Leihwagen

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Ein Leihwagen (amtlich korrekt: Mietwagen für Selbstfahrer) ist ein Fahrzeug, zumeist ein Personenkraftwagen, seltener ein Lieferwagen, LKW oder auch ein Anhänger, der zum Zweck der Vermietung im Eigentum einer Gesellschaft, der Autovermietung, ist. Es wird gegen ein Entgelt auf bestimmte Zeit an einen Mieter ausgeliehen. Der jeweilige Preis richtet sich nach der Mietwagenklassifizierung.

Neben Leihwagen gibt es auch Leih-Motorräder, Leih-Trikes und viele andere Fahrzeugarten (Boote, Motorroller, Fahrräder etc.), die in ähnlicher Weise vermietet werden.

Gesetzliche Bestimmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leihwagen unterliegen besonderen Bestimmungen. Zum Beispiel müssen sie ihrem Einsatzzweck entsprechend versichert werden, zu Prämien, die höher liegen als in der Regel von Dauernutzern für eigene Fahrzeuge zu zahlen sind. Sie unterliegen einer stärkeren technischen Überwachung: die Frist zwischen zwei technischen Hauptuntersuchungen ist in aller Regel halbiert. Das heißt, dass ein Leihwagen in der Regel nach 12 Monaten anstatt erst nach 24 Monaten neu geprüft werden muss. Des Weiteren muss ein Leihwagen als „Selbstfahrervermietfahrzeug“ zugelassen werden.

Der Mietgeber ist verpflichtet, genaue Aufzeichnungen zu führen, die es erlauben, z. B. im Falle von Verkehrsverstößen den oder die Fahrer namhaft zu machen.

Die bundesrechtlich maßgebliche Regelung für Kraftfahrzeugvermietung ist die Verordnung über die Überwachung von gewerbsmäßig an Selbstfahrer zu vermietenden Kraftfahrzeuge und Anhänger vom 21. Juli 1969 (BGBl. I S. 875).

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unfall- und Reparaturüberbrückung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Versicherungen getragene Schäden an einem Fahrzeug sind auch oft die Auslöser für das Zurverfügungstellen oder Inanspruchnehmen von Leihwagen: der eigene Pkw ist zum Beispiel wegen eines Unfall nicht nutzbar und während der Reparaturdauer nutzt der Pkw-Fahrer einen Leihwagen. Dieser darf nach aller Regel die gleiche Fahrzeugklasse wie der eigene Wagen aufweisen. Da aber die Versicherungsgesellschaft des Unfallverursachers einwenden kann, der zwischenzeitlich nicht genutzte eigene PKW stelle einen gegenrechenbaren Vorteil dar (da er nicht verschleißt), so ist man als Unfallgeschädigter gut beraten, den eventuellen Leihwagen eine Klasse kleiner zu wählen, um nicht einen Anteil unerstatteter Kosten selbst bezahlen zu müssen. Zu beachten ist auch, dass jemand, der äußerst wenig fährt, unter Umständen sich in einem nicht selbstverschuldeten Schadensfall darauf hinweisen lassen muss, dass Taxifahren bei nur wenigen Fahrten günstiger sei, als ein Mietwagen über die komplette Reparaturzeit hinweg. Dieses ist immer häufiger ein Grund für die Verweigerung einer kompletten Mietwagen-Kostenübernahme seitens der Versicherungen.

Auch können Reparaturen des eigenen Autos auslösen, in dieser Zeit per Leihwagen mobil sein zu wollen, sei es allein der eigene Wunsch, oder sei es im Rechtsanspruch aus einer der immer geläufigeren „Mobilitätsgarantien“ der Fahrzeughersteller. Je nach Nutzungsverhalten können Leihwagen günstiger sein als Taxifahrten.

Urlaubsreisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entfernte Länder werden heute oftmals per Flugzeug aufgesucht. Um vor Ort im Urlaub mobil zu sein, suchen Reisende eine örtliche Autovermietung auf. Die Miete wird entweder für einzelne Tage vereinbart oder aber für mehrere Tage, Wochen oder gar die komplette Urlaubszeit. Letzteres bietet sich insbesondere bei Selbstversorgern mit einer Urlaubs- oder Ferienwohnung an. Sie sind damit in der Lage, jederzeit Lebensmittel einzukaufen und zu einem gegebenenfalls entlegenen Haus zu fahren. Ein Fahrzeug kann auch direkt in einem Arrangement eines Reiseveranstalters enthalten sein.

Geschäftsreisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International gängige Praxis ist die Verwendung von an Flughäfen ansässigen Autovermietungen als Basis vieler Leihwagengeschäfte. National und international fliegende Geschäftsleute holen sich bei Ankunft am Flughafen bei einer Autovermietung einen Leihwagen, reisen mit diesem Fahrzeug zu ihren Geschäftspartnern, und geben den Leihwagen vor ihrem Rückflug wieder am Flughafen zurück.

Abgrenzung des Begriffs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterschiede zu Leasing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leihwagen müssen von Leasingfahrzeugen abgegrenzt werden, obwohl zunächst das Prinzip ähnlich erscheint: auch eine Leasinggesellschaft erwirbt ein Fahrzeug, um es gegen Nutzungsentgelt auszuleihen. Bei Leasingfahrzeugen muss zusätzlich vertraglich genauestens abgegrenzt werden, welcher vertragsschließende Teil die Kosten und Aufwendungen für Versicherung, Wartung und Steuern übernimmt. Dieses ist bei Leihfahrzeugen weitaus einfacher: diese Kosten trägt immer die leihgebende Gesellschaft. Zahlen muss der Nutzer lediglich eine zeitbezogene Nutzungspauschale, in der Regel einen Tagessatz, an den jedoch Auflagen und Zusatzkosten geknüpft sein können wie das Nicht-Überschreiten bestimmter Entfernungen.

Privat verliehene Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von einem „Leihwagen“ spricht man in der Regel nicht, wenn ein Fahrzeug nur von privat an privat ohne entstehende Kosten ausgeliehen wird. Sprachlich korrekt wäre es andererseits jedoch, denn die Leihe ist in ihrer Wortbedeutung ein zeitweiliges, kostenloses Überlassen von Gegenständen oder ähnlichem.

Mietwagen mit Fahrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch müssen Mietwagen bzw. „Funkmietwagen“ sauber gegen „Leihwagen“, bzw. Mietwagen für Selbstfahrer, abgegrenzt werden. Mietwagen sind im gesetzlichen Sinne Fahrzeuge, deren Einsatz gemietet wird einschließlich der Fahrer-Dienste.

Mietwagen für Selbstfahrer hingegen, jener umgangssprachlich genannte „Leihwagen“, ist ein amtlich genutzter Begriff, der auch in Versicherungsunterlagen verwendet wird.

Tankfüllung bei Übergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist in Europa üblich, dass Leihwagen vollgetankt übernommen und zum Ablauf der Entleihfrist ebenso vollgetankt zurückgegeben werden (Full/Full). Tut dies der Mieter nicht, stellt der Vermieter meist neben den eigentlichen Tankkosten eine weitere Aufwandsentschädigung in Rechnung, die in der Regel im Vertrag genannt wird.

In manchen Urlaubsländern ist es üblich, die Fahrzeuge jeweils mit leerem Tank zu übergeben. Pumpt der Vermieter den Tank bei Rückgabe nahezu leer, verdient er damit zusätzlich, da der Mieter meist eine gewisse Sicherheitsreserve im Tank belässt. Die FF (Full/Full)-Option ist daher für den Mieter die beste, wenn man einen Leihwagen mietet.

Übersicht Tankregelungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FF (Full/Full) = Das Fahrzeug wird mit vollem Tank übergeben. Die Rückgabe erfolgt ebenfalls mit vollem Tank.
  • FE (Full/Empty) = Die erste Tankfüllung ist nicht enthalten und muss vor Ort bei Fahrzeugübergabe bezahlt werden. Restbenzin wird nicht erstattet.
  • FP (Full Paid) = Die erste Tankfüllung ist im Mietpreis inklusive. Die Rückgabe erfolgt mit leerem Tank.

Mindestalter zum Fahren eines Leihwagens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mindestalter hängen von der Mietwagenkategorie, Autovermietung und Anmietland ab. Oftmals ist gegen Zahlung einer Jungfahrergebühr eine Anmietung von Klein- und Kompaktfahrzeugen bereits ab 18 Jahren möglich.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Sixt Mietinformationen, Kapitel „Altersbestimmungen“ bzw. Europcar - Allgemeine Bedingungen, Kapitel „5. Berechtigter Fahrer / Zusatzfahrer und Fahrer unter 23 Jahren“.