Hamburg Cruise Center Altona

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Kreuzfahrtterminal Altona)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hamburg Cruise Center Altona, Landseite

Das Hamburg Cruise Center Altona, auch Hamburg Cruise Center 2 (CC 2) oder Kreuzfahrtterminal Altona genannt, ist eine der Anlegestellen in Hamburg, an denen Passagiere von Kreuzfahrtschiffen abgefertigt werden können; es gehört organisatorisch zum Hanseatic Cruise Center und bietet einen Liegeplatz für Schiffe bis 326 m Länge bei einer Wassertiefe von 10 m (LAT) am Edgar-Engelhard-Kai.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AIDAmar am Kai des Hamburg Cruise Center Altona

Fähr- und Kreuzfahrt-Terminal Hamburg-Altona[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits Anfang der 1980er Jahre begannen Überlegungen, eine Abfertigungsanlage für Fähren und Kreuzfahrtschiffe mit größerer Kapazität als das bisher von der Englandfähre nach Harwich an den St.-Pauli-Landungsbrücken genutzte Terminal bzw. den im Hafen verteilten Möglichkeiten für größere Kreuzfahrtschiffe zu schaffen. Der Standort wurde am Nordufer der Norderelbe im Bereich des östlichen Fischereihafens Altona mit günstiger wasserseitiger Anbindung (etwas kürzere Revierfahrt), landseitig günstige Lage mit Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und zum Straßennetz sowie genügend Fläche für die Abfertigung (Warte- und Verkehrsflächen) gefunden.

Im Jahr 1988 begannen die Arbeiten zum Bau des Fähr- und Kreuzfahrt-Terminals Hamburg-Altona. Dazu wurde der östliche Teil des Fischereihafens vor den Fischauktionshallen 1 und 2 zugeschüttet und auf eine Geländehöhe von NHN +6 m gebracht. Auf der Westseite des neu gebauten, 236 m langen Liegeplatzes wurde eine vorgesetzte, aus Stahlbeton gefertigte Zufahrt zur RoRo-Anlage für Kfz und Trailer errichtet. Die Kosten der Infrastruktur von rund 23,5 Mio. DM trug die Freie und Hansestadt Hamburg. Die darauf aufbauende sog. Suprastruktur des Terminals beinhaltete ein viergeschossiges Terminalgebäude, die eigentliche RoRo-Rampe sowie die Befestigung und Ausrüstung des Terminal-Geländes. Anfang 1991 wurde die Anlage in Betrieb genommen. Die DFDS Scandinavian Seaways betrieb dieses Terminal bis zur Aufgabe des Fährdienstes von Hamburg nach Harwich mit dem Fährschiff Hamburg. Bereits Anfang der 1990er Jahre war die Erweiterung des Terminals um einen weiteren Liegeplatz mit weiteren Abfertigungsgebäuden auf der Ostseite geplant.[1]

Neues Kreuzfahrt-Terminal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuzfahrtterminal Altona, Wasserseite
Das Kreuzfahrtterminal vom Schiff aus gesehen, Besucherterrasse und das mit Glasbruchstücken bedeckte Dach

Dieses Vorhaben wurde erst ab März 2009 mit dem Bau des neuen Kreuzfahrtterminals Altona verwirklicht, am 1. April 2011 wurde es in Betrieb genommen und am 5. Juni 2011 eingeweiht. Bereits im August 2009 legte mit der „AIDAaura“ ein erstes Schiff an der provisorisch hergerichteten Anlage an. Das Terminal-Gebäude wurde nach den Plänen des Altonaer Architektenbüros Renner Hainke Wirth errichtet. Es gilt als erstes speziell ausgerüstetes Kreuzfahrtterminal der Stadt, die Anlage umfasst eine Gesamtfläche von 2000 m². Die Kosten betrugen etwa 30 Millionen Euro.

Das Terminal befindet sich am Nordufer der Elbe, am Edgar-Engelhard-Kai östlich neben dem letzten Terminal der ehemaligen Englandfähre, das in die Planung nicht mit einbezogen wurde, da es als zu klein für den aktuellen Bedarf galt. Die Kaimauer wurde für über dreihundert Meter lange Schiffe ausgerichtet. Das Gebäude hat ein bis zwei Vollgeschosse erhalten und ist nicht höher als 15,5 Meter, um die Sicht auf die Elbe vom Geesthang aus (Altonaer Balkon) so wenig wie möglich einzuschränken.

Mit der neu erbauten „AIDAsol“ wurde erstmals ein Schiff am neuen Kreuzfahrtterminal in Altona abgefertigt. Für das Jahr 2011 waren am Kreuzfahrtterminal Altona 47 Abfahrten geplant, für 2012 70.

Gemeinsam mit dem Terminal Hamburg Cruise Center HafenCity am Grasbrook wurden 2011 insgesamt 118 Schiffe mit 314.500 Passagieren abgefertigt, etwa 50.000 mehr als 2010. 2012 wurden 160 Kreuzfahrtschiffs-Anläufe an beiden Hamburger Terminals mit 430.329 Passagieren gezählt, davon begannen bzw. beendeten 87,5 % ihre Reise in Hamburg.[2] 2013 waren es 177 Anläufe mit rund 555.000 Passagieren[3], 2014 wurden 191 Anläufe und 600.000 Reisende erwartet.[4] Beide Kreuzfahrt-Terminals wurden bis 2014 durch die HCC Hanseatic Cruise Centers GmbH betrieben. Diese war eine Tochtergesellschaft der AIDA Cruises in Rostock und der Unikai Lagerei- und Speditionsgesellschaft in Hamburg.[5] Am 12. September 2014 wurde die Terminalbetriebsgesellschaft CGH Cruise Gate Hamburg GmbH als Joint-Venture zwischen der HPA und der Flughafen Hamburg GmbH (FHG) gegründet. Zunächst hielt die HPA 51 % der Anteile, die FHG 49 %.[6] Anfang 2016 übertrug die FHG ihre Anteile an der Gesellschaft an die HPA, sodass diese jetzt alleiniger Gesellschafter der CGH ist.[7]

Landstromanschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Emissionen durch die Schifffahrt zu reduzieren, die im innerstädtischen Altona besonders viele Menschen betreffen, hatte die Hafenverwaltung HPA 2013 angekündigt, ab 2015 hier eine Landstromversorgung anzubieten, die für alle Schiffstypen die passende Spannung bereitstellen kann.[8] Der Bund gab dazu Zuschüsse in Höhe von 3,7 Mio. Euro[9], die Europäische Union von 3,5 Mio. Euro.[10] Die HPA hatte dazu Siemens beauftragt, eine schlüsselfertige Landstromanlage bis zum Frühjahr 2015 einzurichten. Dieser Auftrag für ursprünglich rund 8,5 Mio. Euro beinhaltete Frequenzumrichter (für 50 und 60 Hz), Transformatoren, Mittel- und Niederspannungs-Schaltanlagen, eine Brandschutzanlage und die erforderliche Klima- und Lüftungstechnik für das neue Gebäude. Der Anschluss erfolgt über einen fahrbaren Transportwagen, an dem mittels eines „Roboterarms“ das Kabel an Bord geholt werden kann; damit können die Höhenschwankungen wegen der Tide und unterschiedlicher Schiffsgrößen ausgeglichen werden.[11] 2014 wurden die Kosten der Anlage mit 10 Mio. Euro angegeben, für die fixen Betriebskosten wird die Stadt jährlich bis zu 24.000 Euro übernehmen.[12] Sie wurde am 3. Juni 2016 offiziell in Betrieb genommen.[13] Wie anschließend bekannt wurde, gab es immer noch Probleme, sodass noch keine Leistung übertragen werden konnte. Die Testphase dauerte bis Januar 2017.[14][15] Außerdem können nur fünf der Kreuzfahrtschiffe, die 2016 nach Hamburg kommen, Landstrom annehmen.[16]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im öffentlichen Nahverkehr ist das Fährterminal an der Van-der-Smissen-Straße 5 sowohl vom Bahnhof Hamburg-Altona über die Buslinie 111 als auch über die Elbe mit den HADAG-Hafenfähren der Linien 61 und 62 (Anleger Dockland) zu erreichen, alles innerhalb des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV).

Für Pkw stehen 238 Kurzzeitparkplätze bereit.

Weitere Anlegestellen für Kreuzfahrtschiffe in Hamburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kreuzfahrtterminal Altona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Bernetzeder, Jürgen Scheele, Karl Sprin: Der neue Fähr- und Kreuzfahrtterminal Hamburg-Altona. In: Hansa, Heft 7/8-1991, S. 465–471
  2. „Mit viel Elan ins neue Kreuzfahrtjahr“ · Hamburg Cruise Center legt Bilanz für 2012 vor. In: Täglicher Hafenbericht vom 11. Januar 2013, S. 1 u. 3
  3. Frank Binder: Beschluss: Hamburg will 3. Cruise-Terminal bauen. Heftige Kritik an Kreuzfahrt-Beschluss. In: Täglicher Hafenbericht vom 8. Januar 2014, S. 1/2
  4. Eckhard-Herbert Arndt: 3. Cruise-Terminal wird immer dringlicher. In: Täglicher Hafenbericht vom 12. November 2013, S. 4
  5. Kreuzfahrtstandort Hamburg. In: Schiff & Hafen, Heft 5/2009, S. 17
  6. Pressemitteilung der HPA vom 18. Dezember 2014, abgerufen am 28. Februar 2016 (pdf)
  7. Frank Binder: Alle Cruise-Terminals bei der HPA · Hafenbehörde nach Airport-Ausstieg jetzt Alleingesellschafter. In: Täglicher Hafenbericht vom 5. Februar 2016, S. 3
  8. Weniger Abgase: Hamburg baut Landstromanlage für Kreuzfahrtschiffe, Spiegel online, 11. September 2013
  9. Eckhard-Herbert Arndt: Landstrom fließt aus der Dose · Landstrom-Einrichtung kostete rund zehn Millionen Euro · Bund und EU beteiligten sich an den Kosten. In: Täglicher Hafenbericht vom 6. Juni 2016, S. 1/3
  10. HPA erhält EU-Fördermittel für Landstromanlage in Altona. In: Port of Hamburg Magazine, Ausg. 4/13, S. 16, Hamburg 2013
  11. Erster europäischer Landstromanschluss für Kreuzliner. In: Hansa, Heft 8/2014, S. 7
  12. Peter Kleinort: Heute Richtfest für Landstromanlage · Zehn Millionen Euro Kosten. In: Täglicher Hafenbericht vom 7. November 2014, S. 2
  13. Europas erste Landstromanlage für Kreuzfahrtschiffe geht in Betrieb. spiegel.de
  14. Eckhard-Herbert Arndt: Landstrom fließt doch nicht · Neue Einrichtung in Altona weiterhin im Test-Modus. In: Täglicher Hafenbericht vom 22. Juni 2016, S. 1/2
  15. Landstromanlage besteht Praxistest · Erstmals sechs Stunden Vollversorgung. In: Täglicher Hafenbericht vom 3. Januar 2017, S. 16
  16. Landstromanlage für Schiffe wird kaum genutzt. NDR.de, 15. April 2016

Koordinaten: 53° 32′ 37″ N, 9° 56′ 16″ O