Hamburger Verkehrsverbund

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Hamburger Verkehrsverbund GmbH

Rechtsform GmbH
Gründung 29. November 1965 (als GbR)
Sitz Hamburg
Leitung Dietrich Hartmann, Anna-Theresa Korbutt
Branche ÖPNV
Website hvv.de

Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV, Eigenschreibweise hvv) ist ein Verkehrs- und Tarifverbund, der das Hamburger Stadtgebiet und umliegende Gebiete in Schleswig-Holstein und Niedersachsen umfasst. Der HVV wurde am 29. November 1965 gegründet und nahm offiziell am 1. Dezember 1966 seine Tätigkeit auf.[1]

Zum Angebot des HVV zählen vier U-Bahn-Linien (betrieben von der Hamburger Hochbahn AG), sechs S-Bahn-Linien (betrieben von der S-Bahn Hamburg GmbH), drei A-Bahn-Linien (betrieben von der AKN) sowie große Teile des Streckennetzes weiterer Regionalbahngesellschaften, 699 Buslinien (betrieben u. a. von der Hamburger Hochbahn (HHA), der VHH und der KVG Stade) sowie acht von der HADAG betriebene Fährlinien im Hamburger Hafen und auf der Elbe.

Das Einzugsgebiet des HVV umfasst 9693 km², auf denen 3,67 Millionen Menschen leben. Im Verbund betreiben 28 Verkehrsunternehmen Verkehrslinien (Stand: 1. Januar 2021).[2]

Bahnlinien im HVV (Liniennetz) – mit Planungen

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hamburger Verkehrsverbund weist eine vergleichsweise komplexe Struktur mit einer Verbund-Dachgesellschaft und einer starken Position der Verkehrsunternehmen auf. „Dachgesellschaft“ ist die HVV GmbH mit Sitz in Hamburg. Dieses Unternehmen ist im Besitz der sogenannten Aufgabenträger, das sind Länder und Kommunen im HVV-Gebiet. Mit 85,5 % gehört die große Mehrheit der Freien und Hansestadt Hamburg, das Land Schleswig-Holstein besitzt 3 %, Niedersachsen 2 %. Die übrigen 9,5 % an der HVV GmbH sind im Eigentum von Landkreisen im Hamburger Umland.[3] Die HVV GmbH übernimmt einige Koordinationsaufgaben, so die Planung des Liniennetzes, die Tarifgestaltung, Festsetzung von Qualitätsanforderungen, Marktforschung und Werbung.

Als Hamburger Besonderheit übernehmen darüber hinaus die großen Verkehrsunternehmen Hochbahn, S-Bahn und VHH unter dem Namen „HVV“ zentrale Aufgaben wie die Fahrplanauskunft ohne direkten Einfluss der HVV GmbH. Dazu dient die Konstruktion der sogenannten „Zentralen Verkehrsunternehmen“ (ZVU). Ein ZVU ist ein Verkehrsbetrieb, der von den anderen Verkehrsbetrieben im HVV-Bereich über Geschäftsbesorgungsverträge gegen Entgelt mit der Erledigung einer Aufgabe beauftragt ist.

Zu den ZVU-Aufgaben im HVV zählen beispielsweise[4]

  • die elektronische und telefonische Fahrplanauskunft (Hochbahn)
  • der Vertrieb von Abonnements (Hochbahn)
  • der Großkundenvertrieb (S-Bahn)
  • die Schüler- und Seniorenberatung (VHH)

Weiterhin haben die Verkehrsunternehmen auch in der HVV GmbH über den sogenannten „Beirat“ einen starken Einfluss auf die Entscheidungen im Verbund.

Im HVV agierende Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hamburger Hochbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U-Bahn auf der Kuhmühlenteichbrücke

Die Hamburger Hochbahn AG betreibt das U-Bahn-Netz mit den Linien

U1Hamburg U1.svg Norderstedt Mitte – Garstedt – Ochsenzoll – Langenhorn Markt – Fuhlsbüttel Nord – Ohlsdorf – Sengelmannstraße -Lattenkamp – Kellinghusenstraße – Stephansplatz – Jungfernstieg – Hauptbahnhof Süd – Lübecker Straße – Wartenau – Wandsbeker Chaussee Wandsbek Markt – Wandsbek-Gartenstadt – Farmsen – Volksdorf – Ohlstedt / – Großhansdorf
U2Hamburg U2.svg Niendorf Nord – Niendorf Markt – Hagenbecks Tierpark – Lutterothstraße – Christuskirche – Schlump – Jungfernstieg – Hauptbahnhof Nord – Berliner Tor – Burgstraße – Hammer Kirche – Rauhes Haus – Horner Rennbahn – Legienstraße – Billstedt – Merkenstraße
U3Hamburg U3.svg Barmbek – Kellinghusenstraße – Schlump – St. Pauli – Landungsbrücken – Rathaus – Hauptbahnhof Süd – Berliner Tor – Lübecker Straße – Mundsburg – Hamburger Straße – Barmbek – Wandsbek-Gartenstadt
U4Hamburg U4.svg Elbbrücken – HafenCity Universität – Überseequartier – Jungfernstieg – Hauptbahnhof Nord – Berliner Tor – Burgstraße – Hammer Kirche – Rauhes Haus – Horner Rennbahn – Legienstraße – Billstedt

Im Jahr 2017 wurden mit der U-Bahn auf 104 Kilometer Länge und 91 Haltestellen 242 Mio. Fahrgäste befördert.

Außerdem betreibt die Hamburger Hochbahn rund 110 Buslinien, auf denen im Jahr 2017 insgesamt 213 Mio. Fahrgäste befördert wurden.[5][6]

S-Bahn Hamburg GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahn im Hauptbahnhof

Die S-Bahn Hamburg GmbH ist ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn und betreibt die Linien:

S1Hamburg S1.svg Wedel – Rissen – Blankenese – Othmarschen – Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Hasselbrook – Barmbek – Ohlsdorf – Hamburg Airport (Flughafen) / – Poppenbüttel
S11Hamburg S11.svg Blankenese – Othmarschen – Altona – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Hasselbrook – Barmbek – Ohlsdorf (– Poppenbüttel) (nur zur Hauptverkehrszeit)
S2Hamburg S2.svg Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Billwerder-Moorfleet – Bergedorf (nur zur Hauptverkehrszeit)
S21Hamburg S21.svg Elbgaustraße – Eidelstedt – Stellingen – Diebsteich – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor – Billwerder-Moorfleet – Bergedorf – Reinbek – Aumühle
S3Hamburg S3.svg Pinneberg – Elbgaustraße – Eidelstedt – Diebsteich – Altona – Königstraße – Reeperbahn – Landungsbrücken – Stadthausbrücke – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Hammerbrook – Elbbrücken – Wilhelmsburg – Harburg – Harburg Rathaus – Neugraben – Buxtehude – Horneburg – Stade
S31Hamburg S31.svg Altona – Holstenstraße – Sternschanze – Dammtor – Hauptbahnhof – Hammerbrook – Elbbrücken – Wilhelmsburg – Harburg Rathaus (– Neugraben)

Pro Jahr befördert die S-Bahn auf 147 Kilometer Schienennetz und 68 Haltestellen etwa 280 Mio. Fahrgäste.[7] (Stand: 2018)

DB Regio und Start Unterelbe GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DB Regio AG und ihre Tochterfirma Regionalverkehre Start Deutschland betreiben im Großraum Hamburg den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Regionalverkehr mit folgenden Linien:

DB Regio Nordost[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RE 1: Hamburg Hbf – Bergedorf – SchwarzenbekBüchen (nicht im HVV-Tarif: – Hagenow Land – SchwerinBad KleinenRostock Hbf)

Regionalverkehre Start Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RE 5: Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Buxtehude – Stade – HimmelpfortenHemmoor (nur Zeitkarten im HVV-Tarif: – Cuxhaven) (Verkehrt als Start Unterelbe)
RB 38: (Hamburg-Harburg –) Buchholz – HandelohSchneverdingenSoltau (nicht im HVV: - Hannover Hbf) (Verkehrt als Start Niedersachsen Mitte)
RB 37: Uelzen – Soltau – Visselhövede (nicht im HVV: – Bremen Hbf) (Verkehrt als Start Niedersachsen Mitte)

DB Regio Schleswig-Holstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RE 6: Hamburg-Altona – ElmshornItzehoe (nicht im HVV-Tarif: – Heide – HusumWesterland (Sylt))[8]
RE 7: Hamburg Hbf – Elmshorn – Brokstedt (nicht im HVV-Tarif:NeumünsterFlensburg / – Kiel Hbf (Zug wird in Neumünster geflügelt))
RE 70: Hamburg Hbf – (Pinneberg) – Elmshorn – Brokstedt (nicht im HVV-Tarif: – Neumünster – Kiel Hbf)
RE 8: Hamburg Hbf – Bad OldesloeReinfeld (nicht im HVV-Tarif:Lübeck HbfLübeck-Travemünde Strand)
RE 80: Hamburg Hbf – AhrensburgBad Oldesloe – Reinfeld (nicht im HVV-Tarif: – Lübeck Hbf)
RB 81: Hamburg Hbf – Rahlstedt – Ahrensburg – Bargteheide – Bad Oldesloe (bedient jede Station)
RE 83: Lüneburg – Lauenburg – Büchen – MöllnRatzeburg (nicht im HVV-Tarif: – Lübeck Hbf – Bad Malente Gremsmühlen – Kiel Hbf)

DB Regio Südost[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RE 20: Uelzen – (nicht im HVV: Stendal – Magdeburg Hbf)

AKN[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die AKN Eisenbahn GmbH betreibt mit den Linien

A1Hamburg A1.svg Hamburg-Eidelstedt – Hamburg-Schnelsen – Hamburg-Burgwedel – Quickborn – Ulzburg Süd – Henstedt-UlzburgKaltenkirchenBad BramstedtBoostedt (nicht im HVV-Tarif: – Neumünster Süd – Neumünster)
A2Hamburg A2.svg Norderstedt Mitte – Moorbekhalle – Friedrichsgabe – Quickborner Straße – Haslohfurth – Meeschensee – Ulzburg Süd (– Henstedt-Ulzburg – Kaltenkirchen Süd – Kaltenkirchen) (im Auftrag der Verkehrsgesellschaft Norderstedt)
A3Hamburg A3.svg Elmshorn – Barmstedt Brunnenstraße – Barmstedt – Alveslohe – Henstedt-Ulzburg – Ulzburg Süd

den Schienen-Regionalverkehr im Norden des HVV-Gebietes und wurde 2009 von ca. 11½ Mio. Fahrgästen auf 6,8 Mio. Wagenkilometern genutzt.

Nordbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die NBE nordbahn Eisenbahngesellschaft mbH & Co. KG – gemeinsames Tochterunternehmen der BeNEX GmbH und der AKN – betreibt die Regionalbahnlinien

RB 61: Hamburg Hbf – Pinneberg – Tornesch – Elmshorn – Glücksstadt – Itzehoe (hält an allen Stationen)
RB62: Itzehoe – Wilster (nicht im HVV: - Heide) (Hält überall)
RB 71: Hamburg-Altona – Pinneberg – Tornesch – Elmshorn – Itzehoe / – Dauenhof – Wrist
RB 82: Bad Oldesloe – Bad Segeberg – Rickling (nicht im HVV-Tarif:Neumünster)

2009 wurde die RB 82 im HVV-Bereich von einer Million Fahrgästen auf 0,8 Mio. Wagenkilometern genutzt.

Metronom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im südlichen und südwestlichen Verbundgebiet (Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg sowie darüber hinaus) wurde der SPNV vom Land Niedersachsen an die metronom Eisenbahngesellschaft mbH vergeben.

RE 2: Uelzen – Eschede – Hannover Hbf – Sarstedt – Göttingen (nur Zeitkarten im HVV-Tarif:UelzenSuderburg)
RE 3: Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Winsen – Lüneburg – Bienenbüttel (gehört zum Hanse-Netz, nur Zeitkarten im HVV-Tarif: – Uelzen – Suderburg nicht im HVV-Tarif:CelleHannover Hbf[9])
RB 31: (Hamburg Hbf –) Hamburg-Harburg – Winsen (Luhe) – Lüneburg (hält an jeder Station)
RE 4: Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Buchholz (Nordheide) – Tostedt (nur Zeitkarten im HVV-Tarif:Rotenburg (Wümme) nicht im HVV-Tarif:Bremen Hbf) Verbindung bis Bremen läuft ebenfalls unter der Bezeichnung „Hanse-Netz
RB 41: Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Buchholz (Nordheide) – Tostedt – Scheeßel (nur Zeitkarten im HVV-Tarif: – Rotenburg (Wümme) – Sottrum nicht im HVV-Tarif: – Bremen Hbf) hält an allen Stationen

Erixx[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im südlichen Verbundgebiet, Landkreis Harburg sowie darüber hinaus betreibt die Erixx GmbH den Zugbetrieb auf den Strecken

RB 32: Lüneburg – Dahlenburg – Hitzacker – Dannenberg Ost
RB 47: Uelzen – Wieren – Bad Bodenteich (nicht im HVV: – Braunschweig Hbf)

EVB[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Elbe-Weser-Dreieck betreiben die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH in Eigenregie 32 Buslinien in den Landkreisen Harburg, Stade, Rotenburg (Wümme), Osterholz sowie der Stadt Bremen (siehe teilweise auch: Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen) und die Südweststrecke

RB 33: BuxtehudeHarsefeld – Kutenholz – BremervördeHeinschenwalde (nur Zeitkarten im HVV-Tarif:Sellstedt nicht im HVV-Tarif:Bremerhaven Hbf-(Cuxhaven))

Neben dem Sommerangebot „Moorexpress“ wird teilweise die Wartung von „metronom“-Zügen übernommen, gemeinsamer Fahrzeugpool der LNVG.

Autokraft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das DB-Tochterunternehmen Autokraft bedient zahlreiche Buslinien in Schleswig-Holstein. 2009 fuhren 12,1 Mio. Fahrgäste auf den Autokraft-Linien im HVV.

VHH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere im westlichen und östlichen Hamburg als auch in den schleswig-holsteinischen Kreisen Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg betreiben die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) rund 160 Buslinien mit 2300 km Länge. 2018 beförderten sie mit rund 560 Bussen auf über 34 Mio. Wagenkilometern 106,6 Mio. Fahrgäste.[10]

KVG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im südlichen Verbundgebiet sowie darüber hinaus (Landkreise Cuxhaven, Stade, Harburg, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Rotenburg (Wümme) und Heidekreis sowie in den Städten Buchholz i. d. Nordheide, Buxtehude, Bremervörde, Stade, Cuxhaven, Winsen (Luhe) und Lüneburg) fährt die KVG Stade GmbH & Co. KG mit 308 Bussen. 2009 hatte sie im HVV-Gebiet 26,6 Mio. Fahrgäste.

VGN[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Abschnitt der U1 von Garstedt nach Norderstedt Mitte sowie daran im Anschluss die A2 (betrieben von der AKN) gehören zur Verkehrsgesellschaft Norderstedt mbH, einem Tochterunternehmen der Stadtwerke Norderstedt (SN). Die VGN hatte auf 10,3 km Streckenlänge mit 18 eigenen Wagen im Jahr 2009 8,7 Mio. Fahrgäste.

HADAG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HADAG-Fähre auf der Elbe

Die HADAG Seetouristik und Fährdienst betreibt den Schiffsliniendienst im Hamburger Hafen mit einer Flotte von 25 Schiffen, die auf sieben Fährlinien pro Jahr über 8 Mio. Fahrgäste befördern.[11] Die HADAG ist ebenfalls für die elbseitige Anbindung im Airbus-Werksverkehr zuständig. Die Hadag übernimmt auch die Fahrten, die Leute zu den Musicals bringt.

Linien:

61: Landungsbrücken – Altona Fischmarkt – Waltershof – Neuhof
62: Landungsbrücken – Altona Fischmarkt – Neumühlen – Finkenwerder
64: Finkenwerder – Teufelsbrück
68: Teufelsbrück – Airbus
72: Landungsbrücken – Elbphilharmonie
73: Landungsbrücken – Argentinienbrücke – Ernst-August-Schleuse
75: Landungsbrücken – Steinwerder
HBEL: Blankenese – Cranz

Weitere Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das HVV-Verbundgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das HVV-Gebiet umfasst grundsätzlich Hamburg sowie die Kreise Steinburg, Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein und die Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg in Niedersachsen. Zusätzlich sind seit Dezember 2019 die Bahnstrecken in den Landkreisen Uelzen, Rotenburg (Wümme) (beide vollständig), Heidekreis und Cuxhaven (beide nur teilweise) Teil des HVV-Gebiets, jedoch in Teilen nur für Zeitkarten.[12] Darüber hinaus gilt der HVV-Tarif auf der gesamten Wendlandbahn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo bis 1979
Logo von 1998 bis 2021

Der Hamburger Verkehrsverbund wurde am 29. November 1965 als Zusammenschluss von vier Verkehrsunternehmen im Hamburger Raum gegründet; bis 1996 schlossen sich weitere Unternehmen an. Die (großen) Verkehrsunternehmen gaben ihre Aufgaben wie Verkehrsplanung und den Vertrieb sowie Marketing an den Verbund ab, das Personal dafür wurde ebenfalls an den Verbund „ausgeliehen“. Am 1. Dezember 1966 trat der Gemeinschaftstarif des HVV in Kraft, sodass die meisten öffentlichen Verkehrsmittel in Hamburg und seinem Umland nun mit einem Fahrschein benutzt werden konnten. Bis 1984 waren auch die von der HHA (bzw. ab 1977 der Alster-Touristik GmbH ATG) betriebenen Alsterschiffslinien in den Verbundverkehr einbezogen.

Der HVV-Gemeinschaftstarif fußt auf dem Anfang 1964 eingeführten Gemeinschaftstarif der HHA mit der HADAG, der bei Einzelkarten aus einem Teilstreckentarif und bei Zeitkarten aus einem Zonentarif bestand. Nun wurden die Linien der DB, der drei Vorortbahnen AKN, ANB und EBOE sowie die zahlreichen Buslinien der VHH integriert. Die Fahrgeldeinnahmen wurden nach einem Einnahmenaufteilungsvertrag unter den beteiligten Verkehrsunternehmen verteilt. Im ersten vollständigen Jahr des HVV-Gemeinschaftstarifes 1967 wurden auf 177 Linien mit 2181 Haltestellen 21,2 Milliarden Platzkilometer angeboten, die von 558,2 Millionen Fahrgästen (bezogen auf den Betriebszweig) genutzt wurden. 1973 waren es auf 219 Linien mit 2652 Haltestellen 23,2 Milliarden Platzkilometer, die von 607,4 Millionen Fahrgästen genutzt wurden.[13] 1981 wurde die Fahrradmitnahme in U- und S-Bahnen erlaubt (zuvor waren nur zusammengeklappte Klappräder gestattet).

Wandlung zum Aufgabenträgerverbund und Gebietserweiterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1996 wurde der HVV umstrukturiert: Aus dem Verbund der Verkehrsunternehmen wurde ein Verbund der Aufgabenträger des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV). Die meisten Aufgaben und das Personal dazu wurden wieder zu den Verkehrsunternehmen gegeben. Einige Aufgaben wurden zentral für alle Verkehrsunternehmen von einem Unternehmen als zentrale Verbundsaufgabe Verkehrsunternehmen (ZVU) übernommen, z. B. die Schulberatung von der PVG (jetzt VHH). Gesellschafter des HVV sind heute die Länder Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie die sieben an Hamburg grenzenden (Land-)Kreise.

Bis zum 14. Dezember 2002 umfasste der HVV-Bereich die Stadt Hamburg sowie das nähere Umland (Grenzverlauf Wedel – Pinneberg – Elmshorn – Barmstedt – Kaltenkirchen – Kisdorf – Tangstedt – Ammersbek – Ahrensburg – Trittau – Basthorst – Friedrichsruh – Escheburg – Geesthacht – Lauenburg – Over – Seevetal – Neu Wulmstorf – Jork). Seit der Erweiterung des Verbundgebietes am 15. Dezember 2002 umfasst das Gebiet im Norden die Kreise Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg vollständig; es reicht jetzt bis an die Grenzen der Städte Neumünster und Lübeck. Im Zuge dieser Erweiterung wurden auch mehrere Regionalbahnlinien in den HVV integriert.

Im Dezember 2004 trat mit dem Winterfahrplan 2004/2005 die Erweiterung des Verbundgebietes im Süden um die niedersächsischen Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg in Kraft. Für die zum Landkreis Lüneburg gehörende rechtselbische Gemeinde Amt Neuhaus, die keine durchgehende öffentliche Verkehrsverbindung mit dem restlichen HVV-Gebiet besitzt, wurde eine Sonderregelung dahin gehend beschlossen, dass HVV-Zeitkarten in dortigen Bussen anerkannt werden, nicht jedoch Einzel- und Tageskarten.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2004 wurde gleichzeitig eine einjährige Probephase gestartet, während der die Schnellbahnen und die wichtigsten Buslinien in den Wochenendnächten im Stadtgebiet von Hamburg durchfahren. Nachdem es in der Probephase zu einer Verdreifachung der Fahrgäste in den Wochenendnächten kam, wird die Nachtdurchfahrt von U- und S-Bahn unbefristet weitergeführt.

Seit dem 1. Januar 2008 gilt der HVV-Tarif für Wochen-, Monats- und Jahreskarten bis und ab Soltau.

Zum 1. Oktober 2011 führte der HVV ein generelles Alkoholkonsumverbot ein, das das Trinken und das Mitführen alkoholischer Getränke in geöffneten Behältnissen verbietet und in allen U-Bahn-, S-Bahn- und A-Bahn-Fahrzeugen sowie deren Stationen gilt. Verstöße können durch Fahrscheinkontrolleure und Sicherheitspersonal mit einer Strafe von 40 Euro geahndet werden.[14]

Seit dem Fahrplanwechsel Ende 2019 werden die Gebiete Rotenburg (W.), Cuxhaven, Uelzen und Soltau auch zum HVV Zeitkartentarif mit Beschränkungen (Nur Zeitkarten gültig, Stadtverkehr hat teils eigenen Tarif) bedient. Im Zuge der Gebietserweiterung kamen die Tarifringe F, G und H hinzu. Seit dem 1. Januar 2022 gehört der gesamte Kreis Steinburg zum HVV.

Der neue HVV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2021 wird auf Informationsmaterial ein neues Logo verwendet. In diesem und in sämtlicher Kommunikation wird die Eigenschreibweise hvv verwendet. Am 4. Oktober 2021 wurde bekanntgegeben, dass im Zuge einer großen Neuerungsaktion etliche Veränderungen einhergehen sollen. So wurde an diesem Tage offiziell das neue HVV-Logo vorgestellt. Neben dieser Neuerung soll auch die Informationspolitik des Hamburger Verkehrsverbundes verbessert werden. So wurden auf Facebook zum Beispiel die Seiten der Unternehmen S-Bahn Hamburg, Hochbahn und VHH zusammengelegt. Dadurch soll eine bessere Transparenz erreicht werden. Durch den sogenannten „Hamburg-Takt“ sollen in Zukunft deutliche Verbesserungen für die Kundinnen und Kunden einhergehen. Der älteste Verkehrsverbund der Welt gab ebenfalls bekannt, dass in Kürze neue Tickets verfügbar sein sollen.

Zum Fahrplanjahr 2022 erschien die letzte Ausgabe des Fahrplanbuchs.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitarbeiter des HVV beobachten das Verkehrsaufkommen der im Gemeinschaftstarif bedienten Linien (Fahrgastzählung). Auf Basis der dabei gewonnenen Daten wird der Fahrplan des Folgejahres erstellt.

Die von den beteiligten Verkehrsunternehmen gesammelten Fahrgelder wurden bis 1996 entsprechend der vom jeweiligen Unternehmen geleisteten Platzkilometer aufgeteilt (angebotsorientiert), seit 1997 erfolgt eine Aufteilung nach Fahrgastzahlen (nachfrageorientiert). Die durch Fahrgeldeinnahmen nicht gedeckten Aufwendungen der Verkehrsunternehmen sind von den Aufgabenträgern zu übernehmen.

Ein Nebeneffekt dieser Aufgabenteilung zwischen den Verkehrsunternehmen und dem Verkehrsverbund ist, dass betriebsbedingte Ein- und Aussetzfahrten nicht im veröffentlichten Fahrplan erscheinen. Die hierbei angebotenen Platzkilometer sind durch die Bedarfsermittlung nicht legitimiert und werden auch nicht abgerechnet. Beispiele sind die Fahrten der S11 zwischen Ohlsdorf und Poppenbüttel sowie die Fahrten der U3 (ausgeschildert als U1) zwischen Wandsbek-Gartenstadt und Farmsen.

Daten und Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrgastzahlen im Hamburger Verkehrsverbund seit 1996

2018 waren in den Verkehrsmitteln im HVV 949 Millionen (2017: 780,7 Millionen) Fahrgäste unterwegs, die Fahrgeldeinnahmen in Höhe von 861 Millionen Euro (2017: 825,5 Millionen Euro) generierten.[15][16][17]

Bezugsjahr 2018 Linien Haltestellen Streckenlänge (km) Linienlänge (km) Fahrzeuge Platzkilometer (Mio. km)
Schienenverkehr 32 295 954,5 1.349,2 2.093 28.946,0
Busverkehr 723 9.869 13.507,5 18.636,8 2.335 9.232,3
Schiffsverkehr 8 20 24,0 27,0 26 186,0
Gesamt 763 10.184 14.486,0 20.013,0 4.454 38.364,3

Tarifstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tarifgebiet des HVV ist in acht Tarifringe (A bis H) unterteilt, die wiederum aus etwa 150 Tarifzonen bestehen. Der Tarifring A liegt in den inneren Stadtteilen Hamburgs, die weiteren Tarifringe schließen sich daran bis zum Ring H an der Grenze des Verbundgebietes an. Die Tarifringe A und B bilden den Bereich Hamburg AB (ehemals: Großbereich Hamburg), der die gesamte Stadt Hamburg und die meisten direkt angrenzenden Städte und Gemeinden umfasst.

Innerhalb des Bereiches von Hamburg AB sind auf allen Linien von den Tarifzonen unabhängige Zahlgrenzen definiert. Im Tarifring A gibt es weiterhin den sogenannten Teilbereich Innenstadt, in den Tarifringen C bis E außerdem teilweise gesonderte Stadtverkehrsbereiche. Einzelne Gebiete gehören zu mehreren Tarifzonen. In den Tarifringen G und H gilt der HVV-Tarif ausschließlich für Zeitkarten.

Bartarif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preisentwicklung im HVV (Einzelfahrt 2 Ringe)
Fahrpreiserhöhung 2013/2014, auf zwei Einzelfahrscheinen erkennbar

Für den Bartarif, also Fahrkarten mit einer Gültigkeit von weniger als einer Woche, gelten folgende Regeln:

Innerhalb von Hamburg AB sind bei Einzelfahrscheinen die überfahrenen Zahlgrenzen relevant. Bis zur ersten Zahlgrenze gilt der Kurzstreckentarif. Darüber hinaus ist bis zur zweiten Zahlgrenze eine Fahrkarte zum Nahbereichstarif möglich, für alle weitergehenden Fahrten ist eine Karte zum Tarif Hamburg AB nötig. Umsteigen gilt als Überschreiten einer Zahlgrenze, ausgenommen Umstiege innerhalb des Schnellbahnnetzes oder im Teilbereich Innenstadt. Zahlgrenzen können auf oder zwischen Haltestellen liegen und auch gedehnt sein, so dass mehrere benachbarte Haltestellen auf einer Zahlgrenze liegen. Die Zahlgrenzen sind nicht an den Haltestellen veröffentlicht und lassen sich auch nicht aus der zurückgelegten Entfernung oder der Anzahl der durchfahrenen Haltestellen ableiten. Sie stehen jedoch auf einigen tausend Seiten als PDF-Dateien zum Download im Internet zur Verfügung.[18] Auf einigen Relationen kommen weitere Sonderregelungen zur Anwendung.

Für Fahrten mit einer Schnellbuslinie ist grundsätzlich zusätzlich ein Zuschlag Schnellbus / 1. Klasse zu lösen. Der Zuschlag wird im Bartarif pro Fahrkarte fällig. Für Fahrten mit dem Schnellbus bis zur ersten Zahlgrenze gilt davon abweichend der Sondertarif Kurzstrecke Schnellbus.

Außerhalb des Tarifbereichs von Hamburg AB werden für kurze Fahrten innerhalb einer Tarifzone oder in eine benachbarte Tarifzone entsprechende Einzelkarten angeboten, in Stadtverkehrsbereichen auch solche zum entsprechenden Stadttarif. Darüber hinaus ist die Zahl der durchfahrenen Tarifringe entscheidend. Mehrfach durchfahrene Tarifringe (beispielsweise von Tarifring C über B, A und B nach C) zählen nur einfach. Für kurze Fahrten im Grenzgebiet zwischen den Ringen B und C bzw. D ist teilweise davon abweichend noch die Tariflogik aus Hamburg AB mit Zahlgrenzen gültig, die dafür auf einigen Linienabschnitten auch in Ring C und D definiert sind.

Einzelfahrkarten gelten grundsätzlich für eine Fahrt bis 6 Uhr des Folgetages. Fahrtunterbrechungen sind in diesem zeitlichen Rahmen zulässig, Rück- oder Rundfahrten nicht möglich.

Für mehrere Fahrten am selben Tag bietet der HVV sowohl Ganztages- als auch preisreduzierte, erst ab 9 Uhr gültige, Talzeitkarten an. Für Kleingruppen mit bis zu fünf Personen ist weiterhin eine Talzeit-Gruppentageskarte erhältlich. Für diese Angebote ist jeweils preislich allein die Zahl der durchfahrenen Tarifringe entscheidend.

Eine Besonderheit des HVV ist, dass Fahrkarten, im Gegensatz zu den meisten deutschen Verkehrsverbünden, ab Kauf gültig sind und vor Fahrtantritt nicht gesondert entwertet werden. Der HVV bietet daher auch keine abstempelbaren Mehrfahrtenkarten o. ä. an, ebenso sind Vorratskäufe nicht möglich.

In Hamburg AB sind sowohl das Mecklenburg-Vorpommern-Ticket, das Schleswig-Holstein-Ticket, als auch das Niedersachsen-Ticket auf allen Linien, ausgenommen Schnellbus, gültig. Das Quer-durchs-Land-Ticket gilt nur in S-Bahn-, A-Bahn- sowie Regionalbahnzügen.

Zeitkarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tarifzonen-Angabe am Eingang eines U-Bahnhofs

Der HVV bietet für regelmäßige Fahrgäste Zeitkarten mit einer Gültigkeit ab einer Woche an. Zeitkarten bestehen im Regelfall aus einer mit Foto versehenen Kundenkarte und einer Wertmarke. Die Kundenkarten sind nicht an Automaten, sondern nur in Servicestellen und als per Post gelieferte Bestellung im Online-Shop erhältlich. Wertmarken sind ebenso bei diesen Vertriebswegen erhältlich, zudem seit 2019 auch an Fahrkartenautomaten der S-Bahn. Wochen- und Monatskarten können zudem als elektronisches Online-Ticket ohne separate Kundenkarte erworben werden. Der Preis von Zeitkarten richtet sich grundsätzlich nach der Zahl der benötigten Tarifzonen, teilweise auch nach der Zahl der benötigen Ringe. Innerhalb von Hamburg AB werden nur Karten für zwei oder drei Zonen angeboten oder ganz Hamburg AB angeboten. Wird das gesamte Gebiet von Hamburg AB gewählt, entspricht dieses preislich 4 Tarifzonen. Weiterhin sind Zeitkarten für bis zu sieben Zonen erhältlich. Daneben bietet der HVV auch Zeitkarten mit einem Gültigkeitsgebiet an, das sich auf Tarifringe bezieht, und zwar für vier, fünf, sechs, sieben oder acht Tarifringe. Acht Tarifringe entspricht dem Gesamtnetz des HVV.

Monatskarten sind auch in Form eines Jahres-Abos mit etwa 18 % Rabatt erhältlich. Nicht ermäßigte Vollzeit-Abo-Karten gelten darüber hinaus am Wochenende im Gesamtnetz. Ihre Inhaber können in dieser Zeit weiterhin eine Person kostenlos mitnehmen. Neben unrabattierten Vollzeit-Karten gibt es preislich reduzierte Zeitkarten zu anderen Bedingungen auch für Senioren, Schüler, Auszubildende und Studenten. Für jedermann erhältlich ist darüber hinaus die sogenannte Teilzeit-Karte. Sie gilt nicht montags bis freitags zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 16 und 18 Uhr. Ermäßigte Zeitkarten sind nur als Monatskarte und im Abo erhältlich und nicht für jede Anzahl an Zonen.

Nur für Mitarbeiter von größeren Unternehmen bietet der HVV mit dem sogenannten „ProfiTicket“ (bis 2017: „ProfiCard“) auch ein Jobticket an. Die Voraussetzung für den Bezug ist der Abschluss einer Kooperationsvereinbarung des Betriebs mit dem HVV. Das ProfiTicket ist gegenüber den für jedermann erhältlichen Tarifen teilweise um bis zu etwa 40 % preisermäßigt.[19] Bei Modellen, in denen der Arbeitgeber das ProfiTicket – für den Arbeitnehmer meist steuerfrei – mit einem geringen monatlichen Betrag bezuschusst, steigt der Rabatt auf bis zu etwa 50 %.[20] Auch das ProfiTicket gilt am Wochenende im HVV-Gesamtnetz und bietet in dieser Zeit die Möglichkeit, kostenfrei eine weitere Person mitzunehmen.

Für Senioren ab 63 Jahren, Schüler und Auszubildende sind rabattierte Zeitkarten verfügbar. Hier gelten teilweise Einschränkungen oder andere Tariflogiken. So können allein Schüler Zeitkarten für einen ganzen Landkreis erwerben.

Für Zeitkarten sind Ergänzungskarten für Fahrten außerhalb des örtlichen Geltungsbereichs erhältlich. Ergänzungskarten für Zeitkarteninhaber sind nicht gültig in den Tarifringen G und H. Fahrten im Schnellbus sind grundsätzlich zuschlagpflichtig ausgenommen für Inhaber der preisreduzierten Teilzeit-Karte, hier ist die Schnellbus-Nutzung bereits inklusive. Der Zuschlag kostet 2,10 Euro und ist bei Zeitkarten pro Fahrt zu lösen. Es kann daher für gemeinsam reisende HVV-Zeitkartenkunden bei Schnellbusfahrten günstiger sein, zusätzlich zu ihren Zeitkarten eine normale Gruppentageskarte zum Bartarif zu lösen. Alternierend ist der Zuschlag auch als Monatskarte und im Abo erhältlich.

Angebot gültig mo–fr 6–9

und 16–18 Uhr

gültig im
Schnellbus
Am Wochenende gültig im Gesamtnetz

und für einen weiteren Erwachsen und drei Kinder

Preisbeispiel für Hamburg AB
monatlich in Euro
Vollzeit-Abo ja nein ja 92,40
Vollzeit-Monatskarte ja nein nein 112,80
Teilzeit-Abo nein ja nein 54,10
Senioren-Abo ja nein nein 53,30
Schüler-Abo ja nein nein 30,00
HVV-Bahnsteigkarte

Bahnsteigkarte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der HVV-Bahnsteigkarte darf eine Haltestelle für 60 Minuten auch ohne gültigen Fahrschein betreten werden. Die Bahnsteigkarte kostet 10 Cent (Stand 2020).[21] Wer bei regelmäßigen Kontrollen in den Haltestellen ohne Fahrschein und ohne Bahnsteigkarte festgestellt wird, muss 60 Euro zahlen, auch wenn kein Verkehrsmittel benutzt wurde. Im Jahr 2017 verkauften die Hamburger Hochbahn und die S-Bahn Hamburg als Betreiber des HVV-Schnellbahnnetzes insgesamt etwa 9500 Bahnsteigkarten. Sie erzielten damit Erlöse in Höhe von etwa 2.900 Euro.[22] 2018 konnten die Verkehrsunternehmen den Absatz an Bahnsteigkarten auf etwa 11.000 Stück steigern.[23]

Verkehrserträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verkehrsunternehmen im HVV erzielten im Jahr 2017 etwa 843 Millionen Euro Einnahmen aus Fahrgeldern. Den größten Anteil daran haben HVV-Stammkunden mit einem Vollzeitabo bzw. einer ProfiCard, die insgesamt etwa 350 Millionen Euro an Fahrgeld zahlten. Mit etwa 57 Millionen verkauften Einzelkarten wurde ein Umsatz von etwa 136 Millionen Euro erzielt, 14 Millionen Tages- und Gruppenkarten trugen etwa 104 Millionen Euro zu den Einnahmen der Unternehmen bei.[24]

Die Einnahmen aus Fahrgeldern stiegen in den vergangenen Jahren massiv an. Wurden 2005, nach der letzten großen Gebietsausweitung des Verbundes, noch etwa 473 Millionen Euro erzielt[25], lag der Wert im Jahr 2017 mit 843 Millionen Euro bereits 78 Prozent darüber.

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ADAC führte 2001 einen Test durch, bei dem der ÖPNV in 20 europäischen Städten (10 davon in Deutschland) untersucht wurde. Dabei wurde der HVV als bester deutscher Verkehrsverbund mit der Note „Gut“ ausgezeichnet. Lediglich Barcelona und Brüssel erhielten die Note „sehr gut“. Bei einem 2009 durchgeführten Test in 23 europäischen Städten konnte sich der Hamburger Verkehrsverbund mit einer guten Wertung auf dem fünften Rang platzieren.[26]

Die ver.di-Senioren fordern in Hamburg eine Verbesserung der Nutzungsbedingungen für Senioren. Dazu gehöre die Abschaffung oder Verkürzung der tariflichen Einschränkung beim Seniorenticket von derzeit 6 Uhr bis 9 Uhr. Der Landesbezirksseniorenausschuss kritisiert in diesem Zusammenhang, dass Senioren mit geringer Rente nach wie vor Schwierigkeiten haben, bei notwendigen Fahrten vor 9 Uhr zusätzlich zum Seniorenticket den vollen Fahrpreis zu bezahlen. Gerade bei ehrenamtlichen Tätigkeiten, z. B. in Krankenhäusern, seien Senioren auf eine frühe Mobilität vor 9 Uhr in der Stadt angewiesen.[27] Die Beschränkung wurde ab 15. Dezember 2019 aufgehoben und die Senioren-Karte im Abo gilt seitdem rund um die Uhr.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard Krause: Der Hamburger Verkehrsverbund von seiner Gründung 1965 bis heute, Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-2353-4
  • Erich Staisch: Hamburg und sein Stadtverkehr, ISBN 3-89136-279-X
  • Ralf Heinsohn: Schnellbahnen in Hamburg – Die Geschichte von S-Bahn und U-Bahn, 1907–2007, Norderstedt 2006, ISBN 3-8334-5181-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hamburger Verkehrsverbund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verkehrspolitische Ereignisse 1965. In: MR Friedrich Ossig (Hrsg.): DB Report 66. Hestra-Verlag Hernichel & Dr. Strauß, Darmstadt 1966, S. 14.
  2. HVV Webseite – Zahlen, Daten, Fakten. Hamburger Verkehrsverbund GmbH, 2022, abgerufen am 1. Januar 2022.
  3. HVV.de: Aufgabenträger. Abgerufen am 26. November 2018
  4. Anlage 4 zum HVV-Kooperationsvertrag
  5. Buslinien der Hochbahn. Hamburger Hochbahn AG, abgerufen am 6. August 2018.
  6. Das Unternehmen Hochbahn | Zahlen und Fakten. Hamburger Hochbahn AG, abgerufen am 6. August 2018.
  7. Deutsche Bahn AG, Unternehmensbereich Personenverkehr, Marketing eCommerce: Zahlen, Daten, Fakten. Abgerufen am 6. August 2018.
  8. HVV Tarifgebiet. In: Hamburger Verkehrsverbund. HVV, 1. Januar 2022, abgerufen am 8. Januar 2022.
  9. Der-Metronom.de: Von und nach Hannover täglich nur jeweils eine Fahrt am Abend (Memento vom 22. Dezember 2012 im Internet Archive), (PDF; 745 kB)
  10. VHH-Geschäftsbericht 2018, VHH-Website, abgerufen am 17. November 2019
  11. Hadag.de: Unsere Flotte
  12. Landeszeitung.de: Auch Uelzen kommt in den HVV
  13. Der Hamburger Verkehrsverbund, Wissenswertes in Kurzfassung. Prospekt 1974
  14. § 4 (8) HVV-Gemeinschaftstarif vom 1. Januar 2017
  15. HVV Zahlenspiegel 2018. (PDF; 0,5 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) Hamburger Verkehrsverbund GmbH, 2018, archiviert vom Original am 22. Juli 2019; abgerufen am 22. Juli 2019 (deutsch, englisch).
  16. Zahlen, Daten, Fakten. Abgerufen am 11. Februar 2020.
  17. Daten der Verkehrsunternehmen im HVV 2019. (PDF; 2 MB) Abgerufen am 11. Februar 2020.
  18. HVV.de: HVV-Gemeinschaftstarif: Tarifbemessungsgrundlagen, abgerufen am 24. Januar 2018.
  19. HVV.de: Preisbeispiele zum „GKA 50“, abgerufen am 30. Januar 2017 (PDF-Datei)
  20. HVV.de: GKA plus und Preise, abgerufen am 30. Januar 2017 (PDF-Datei)
  21. Übersicht Preise. Abgerufen am 13. August 2020.
  22. Drucksache 21/14507 der Hamburgischen Bürgerschaft
  23. Drucksache 21/18614 der Hamburgischen Bürgerschaft
  24. Drucksache 21/10211 der Hamburgischen Bürgerschaft, Seite 9
  25. Abendblatt.de: HVV – warum sind die Preis so hoch?, vom 15. März 2007
  26. ADAC.de: ÖPNV in Europa 2010 (Memento vom 18. April 2018 im Internet Archive), abgerufen am 25. Oktober 2012
  27. Hamburg.Verdi.de: Senioren kritisieren HVV-Fahrpreiserhöhung, abgerufen am 3. November 2017