Opernloft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Opernloft im Alten Fährterminal Altona

Das Opernloft im Alten Fährterminal Altona ist eine Bühne in Hamburg, deren Ziel es ist, den Einstieg in das Genre Oper zu erleichtern. Der Name Opernloft ergibt sich aus dem Programm (Oper) und der ursprünglichen Location in einer umgebauten Fabriketage, also einem Loft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 gründeten Yvonne Bernbom und Inken Rahardt das Junge Musiktheater Hamburg als gemeinnützigen Verein.[1] Die Probebühne des Jungen Musiktheaters Hamburg in der Eilbeker Conventstraße wurde 2007 zur ersten eigenen Spielstätte mit ca. 100 Sitzplätzen umgebaut und als Opernloft eröffnet. Im Sommer 2010 zog das Opernloft in die ehemalige Rotationshalle des Axel-Springer-Verlags an der Fuhlentwiete 7 in der Hamburger Innenstadt. An der gleichen Stelle stand bis 1943 der Konzert- und Veranstaltungssaal Conventgarten. Im Jahr 2015 musste das Theater die Räumlichkeiten in der Innenstadt aufgeben. Das Gebäude wurde abgerissen.

Eine Kooperation mit dem Ernst-Deutsch-Theater ermöglichte dem Opernloft von 2016 bis 2018 mehrere „Sängerkriege“ (Opern-Slam-Wettbewerbe) und zwei große Produktionen (Ein Maskenball (Verdi) und Carmen (Bizet)) mit jeweils 30 Aufführungen im Ernst-Deutsch-Theater aufzuführen.

Ende 2017 wurde der Mietvertrag über das ehemalige Englandfährterminal in Altona geschlossen. Der Alte Fährterminal direkt an der Elbe wurde zu einem modernen Theater umgebaut – mit Gastronomie, Terrasse und einem Saal für 250 Zuschauer. Im November 2018 hat das Opernloft den regelmäßigen Spielbetrieb im Alten Fährterminal Altona aufgenommen.

Das Haus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Opernloft ist stationiert in der Van-der-Smissen-Straße 4. Das Haus ist barrierefrei zugänglich und teilt sich in mehrere Bereiche auf:

Die Bar im Foyer
Das Foyer

Das Foyer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Foyer 225 m² groß. In ihr befindet sich eine Bar und eine Garderobe. Es gibt Zugänge zum Saal, Bistro, dem Ausgang und den Toiletten.[2]

Der Theatersaal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Saal ist 300 m² groß. Die Bühne ist 7 mal 12 Meter. Die Saalhöhe beträgt knapp 10 Meter. Saal und Foyer werden durch große sichtbare Träger getrennt, die den Charakter des ehemaligen Terminals erhalten. Bodentiefe Fensterfronten bieten vor und nach der Vorstellung eine freie Sicht auf die Elbe. Ein elektrischer Vorhang sorgt während der Vorstellung für die nötige Verdunkelung.

Die Terrasse
Der Theatersaal

Während der Vorführungen sitzen die Zuschauer, je nach Bestuhlung und Saalplan, im vorderen und mittleren Bereich an Tischen, im hinteren Tribünen-Bereich in Reihen. Im Saal gibt es Ton- und Lichttechnik und eine Lüftungsanlage.[3]

Das Bistro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Theaterbar im Foyer und das 120 m² große Bistro sorgen für Snacks und Getränke. Platz gibt es für bis zu 60 Personen. Die Panoramafassade des Theatersaales geht im Bistro weiter mit einem Ausblick auf das Wasser. Das Bistro verfügt einen Durchgang zur Terrasse. Die Gastronomieküche grenzt zum Bistro an.[4]

Die Terrasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die windgeschützte Elbterrasse hat eine Gesamtfläche von 250 m². Wegen der anliegenden Kaifläche halten Schiffe auch vor dem Opernloft an. Die Sonne geht Richtung Dockland unter.[5]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Opernloft spielt Musiktheater für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Im Spielplan stehen meist etwa vier bekannte und unbekannte Opern.[6]

Opern in Kurz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stücke werden auf 90 Minuten gekürzt, erzählen aber weiterhin eine zusammenhängende Geschichte mit kleinerer Besetzung, neuen Schwerpunkten und neu betonten Blickwinkeln. Es werden kurze Sprechtexte, Musikstücke aus anderen Genres oder Opern, Technik wie Smartphones oder auch Ton- und Videoeinspiele verwendet. Nach der Hälfte wird Pause gemacht. Die Musik wird meist von einem Klaviertrio begleitet. Zusätzlich werden aktuelle Themen aufgegriffen, wie zum Beispiel Gleichberechtigung oder die Frauenquote. Der Mittelpunkt liegt im klassischen Gesang der Sänger.

Krimioper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krimiopern sind eigene, neu geschriebene Geschichten des Opernlofts im Krimi Genre. Dabei geht es um die Aufklärung eines oder mehrerer Mord- oder Kriminalfälle aus der Operngeschichte, wie der fliegende Holländer, Manon oder Carmen. Es werden mehr Sprechtexte eingebaut und verschiedene Musik wie Opernarien, Seemannsliedern oder Schlager.

Opern-Slam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Opern-Slam, vormals "Sängerkrieg" genannt, ähnelt der Struktur eines Wettbewerbes. Jeder Slam steht unter einem Motto, wie zum Beispiel "Halloween" oder "Nikolaus". Zu diesen Themen gibt es Kategorien, in denen die Sänger gegeneinander antreten. Sie suchen sich eine Arie aus, aus der sie 90 Sekunden singen dürfen und alles machen können, um das Publikum zu überzeugen. Das Publikum ist die Jury und entscheiden, wer die Punkte für die Kategorien bekommt. Wer am Ende des Abends die meisten Punkte hat, gewinnt. Zusätzlich gibt es mehrere Publikumsquiz zu den Liedern.

Eventoper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eventoper ist eine Unterkategorie der Opern in Kurz. Die Zuschauer sitzen mitten im Geschehen. In "La Traviata" sitzt das Publikum an Spieltischen wie im Casino, während die Darstellerzwischen ihnen spielen und singen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008 wurde Feline Knabe für ihre Darstellung der Carmen in der gleichnamigen Oper mit dem Rolf-Mares-Preis ausgezeichnet.[7]
  • 2009 erhielt Claudia Weinhart für ihr Bühnenbild der Perlenfischer ebenfalls den Rolf-Mares-Preis.[8]
  • 2009 wurde das Opernloft ausgezeichneter Ort der Initiative Deutschland – Land der Ideen.[9]
  • 2010 wurde das Opernloft mit dem von ExxonMobil gestifteten Pegasus-Preis für Hamburger Privattheater ausgezeichnet.[10]
  • 2010 wurde die Intendantin Inken Rahardt für ihre Inszenierung von Georg Friedrich Händels Tolomeo mit dem Rolf-Mares-Preis ausgezeichnet.[11]
  • 2012 wurde die Sängerin Lisa Jackson für ihre Darstellung der Gilda in Rigoletto mit dem Rolf-Mares-Preis ausgezeichnet.[12]
  • 2014 erhielt Margarethe Mast für ihr Bühnenbild von Der Freischütz den Rolf-Mares-Preis.[13]
  • 2015 wurde erneut Intendantin Inken Rahardt für ihre Regiearbeit Orlando furioso mit dem Rolf-Mares-Preis ausgezeichnet.[14]
  • 2020 wurde die Sängerin Freja Sandkamm für ihre Darstellung der Violetta in La Traviata mit dem Rolf-Mares-Preis ausgezeichnet.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Junges Musiktheater Hamburg e.V. (Register-Nr.: VR 17742, Amtsgericht Hamburg)
  2. Ihre Eventlocation: Das Alte Fährterminal in Altona im Hamburger Hafen. Abgerufen am 9. November 2021.
  3. Ihre Eventlocation: Das Alte Fährterminal in Altona im Hamburger Hafen. Abgerufen am 9. November 2021.
  4. Ihre Eventlocation: Das Alte Fährterminal in Altona im Hamburger Hafen. Abgerufen am 9. November 2021.
  5. Ihre Eventlocation: Das Alte Fährterminal in Altona im Hamburger Hafen. Abgerufen am 9. November 2021.
  6. Opernloft im Alten Fährterminal Altona - Theater in Hamburg. Abgerufen am 9. November 2021.
  7. Rolf Mares Preis 2008. Theaterpreis Hamburg, abgerufen am 9. November 2021.
  8. Rolf Mares Preis 2009. Abgerufen am 9. November 2021.
  9. Electr'Opera. Abgerufen am 9. November 2021.
  10. Pegasus Preis von ExxonMobil Deutschland. Abgerufen am 9. November 2021.
  11. Rolf Mares Preis 2010. Abgerufen am 9. November 2021.
  12. Rolf Mares Preis 2012. Abgerufen am 9. November 2021.
  13. Rolf Mares Preis 2014. Abgerufen am 9. November 2021.
  14. Rolf Mares Preis 2015. Abgerufen am 9. November 2021.
  15. Rolf Mares Preis 2020. Abgerufen am 9. November 2021.

Koordinaten: 53° 33′ 10,2″ N, 9° 59′ 6,3″ O