Kuala Belait

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4.5833333333333114.20833333333Koordinaten: 4° 35′ N, 114° 12′ O

Karte: Brunei
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Kuala Belait
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Brunei

Kuala Belait (Jawi-Schrift: ‏کوالا بلايت‎) ist eine Stadt und ein Verwaltungsbezirk (Mukim) im gleichnamigen Distrikt des Sultanats Brunei. Die Stadt hat etwa 28.000 Einwohner (2010).[1]

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Norden der Insel Borneo an der Küste des Südchinesischen Meeres im äußersten Westen des Sultanats. Sie grenzt im Südwesten an den malaysischen Staat Sarawak. Unmittelbar westlich des Stadtzentrums mündet der Belait, der längste Fluss Bruneis, nach dem Stadt, Mukim und Distrikt benannt sind, in das Meer. In der sumpfigen Umgebung des Schwarzwasserflusses Belait südlich der Stadt geht die Vegetation in Tropischen Regenwald über.

Bandar Seri Begawan, die Hauptstadt Bruneis, liegt 120 Kilometer nordöstlich, Miri, Großstadt und Zentrum der malaysischen Ölindustrie 35 Kilometer südwestlich von Kuala Belait.

Kuala Belait ist in mehrere kampongs (Stadtteile) gegliedert. Die wichtigsten sind Kampong Pekan Belait, Kampong Melayu Asli (dort befindet sich die größte Moschee), Kampong Melayu Baru, Kampong Cina (das chinesische Viertel), Kampong Temenggong, Kampong Lubok Palam und Kampong Sungai Teraban.

Weitere Stadtteile außerhalb der eigentlichen Innenstadt sind Kampong Sungai Teraban westlich des Flusses Belait, das neue und moderne Kampong Pandan im Osten, das Hafengebiet Kampong Sungai Duhon und das eher dörfliche Kampong Rasau im Südwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Kuala Belait (deutsch: Mündung des Belait) ein kleines Fischerdorf mit ezwa 400 Einwohnern. Nach 1927, als südlich des benachbarten Seria ein Erdölfeld entdeckt wurde, musste ein Platz gefunden werden, um Bohrausrüstungen in das Landesinnere zu bringen. Die Wahl fiel auf den Ort an der Belait-Mündung, befestigte Straßen gab es damals nicht. Die ursprüngliche Bezirkshauptstadt, Kuala Balai, wurde als unzugänglich betrachtet und so entstand in Kuala Belait ein Verwaltungszentrum (1929) und ein Flusshafen. Träger der Entwicklung war die britische Malayan Petroleum Company (BMPC), der Vorläufer der heutigen Brunei Shell Company. In den 1930er Jahren war Kuala Belait mit dem Nachbarort Seria die bedeutendste Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Sultanats Brunei. Die ersten Regierungsgebäude waren Holzbauten, in denen mehrere Behörden untergebracht waren. 1931 wurden die ersten Straßen gebaut, Telefonanschlüsse verlegt, die englische Schule (die erste in Brunei) und ein Krankenhaus errichtet. Man zählte zu dieser Zeit mehr als 3.000 Einwohner.

Vor der Eroberung von Kuala Belait durch die Japaner im Dezember 1941 steckten die Briten die Ölquellen in Brand und zerstörten die Fördereinrichtungen. Den Japanern, die Kuala Belait als Marine-Hauptquartier nutzten, gelang es aber mit Hilfe der einheimischen Arbeiter, die Erdölförderung wieder aufzunehmen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erlitten Kuala Belait und Seria schwere Zerstörungen durch Bombardements der Alliierten.

Unter der Herrschaft von Sultan Omar Ali Saifuddin III. wurde Kuala Belait nach dem Krieg wieder aufgebaut. Zahlreiche Geschäftshäuser aus dieser Zeit prägen heute noch das Bild der Stadt. Im Dezember 1958 wurde Kuala Belait nach Fertigstellung mehrerer Brücken an das Straßennetz Bruneis angeschlossen. Das Wachstum der Stadt setzte sich fort. So entstanden in den 1960er und 1970er Jahren weitere Bauten für Behörden (Polizeipräsidium) und die Öffentlichkeit (Stadthalle) sowie mehrere Schulen. Nach der Unabhängigkeit Bruneis am 1. Januar 1984 setzte sich die Bautätigkeit fort, es entstanden planmäßig ganze Stadtviertel. Mit dem vorauszusehenden Ende der Öl- und Gasförderung verschiebt sich auch in Kuala Belait das Gewicht langsam in Richtung Tourismus, wovon zahlreiche Hotelneubauten seit Beginn des 21. Jahrhunderts künden.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Silver Jubilee Park mit Gedenk-Bogen, Denkmal, Ausstellungen und einem Kinderspielplatz, 1992 nahe dem Strand zum 25. Thronjubiläum von Sultan Hassanal Bolkiah erbaut
  • Istana Mangelella, der Palast des Sultans
  • St. John's Church mit einer der drei Pfarreien des Apostolischen Vikariates Brunei

Wirtschaft[Bearbeiten]

Unmittelbar südlich der Stadt befindet sich das Rasau-Gasfeld, das 1979 entdeckt wurde und seit 1983 ausgebeutet wird. Wichtigster Erwerbszweig ist noch immer die Öl- und Gasförderung sowie die damit verbundenen Industrien und Dienstleistungen, gefolgt von Kredit- und Handelsunternehmen sowie der aufstrebenden Tourismusbranche.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Kuala Belait Highway (malaiisch Lebuhraya Kuala Belait; Jawi: ليبوهراي کوالا بلايت) umgeht die Stadt südlich und ist Teil des Pan Borneo Highways (malaiisch Lebuhraya Pan Borneo), einer Fernstraße, die im Endausbau den Norden der Insel Borneo von Kuching über Brunei nach Kota Kinabalu durchgängig erschließen wird. Zwölf Kilometer westlich der Innenstadt von Kuala Belait befindet sich der Grenzübergang nach Malaysia (Kampong Rentis).

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik auf World Gazetteer. Abgerufen am 20. April 2013 (deutsch).
  2. „Kuala Belait, the oil district capital“, Beitrag in der Brunei Times vom 18. November 2007. Abgerufen am 19. April 2013 (englisch).