Krim (2017)

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Filmdaten
Deutscher TitelKrim
OriginaltitelKrym / Крым
ProduktionslandRussland
OriginalspracheRussisch
Erscheinungsjahr2017
Länge99 Minuten
Stab
RegieAlexey Pimanov
DrehbuchVladimir Bragin,
Alexsey Pimanov
ProduktionAlexey Pimanov
MusikOleg Volando
KameraVladimir Klimov
Besetzung

Krim (Originaltitel Крым / Krym) ist ein russisches Propaganda-Filmdrama des Regisseurs Alexey Pimanov aus dem Jahr 2017. Das Drehbuch stammt vom Regisseur, der auch als Produzent auftritt, unter Beteiligung von Vladimir Bragin.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aus den russischen Medien bekannte [1] Darstellung der Vorgänge um die Annexion der Krim 2014 wird in eine Romeo-und-Julia-Geschichte eingebettet.

Sommer 2013: In Mangup-Kale, einer ehemaligen befestigten Höhensiedlung auf der Krim, wird ein Film über die alte Ukraine gedreht. Sasha, der Sohn eines Sewastopol-Offiziers, und Alyona, eine Journalistin aus Kiew, lernen sich bei den Dreharbeiten kennen und gehen eine Beziehung miteinander ein.

Im Februar 2014 kommt Sasha zusammen mit seinem Freund Venya in die ukrainische Hauptstadt Kiew und trifft Alyona auf dem Majdan Nesaleschnosti („Platz der Unabhängigkeit“) wieder, wo zu diesem Zeitpunkt Protestaktionen stattfinden. Aloyna und Mykola Prilepa, einer ihrer Freunde, stehen hinter den Protestierenden und unterstützen sie, während Sasha sich von deren Aktionen distanziert. Zur selben Zeit werfen Unbekannte in der Nähe des Stadions Walerij-Lobanowskyj Molotow-Cocktails auf die Soldaten der Berkut-Spezialeinheiten. Dabei kommt Sasha einem Soldaten der Berkut, der Feuer gefangen hat, zu Hilfe.

Als Sasha, Venya und andere junge Männer aus Kiew zurück in die Oblast Tscherkassy, ihr Zuhause, kommen, werden ihre Busse von ukrainischen Nationalisten aus der Organisation des Rechten Sektors überfallen. Bomben fallen, Busse werden verbrannt, viele Menschen, so auch Venya, werden getötet. Sasha gelingt es zu entkommen und in sein Zuhause zu fliehen. In der folgenden Zeit kommt es zwischen Sasha und Alyona immer wieder zu Auseinandersetzungen über die Geschehnisse in der Ukraine, die beide völlig unterschiedlich beurteilen.

Sasha, der inzwischen Freundschaft mit dem jungen Soldaten Peter, dem er beigestanden hat, geschlossen hat, fährt mit diesem nach Simferopol, wo sie die Ankunft eines „Freundschaftszuges“ erwarten. Dabei bemerkt Peter kurz vor Ankunft des Zuges auf einem nahegelegenen Dach einen Scharfschützen, der ihn nur wenig später tödlich verletzt und unerkannt verschwindet. Sasha reagiert fassungslos auf den Tod seines gerade gewonnenen Freundes. Als nur wenig später russische Hubschrauber die Ukraine überfliegen und Panzer einrücken, ist das für Sasha ein Indiz dafür, dass Russland zur Rettung gekommen ist.

Obwohl die Ansichten von Sasha und Alyona nun noch weiter auseinanderklaffen, sind beide nicht gewillt, ohne einander zu sein. Sie treffen sich in einem Hotel, wo sie sich leidenschaftlich lieben. Die Ereignisse der folgenden Tage und Wochen treiben jedoch einen Keil zwischen das junge Paar und beide immer weiter auseinander.

Sommer 2015: Erneut kommt Alyona nach Mangup Kale, um einen Film zu drehen, Sasha findet sie dort aber nicht mehr. Er befindet sich im Kampfgebiet im Osten der Ukraine. Aloyna ruft ihn an, jedoch bricht die Verbindung urplötzlich ab und Aloynas Blick wirkt leer als sie ihn in die lastende Stille richtet.

Produktion, Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film gehe zurück auf eine Idee des russischen Verteidigungsministers Sergei Kuschugetowitsch Schoigu und wurde zum Teil vom Verteidigungsministerium sowie von der staatlichen Filmstiftung finanziert (circa 400 Millionen Rubel für den Film selbst und 150 für seine Werbekampagne).[2] Der Regisseur Alexey Pimanov ist zugleich Vorstand der Medienholding „Roter Stern“ der russischen Streitkräfte, er drehte zuvor zahlreiche Fernsehserien, die in der Sowjetunion spielen. Vom Bildungsministerium wurde die „Empfehlung“ herausgegeben, in den Schulen für den Film Krim zu werben.[3]

Der englische Titel lautet Crimea.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Film hatte in Russland am 28. September 2017 Premiere. Laut Rosbalt.ru blieben einige Kinosäle in Sankt-Petersburg an einigen Tagen fast oder ganz leer[4] Schulen waren von den Behörden aufgefordert worden, Besuche des Fils zu organisieren.[5][6][7]

Laut einer Kritik der Tageszeitung Die Welt handle es sich bei dieser nach Kreml-Bauplänen gestrickten Geschichte um „eine Fortsetzung der Propaganda bis in den Kinosaal: Russland, stets von Feinden umgeben, ist unfehlbar.“[3] Auf "Poster Daily" schrieb Maria Kuwschinowa, dass offenbar in den Köpfen der älteren Generation noch der Glaube an Propagandafilme vorhanden sei.[8] In der Nowaja Gaseta nannten zwei Autoren den Film „eine Wiederholung der Propaganda-Klischees, die 2014 in Eile erfunden worden waren“.[9] Die Kritik auf der russischen Filmkritik-Seite yakinolub.ru attestierte dem Film, Zynismus sei in allem: „zynische Charaktere, zynische Ereignisse, zynische Moral“.[1]

Zehntausende von Trollen gefälschte Reviews zur Beeinflussung des Ratings mussten gelöscht werden[10] und der Film wurde zu einem der schlecht verkauftesten Filme in Russland: Alexander Newsorow meinte, das Scheitern russischer Filme an der Kinokasse sei ja keine Ausnahme, aber Krim sei mit „einem unglaublich ohrenbetäubenden Scheppern durchgefallen“.[11] Der Politikwissenschaftler Andrei Okara nannte den Film falsch, propagandistisch und manipulativ und verwies darauf, dass der Film mit einer Fernseh-Ausstrahlung kurz vor der Präsidentschaftswahl im März 2018 nochmals propagandistisch verwertet werden würde.[2]

Es stellte sich zur Zeit der Premiere in Russland heraus, dass der Film nicht in Weissrussland gezeigt würde, hingegen war der Film in China angekündigt.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Film Krim (2017) Rückblick
  2. a b Russischer Propagandablockbuster „Krim“ und das ukrainische existenzielle Dokumentarfilmdrama
    „Krieg der Chimären“: Zwei Farben der Zeit
    In: Echo Moskwy, 9. Oktober 2017 (russisch). Abgerufen am 17. April 2018.
  3. a b Pavel Lokshin: Propaganda-Film „Krim“ – die Liebesschnulze zur Annexion
    In: Die Welt, 18. September 2017. Abgerufen am 17. April 2018.
  4. Der Film „Krim“ wird in St. Petersburg vor leeren Hallen gezeigt, rosbalt.ru, 3. Oktober 2017 (russisch).
  5. a b Triumph der Mottenkiste, rferl, 29. September 2017
  6. Nicht nur über höfliche Menschen: Pimanov und Shoigu haben ein Melodram über die Liebe auf der Krim starten lassen, Doschd, 6. September 2017
  7. In Woronesch werden Schulleiter ermutigt, Schüler in den Film "Krim" zu schicken, salt, 7. September 2017
  8. Der Mann und das Gesetz: Maria Kuwschinowa über den Film "Krim",28. September 2017
  9. Altertümliche Legenden über die „Krim“, Nowaja Gaseta, 30. September 2017 (russisch).
  10. Blockbuster Or Flop? Russia's Flick About Crimea Takeover Gets Lackluster Reception
  11. Newsorows Welt, Echo Moskau, 11. Oktober 2017 (russisch). Abgerufen am 17. April 2018.