Kraftwerk Bannwil

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Kraftwerk Bannwil
Kraftwerk, die sogenannte Unterwasser- oder Luftseite hinter dem Wehr. Im Bild links (Fliessrichtung rechts) die Wehranlage mit den drei Segment- Klappenschützen; hinter dem Maschinenhaus sind die Verwirbelungen des Wassers aus den Turbinen zu sehen.
Kraftwerk, die sogenannte Unterwasser- oder Luftseite hinter dem Wehr. Im Bild links (Fliessrichtung rechts) die Wehranlage mit den drei Segment- Klappenschützen; hinter dem Maschinenhaus sind die Verwirbelungen des Wassers aus den Turbinen zu sehen.
Lage
Kraftwerk Bannwil (Schweiz)
Kraftwerk Bannwil
Koordinaten 622261 / 230940Koordinaten: 47° 13′ 44″ N, 7° 43′ 57″ O; CH1903: 622261 / 230940
Land Schweiz
Ort Bannwil
Gewässer Aare
f1
Kraftwerk
Eigentümer BKW Energie
Betreiber dito
Planungsbeginn erste Konzession 1898
Bauzeit 1899–1904 und 1966–1970
Betriebsbeginn 1904 und 1970
Stilllegung 1969 und -
Technik
Engpassleistung 28,5 (aktuell) Megawatt
Durchschnittliche
Fallhöhe
5,5–8,5 m
Ausbaudurchfluss 450 m³/s
Turbinen 3 × Rohr-Turbine
Sonstiges
Eingespeiste Energie seit Inbetriebnahme 150 GWh
Website BKW

Das Wasserkraftwerk Bannwil ist ein Laufwasserkraftwerk bei Bannwil, das 1970 in Betrieb genommen wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstes Kraftwerk 1904–1969[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Kraftwerk ging 1904 nach fünfjähriger Bauzeit in Betrieb. Die Konzession für das Kraftwerk war den Gemeinden Wangen, Wiedlisbach, Walliswil-Wangen, Walliswil-Bipp, Berken, Bannwil und Graben am 6. Juli 1898 erteilt worden. Erstellt worden war das Werk in deren Auftrag von der Firma W. Lahmeyer & Cie in Frankfurt am Main. Der Sitz der Aktiengesellschaft Elektrizitätswerk Wangen lag denn auch in Wangen an der Aare. 1916 ging das Werk über an die Bernischen Kraftwerke[1].

Für das Kraftwerk war ein 8,4 Kilometer langer Oberwasser-Kanal erstellt worden, dessen Beginn bei Wangen an der Aare lag. Dort übernahm im Gebiet Hohfuhren ein 120 Meter langer Damm in der Aare die Wasserzufuhr. Die Zentrale in Bannwil lag am Rande des Flussbettes; der Unterwasserkanal zurück zur Aare war 84 Meter lang.[2] Dieses erste Werk war mit bis 1908 mit sechs Turbinen in sieben Turbinenkammen in Betrieb, im Sommer 1909 folgte die siebte Francis-Turbine. Jede Turbine hatte eine Leistung von 1500 PS bei 150 Umdrehungen pro Minute und trieb einen Drehstrom-Dymamo an. Die Anlage blieb bis 1969 in Betrieb.

Im Jahre 1905 kam es zu einem Dammbruch im Oberwasserkanal im Bereich "Fahrhöfli". Die im dortigen schwierigen Terrain mit Triebsand auf grossen Kiesschüttungen angebrachten Beton-Trennungsmauerteile hatten sich während eines hohen Wasserstandes in der Aare verschoben, wodurch die gesamte Wassermenge aus dem Kanal austrat.[3]

Nach der Eröffnung des neuen Kraftwerkes wurde der Kanal zum alten Kraftwerk zugeschüttet. Hinter dem zugeschütteten Kanal bildete sich auf dem Areal des Waffenplatzes ein Feuchtgebiet, das unter Schutz gestellt wurde.[4]

Neues Kraftwerk ab 1970[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1970 wurde das neue Kraftwerk in Betrieb genommen[5]. Es wurde gebaut als Blockkraftwerk mit drei frontal angeordneten Kraftwerkseinläufen mit je einer Rohrturbine. Die installierte Leistung beträgt 28.5 MW und die mittlere Jahresproduktion 150 GWh. Das Wasser der Aare wird in drei Kaplan-Rohrturbinen turbiniert, wobei je nach Wasserstand ein Gefälle zwischen 5,5 m bis 8,5 m genutzt werden kann. Die Turbinen verarbeiten eine Nutzmenge von bis zu 450 m³/s.[6]

Das Wasserkraftwerk Bannwil wird von der BKW betrieben.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte der Gemeinde Bannwil
  2. Jahrbuch des Oberaargaus 1959
  3. Schweizerische Bauzeitung Band 45/46 (1905)
  4. Jahrbuch Oberaargau 1977
  5. Historisches Lexikon der Schweiz: Bannwil
  6. Wasserkraftwerk Bannwil. In: BKW. BKW, abgerufen am 18. Mai 2016.