Lauenburgische Gelehrtenschule

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Lauenburgische Gelehrtenschule
Schulform Gymnasium
Gründung 1160/1845
Adresse

Bahnhofsallee 22

Ort Ratzeburg
Land Schleswig-Holstein
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 42′ 7″ N, 10° 44′ 53″ OKoordinaten: 53° 42′ 7″ N, 10° 44′ 53″ O
Träger Stadt Ratzeburg
Schüler ca. 1000
Lehrkräfte ca. 70
Leitung Thomas Engelbrecht
Website www.lg-ratzeburg.de

Die Lauenburgische Gelehrtenschule ist ein Gymnasium in Ratzeburg. An ihr werden ungefähr 1000 Schüler von etwa 70 Lehrkräften unterrichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Domschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1160 entstand eine Schule, die als Domschule dem Ratzeburger Dom angegliedert war. Nach der Säkularisation des Hochstifts Ratzeburg als Fürstentum Ratzeburg 1648 kam die Schule unter mecklenburgische Hoheit. 1655 entwarf Hector Mithobius eine neue Schulordnung. Schon seit Anfang des 18. Jahrhunderts gab es Überlegungen, die in der Exklave Domhof Ratzeburg gelegene Schule zu schließen. Im Ergebnis der Dritten mecklenburgischen Hauptlandesteilung (1701) fiel die Ratzeburger Exklave mit dem Dom und dem Land Ratzeburg um Schönberg (Mecklenburg) als Landesteil in das Domanium von Mecklenburg-Strelitz. 1841 fiel die Entscheidung der Regierung von Mecklenburg-Strelitz, statt der Domschule nur noch das 1823 entstandene Realgymnasium in Schönberg, das heutige Ernst-Barlach-Gymnasium, zu fördern, was 1845 zur Schließung der Domschule führte.

Gelehrtenschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ratzeburger Bürgerschaft, angeführt vom damaligen Superintendenten Carl Friedrich Wilhelm Catenhusen, hatte angesichts der drohenden Schließung Pläne für ein eigenes Gymnasium entwickelt, die vom damaligen Landesherrn, dem dänischen König Christian VIII. als Herzog von Lauenburg, genehmigt wurden. So erfolgte ab 1845 die Weiterführung des Gymnasiums in herzoglicher Regie, zusammen mit der Ritter- und Landschaft des Herzogtums, als Lauenburgische Gelehrtenschule, zunächst in den angemieteten Räumen der Domschule, ab 1849 in einem eigens dafür errichteten Neubau, dem heutigen Rathaus. Nach dem Wechsel der Herrschaft in Personalunion von Dänemark zu Preußen 1865 und der staatsrechtlichen Vereinigung des Herzogtums mit letzterem Königreich 1876 wurde der neue Landkreis Herzogtum Lauenburg Träger der Schule, Eigentümer des Baus war der Lauenburgische Landeskommunalverband,[1] die Schulaufsicht lag beim Provinzialschulkollegium. 1882 erhielt die Schule eine Turnhalle und 1896 einen Anbau. Ebenfalls 1896 entstand das Bootshaus der Ruderriege der Gelehrtenschule. Im Jahr 1900 erreichte die Schülerzahl mit 190 einen neuen Höchststand.[2]

Anfang der 1960er Jahre konnte im alten Schulgebäude aufgrund steigender Schülerzahlen der Unterricht nicht mehr im geregelten Maße durchgeführt werden. Deswegen wurde die Schule in einen von Kurt Piepenschneider entworfenen Neubau im Stadtteil St. Georgsberg verlegt. Die Trägerschaft der Schule liegt seit 2010 bei der Stadt Ratzeburg.

Zwischen Januar 2009 und September 2010 wurde das fast 50 Jahre alte Schulgebäude abgerissen und wiederum durch einen Neubau ersetzt. Der Unterricht fand in der Übergangszeit in Containern oder im bereits zu Teilen fertiggestellten Fachtrakt statt. Nach den Herbstferien des Schuljahres 2010/11 war der vollständige Umzug in das neue Gebäude abgeschlossen.

Der Insulaner, eine der ältesten Schülerzeitungen Deutschlands, erscheint seit 1932 an der Lauenburgischen Gelehrtenschule.

Zander-Bibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Gründung der Gelehrtenschule übernahm sie einen Teil der Dom(schul)bibliothek; andere Teile blieben beim Dom oder kamen nach Schönberg.[3] Eine Schenkung König Christian VIII. machte weitere Erwerbungen möglich, und 1873 erhielt die Gelehrtenschule die über 5000 Bände umfassende Bibliothek des ersten Rektors Christian Ludwig Enoch Zander. Bis 1900 war die Bibliothek auf etwa 12.000 Bände und etwa 10.000 Schulprogramme angewachsen. Heute ist der Buchbestand der Schule in fünf Bibliotheken aufgeteilt:[4]

  1. die Lernmittelbücherei für Schüler
  2. die Oberstufenbücherei
  3. die Unterstufenbücherei
  4. die alte Lehrerbibliothek (heute Zanderbibliothek genannt)
  5. die Bücher zur Methodik und Didaktik der einzelnen Fächer

Der Altbestand umfasst heute etwa 20.000 Bände und einen Rest der ehemaligen Schulprogramm-Sammlung.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lauenburgische Gelehrtenschule – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1897 entstand ein Lageplan der Schule, wie sie als Liegenschaft des Landeskommunalverbandes in der Grundsteuermutterrolle eingetragen war. Vgl. Findbuch: Kartenverzeichnis – Sämtliche Karten zur erleichterten Globalsuche (Ohne Verlags- und Maßstabsangaben), auf: Kreismuseum Herzogtum Lauenburg in Ratzeburg, abgerufen am 26. Juni 2013.
  2. Das höhere Schulwesen in Preußen. 4. Band, Berlin: Wiegandt & Grieben 1902, S. 427f
  3. Siehe den Eintrag zur Dombibliothek im Handbuch der historischen Buchbestände
  4. Nach Bibliotheken, Webseite der Gelehrtenschule, abgerufen am 6. Februar 2013
  5. Nach Eintrag beim Handbuch der historischen Buchbestände