Kozłowo (Sorkwity)

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Kozłowo
?
Kozłowo (Polen)
Kozłowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Mrągowo
Gmina: Sorkwity
Geographische Lage: 53° 45′ N, 21° 9′ OKoordinaten: 53° 44′ 53″ N, 21° 8′ 45″ O
Einwohner: 235 (2011)
Postleitzahl: 11-731[1]
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NMR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Rybno/DW 600Lesiny
Eisenbahn: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig



Kozłowo (deutsch Koslau) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Gmina Sorkwity (Landgemeinde Sorkwity) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kozłowo liegt inmitten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 17 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Mrągowo (deutsch Sensburg).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koßelau[2] wurde 1526 gegründet[3] und 1785 als „ein adlig Gut und Dorf mit 31 Feuerstellen“ erwähnt, Gutsbesitzerin war Frau Major von Herzberg[4]. Klein Rosoggen (polnisch Babięty, nicht mehr existent), Leschienen (Lesiny) und Sophienthal (nicht mehr existent) waren Wohnplätze im Gemeindebezirk. Von 1874 bis 1945 war Koslau in den Amtsbezirk Ribben (polnisch Rybno) eingegliedert[5], der zum Kreis Sensburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Koslau gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Koslau (Dorf und Gut) stimmten 320 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.[6]

Am 30. September 1928 vergrößerte sich die Landgemeinde Koslau, als die Nachbargutsbezirke Klein Maradtken (polnisch Maradki Małe) und Roßgarten (polnisch Kobylec, beide nicht mehr existent) eingemeindet wurden. Am 1. Juli 1930 wurde aus den beiden bisher eigenständigen Verwaltungsstellen Gutsbezirk Koslau und Landgemeinde Koslau die neue Landgemeinde Koslau gebildet[4].

Als 1945 in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen überstellt wurde, war auch Koslau davon betroffen. Das Dorf erhielt die polnische Namensform „Kozłowo“. Es ist heute Sitz eines Schulzenamtes (polnisch Sołectwo) und als solches eine Ortschaft im Verbund der Landgemeinde Sorkwity (Sorquitten) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Anzahl
1818 124[4]
1839 113
1871 298
1885 328
1898 309
1905 280
1910 275
1933 484
1939 434
2011 235[7]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1945 war Koslau in die evangelische Kirche Ribben[8] in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die katholische Kirche Kobulten[4] im damaligen Bistum Ermland eingepfarrt. Heute gehört Kozłowo zur evangelischen Kirchengemeinde Rybno, jetzt eine Filialgemeinde der Pfarrei Sorkwity in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, und außerdem zur katholischen Pfarrei Rybno im jetzigen Erzbistum Ermland innerhalb der polnischen katholischen Kirche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kozłowo liegt südlich der Woiwodschaftsstraße 600 und ist von dort über Rybno (Ribben) auf einer Nebenstraße in Richtung Lesiny (Leschienen) zu erreichen. Ein Anschluss an den Schienenverkehr besteht nicht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2013, S. 526
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Koslau
  3. Kirchspiel Ribben bei der Kreisgemeinschaft Sensburg
  4. a b c d Koslau (Landkreis Sensburg)
  5. Rolf Jehke, Amtsbezirk Ribben
  6. Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 113
  7. Wieś Kozłowo w liczbach
  8. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 501