Lancken (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von der Lancken
Schildsiegel des Grimeslaw von Lanken - Umzeichnung Theodor Pyl 1894

Von der Lancken ist der Name eines alten rügisch-pommerschen Adelsgeschlechtes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter gab es auf Rügen drei Linien des Geschlechts von der Lancken, die von einigen Genealogen als eigenständige Familien angesehen wurden, da sie unterschiedliche Wappen führten. Eine war im Gebiet zwischen Granitz und Mönchgut ansässig und wurde erstmals am 1. Oktober 1285 mit Pridborus de Lancka (Pridbor I.)[1] und 1429 letztmals mit Pridbor IV. von der Lancken erwähnt.[2]

Eine weitere Linie wurde erstmals 1316 mit dem Knappen Mathias von der Lanke auf Wittow erwähnt. Seine Nachkommen erwarben weiteren Grundbesitz auf Wittow, auf Jasmund und in Poseritz, den sie 1575 verkauften, bevor sie Pommern verließen. Dieser Linie entstammte der Lübecker Dompropst und Holsteinisch-Gottorfscher Beamte Ägidius von der Lancken.[3]

Ebenfalls 1316 wurden mehrere Angehörige der dritten Linie erstmals erwähnt. Sie waren auf Wittow und im Kirchspiel Zirkow ansässig. In einem Lehnsbrief des Herzogs Bogislaw X. von 1505 wurden Rickwan, Vicke und Steffen von der Lancken als Söhne dreier Brüder bezeichnet. Von den drei von ihnen gegründeten Linien der Familie starb die von Steffen 1608 und die von Vicke 1718 mit Philipp Ernst von der Lancken aus. Von Rickwan stammen alle später lebenden Nachkommen ab.

Erhalten ist das Siegel eines Grimeslaw von Lanken (de Lanka), der jedoch keiner der Linien zuzuordnen ist. Sein Siegel entspricht dem späteren Wappen der von der Lancken.[4]

Auf Rügen gehörten der Familie von um 1307 bis 1382 das Gut Lipsitz bei Bergen, von 1780 bis 1945 das Gut Boldevitz mit frühbarockem Gutshaus von um 1650 und von um 1608 bis 1878 das Gut Lancken bei Dranske mit barockem Gutshaus von um 1720. Ab 1795 legte Julius von der Lancken auf Lanckensburg den Landschaftspark Juliusruh an.

Neben denen auf Rügen und dem pommerschen Festland wurden Zweige des Geschlechts auch in Mecklenburg ansässig, wo die Familie 1523 zu den Unterzeichnern der Union der mecklenburgischen Landstände zählte. Die mecklenburgischen Besitzungen lagen in der Umgebung von Stavenhagen und in Galenbeck.

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich neun Eintragungen von Töchtern der Familie von der Lancken von 1762 bis 1896 aus Galenbeck und Gädebehn zur Aufnahme in das dortige adelige Damenstift. Von 1877 bis 1891 war Amalie von der Lancken Priorin im Kloster Dobbertin.

Freiherrliches Wappen derer von der Lancken-Wakenitz

Carl Friedrich Bernhard von der Lancken heiratete 1816 Emilie Christine von Wakenitz aus dem Haus Klevenow. In Übereinkunft mit seinem Schwiegervater, Franz (IV.) Carl Ludwig von Wakenitz, der ohne männliche Nachkommen war, nahm er den Namen von der Lancken-Wakenitz an und übernahm die Burg Klevenow in Vorpommern.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt im geteilten Schild in Silber einen aufsteigenden roten Löwen, darunter in Blau drei (2:1) sechsstrahlige silberne (auch goldene) Sterne. Auf dem gekrönten Helm mit blau-silbernen und rot-silbernen Decken ein silberner (auch goldener) Stern.

Die bei Lancken-Granitz ansässige Familie führte einen geteilten Adler über einem geschachten Feld.[2] Die Jasmunder Familie führte einen geteilten Adler über drei gefluteten Balken, in anderer Fassung einen gespaltenen Adler neben drei gefluteten Balken.[3]

Bekannte Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lancken (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pommersches Urkundenbuch II, S. 571
  2. a b Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 5, Friedrich Voigt, Leipzig 1864, S. 367–368. (Digitalisat)
  3. a b Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 5, Friedrich Voigt, Leipzig 1864, S. 368. (Digitalisat)
  4. Theodor Pyl, Pommersche Geschichtsdenkmäler - Die Entwicklung des Pommerschen Wappens, Greifswald, 1894