter
  • Hegenigstraße 8: Bildstock
  • Hegenigstraße 16: Wegkreuz
  • Reitersbergstraße 20: Fachwerkstadel
  • Reitersbergstraße 21: Stadel, Hofeinfahrt und Marter
  • Bildstock
  • Wegkreuz
  • Martersäule

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Kosbach

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Kosbach

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961
Einwohner 370 448 456 442 464 459 489 489 489 508 495 513 591 640 694 726 312 333 322 520 493 477 402
Häuser[10] 56 79 83 97 57 62 75
Quelle [11] [12] [12] [12] [13] [12] [14] [12] [12] [15] [12] [12] [7] [12] [12] [12] [8] [12] [12] [12] [16] [12] [17]

Ort Kosbach

Jahr 001818 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002000
Einwohner 102 122 120 117 119 131 198 193 292 891 942
Häuser[10] 15 22 23 26 27 34 222
Quelle [11] [13] [14] [15] [7] [8] [16] [17] [18] [19] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

44 % der Einwohner sind katholisch, 28 % evangelisch.[20] Die Katholiken sind der Pfarrei St. Xystus in Büchenbach (Erlangen) zugeordnet, die zum Seelsorgebereich Erlangen West im Dekanat Erlangen des Erzbistums Bamberg gehört; in der Kapelle St. Josef in Kosbach finden Werktagsgottesdienste statt. Die Lutheraner in Kosbach gehören zur Gemeinde der Martin-Luther-Kirche in Büchenbach, die dem Dekanat Erlangen im Kirchenkreis Nürnberg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern angehört. Für Reformierte gibt es die Hugenottenkirche in der Innenstadt, die dem Synodalverband XI der Evangelisch-reformierten Kirche angehört.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nördlich nach Dechsendorf zur Staatsstraße 2240. Weitere Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen südöstlich nach Büchenbach bzw. südlich nach Häusling zur Kreisstraße ER 1.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kosbach (Erlangen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d M. Meyer: Kosbach, S. 433.
  2. D. Fastnacht, S. 178.
  3. Kosbach im BayernAtlas
  4. a b D. Fastnacht, S. 177ff.
  5. H. H. Hofmann, S. 72.
  6. H. H. Hofmann, S. 144.
    Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 49 (Digitalisat).
  7. a b c K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1043–1044 (Digitalisat).
  8. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1077 (Digitalisat).
  9. M. Meyer: Josef-Kapelle, S. 395.
  10. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  11. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 50 (Digitalisat). Für die Gemeinde Kosbach zuzüglich der Einwohner und Feuerstellen von Alterlangen (S. 5), Häusling (S. 35) und Steudach (S. 88).
  12. a b c d e f g h i j k l m n o Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 146, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  13. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 877, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1050, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 995 (Digitalisat).
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 924 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 680 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 167 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 323 (Digitalisat).
  20. Kosbach