Kronberger Kreis

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Der Kronberger Kreis ist ein 1982 gegründeter Zusammenschluss wirtschaftsliberaler deutscher Hochschulprofessoren der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, die sich vorwiegend mit ordnungspolitischen Themen befassen. Der Kreis wurde auf eine Initiative von Wolfram Engels gegründet.

Die Vereinigung will mit „ordnungspolitischen Reformkonzepten“ das „Ausufern staatlicher Bevormundung“ verringern und einen Beitrag zur „Weiterentwicklung einer freiheitlichen Ordnung in Deutschland und in Europa leisten“. Seine Vorschläge reichen dabei von den Themenbereichen Steuern, Arbeitsmarkt und Sozialversicherung über Europa und Finanzmärkte bis zu Bildung und öffentlichen Verwaltung. Gemeinsame Veröffentlichungen erfolgen in seiner Funktion als wissenschaftlicher Beirat der Stiftung Marktwirtschaft. Letztere kommuniziert auch die Ergebnisse des Beirats.

Aktuelle Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

seit 2008: Lars P. Feld, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Sprecher)
seit 2011: Volker Wieland, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
seit 2012: Berthold U. Wigger, Karlsruher Institut für Technologie
seit 2012: Justus Haucap, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
seit 2013: Clemens Fuest, Ludwig-Maximilians-Universität München, Präsident des ifo
seit 2014: Heike Schweitzer, Humboldt-Universität zu Berlin

Ehemalige Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1981–1995: Wolfram Engels
1982–1983: Gerhard Fels
1982–1987: Wolfgang Stützel
1982–1987: Armin Gutowski
1982–1988: Carl Christian von Weizsäcker
1982–1990: Hans Willgerodt
1984–1997: Walter Hamm
1984–2012: Wernhard Möschel
1987–1990: Otmar Issing
1988–2003: Olaf Sievert
1990–2011: Jürgen B. Donges
1992–2011: Manfred J. M. Neumann
1995–2010: Johann Eekhoff
1999–2000: Martin Hellwig
2002–2009: Wolfgang Franz

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Veröffentlichung des Kronberger Kreises erschien im Jahr 1983 mit dem Titel „Mehr Mut zum Markt“, was auch als sein Leitbild gilt. In dieser Studie erörtert der Kronberger Kreis die Frage, wie in den Bereichen Kapitalbildung, Arbeitsmarkt, soziale Sicherung und Staatshaushalt die Regeln des Marktes und des wirtschaftlichen Umgangs mit den Ressourcen wieder in Kraft zu setzen sind.

Die Publikationen des Kronberger Kreis erscheinen vor allem in der Reihe „Kronberger Kreis-Studien“[1]:

  • Dienstleistungsmärkte in Europa weiter öffnen (2007)
  • Erbschaftssteuer: Behutsam anpassen (2007)
  • Unternehmensmitbestimmung ohne Zwang (2007)
  • Staatsfonds: Muss Deutschland sich schützen? (2008)
  • Für einen wirksamen Klimaschutz (2009)
  • Beschäftigung gering qualifizierter Arbeitsloser (2009)
  • Mehr Mut zum Neuanfang (2010)
  • Öffentliche Finanzen dauerhaft sanieren – in Deutschland und Europa (2010)
  • Systemstabilität für die Finanzmärkte (2011)
  • Reform der Geldbußen im Kartellrecht überfällig (2012)
  • Wie viel Koordinierung braucht Europa? (2012)
  • Bildungsfinanzierung neu gestalten (2013)
  • Renaissance der Angebotspolitik (2013)

Darüber hinaus finden sich kürzere Analysen des Kronberger Kreis in der Reihe „Argumente zu Marktwirtschaft und Politik“[2]. Unter anderem sind dies:

  • § 116 Arbeitsförderungsgesetz: Es geht um die Neutralität des Staates (1986)
  • Die Reform des Gemeindesteuersystems (1988)
  • Wirtschaftspolitik im geeinten Deutschland: Der Kronberger Kreis zu Kernfragen der Integration (1992)
  • Arbeitslosigkeit und Lohnpolitik – Die Tarifautonomie in der Bewährungsprobe (1995)
  • Gegen eine Mehrwertsteuererhöhung zur Senkung der Sozialabgaben (1997)
  • Ökologische Steuerreform: Zu viele Illusionen (1999)
  • Wider die Aushöhlung der Welthandelsordnung – Für mehr Regeldisziplin (2006)
  • Gegen die Neubelebung der Entfernungspauschale (2008)
  • Irrwege in der Sozialpolitik (2008)
  • Lehren der Finanzmarktkrise (2009)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liste der „Kronberger Kreis-Studien“
  2. Liste der „Argumente zu Marktwirtschaft und Politik“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]