Lommersdorf

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Lommersdorf
Gemeinde Blankenheim
Koordinaten: 50° 24′ 48″ N, 6° 45′ 0″ O
Höhe: 464 m
Fläche: 13,81 km²
Einwohner: 613
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 53945
Vorwahl: 02697
Lommersdorf (Nordrhein-Westfalen)
Lommersdorf

Lage von Lommersdorf in Nordrhein-Westfalen

Lommersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Blankenheim (Ahr) im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen. Der Ort liegt unweit des Autobahnendes der A 1.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lommersdorf wurde 975 erstmals urkundlich erwähnt als in villa Lumeresdorph in comitatu Zulpiche. Als Teil einer römischen Siedlung entstand im 5. Jahrhundert die fränkische Siedlung Lommersdorf. Der Ortsname geht vermutlich zurück auf Chlodmarsdorph (Hlod = fränkisch für Ruhm, mar = fränkisch für berühmt). Das Dorf des Ruhmreichen wurde wohl nach einem berühmten Franken-Krieger benannt, wahrscheinlich dem Gründer der Siedlung. Die Herrschaft Arenberg übernahm Lommersdorf später von den Grafen von Are (ältestes Grafengeschlecht in der Eifel). Lommersdorf wurde Haupt- und Gerichtsort innerhalb des Herzogtums Arenberg.

Lommersdorf war ein traditionsreicher Bergwerksort (Brauneisenerz, aber auch vereinzelte jedoch nicht geschürfte Bleierzvorkommen) und lieferte hochwertiges Erz an die im Herzogtum gelegene Ahr- und Stahlhütte, aber auch z. B. an die Jünkerather oder Müllenborner Hütte. Zur Weiterverarbeitung wurde Roh- oder Stabeisen bis in das heutige Belgien geliefert, so u. a. in die Lütticher Kanonenfabrik. Dies ergab sich durch die Handelsbeziehungen der Herzöge, die dort ihren Hauptwohnsitz nahmen.

Zur französischen Zeit war Lommersdorf Hauptort der gleichnamigen Mairie im Canton Blankenheim, der zum Arrondissement Prüm im Saardepartement gehörte. Es blieb bis 1969 eine formal selbstständige Gemeinde, zunächst verwaltet von der Bürgermeisterei Lommersdorf, später vom Amt Blankenheim. Zu der ehemaligen Gemeinde und heutigen Gemarkung Lommersdorf gehören einzelne Häuser in Ahrhütte, die Lommersdorfer- oder Dreimühle und die Ansiedlung Neuhof. Zum 1. Juli 1969 wurde Lommersdorf nach Blankenheim eingemeindet.[1]

Sehenswürdigkeiten und Touristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einzelnen unter Denkmalschutz stehenden Hofanlagen und Kleindenkmälern findet sich in der Ortsmitte eine romanische Basilika aus dem 12. Jahrhundert, mit den Patronen Philippus und Jakobus.

Lommersdorf wird von der als Rundkurs um den Nationalpark Eifel führenden Eifel-Höhen-Route berührt.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Vereine tragen in Lommersdorf zur dörflichen Gemeinschaft bei, neben der Freiwilligen Feuerwehr sind dies u.a. der Fußballverein TuRa Lommersdorf, die 1952 gegründeten Lommersdorfer Musikanten und der Karnevalsverein K.V. Rut-Wiess von 1958.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1000 Jahre Lommersdorf 975–1975. Hillesheim 1975.
  • Johannes Becker: Geschichte der Pfarreien des Dekanats Blankenheim. Köln 1893, S. 493 ff.
  • Christoph Bungartz, Ralf Gier, Peter Scheulen: Von der Eifel nach Amerika. Auswanderung nach Nordamerika 1840–1914. Euskirchen 2005, ISBN 3-935221-55-X.
  • Thomas Eßer: Der Hüttenmeister Stejnmans. Euskirchen 1987, ISBN 3-9800787-3-6.
  • Ralf Gier: Neuhof 1725 bis heute. In: Um Burg und Quelle. Nr. 94, April 2001, S. 15–23.
  • Peter Neu: Die Arenberger und das Arenberger Land. Band 1–6; Koblenz 1995 ff.
  • Anna Schmitz: Nu denk ens aan ... Eine Hundertjährige erzählt. Münster 1981.
  • Paul Spülbeck: Lommersdorfer Chronik. 2. verb. Aufl.; Lommersdorf 1950; überarbeitete und erg. Neuauflage durch Albert Luppertz 1999.
  • Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Schleiden. Düsseldorf 1932, DNB 361826664, S. 232–240.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 99.