Legio V Gallica

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Die Legio V Gallica war eine Legion der römischen Armee, die um die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. vermutlich noch von Gaius Iulius Caesar, möglicherweise auch erst vom gallischen Statthalter Lucius Munatius Plancus um das Jahr 44/43 v. Chr., in Italien[1] ausgehoben und in Gallien eingesetzt wurde.[2]

Geschichte der Legion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die seit langer Zeit geführte Diskussion, ob die Legio V Gallica möglicherweise mit der Legio V Alaudae oder Legio V Macedonica identisch oder eine eigenständige Legion war, ist noch nicht abgeschlossen.[3]

Nach Caesars Ermordung wurde die Legion in Octavians Heer übernommen und nach der Schlacht bei Actium (31 v. Chr.) vermutlich in Galatien stationiert.[1] Nachdem dieses Klientelkönigreich einige Jahre später römische Provinz geworden war, gründete Augustus im Jahr 25 v. Chr. die Veteranenkolonie Colonia Caesarea Antiochia (Antiochia in Pisidien). Bald darauf wurden dort auch Veteranen der Legio V Gallica angesiedelt.[2] Weitere Veteranen wurden in Berytus (Beirut) angesiedelt, bevor die Legion in den Balkan verlegt wurde und dort den Namen Legio V Macedonica erhielt.[4]

Ein alternatives „Endszenario“ leiten andere Historiker aus der Frage ab, ob es die Legio V Gallica oder V Alaudae war, die im Jahr 17/16 v. Chr. in dem als Clades Lolliana (lateinisch: „Niederlage des Lollius“) bezeichneten Gefecht zwischen römischen Truppen und den germanischen Stämmen der Sugambrer, Tenkterer und Usipeter eine Niederlage erlitt und ihren Legionsadler verlor.[5] Nach dieser Schlacht sei die stark angeschlagene Legio V Gallica aufgelöst worden.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Lawrence J. F. Keppie: Legions and veterans: Roman army papers 1971-2000 (Mavors. Roman Army Researches Band 12), Steiner, Stuttgart 2000, ISBN 978-3-515-07744-6, S. 91–92.
  2. a b Emil Ritterling: Legio (V Gallica). In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XII,2, Stuttgart 1925, Sp. 1571.
  3. Victor Gardthausen: Augustus und seine Zeit, 2. Teil, 3. Band, Teubner, Leipzig 1904, S. 678 (online; Nachdruck: Bibliobazaar, 2008, ISBN 0-554-51293-9); Alfred von Domaszewski: Abhandlungen zur römischen Religion, Leipzig 1909, Nachdruck Olms, Hildesheim, New York 1977, S. 8–9; vgl.: Brian W. Jones: The Emperor Domitian, Routledge, 1992, ISBN 0-415-04229-1, S. 226.
  4. Ronald Syme, Anthony Richard Birley: Anatolica: studies in Strabo, Oxford University Press, 1995, ISBN 978-0-19-814943-9, S. 253.
  5. Rainer Wiegels: Von der Niederlage des M. Lollius bis zur Niederlage des Varus; In Helmuth Schneider: Feindliche Nachbarn: Rom und die Germanen, Böhlau, Köln 2008, ISBN 978-3-412-20219-4, S. 50–51; vgl.: Velleius Paterculus 2, 97,1: accepta in Germania clades sub M. Lollio … amissaque legionis quintae aquila vocavit ab urbe in Gallias Caesarem „die in Gallien unter M. Lollius erlittene Niederlage … und der Verlust des Adlers der 5. Legion rief Caesar (= Augustus) von Rom nach Gallien“.
  6. Klaus Bringmann, Thomas Schäfer: Augustus und die Begründung des römischen Kaisertums, Akademie-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-05-003054-2, S. 70.