Lichtenstein (Adelsgeschlecht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen der Lichtenstein in Scheiblers Wappenbuch

Lichtenstein oder Liechtenstein (auch: Stein von Lichtenstein) war der Name eines fränkischen Adelsgeschlechts mit Sitz im Ritterkanton Baunach. Der Stammsitz des Geschlechtes, die Burg Lichtenstein, steht zwischen Ebern und Maroldsweisach auf einem Höhenzug der Haßberge. Das Geschlecht ist um 1850 im Mannesstamm erloschen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Lichtenstein (Unterfranken)

Die Stein von Lichtenstein waren wahrscheinlich Nachfahren der Edelfreien von Stein (de lapide), deren ursprünglicher Sitz der Felsburgstall Teufelsstein unterhalb der Burg Lichtenstein gewesen sein könnte. Um 1200 dürften sie sich in die Linien auf Burg Lichtenstein (die hier behandelte Familie) sowie auf Burg Altenstein geteilt haben (letztere siehe: Stein zu Altenstein, diese sind 1878 erloschen).

1232 wurde die Burg Lichtenstein zusammen mit der Nachbarburg Burg Altenstein erstmals urkundlich erwähnt. Der auf Lichtenstein ansässige Stamm erscheint erstmals urkundlich am 21. März 1336 mit „Apel von Lichtenstein“.[1] Die Lichtensteiner waren Dienstmannen des Hochstifts Würzburg und erschienen oft als Burgmannen und Amtsleute auf hochstiftischen Burgen, etwa auf der Burg Geiersberg über Seßlach. Im 13. Jahrhundert konnte das konkurrierende Hochstift Bamberg die Stammburg Lichtenstein kurzzeitig unter seine Kontrolle bringen und versuchte, letztlich erfolglos, die Familie in seine Gefolgschaft zu integrieren, als Tayno von Lichtenstein sich 1257 mitsamt der Stammburg dem konkurrierenden Hochstift Bamberg unterwerfen musste. Bischof Adalbert zahlte dafür 100 Pfund Heller an den Burgherren und versprach ihm weitere 100 Pfund, wenn er ihm die Burg offenhalten würde.

Die Burg Lichtenstein wurde als große Ganerbenburg in vier Teilburgen unterteilt, von denen heute nur noch die Südburg bewohnt ist, die anderen sind teils Ruinen, teils verschwunden.

Die zahlreichen Nebenlinien der Herren von Lichtenstein überschnitten sich teilweise. Ein Familienstammbaum ist bei Johann Gottfried Biedermann dargestellt.

Die Herren von Lichtenstein sind um 1850 im Mannesstamm erloschen. Nach Isolde Maierhöfer (Historischer Atlas von Bayern, Heft Ebern) war ein Robert von Lichtenstein (gest. 1850 in Freising) der letzte seines Geschlechtes. Allgemein wird jedoch angenommen, die Familie sei bereits mit Karl August von Lichtenstein zu Lahm im Jahr 1845 ausgestorben.

Besitze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Burg Lichtenstein besaß die Familie u. a. Güter bzw. Schlösser in:

Die Familie war in den Ritterkantonen Baunach und Odenwald organisiert.

Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kreuzgang des Würzburger Kiliansdoms befindet sich das 1569 von Veit Baumhauer (ein aus Schwäbisch Hall stammender Bildhauer) geschaffene Grabmal des 1554 resignierten Domherren[3] und Marschalls Georg von Lichtenstein und Hohenstein (gestorben 1565) und seiner Ehefrau.[4]

In der Schottensteiner Pfarrkirche St. Pankratius befinden sich ebenfalls zwei Grabsteine aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. In der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer (Seßlach) findet sich ein Epitaph eines Herren von Lichtenstein zu Geiersberg.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Geviert von Rot und Silber im Zahnschnitt. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken zwei rote Büffelhörner, außen mit je fünf silbernen Straußenfedern besteckt.“

Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Schafhof erinnert ebenfalls an das Geschlecht.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleichnamige, nicht verwandte Adelsgeschlechter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab einige weitere gleichnamige Uradelsgeschlechter, wobei die Schreibweise (mit i oder ie) oft schwankend war:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VII, Band 97 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1989, ISSN 0435-2408
  • Isolde Maierhöfer: Ebern (Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken, Heft 15). München, Kommission für bayerische Landesgeschichte, 1964

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. StArchiv Coburg, F VI 2b 35
  2. Liste der Besitzungen, siehe: Staatsrechtliche Verhältnisse und: Adelslexicon der preussischen Monarchie
  3. Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 59 (1749), Sp. 1354.
  4. Stefan Kummer: Architektur und bildende Kunst von den Anfängen der Renaissance bis zum Ausgang des Barock. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände; Band 2: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. Theiss, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1477-8, S. 576–678 und 942–952, hier: S. 584 und 586.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lichtenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien