Lee Isaac Chung

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Lee Isaac Chung (kurz auch nur Isaac, * 19. Oktober 1978 in Denver) ist ein US-amerikanischer Filmregisseur und Drehbuchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lee Isaac Chung wurde in Denver in Colorado geboren und wuchs in Lincoln auf, einer kleinen Stadt in den Ozark Mountains in Arkansas, wo seine Familie eine Farm besaß.[1][2] Seine Eltern immigrierten aus Korea in die USA.

Chung hatte ursprünglich an der Yale University Biologie studiert.[3] Während seines Studiums musste er einen ergänzenden Kunstkurs belegen und erlernte so die Praxis des Filmemachens. Daraufhin überdachte Chung seine beruflichen Pläne und begann stattdessen ein Filmstudium an der University of Utah, das er 2004 mit einem Master of Fine Arts abschloss.[4][5]

Nach einigen Kurzfilmen, unter anderem auf Spanisch[6], stellte er 2007 sein Spielfilmdebüt Munyurangabo bei den Filmfestspielen von Cannes vor, in dem ein Hutu und ein Tutsi, die gemeinsam in Ruandas Hauptstadt Kigali arbeiten, allen Hindernissen zum Trotz eine Freundschaft beginnen.[6][1] Seinen zweiten Film Lucky Life entwickelte er gemeinsam mit der Cinefondation der Filmfestspiele von Cannes und stellte ihn bei 2010 beim Tribeca Film Festival und den Filmfestspielen in Turin vor.[1] Für diesen Film verlegte Chung die gezeigte Freundschaft an die Südostküste der USA. Sein dritter Film Abigail Harm gewann den Preis der Jury beim LA Asian Pacific Film Festival, wo Chung zudem als bester Regisseur ausgezeichnet wurde.[1]

Bei seinem vierten Film Minari – Wo wir Wurzeln schlagen, mit Han Ye-ri und Steven Yeun in den Hauptrollen, der im Januar 2020 beim Sundance Film Festival seine Premiere feierte, stellte er koreanische Immigranten ins Zentrum.[7] Mit der Arbeit am Drehbuch für Minari begann Chung im Februar 2018, nachdem er schon eine ganze Weile mit dem Gedanken an einen semi-autobiografischen Film gespielt hatte. Chung wuchs in ähnlicher Weise auf, wie die Figur des 7-jährigen David Yi, gleichzeitig konnte er sich während des Schreibprozesses aber auch mit der Figur des Vaters identifizieren, da er im selben Alter wie Jacob Yi war. Es sei auch eine Möglichkeit für ihn gewesen, über das Leben seines eigenen Vaters in dieser Zeit nachzudenken, so Chung.[5] Minari gewann bis März 2021 über 80 Film- und Festivalpreise, darunter der Golden Globe Award für den besten fremdsprachigen Film[8] und wurde für mehr als 200 weitere nominiert.[9] Bei der Oscarverleihung 2021 folgten sechs Nominierungen, darunter für Chung selbst in den Kategorien Beste Regie und Bestes Originaldrehbuch.

Chung lebt mit seiner Frau Valerie Chu in Boerum Hill, Brooklyn. Sie arbeitet als Kunsttherapeutin und war bereits an der Entstehung von Munyurangabo beteiligt. Ihre Freiwilligenarbeit in Ruanda mit überlebenden Jugendlichen des Völkermords hatte Chung veranlasst, diesen Film in Ruanda zu drehen.[3][6] Valerie Chu war zudem bei seinem Film Abigail Harm für das Szenenbild verantwortlich. Die beiden haben eine Tochter mit dem Namen Livia.[3]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

British Academy Film Award

Chicago Film Critics Association Award

Critics’ Choice Movie Award

Festival des amerikanischen Films

  • 2020: Nominierung für den Grand Special Prize (Minari – Wo wir Wurzeln schlagen)
  • 2020: Nominierung für den Publikumspreis (Minari – Wo wir Wurzeln schlagen)[12]

Independent Spirit Award

Internationale Filmfestspiele von Cannes

  • 2007: Nominierung für den Un Certain Regard Award (Munyurangabo)
  • 2007: Nominierung für die Camera d'Or (Munyurangabo)

Oscar

Sundance Film Festival

  • 2020: Auszeichnung mit dem Großen Preis der Jury – Dramatic (Minari – Wo wir Wurzeln schlagen)
  • 2020: Auszeichnung mit dem Publikumspreis – Dramatic (Minari – Wo wir Wurzeln schlagen)

Tribeca Film Festival

  • 2010: Nominierung für den Jury Award – Best Narrative Feature (Lucky Life)[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Lee Isaac Chung. In: imagejournal.org. Abgerufen am 16. November 2020.
  2. Minari. In: sundance.org. Abgerufen am 16. November 2020.
  3. a b c Howard Feinstein: A Matter of Life and Death: Lee Isaac Chung and 'Abigail Harm'. In: filmmakermagazine.com, 28. August 2013.
  4. Lee Isaac Chung. In: festival-deauville.com. Abgerufen am 18. November 2020.
  5. a b Artist of the Week: Lee Isaac Chung. In: The Daily Utah Chronicle, 17. März 2020.
  6. a b c Rowena Aquino: Ready for his Close-up: An Interview with Lee Isaac Chung. In: ucla.edu, Abgerufen am 16. November 2020.
  7. Joey Nolfi: Steven Yeun leads moving immigrant story in new 'Minari' trailer. In: Entertainment Weekly, 30. September 2020.
  8. Winners & Nominees 2021. In: goldenglobes.com (abgerufen am 1. März 2021).
  9. Minari (2020) – Awards. In: imdb.com (abgerufen am 16. März 2021).
  10. Manori Ravindran: BAFTA Unveils Film Nominations in Historic Year After Diversity Review: 'Nomadland', 'Rocks' Lead Nominees. In: Variety, 9. März 2021.
  11. Chloé Zhao’s Nomadland leads Chicago Film Critics Association 2020 Award Nominations. In: chicagofilmcritics.org. Abgerufen am 18. Dezember 2020.
  12. Constance Jamet: 'The Nest' avec Jude Law triomphe au Festival américain de Deauville. In: Le Figaro, 12. September 2020.
  13. Zack Sharf: 2021 Independent Spirit Award Nominations List. In: indiewire.com, 26. Januar 2021.
  14. Lee Chung. In: tfiny.org. Abgerufen am 16. November 2020.