Hamburger Verkehrsverbund

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Hamburger Verkehrsverbund GmbH
Logo des Hamburger Verkehrsverbundes
Rechtsform GmbH
Gründung 29. November 1965 (damals als GbR)
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Lutz Aigner (Sprecher), Dietrich Hartmann
Branche ÖPNV
Website www.hvv.de

Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) ist ein Verkehrs- und Tarifverbund, der das Hamburger Stadtgebiet und umliegende Gebiete in Schleswig-Holstein und Niedersachsen umfasst. Der HVV wurde am 29. November 1965 gegründet und nahm offiziell am 1. Dezember 1965 seine Tätigkeit auf[1]. Er ist damit der älteste Verkehrsverbund der Welt und diente zahlreichen anderen Verkehrsverbünden als Vorbild.

Zum Angebot des HVV zählen vier U-Bahn-Linien (betrieben von der Hamburger Hochbahn AG), sechs S-Bahn-Linien (betrieben von der S-Bahn Hamburg GmbH), drei A-Bahn-Linien (betrieben von der AKN) sowie große Teile des Streckennetzes weiterer Regionalbahngesellschaften, 649 Buslinien (betrieben u.a. von der Hamburger Hochbahn, der VHH und der KVG Stade) sowie sechs von der HADAG betriebene Fährlinien im Hamburger Hafen und auf der Elbe.

Ende 2010 umfasste das Einzugsgebiet des HVV 8616 km², auf denen 3,387 Millionen Menschen lebten. Im Verbund betreiben 30 Verkehrsunternehmen Verkehrslinien (Stand: 2014)[2].

Moderne HADAG-Fähre auf der Elbe

In den HVV integrierte Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hamburger Hochbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hamburger Hochbahn AG betreibt das U-Bahn-Netz mit den Linien

  • U1Hamburg U1.svg Norderstedt Mitte – Garstedt – Ochsenzoll – Fuhlsbüttel Nord – Ohlsdorf – Kellinghusenstraße – Stephansplatz – Jungfernstieg – Hauptbahnhof Süd – Lübecker Straße – Wandsbek Markt – Wandsbek-Gartenstadt – Farmsen – Volksdorf – Ohlstedt / – Großhansdorf
  • U2Hamburg U2.svg Niendorf Nord – Niendorf Markt – Hagenbecks Tierpark – Schlump – Jungfernstieg – Hauptbahnhof Nord – Berliner Tor – Horner Rennbahn – Billstedt – Mümmelmannsberg
  • U3Hamburg U3.svg Barmbek – Kellinghusenstraße – Schlump – St. Pauli – Landungsbrücken – Rathaus – Hauptbahnhof Süd – Berliner Tor – Lübecker Straße – Mundsburg – Barmbek – Wandsbek-Gartenstadt
  • U4Hamburg U4.svg (Mümmelmannsberg –) Billstedt – Horner Rennbahn – Berliner Tor – Hauptbahnhof Nord – Jungfernstieg - HafenCity Universität[3]

Im Jahr 2013 wurden mit der U-Bahn auf 104 km Länge und 91 Haltestellen 218 Mio. Fahrgäste befördert.

Außerdem betreibt die HOCHBAHN 117 Buslinien (5 zuschlagpflichtige Schnellbus-, 16 Metrobus-, 15 Nachtbus-, 5 Eilbus- und 77 Stadtbuslinien) mit zusammen 1315 Haltestellen, auf denen im Jahr 2010 insgesamt 207,9 Mio. Fahrgäste befördert wurden.[4]

S-Bahn Hamburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S-Bahn Hamburg GmbH ist eine Tochter der Deutschen Bahn und betreibt die Linien:

  • S1Hamburg S1.svg Wedel – Rissen - Blankenese – Othmarschen – Bahrenfeld – Altona – Landungsbrücken – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Hasselbrook – Barmbek – Ohlsdorf – Hamburg Airport (Flughafen) / – Poppenbüttel
  • S11Hamburg S11.svg Blankenese – Othmarschen – Altona – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Hasselbrook – Barmbek – Ohlsdorf (– Poppenbüttel) (nur zur Hauptverkehrszeit)
  • S2Hamburg S2.svg Altona – Landungsbrücken – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Bergedorf (nur zur Hauptverkehrszeit)
  • S21Hamburg S21.svg Elbgaustraße – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Bergedorf – Reinbek – Aumühle
  • S3Hamburg S3.svg Pinneberg – Elbgaustraße – Altona – Landungsbrücken – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Harburg – Harburg Rathaus – Neugraben – BuxtehudeStade
  • S31Hamburg S31.svg Altona – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor / – Harburg Rathaus (– Neugraben)

Im Jahr 2009 wurden auf 67,5 Mio. Wagenkilometern etwa 220 Mio. Fahrgäste befördert. Das Netz hat seit dem 12. Dezember 2008 eine Länge von 151 km.

Deutsche Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Bahn AG betreibt im Großraum Hamburg Schienenpersonenverkehr (SPNV) im Regionalverkehr mit folgenden Linien:

  • RE 1: Hamburg Hbf – Bergedorf – Schwarzenbek – Büchen (nicht im HVV-Tarif: – Hagenow (Land) – SchwerinRostock)
  • RB 11: Aumühle – Schwarzenbek – Büchen
  • RE 7: Hamburg Hbf – Elmshorn (nicht im HVV-Tarif:NeumünsterFlensburg)
  • RE 70: Hamburg Hbf – Elmshorn (nicht im HVV-Tarif: – Neumünster – Kiel)
  • RE 8: Hamburg Hbf – Bad Oldesloe – Reinfeld (nicht im HVV-Tarif:Lübeck)
  • RE 80: Hamburg Hbf – Ahrensburg – Bad Oldesloe – Reinfeld (nicht im HVV-Tarif: – Lübeck)
  • RB 81: Hamburg Hbf – Ahrensburg – Bad Oldesloe (bedient jeden Bahnhof)
  • RE 83: Lüneburg – Lauenburg – Büchen – Mölln – Ratzeburg (nicht im HVV-Tarif: – Lübeck)

NOB[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nord-Ostsee-Bahn GmbH bietet mit der Linie

  • RE 6: Hamburg-Altona – Elmshorn (nicht im HVV-Tarif: Itzehoe – Heide – Husum – Westerland (Sylt))

eine direkte Fahrmöglichkeit ohne Zwischenhalte in Pinneberg, Prisdorf und Tornesch zwischen Hamburg-Altona und Elmshorn an.

AKN[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die AKN Eisenbahn AG betreibt mit den Linien

  • A1Hamburg A1.svg Hamburg-Eidelstedt – Quickborn – Ulzburg Süd – Kaltenkirchen – Bad Bramstedt – Boostedt (nicht im HVV-Tarif: – Neumünster)
  • A2Hamburg A2.svg Norderstedt Mitte – Ulzburg Süd (– Kaltenkirchen) (im Auftrag der Verkehrsgesellschaft Norderstedt)
  • A3Hamburg A3.svg Elmshorn – Barmstedt – Henstedt-Ulzburg – Ulzburg Süd

den Schienen-Regionalverkehr im Norden des HVV-Gebietes und wurde 2009 von ca. 11,5 Mio. Fahrgästen auf 6,8 Mio. Wagenkilometern genutzt.

Nordbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die NBE nordbahn Eisenbahngesellschaft mbH & Co. KG – gemeinsame Tochter der Hochbahn und der AKN – betreibt die Regionalbahnlinien

  • RB 61: Hamburg Hbf – Elmshorn (nicht im HVV-Tarif: – Itzehoe)
  • RB 71: Hamburg-Altona – Elmshorn – Dauenhof (nicht im HVV-Tarif: – Wrist – Itzehoe)
  • RB 82: Bad Oldesloe – Bad Segeberg – Rickling (nicht im HVV-Tarif:Neumünster),

die 2009 (nur RB 82) im HVV-Bereich von einer Million Fahrgästen auf 0,8 Mio. Wagenkilometern genutzt wurden.

Metronom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im südlichen und südwestlichen Verbundgebiet (Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg sowie darüber hinaus) wurde der SPNV vom Land Niedersachsen an die metronom Eisenbahngesellschaft mbH vergeben.

  • RE 3: Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Winsen – Lüneburg (gehört zum Hanse-Netz, nicht im HVV-Tarif:UelzenHannover[5])
  • RB 31: Hamburg Hbf/Harburg – Winsen (Luhe) – Lüneburg (hält an jeder Station)
  • RE 4: Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Buchholz (Nordheide) – Tostedt (nicht im HVV-Tarif:Rotenburg (Wümme)Bremen, -Verbindung bis Bremen läuft ebenfalls unter der Bezeichnung Hanse-Netz)
  • RB 41: Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Buchholz (Nordheide) – Tostedt (nicht im HVV-Tarif:Rotenburg (Wümme)Bremen, hält überall)
  • RE 5: Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Buxtehude – Stade – Himmelpforten (nicht im HVV-Tarif:Cuxhaven)

Erixx[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im südlichen Verbundgebiet, Landkreis Harburg sowie darüber hinaus gewährleistet die Erixx GmbH mit ihrem Angebot „Der Heidesprinter“ den Zugbetrieb auf den Strecken

  • RB 32: Lüneburg – Dahlenburg – Dannenberg Ost
  • RB 38: Buchholz – Handeloh (nicht im normalen HVV-Tarif (Ausnahmen für Zeitkarteninhaber):SoltauHannover Hbf)

EVB[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Elbe-Weser-Dreieck betreiben die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH in Eigenregie 32 Buslinien in den Landkreisen Harburg, Stade, Rotenburg (Wümme), Osterholz sowie der Stadt Bremen (siehe teilweise auch: Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen) und die Südweststrecke

Neben dem Sommerangebot „Moorexpress“ wird teilweise die Wartung vom „metronom“ übernommen gemeinsamer Fahrzeugpool der LNVG.

Autokraft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DB-Tochter Autokraft bedient zahlreiche Buslinien in Schleswig-Holstein. 2009 fuhren 12,1 Mio. Fahrgäste auf den Autokraft-Linien im HVV.

VHH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere im westlichen und östlichen Hamburg als auch in den Schleswig-Holsteinischen Kreisen Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg betreiben die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) rund 160 Buslinien mit 2300 km Länge. 2011 beförderten sie mit rund 560 Bussen auf ca. 35 Mio. Wagenkilometern 105,7 Mio. Fahrgäste.

KVG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im südlichen Verbundgebiet sowie darüber hinaus (Landkreise Cuxhaven, Stade, Harburg, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Rotenburg (Wümme) und Heidekreis sowie in den Städten Buchholz i.d. Nordheide, Buxtehude, Bremervörde, Stade, Cuxhaven, Winsen (Luhe) und Lüneburg) fährt die KVG Stade GmbH & Co. KG mit 308 Bussen. 2009 hatte sie im HVV-Gebiet 26,6 Mio. Fahrgäste.

VGN[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein kurzer Abschnitt der U1 (von Garstedt nach Norderstedt Mitte) sowie daran im Anschluss die A2 (betrieben von der AKN) gehören zur Verkehrsgesellschaft Norderstedt mbH, einer Tochter der Stadtwerke Norderstedt (SN). Die VGN hatte auf 10,3 km Streckenlänge mit 18 eigenen Wagen im Jahr 2009 8,7 Mio. Fahrgäste.

HADAG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HVV-Barkasse im Hamburger Hafen

Die HADAG Seetouristik und Fährdienst betreibt den Schiffsliniendienst im Hamburger Hafen mit einer Flotte von 22 Schiffen[6]. 22 Schiffe auf sechs Fährlinien beförderten 2008 insgesamt 7,8 Mio. Fahrgäste und sind rund eine halbe Mio. Kilometer gefahren. Die HADAG ist ebenfalls für die elbseitige Anbindung im Airbus-Werksverkehr zuständig.

Weitere Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daten und Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrgastzahlen im Hamburger Verkehrsverbund seit 1996
Bahnlinien im HVV (Liniennetz)

Im ersten vollständigen Jahr des HVV-Gemeinschaftstarifes 1967 wurden auf 177 Linien mit 2181 Haltestellen 21,2 Mrd. Platzkilometer angeboten, die von 558,2 Millionen Fahrgästen (bezogen auf den Betriebszweig) genutzt wurden. 1973 waren es auf 219 Linien mit 2652 Haltestellen 23,2 Mrd. Platzkilometer, die von 607,4 Millionen Fahrgästen genutzt wurden[7].

Im Jahre 2010 ergab sich für den HVV ein Gesamtverkehrsaufkommen von rund 1,03 Milliarden Fahrgästen auf allen Strecken und allen Verkehrsmitteln. Diese Zahl entspricht rund 312 jährlichen Einzelfahrten eines jeden Einwohners des HVV-Einzugsgebietes.

Rund 60.000 Menschen nutzen werktäglich die Metrobus-Linie 5 zwischen Hamburg Hauptbahnhof und Burgwedel im Stadtteil Schnelsen. Dort fahren Doppelgelenkbusse mit 25 Metern Länge und Platz für 190 Passagiere. Damit ist sie die meistgenutzte Buslinie Europas pro Tag.[8]

Das HVV-Einzugsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das HVV-Gebiet umfasst grundsätzlich Hamburg sowie die angrenzenden Kreise Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein und die Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg in Niedersachsen. Darüber hinaus gilt der HVV-Tarif auf der gesamten Wendlandbahn und auf einigen Bus-Abschnitten auch in anderen Landkreisen. Für Zeitkarten sind HVV-Fahrkarten daneben auf der sogenannten Heidebahn bis einschließlich Soltau gültig. Abweichend gilt der HVV-Tarif in der Gemeinde Amt Neuhaus des Landkreises Lüneburg ebenfalls nur für Zeitkarten.

Veränderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hamburger Verkehrsverbund wurde am 29. November 1965 als Zusammenschluss von vier Verkehrsunternehmen im Hamburger Raum gegründet; bis 1996 schlossen sich einige weitere Unternehmen an. Am 1. Dezember 1966 trat der Gemeinschaftstarif des HVV in Kraft, sodass die meisten öffentlichen Verkehrsmittel in Hamburg und seinem Umland nun mit einem Fahrschein benutzt werden konnten. Bis 1984 waren auch die von der HHA (bzw. ab 1977 der Alster-Touristik GmbH ATG) betriebenen Alsterschiffe in den Verbund einbezogen.

1996 wurde der HVV umstrukturiert: Aus dem Verbund der Verkehrsunternehmen wurde ein Verbund der Aufgabenträger des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV). Gesellschafter sind heute die Länder Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie die sieben an Hamburg grenzenden (Land-)Kreise.

Bis zum 14. Dezember 2002 umfasste der HVV-Bereich nur die Stadt Hamburg sowie das nähere Umland (Grenzverlauf Wedel – Elmshorn – Barmstedt – Kaltenkirchen – Kisdorf – Wilstedt – Ahrensburg – Trittau – Basthorst – Lauenburg – Seevetal – Neu Wulmstorf – Jork). Seit der Erweiterung des Verbundgebietes am 15. Dezember 2002 umfasst das Gebiet im Norden die Kreise Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg vollständig; es reicht jetzt bis kurz vor Neumünster und Lübeck. Im Zuge dieser Erweiterung wurden auch mehrere Regionalbahnlinien in den HVV integriert.

Im Dezember 2004 trat mit dem Winterfahrplan 2004/2005 die Erweiterung des Verbundgebietes im Süden um die niedersächsischen Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg in Kraft. Für die zum Landkreis Lüneburg gehörende rechtselbische Gemeinde Amt Neuhaus, die keine durchgehende öffentliche Verkehrsverbindung mit dem restlichen HVV-Gebiet besitzt, wurde eine Sonderregelung dahin gehend beschlossen, dass HVV-Zeitkarten in dortigen Bussen anerkannt werden, nicht jedoch Einzel- und Tageskarten.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2004 wurde gleichzeitig eine einjährige Probephase gestartet, während der die Schnellbahnen und die wichtigsten Buslinien in den Wochenendnächten im Stadtgebiet von Hamburg durchfahren. Nachdem es in der Probephase zu einer Verdreifachung der Fahrgäste in den Wochenendnächten kam, wird die Nachtdurchfahrt von U- und S-Bahn unbefristet weitergeführt.

Im Dezember 2007 wurde die Linie S3 („Harburger S-Bahn“) von Neugraben über Buxtehude bis Stade (siehe: Niederelbebahn) verlängert.

Seit 1. Januar 2008 gelten bis und ab Soltau die Wochen-, Monats- und Jahreskarten des HVV.

Seit Dezember 2008 fahren Züge der Linie S1 vom Hauptbahnhof in 25 Minuten zum Flughafen Fuhlsbüttel, wobei die Züge an der Haltestelle Ohlsdorf geflügelt werden: der vordere Teil des Zuges fährt zur Haltestelle Hamburg Airport (Flughafen), der hintere Teil fährt nach Poppenbüttel. Die bisherige Airport Express genannte Buslinie 110 ist nun entfallen, wird aber in den Wochenendnächten teilweise durch die neue Linie 274 ersetzt. Die neue Strecke der S1 Ohlsdorf – Airport wird nachts nicht betrieben, dagegen wurde der durchgehende Nachtbetrieb auf den Schnellbahnlinien auf die Strecke Ochsenzoll – Norderstedt Mitte der U1 ausgedehnt.

U-Bahn im Bahnhof Jungfernstieg, einem der zentralen Knotenpunkte des Schnellbahnnetzes

Am Montag, den 29. Juni 2009 wurden die östlich verlaufenden Äste der U-Bahn Linien U2 und U3 getauscht. Jetzt verläuft die Linie U3 von Barmbek auf der alten Ringlinie nach Barmbek. Die U2 verläuft von Niendorf Nord nach Mümmelmannsberg. Seit dem 29. November 2012 verkehrt die Linie U4.

Zum 1. Oktober 2011 führte der HVV ein generelles Alkoholkonsumverbot ein, welches das Trinken und das Mitführen alkoholischer Getränke in geöffneten Behältnissen verbietet und in allen U-Bahnen, S-Bahnen und A-Bahnen sowie deren Stationen gilt. Verstöße werden durch Fahrscheinkontrolleure und Sicherheitspersonal mit einer Strafe von 40 Euro geahndet, in Wiederholungsfällen kann ebenso ein Haus- und Fahrverbot ausgesprochen werden.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mitarbeiter des HVV beobachten ständig das Verkehrsaufkommen der im Gemeinschaftstarif bedienten Linien (Fahrgastzählung). Auf Basis der dabei gewonnenen Daten wird der Fahrplan des Folgejahres erstellt.

Die von den beteiligten Verkehrsunternehmen gesammelten Fahrgelder wurden bis 1996 entsprechend der vom jeweiligen Unternehmen geleisteten Platzkilometer aufgeteilt („angebotsorientiert“), seit 1997 erfolgt eine Aufteilung nach Fahrgastzahlen („nachfrageorientiert“). Die durch Fahrgeldeinnahmen nicht gedeckten Aufwendungen der Verkehrsunternehmen sind von den Aufgabenträgern zu übernehmen.

Ein Nebeneffekt dieser Aufgabenteilung zwischen den Verkehrsunternehmen und dem Verkehrsverbund ist, dass betriebsbedingte Ein- und Aussetzfahrten nicht im veröffentlichten Fahrplan erscheinen. Die hierbei angebotenen Platzkilometer sind durch die Bedarfsermittlung nicht legitimiert und werden auch nicht abgerechnet. Beispiele sind die Fahrten der S11 zwischen Ohlsdorf und Poppenbüttel sowie die Fahrten der U3 (ausgeschildert als U1) zwischen Wandsbek-Gartenstadt und Farmsen.

Daten und Fakten (2010)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesamt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 689 Linien
  • 10 575 Haltestellen
  • 12 654 km Streckenlänge
  • 16 292 km Linienlänge
  • 3763 Fahrzeuge
  • 1,03 Mrd Fahrgäste

Bus/Fähre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 662 Linien
  • 10 294 Haltestellen
  • 11 812 km Streckenlänge
  • 15 225 km Linienlänge
  • 2017 Fahrzeuge
  • 412,4 Mio. Fahrgäste auf den Linien[4]

Schnell- und Regionalbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 27 Linien
  • 281 Stationen
  • 842 km Streckenlänge
  • 1067 km Linienlänge
  • 1746 Fahrzeuge
  • 620,4 Mio. Fahrgäste auf den Linien[4]

Tarifstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tarifgebiet des HVV ist in fünf Tarifringe (A bis E) unterteilt, die wiederum aus etwa 130 Tarifzonen bestehen. Die Tarifringe A und B bilden den "Großbereich Hamburg", der die gesamte Stadt Hamburg und die meisten direkt angrenzenden Städte und Gemeinden umfasst.

Innerhalb der Tarifringe A und B sind auf allen Linien von den Tarifzonen unabhängige Zahlgrenzen definiert, im Tarifring A der sogenannte Teilbereich Innenstadt, in den Tarifringen C bis E außerdem teilweise gesonderte Stadtverkehrsbereiche. Drei Tarifzonen sind keinem Tarifring zugeordnet.

Bartarif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preisentwicklung im HVV (Einzelfahrt 2 Ringe)
Fahrpreiserhöhung 2013/2014, auf zwei Einzelfahrscheinen erkennbar.

Für den Bartarif, also Fahrkarten mit einer Gültigkeit von weniger als einer Woche, gelten folgende Regeln:

Innerhalb des Großbereichs Hamburg sind bei Einzelfahrscheinen zunächst die überfahrenen Zahlgrenzen relevant. Bis zur ersten Zahlgrenze gilt der Tarif Kurzstrecke. Darüber hinaus ist bis zur zweiten Zahlgrenze eine Fahrkarte zum Nahbereichstarif möglich, für alle weitergehenden Fahrten ist eine Karte zum Tarif Großbereich Hamburg nötig. Ein Umstieg vom Bus zur Schnellbahn oder umgekehrt gilt als Überschreiten einer Zahlgrenze, ausgenommen Umstiege im Teilbereich Innenstadt. Zahlgrenzen können auf oder zwischen Haltestellen liegen und auch "gedehnt" sein, so dass mehrere benachbarte Haltestellen auf einer Zahlgrenze liegen. Da die Zahlgrenzen weder an den Haltestellen veröffentlicht sind, noch aus der zurückgelegten Entfernung oder der Anzahl der durchfahrenen Haltestellen abgeleitet werden können und auf einigen Relationen weitere Sonderregelungen zur Anwendung kommen, ist eine Tarifauskunft beim Busfahrer oder eine Tarifermittlung am Fahrkartenautomaten oft sinnvoll.

Für Fahrten mit einer Schnellbuslinie ist grundsätzlich zusätzlich ein "Zuschlag Schnellbus/1. Klasse" zu lösen. Für Fahrten mit dem Schnellbus bis zur ersten Zahlgrenze gilt davon abweichend der Sondertarif "Kurzstrecke Schnellbus".

Außerhalb des Großbereichs werden für kurze Fahrten innerhalb einer Tarifzone oder in eine benachbarte Tarifzone entsprechende Einzelkarten angeboten, in Stadtverkehrsbereichen auch solche zum entsprechenden Stadttarif. Darüber hinaus ist die Zahl der durchfahrenen Tarifringe entscheidend. Mehrfach durchfahrene Tarifringe (beispielsweise von Tarifring C über B, A und B nach C) zählen nur einfach.

Für mehrere Fahrten am gleichen Tag bietet der HVV sowohl Ganztages- als auch preisreduzierte, erst nach 9 Uhr gültige, Talzeitkarten an. Für Kleingruppen mit bis zu fünf Personen ist weiterhin eine Talzeit-Gruppentageskarte erhältlich. Für diese Angebote ist jeweils preislich allein die Zahl der durchfahrenen Tarifringe entscheidend.

Eine Besonderheit des HVV ist, dass im Gegensatz zu den meisten deutschen Verkehrsverbünden Fahrkarten ab Kauf gültig sind und vor Fahrtantritt nicht gesondert entwertet werden. Der HVV bietet daher auch keine abstempelbaren Mehrfahrtenkarten o.ä. an, ebenso sind Vorratskäufe nicht möglich.

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ADAC führte 2001 einen Test durch, bei dem der ÖPNV in 20 europäischen Städten (10 davon in Deutschland) untersucht wurde. Dabei wurde der HVV als bester deutscher Verkehrsverbund mit der Note „Gut“ ausgezeichnet. Lediglich Barcelona und Brüssel erhielten die Note „Sehr gut“. Bei einem 2009 durchgeführten Test in 23 europäischen Städten konnte sich der Hamburger Verkehrsverbund mit einer guten Wertung auf dem fünften Rang platzieren.[9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard Krause: Der Hamburger Verkehrsverbund von seiner Gründung 1965 bis heute, Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-2353-4
  • Erich Staisch: Hamburg und sein Stadtverkehr, ISBN 3-89136-279-X
  • Ralf Heinsohn: Schnellbahnen in Hamburg – Die Geschichte von S-Bahn und U-Bahn, 1907–2007, Norderstedt 2006, ISBN 3-8334-5181-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: S-Bahn Hamburg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Hamburg U-Bahn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verkehrspolitische Ereignisse 1965. In: MR Friedrich Ossig (Hrsg.): DB Report 66. Hestra Verlag Hernichel & Dr. Strauß, Darmstadt 1966, S. 14.
  2. HVV: Service und Information, Stand 1. Januar 2014, S. 3. Siehe: HVV Service Information 1-2014 (PDF, 2,25 MB)
  3. http://www.hochbahn.de/wps/portal/de/home/hochbahn/panorama/130807+baakenhafenfest?WCM_PORTLET=PC_7_QI5C5I930GON002FVCDEUT00Q4000000_WCM&WCM_GLOBAL_CONTEXT=/wps/wcm/connect/de/home/hochbahn/panorama/130807+baakenhafenfest
  4. a b c Quelle: HHA Geschäftsbericht 2010 (im .PDFormat hier herunter ladbar)
  5. von und nach Hannover täglich nur jeweils eine Fahrt am Abend, siehe Fahrplan Hamburg-Uelzen (PDF; 745 kB)
  6. Unsere Flotte. (Memento vom 22. August 2010 im Internet Archive)
  7. Der Hamburger Verkehrsverbund, Wissenswertes in Kurzfassung. Prospekt 1974
  8. Birger Hamann: Wo Hamburg ganz weit vorn liegt. Welt am Sonntag, 13. Juni 2010, abgerufen am 25. Oktober 2012.
  9. Hamburg/Deutschland. ÖPNV in Europa 2010. ADAC, abgerufen am 25. Oktober 2012.