Majakowskiring

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Majakowskiring
Wappen
Straße in Berlin
Majakowskiring
Majakowskiring 29 ehemaliges Wohnhaus von Wilhelm Pieck
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Niederschönhausen
Angelegt 1880
Querstraßen Stille Straße,
Boris-Pasternak-Weg,
Köberle Steig,
Rudolf-Ditzen-Weg
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Technische Daten
Straßenlänge 970 Meter

Der Majakowskiring ist ein oval-geschlossener Straßenzug und namensgebend für die dortige Ortslage im Berliner Ortsteil Niederschönhausen. Das Viertel war zeitweise das abgeschlossene Wohngebiet der wichtigsten Politiker der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und der DDR-Führung.

Lage und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Majakowskiring verläuft von der westlich gelegenen Bundesstraße 96a, die in diesem Straßenzug den Namen Grabbeallee trägt, bis zu der östlich am Park des Schlosses Schönhausen befindlichen Ossietzkystraße. Der Ring aus Kronprinzen- (der nördliche Streckenverlauf) und Viktoriastraße (der südliche Teil des Straßenzuges) erhielt am 4. Mai 1950 den Namen des russischen Dichters Wladimir Wladimirowitsch Majakowski. Zunächst hatte der Ring für kurze Zeit Majakowskistraße geheißen.

Die anliegenden Häuser, die überwiegend Villen-Charakter haben, bewohnten überwiegend bis zu ihrer Flucht und Enteignung nach dem Krieg in erster Linie Industrielle. Vereinzelt erhielten die Alteigentümer für eine Übergangszeit aber auch Mietzahlungen, so im Fall des Hauses Nr. 29. Als die Eigentümer 1950 Ost-Berlin verließen, wurden auch sie enteignet.

Nachdem Architekten wie Hans Scharoun die Häuser im Sinne der neuen Bewohner umgebaut hatten, bewohnten sie bis zu ihrem Umzug in die Waldsiedlung Wandlitz Mitglieder der DDR-Regierung. Der Majakowskiring (oder aber auch der Stadtbezirk Pankow) galt fortan auch als Synonym für die DDR-Regierung. So sprach Konrad Adenauer von den Herren in Pankoff, auch das Lied Sonderzug nach Pankow von Udo Lindenberg bezog sich auf diesen Zusammenhang.

Die im Viertel am Majakowskiring wohnenden Regierungsvertreter schirmte eine Mauer von der Außenwelt ab. Diese blieb auch nach dem Umzug der Politiker nach Wandlitz im Jahre 1960 erhalten. Wegen der Abschottung sprach man auch vom sogenannten „Städtchen“. Erst als Lotte Ulbricht 1973 nach dem Tod ihres Mannes Walter Ulbricht wieder in den Majakowskiring zurückkehren wollte, wurden die Sperren und Kontrollen aufgehoben. Jedoch untersagte man ihr, an ihren ursprünglichen Wohnsitz zurückzukehren, man wies ihr nunmehr das Haus Nummer 12 zu, in dem sie bis zu ihrem Tode 2002 lebte.

Häuser und ihre Bewohner (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Majakowskiring 2, Dezember 2009

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2009 eröffnete das Zentrum für Zeithistorische Forschung und dem Amt für Kultur und Bildung/Museumsverbund Pankow in den Torhäusern des Schlosses Schönhausen eine Dauerausstellung. Sie trägt den Titel „Die Pankower Machthaber. Der Majakowskiring und das Schloss Schönhausen nach 1945“ und dokumentiert die Geschichte des Pankower „Städtchens“ als Wohnviertel der DDR-Machtelite.[2]

Majakowskiweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Majakowskiring wird zweimal vom zur gleichen Zeit benannten Majakowskiweg gekreuzt. Dies führte bis zur Umbenennung des Majakowskiwegs in Rudolf-Ditzen-Weg 1994 nach dem hier 1947 zuletzt wohnenden Hans Fallada oft zu Verwechslungen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wo die alten Kader wohnten
  2. Bilder und Bericht von der Ausstellungseröffnung (PDF; 158 kB)

Koordinaten: 52° 34′ 31″ N, 13° 24′ 10″ O