Magali Noël

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Magali Noël (1960)

Magali Noël, eigentlich Magali Noëlle Guiffray (* 27. Juni 1932 in Izmir, Türkei; † 23. Juni 2015 in Châteauneuf-Grasse, Frankreich),[1] war eine französische Schauspielerin und Sängerin.

Leben[Bearbeiten]

Magali Noël wurde in der Türkei als Tochter provenzalischer französischer Diplomaten, die in dem Land tätig waren, geboren und besaß schon von klein auf eine Affinität zur Bühne. Bereits früh begann sie mit einer Ballettausbildung und nahm über zehn Jahre Geigenunterricht an der Schule César Francks. Mit fünfzehn Jahren bekam sie Schauspielunterricht. Danach spielte sie an verschiedenen Bühnen Theater. Ihre ersten großen Erfolge feierte sie als Interpretin Molières in Deutschland. Auch später ging sie immer wieder für Engagements ans Theater zurück, z. B. neben Peter Ustinov und an verschiedenen Pariser Bühnen.

Im Alter von 18 Jahren gab sie in einer kleinen Rolle in Demain nous divorcons ihr Filmdebüt, um ein Jahr später ihre erste größere Rolle als Ehefrau Bourvils in Seul dans Paris zu erhalten. Wegen ihrer geschmeidigen und erstaunlichen Einfachheit in der Darstellung wurde sie vorwiegend als die Personifikation des Vamps besetzt.

Magali Noël war bis zuletzt im Filmgeschäft aktiv. Sie spielte in Produktionen in Frankreich, Italien, Deutschland, Großbritannien und den Vereinigten Staaten in den unterschiedlichsten Genres von Komödie (etwa mit dem italienischen Starkomiker Totò) über Krimi und Thriller (Die Schlange) bis hin zur sozialkritischen Tragödie (Der Mann, der die Frauen beherrschte) und ihre Filmographie enthält bekannte Titel wie Rififi, Der Wendekreis des Krebses und Der Tod des Mario Ricci. Insgesamt dreimal stand sie für Federico Fellini vor der Kamera: 1959 als Fanny in Das süße Leben, 1969 als Fortunata in Fellinis Satyricon und 1973 als Gradisca in Amarcord.

Ihr berühmtester Song war Fais-moi mal, Johnny, geschrieben von Boris Vian. Der Song war einer der ersten Rock-’n’-Roll-Songs mit französischem Text.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1950: Demain nous divorcons
  • 1951: Seul dans Paris
  • 1954: Mourez, nous ferons le reste
  • 1954: Dunkelroter Venusstern (Le Fils de Caroline Cherie)
  • 1955: Razzia in Paris (Razzia sur la Chnouf)
  • 1955: Rififi (Du rififi chez les hommes)
  • 1955: Das große Manöver (Les Grandes manoeuvres)
  • 1956: Weiße Margeriten (Elena et les Hommes)
  • 1959: Das süße Leben (La dolce vita)
  • 1961: Mörderspiel
  • 1961: Mädchen im Schaufenster (La ragazza in vetrina)
  • 1962: Das Zeichen der Musketiere (Il colpo segreto di d’Artagnan)
  • 1963: Toto e Cleopatra
  • 1963: Das Todesauge von Ceylon
  • 1969: Fellinis Satyricon (Satyricon)
  • 1970: Der Wendekreis des Krebses (Tropic of cancer)
  • 1970: Der Mann, der die Frauen beherrschte (The Man Who Had Power Over Women)
  • 1973: Amarcord
  • 1985: Diesel
  • 1989: Die Nacht des Schleusenwarts (La Nuit de l’Eclusier)
  • 2000: Die Treue der Frauen (La Fidélité)

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1956: Fais-moi mal Johnny de Boris Vian
  • 1964: Magali Noël chante Boris Vian
  • 1988: Magali Noël chante Boris Vian (CD Jacques Canetti/Musidisc)
  • 1989: Regard sur Vian, with Stéphanie Noël, in live in Beausobre
  • 2002: Magali Noël (CD Story Mercury)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mort de Magali Noël, égérie de Vian et de Fellini. In: lemonde.fr. Le Monde, 23. Juni 2015, abgerufen am 23. Juni 2015 (französisch).