Lagendorf

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Lagendorf
Gemeinde Dähre
Wappen von Lagendorf
Koordinaten: 52° 49′ 48″ N, 10° 50′ 47″ O
Höhe: 62 m ü. NHN
Fläche: 38,62 km²[1]
Einwohner: 57 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 1 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2009
Postleitzahl: 29413
Vorwahl: 039039
Dorfkirche von Lagendorf
Dorfkirche von Lagendorf
Lagendorf (Sachsen-Anhalt)
Lagendorf
Lagendorf
Lage von Lagendorf in Sachsen-Anhalt

Lagendorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Dähre im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie

Das altmärkische Lagendorf, ein Straßendorf mit Kirche,[1] liegt fünf Kilometer nordwestlich von Dähre am Grabower Graben, der in die Salzwedeler Dumme mündet.[3]

Geschichte

Im Jahre 1292 wurde das Dorf als villa Lagendorf in einer Urkunde erstmals erwähnt, als von Berhard, Graf von Dannenberg, eine Schenkung an das Heilig-Heist-Kloster zu Salzwedel bekundete.[4] Die beiden Belege aus dem Jahre 1022 Latondorp und Latendorp gelten als Fälschungen.

Vor 1366 gehörten Teile des Dorfes denen von dem Knesebeck, die diese zum Teil 1366 und 1369 an das Kloster Diesdorf abtraten. Bis 1493 hatte Dorheide, Pfarrer in der Altstadt Salzwedel, Rechte über Gelder im Dorf, die an das Elisabethhospital in der Neustadt Salzwedel abgetreten wurden.

Im Westen des Dorfes auf einem Berg hinter dem Friedhof stand eine Windmühle.[5]

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Dahrendorf aus dem Landkreis Salzwedel in die Gemeinde Lagendorf eingemeindet. Am 1. Januar 1991 wurde Gemeinde Holzhausen mit ihren Ortsteilen Markau, Schmölau und Wiewohl in die Gemeinde Lagendorf eingemeindet. Ebenfalls am 1. Januar 1991 wurde der Ortsteil Kortenbeck von der Gemeinde Barnebeck zu Lagendorf umgegliedert.[6]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Bonese (am 5. Mai 2008), Dähre (am 5. Mai 2008) und Lagendorf (am 8. Mai 2008), dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Dähre vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2009 in Kraft.[7][8]

Damit kamen zum 1. Januar 2009 die Ortsteile Lagendorf, Dahrendorf, Holzhausen, Kortenbeck, Markau, Schmölau und Wiewohl zur neuen Gemeinde Dähre.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1734 37
1774 96
1789 92
1798 77
1801 80
1818 78
Jahr Einwohner
1840 107
1864 094
1871 104
1885 100
1892 108
1895 119
Jahr Einwohner
1900 111
1905 119
1910 131
1925 136
1939 214
1964 257
Jahr Einwohner
1971 236
1981 244
1993 360
2006 490
2007 484
2015 062
Jahr Einwohner
2018 57

Quellen:[1][9][2]

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Lagendorf gehörte zur Pfarrei Lagendorf. Im Jahre 1903 gehörten zur Pfarrei die Kirchengemeinden:[10]

  • Lagendorf bei Bonese in die Holzhausen, Markau, Wiewohl und Thielitz (Landkreis Uelzen) eingepfarrt waren
  • Dahrendorf, eine Nebenkirche (Filial), in die Gröningen eingepfarrt war
  • Bonese, eine Nebenkirche (Filial), und
  • Müssingen (Landkreis Uelzen).

Seit 2003 gehört die Kirchengemeinde Lagendorf zum Kirchspiel Dähre-Lagendorf und heute auch zum Pfarrbereich Osterwohle-Dähre[11] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Von 1831 bis 1865 war Johann Heinrich Friedrich Krüger Pastor in Lagendorf. Er war zugleich ein Forscher der altmärkischen Landeskunde. Seine volkskundlichen Sammlungen sind im Nachlaß Parisius in der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt erhalten.[12]

Politik

Bürgermeister

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Bernd Olms.

Wappen

Blasonierung: „Im grünen, durch eine silbern bordierte schwarze Leiste geteilten Schild oben ein goldener Pflug, unten sieben goldene Scheiben.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Lagendorf ist ein weithin sichtbarer Backsteinsaal mit Südturm. Die Kirche wurde 1911/12 als Ersatz für einen mittelalterlichen Feldsteinsaal mit verbrettertem Turm errichtet.[13]

Sohn des Ortes

  • Martin Lagois (1912–1997), evangelisch-lutherischer Theologe und Fernsehbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1309–1312.
  2. a b Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Band 25. Berlin 1863, S. 276–277 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001003~SZ%3D00287~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  5. Messtischblatt 1608: Bergen. Reichsamt für Landesaufnahme, 1902, abgerufen am 11. Februar 2018.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 359, 361–362.
  7. StBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009
  8. Gebietsänderungsvertrag zur Bildung einer neuen Gemeinde Dähre aus den Gemeinden Bonese, Dähre und Lagendorf zum 01.01.2009 und der Genehmigung des Altmarkkreises Salzwedel vom 24.06.2008. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. Jahrgang 15, Nr. 7/2008. General-Anzeiger Salzwedel, Salzwedel 16. Juli 2008, S. 119–122.
  9. Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, DNB 578458357, S. 148.
  10. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 98 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 11. Februar 2018]).
  11. Pfarrbereich Osterwohle-Dähre. Abgerufen am 11. Februar 2018.
  12. Ludolf Parisius - Nachlaß der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle. Abgerufen am 11. Januar 2018.
  13. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 290.