Kriechendes Gipskraut

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Kriechendes Gipskraut
Kriechendes Gipskraut (Gypsophila repens)

Kriechendes Gipskraut (Gypsophila repens)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Unterfamilie: Caryophylloideae
Gattung: Gipskräuter (Gypsophila)
Art: Kriechendes Gipskraut
Wissenschaftlicher Name
Gypsophila repens
L.

Das Kriechende Gipskraut (Gypsophila repens), gärtnerisch Zwergschleierkraut, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um eine mehrjährige krautige Pflanze, deren niederliegende bis aufsteigende Stängel einschließlich der Blütenstände Wuchshöhen von 10 bis 25 cm erreichen.

Die schmal lanzettlichen Laubblätter sind etwa 2 cm lang und deutlich unter 1 cm breit und ebenso wie die Stängel kahl und blaugrün.

Die Blüten sind weiß, manchmal auch rötlich, und haben einen Durchmesser von einem knappen Zentimeter. Der Kelch ist glockig und bis zur Mitte gespalten mit fünf Zipfeln. Die Kronblätter sind vorne abgerundet bis etwas ausgerandet. Die Staubblätter sind etwas kürzer als die Kronblätter.

Blütezeit ist von Mai bis September.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34 oder 36.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Kalkalpen ist das Kriechende Gipskraut recht verbreitet. Ansonsten kommt es eher selten in anderen höheren Gebirgen Europas (Hohe Tatra, Apennin, Harz) vor. So berichtet die von Christian August Friedrich Garcke ins Leben gerufene Illustrierte Flora von Deutschland in ihrer Ausgabe von 1912 von einem größeren Vorkommen bei Walkenried im Harz.[2]

Das Kriechende Gipskraut wächst ausschließlich auf kalk- oder gipshaltigen Böden, auf Kalkschutt oder in Trockenrasen in Kalkgebieten. Normalerweise lebt es in der alpinen Region, Samen werden aber regelmäßig auch in die Täler oder ins Alpenvorland hinabgeschwemmt und die Pflanzen entwickeln sich dort. Ansonsten ist es in Höhenlagen zwischen 1300 und 3000 m NN anzutreffen.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Pflanzenart ist ein sogenannter Schuttdecker: Von der kräftigen Pfahlwurzel entspringen zahlreiche, oft verholzte Zweige, die sich nach dem Abfallen der Blätter bewurzeln und zu liegenden Rhizomen („Wurzelstöcken“) werden. Von ihnen erheben sich die aufrechten, zarten Stängel mit den duftigen Blüten. Obwohl die Einzelblüten klein sind, wirkt die große Fülle auf Insekten anziehend. Er ist Wintersteher, Samen reifen und keimen noch auf 2300 m NN.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 366.
  2. Franz Niedenzu (Hrsg.): Garke’s Illustrierte Flora von Deutschland, 21. Auflage, Verlagsbuchhandlung Paul Parey, Berlin, 1912.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen, München 2003, ISBN 3-576-11482-3
  • Fischer, M. A., Adler, W. & Oswald K.: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, Linz, 2005, ISBN 3-85474-140-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kriechendes Gipskraut – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Erläuterungen zur Ausbreitung von Gypsophila repens bei museum-digital