Bezirk Pankow

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Wappen des Bezirks Pankow seit Juli 2009
Wappen von Berlin
Pankow
3. Bezirk von Berlin
Bezirk Mitte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Bezirk Pankow Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf Bezirk Spandau Bezirk Steglitz-Zehlendorf Bezirk Tempelhof-Schöneberg Bezirk Neukölln Bezirk Treptow-Köpenick Bezirk Marzahn-Hellersdorf Bezirk Lichtenberg Bezirk Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Pankow
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Koordinaten 52° 34′ 8″ N, 13° 24′ 8″ OKoordinaten: 52° 34′ 8″ N, 13° 24′ 8″ O.
Fläche 103,07 km²
Einwohner 394.816 (30. Jun. 2016)
Bevölkerungsdichte 3831 Einwohner/km²
Ausländeranteil 7,9[1] % (31. Dez. 2012)
Arbeitslosenquote 10,0[2] % (30. Apr. 2013)
Postleitzahl 10119, 10247, 10249, 10369, 10405, 10407, 10409, 10435, 10437, 10439, 13051, 13086, 13088, 13089, 13125, 13127, 13129, 13156, 13158, 13159, 13187, 13189
Vorwahl 030
Adresse der
Verwaltung
Breite Straße 24a–26
13187 Berlin
Website www.berlin.de/ba-pankow
Durchschnittsalter 40,8 Jahre[1] (31. Dez. 2012)
Gliederung
Bezirksschlüssel 03
Gliederung des Bezirks

13 Ortsteile

Politik
Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke)
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Jens-Holger Kirchner (Grüne)
Sitzverteilung (Bezirksverordnetenversammlung)
Linke Grüne SPD AfD CDU FDP
13 12 12 8 8 2
Sitzverteilung in der BVV

Pankow [ˈpaŋkoː] ist der dritte[3] Verwaltungsbezirk von Berlin und hatte 394.816 Einwohner per 30. Juni 2016.[4]

Die bis 2001 eigenständigen Bezirke Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee wurden mit der Verwaltungsreform zum heutigen bevölkerungsreichsten Berliner Bezirk Pankow vereint. Er ist nach der flächenmäßig zweitgrößte Bezirk von Berlin.

Der Bezirk Pankow weist hinter Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf die drittbeste Sozialstruktur aller zwölf Berliner Bezirke auf.[5]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pankow liegt im Nordosten Berlins und grenzt an die Bezirke Lichtenberg (im Osten), Friedrichshain-Kreuzberg (im Süden), Mitte (südwestlich) und Reinickendorf (westlich) sowie im Norden an die Landkreise Oberhavel und Barnim im Land Brandenburg.

Der nördlichste Punkt des Bezirks befindet sich im Ortsteil Buch, der zugleich der nördlichste Ortsteil Berlins ist.

Der Bezirk liegt nahezu vollständig auf der eiszeitlich gebildeten Hochfläche des Barnim, die hier eben bis flachwellig ausgebildet ist. Zum größten Teil besteht die Landschaft aus Grundmoränenflächen. Entlang der Panke zieht sich auch ein Sander von Norden nach Süden zum Berliner Urstromtal.

Siehe Liste der Naturdenkmale im Bezirk Pankow

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Weißensee befindet sich der Park am Weißen See mit dem fast kreisrunden Weißen See, dem größten natürlichen Gewässer im Bezirk.

Siedlungstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk ist relativ unterschiedlich besiedelt. Zwei Drittel der Bevölkerung des Bezirks leben in den drei größten Ortsteilen: Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee. Prenzlauer Berg ist der am fünftdichtesten besiedelte Ortsteil Berlins, während Blankenfelde und Stadtrandsiedlung Malchow die zwei am dünnsten besiedelten Ortsteile der Stadt sind. Diese zwei Ortsteile stellen gemeinsam fast ein Fünftel der Fläche des Bezirks dar, haben aber weniger als ein Prozent der Bevölkerung des Bezirks. Nach Neukölln ist Prenzlauer Berg der zweitbevölkerungsreichste Ortsteil Berlins.

Pankow gilt als grüner Bezirk, dabei sind der Bürgerpark, der Schlosspark und der Volkspark Schönholzer Heide besonders zu erwähnen.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bezirk Pankow bestehen die folgenden 13 Ortsteile:

Ortsteil Fläche
(km²)
Ein­wohner[4]
30. Juni 2016
Ein­wohner
pro km²
Lage
0301 Prenz­lauer Berg 11,00 160.127 14.557
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0302 Weißensee 7,93 52.428 6.611
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0303 Blanken­burg 6,03 6.814 1.130
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0304 Heiners­dorf 3,95 6.797 1.721
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0305 Karow 6,65 19.226 2.891
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0306 Stadtrand­siedlung Malchow 5,68 1.135 200
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0307 Pankow 5,66 62.256 10.999
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0308 Blanken­felde 13,40 2.110 157
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0309 Buch 18,20 15.704 863
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0310 Franzö­sisch Buchholz 12,00 20.701 1.725
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0311 Nieder­schön­hausen 6,49 30.662 4.724
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0312 Rosen­thal 4,90 9.327 1.903
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0313 Wilhelms­ruh 1,37 7.529 5.496
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsbezirk von 1920 bis 1938[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bildung von Groß-Berlin im Jahr 1920 wurde aus den folgenden bis dahin zum Landkreis Niederbarnim gehörenden Gebieten der 19. Verwaltungsbezirk von Berlin gebildet:

Der Westteil der Landgemeinde Rosenthal einschließlich Wilhelmsruh kam zum Bezirk Reinickendorf. Nach seinem bevölkerungsreichsten Ortsteil erhielt der Bezirk den Namen Pankow. Das Pankower Rathaus wurde auch Sitz des Bezirksbürgermeisters und der Bezirksverordnetenversammlung. 1930 wurde der Bezirk Pankow mit der Eröffnung der Streckenabschnitts Schönhauser AlleeVinetastraße von der Berliner U-Bahn erreicht.

Stadtbezirk Pankow von 1938 bis 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berliner Gebietsreform mit Wirkung zum 1. April 1938 hatte zahlreiche Begradigungen der Bezirksgrenzen sowie einige größere Gebietsänderungen zur Folge. Das Gebiet westlich der Berliner Nordbahn an der Wollankstraße wurde vom Bezirk Pankow in den Bezirk Wedding umgegliedert. Der Bezirk Reinickendorf gab sein östlich der Nordbahn gelegenes Gebiet, bestehend aus Wilhelmsruh sowie der südlich anschließenden Waldsteg-Siedlung, an den Bezirk Pankow ab. Außerdem kam es zu kleineren Änderungen der Grenze zum Bezirk Prenzlauer Berg an der Bornholmer Straße und der Wisbyer Straße. Die Einwohnerzahl des Bezirks wuchs durch die Grenzänderungen um 1.629 Bewohner und die Fläche des Bezirks vergrößerte sich um 81 Hektar.[7] Die ehemalige Grenze zwischen den Bezirken Pankow und Reinickendorf wird noch heute durch den Übergang der Hauptstraße in die Kopenhagener Straße mit dem Abspannwerk Wilhelmsruh als erstem Gebäude an der Kopenhagener Straße markiert.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa wurde im Zuge der Schlacht um Berlin der Bezirk Pankow am 22. April 1945 von sowjetischen Streitkräften eingenommen und gemäß der Erklärung von Jalta dem Sowjetischen Sektor von Berlin zugeordnet. Ab Oktober 1949 war Pankow als Stadtbezirk von Ost-Berlin de facto Bestandteil der DDR, unabhängig vom strittigen Status der Stadt bis 1990.

Nach dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 wurde der genaue Verlauf der Bezirksgrenze entlang der Nordbahn bedeutsam. Die S-Bahnhöfe Wilhelmsruh und Schönholz lagen trotz ihres Namens auf West-Berliner Gebiet und waren vom Bezirk Pankow aus nicht mehr zugänglich. Der S-Bahnhof Wollankstraße lag zwar auf dem Boden des Bezirks Pankow, sein östlicher Zugang wurde aber ebenfalls gesperrt. Der Bahnhof blieb von West-Berlin aus zugänglich.

Im Jahr 1985 wurden die Ortsteile Karow, Heinersdorf und Blankenburg in den damaligen Stadtbezirk Weißensee umgegliedert, der seinerseits einen Großteil seines Gebiets an den neuen Bezirk Hohenschönhausen abgab.

Mit der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurde der Bezirk Pankow Teil des Bundeslandes Berlin. Am 16. September 2000 wurde die U-Bahn-Linie U2 von der Vinetastraße bis zum Bahnhof Berlin-Pankow verlängert.

Regierungssitz der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1949 war das Schloss Schönhausen Sitz des Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck. Bis 1964 war das Gebäude Amtssitz des Staatsoberhaupts, des Vorsitzenden des Staatsrates. Ab 1964 bis zur politischen Wende 1989 diente das Schloss als das offizielle Gästehaus des SED-Regimes für hohe Staatsgäste. Zusammen mit dem nahegelegenen Majakowskiring bildete es eines der politischen Zentren der DDR.

Bezirk Pankow seit 2001[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. Januar 2001 wurde der Bezirk Pankow im Rahmen der Berliner Bezirksreform mit den Bezirken Weißensee und Prenzlauer Berg zusammengeschlossen. Der neue Großbezirk erhielt nach längeren Auseinandersetzungen um die Bezeichnung auf Beschluss seiner Bezirksverordnetenversammlung wieder den Namen Pankow.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungspyramide des Bezirks Pankow 2010

Per 30. Juni 2016 zählte der Bezirk Pankow 394.816 Einwohner auf einer Fläche von 103,07 Quadratkilometern.[4] Somit lag am Stichtag die Bevölkerungsdichte bei 3.831 Einwohnern pro Quadratkilometer. Siehe hierzu auch: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins.

Am 31. Dezember 2012 lag der Ausländeranteil bei 7,9 %, wobei dieser Anteil je nach Ortsteil stark schwankt. Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund lag am Stichtag bei 13,7 %.[1] Die Arbeitslosenquote bezifferte sich am 30. April 2013 auf 10,0 % und war somit der niedrigste Wert aller Berliner Bezirke (zum Vergleich: Der Bezirk Neukölln hatte mit 17,1 % die höchste Arbeitslosenquote).[2] Das Durchschnittsalter der Bevölkerung belief sich am 31. Dezember 2012 auf 40,8 Jahren.[1] Der Frauenanteil lag im Bezirk gemäß Statistischem Jahrbuch von 2011 bei 50,7 % gegenüber 49,3 % Männeranteil.[8]

Bevölkerungs­entwicklung 1920–2000
Jahr Einwohner[9] Jahr Einwohner
1920 94.656 1961 134.826
1925 100.825 1970 141.466
1933 141.333 1987 115.538
1939 154.725 2000 125.345
1946 143.962 2012 381.602
1950 149.662

Anmerkung: Nach 2001 Großbezirk Pankow.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Straßenverkehr im Bezirk wird geprägt durch die drei radial vom Stadtzentrum nach Norden bzw. Nordosten verlaufenden Bundesstraßen B 96a (Schönhauser Allee/Berliner Straße), B 109 (Prenzlauer Allee/Prenzlauer Promenade), die am S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf in die Bundesautobahn 114 mündet, und die B 2 (Greifswalder Straße/Berliner Allee). Pankow ist der einzige Bezirk der vom Berliner Ring, der Autobahn A10 erschlossen ist. Von großer Bedeutung für den Straßenverkehr sind auch die beiden Ringstraßen: Danziger Straße (innerhalb des S-Bahn-Rings) und Ostseestraße – Wisbyer Straße – Bornholmer Straße (außerhalb des S-Bahn-Rings).

S- und Regionalbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U-Bahnhof Pankow

Pankow wird von den S-Bahn Linien S1, S2, S25, S41, S42, S8, S85 und S9 angebunden. Im Bezirk liegt fast der gesamte nördliche Teil des Ostringes der Ringbahn mit den S-Bahnhöfen Storkower Straße, Landsberger Allee, Greifswalder Straße, Prenzlauer Allee und Schönhauser Allee. An dem auf der Grenze zum Ortsteil Gesundbrunnen des Bezirks Mitte gelegenen Bahnhof Bornholmer Straße teilen sich die von Süden kommenden Linien in die Strecken Richtung Oranienburg/Hennigsdorf (Berliner Nordbahn) und Bernau (Stettiner Bahn) auf. Auf der Grenze zum Bezirk Reinickendorf liegen die Bahnhöfe Wollankstraße, Schönholz und Wilhelmsruh, wobei sich die beiden zuletzt genannten Stationen auf Reinickendorfer Gebiet befinden. An der nach Nordosten führenden Stettiner Bahn liegen die Bahnhöfe Pankow, Pankow-Heinersdorf, Blankenburg, Karow und Buch. Am Karower Kreuz soll im Jahr 2021 der Bahnhof Karower Kreuz in Betrieb gehen.

Am Bahnhof Berlin-Karow beginnt die Regionalbahn-Linie NB27 (Heidekrautbahn) der Niederbarnimer Eisenbahn nach Groß Schönebeck beziehungsweise Wensickendorf.

U-Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bezirk Pankow gibt es fünf U-Bahnhöfe der Linie U2, und zwar im Ortsteil Prenzlauer Berg die Bahnhöfe Senefelderplatz, Eberswalder Straße und Schönhauser Allee sowie im Ortsteil Pankow die Bahnhöfe Vinetastraße und Pankow. Dabei sind die Bahnhöfe Schönhauser Allee und Pankow Umsteigebahnhöfe zur S-Bahn.

Straßenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Straßenbahn-Netz im Bezirk folgt im Wesentlichen den im Abschnitt Individualverkehr beschriebenen Hauptstraßen. Daneben gibt es noch eine von Südwesten nach Nordosten verlaufende Ergänzungslinie. Die aus der Schönhauser Allee nach Norden verlaufende Straßenbahn-Linie verästelt sich im Ortsteil Pankow in drei Zweige. Die Linienführung in der Berliner Allee verlässt den Bezirk Pankow ostwärts in Richtung des Bezirks Lichtenberg. Die Strecke in der Berliner Allee wurde im Herbst 2005 saniert und mit lärmschluckendem Rasengleis sowie neuen Haltestellen ausgerüstet.

Radfernwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pankow ist in das Netz der Radfernwege eingebunden. So verläuft der Radfernweg Berlin–Usedom von der Museumsinsel entlang der Schönhauser Allee, biegt dann in die Schwedter Straße ab und führt durch den Mauerpark und den Schlosspark Pankow und weiter nach Karow und Buch. Entlang der Bezirksgrenze zwischen Pankow und dem Bezirk Reinickendorf und dem Ortsteil Wedding vom Bezirk Mitte, die dem früheren Grenzverlauf der DDR entspricht, verläuft der Berliner Mauerweg.

Windkraftanlage nahe dem Autobahndreieck Pankow

Energieversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einem Feld im Norden Pankows, Ortsteil Buch, (mit den Geo-Koordinaten: 52° 38′ 54″ N, 13° 26′ 40″ O) sowie bei der Stadtrandsiedlung Malchow befinden sich die einzigen beiden Windkraftanlagen Berlins (Stand: 2017). Bei beiden Anlagen, die 2008 bzw. 2014 in Betrieb genommen wurden, handelt es sich um Anlagen des Typs Enercon E-82 mit einem Rotordurchmesser von 82 m, einer Nabenhöhe von 138 m und einer Gesamthöhe von 179 m.

Die Nennleistung der ersten Anlage beträgt 2 MW, die zweite Anlage verfügt über eine Leistung von 2,3 MW. Das Regelarbeitsvermögen der Windkraftanlagen liegt bei 4 bzw. 5 Millionen kWh pro Jahr. Die Investitionssumme lag bei jeweils ca. 3,4 Millionen Euro.[10]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung 2016 [11]
Wahlbeteiligung: 66,7 %
 %
30
20
10
0
21,1
20,6
20,0
13,3
12,8
3,9
2,6
5,7
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011[11]
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+2,6
-0,3
-8,1
+13,3
-1,1
+2,8
-7,6
-1,6

Volksvertretung des Bezirks ist die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow von Berlin.

Bezirksbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

des früheren Bezirks Pankow vor der Verwaltungsreform 2001

Zeitraum Name Partei
1920–1921 Gustav Stawitz
1921–1924 Wilhelm Kubig USPD SPD
1924–1944 Hans Meißner DVP/NSDAP
1944–1945 Bernhard Ahmels NSDAP
April 1945 – Mai 1946 Bruno Mätzchen KPD/SED
Mai 1946 – Juni 1946 Fritz Schmidt SPD
Juni 1946 – Dezember 1946 unbekannt
Dezember 1946 – Dezember 1948 Erich Ryneck SPD
1948–1950 Otto-Heinz Gahren LDPD
1950–1951 Hermann Selbach LDPD
1951–1952 Martin Dietrich LDPD
1953–1961 Friedel Weiss SED
1961–1971 Gerhard Kirchbaum SED
1971–1981 Horst Ansorge SED
1981–1988 Hans Walter SED
1988 – Dezember 1989 Heinz Mohn SED
Dezember 1989 – Februar 1990 Uwe Hauser SED
Februar 1990 – Mai 1990 Nils Busch-Petersen parteilos
1990–1992 Harald Lüderitz SPD
1992–1999 Jörg Richter SPD
1999–2001 Gisela Grunwald PDS

Bezirksbürgermeister des Großbezirks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksbürgermeister nach der Verwaltungsreform 2001, bestehend aus den früheren Bezirken Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee:

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Wappen des Bezirks Pankow

Blasonierung: In Silber oben eine durchgehende und oben anstoßende rote Mauer ohne Fugen, mit drei offenen Toren ohne Torflügel, der mittlere der Torbögen breiter und höher als die äußeren; unten ein achtspeichiges rotes Rad, das oberhalb seiner Mitte beidseits von einer grünen Hopfendolde mit Blatt begleitet ist. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist.[12]

Coat of arms of borough Pankow.svg

Die Suche für ein Wappen des Bezirks Pankow fand am 28. Juli 2009 ihr Ende. Im Bezirk erfolgte die Entscheidung durch die Bezirksverwaltung nach Empfehlung durch die Wappenkommission. Nach der Verwaltungsreform 2001 ging der ehemalige kleinere Bezirk Pankow in den Großbezirk Pankow auf. Ende 2006 wurde die Auseinandersetzung um den Bezirksnamen beendet und am 1. Oktober 2007 folglich zur Wappenfindung aufgerufen. Am 30. April 2008 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung, den Heraldiker Jörg Mantzsch mit der Gestaltung zu beauftragen, der mehrere Entwürfe nach vorgegebenem Inhalt zur Entscheidung vorlegte. Nach einigen Diskussionen zwischen dem Bezirksamt und dem ausführenden Heraldiker gab das Pankower Bezirksamt am 24. Februar 2009 den beschlossenen Entwurf bekannt.[13] Die offizielle Verleihung des Wappens durch den Senat des Landes Berlin erfolgte am 28. Juli 2009.[14]

Das Wappen des alten Bezirks Pankow wurde im Rahmen der 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987 verliehen. Es greift Elemente der ehemaligen Landgemeinde Pankow auf und zeigte „in silbernem Schild zwei gekreuzte und durch ein silbernes Band zusammengehaltene goldene Getreidegarben auf grünem Boden. In die Garben ist aufrecht ein goldener Rechen, schräg rechts ein goldener Dreschflegel und schräg links eine Sense mit blauem Blatt gesteckt. Alle drei Geräte haben einen roten Stiel. Die Garben sind belegt mit zwei gestürzten und schräg gekreuzten blauen Spaten mit roten Stielen“. Das achtspeichige Rad wurde in vereinfachter Form aus dem Wappen von Weißensee übernommen. Im Rahmen der Bezirksreform wurde das Wappen zunächst um ein dreitürmige Mauerkrone ergänzt, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist. Die Mauerkrone ist das verbindende Element aller Berliner Bezirke.

Partner- und Patenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PolenPolen Kołobrzeg (seit Mai 1994) – eine vom Altbezirk Pankow begründete aktiv betriebene Partnerschaft.[15]
IsraelIsrael Aschkelon (seit Juli 1994) – vom Altbezirk Weißensee eingebrachte Partnerschaft. Nachdem die Partnerschaft lange ruhte, werden die Kontakte seit 2009 wieder reaktiviert.[16]
1. WachBtlBMVg.jpg 1. Kompanie des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung (seit Juli 2006) – Patenschaft mit der 1. Kompanie des Wachbataillons beim Verteidigungsministerium,[17] die sich an die seit 1998 bestehende Patenschaft mit dem Führungsunterstützungsregiment 38 der Bundeswehr (nach dessen Standortwechsel nach Storkow) anschloss.

Polizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Direktion 1 der Berliner Polizei ist für den Bezirk Pankow und Reinickendorf zuständig.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kunsthochschule Berlin-Weißensee befindet sich im gleichnamigen Ortsteil Weißensee und ist eine Hochschule zur Ausbildung von Künstlern verschiedener Fachrichtungen. Sie wurde 1946 gegründet. Eine Besonderheit ist das Künstlerische Grundlagenstudium, das an die Tradition des Bauhauses anknüpft.[18]

Das Bard College Berlin ist eine staatlich anerkannte Universität in Berlin, die interdisziplinäre Studienprogramme im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften anbietet.[19]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohnstadt Carl Legien, UNESCO Welterbe

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Prenzlauer Berg sind im älteren Bereich zwischen Prenzlauer und Schönhauser Allee breite Bürgersteige mit Cafés und Kneipen trotz der dichten Bebauung sehenswert. Bemerkenswert sind die Großsiedlungsbauten aus den 1920er Jahren, die im Gegensatz zu den Mietskasernen das neue Bauen ihrer Zeit dokumentieren. Besonders gilt dies für die Wohnstadt Carl Legien, die von Bruno Taut projektiert wurde und zusammen mit fünf anderen Berliner Siedlungen Weltkulturerbe der UNESCO ist.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Max-Schmeling-Halle wurde im Zuge der Olympia-Bewerbung Berlins für das Jahr 2000 im Stadtteil Prenzlauer Berg errichtet und 1996 von Max Schmeling eingeweiht. Die Mehrzweckhalle war bis zur Saison 2007/2008 die Heimspielstätte des Basketball-Bundesligavereins ALBA Berlin und ist gegenwärtig die Heimspielstätte der Füchse Berlin. Außerdem wird sie für weitere sportliche Ereignisse, Veranstaltungen und Konzerte genutzt.

Das Velodrom steht am S-Bahnhof Landsberger Allee. Die Radrennsporthalle ist mit 12.000 Zuschauerplätzen nach der Mercedes-Benz Arena (17.000 Zuschauer) die zweitgrößte Veranstaltungshalle Berlins.

Direkt neben dem Velodrom befindet sich die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark. In der Schwimmhalle fanden mehrere Deutsche Schwimmmeisterschaften und Schwimmeuropameisterschaften statt. Beide Gebäude wurden ebenfalls im Zuge der Berliner Olympia-Bewerbung erbaut.

Kinos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pankow in der Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pankow“ ist der Name einer Berliner Rockband.
  • Der Sänger Udo Lindenberg brachte 1983 ein Lied mit dem Titel Sonderzug nach Pankow heraus.
  • „Pankow“ war zeitweilig ein beliebtes Synonym für die DDR und ihre Staatsführung im westdeutschen Sprachgebrauch, insbesondere in den Medien (siehe → hier).
  • Pankow mit ihren umliegenden Gebieten galt bereits Ende des 19. Jahrhunderts als beliebtes Ausflugsziel. In diversen Liedern kommt Pankow vor, so „Komm Karlineken komm […] wir woll'n nach Pankow geh'n […] Pankow, kille, kille, Pankow […]“ oder in „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten, nach Pankow war sein Ziel […] Auf der Schönholzer Heide da gab's 'ne Keilerei […]“

Persönlichkeiten des Bezirks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Statistischer Bericht – Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2012 (PDF; 3,1 MB). Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Abgerufen am 19. Juni 2013.
  2. a b Arbeitslosigkeits-Atlas – Arbeitslosigkeit in Berlin – Zahlen und Quoten in der Stadt und in den Bezirken (Memento vom 11. Juli 2011 im Internet Archive). Berliner Morgenpost. Abgerufen am 19. Juni 2013.
  3. Nummerierung gemäß Bezirksschlüssel; von 1920 bis 2001 Nummer 19.
  4. a b c Melderechtlich registrierte Einwohner im Land Berlin am 30. Juni 2016, Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 24. September 2016 (PDF-Datei) (Hilfe dazu).
  5. Handlungsorientierter Sozialstrukturatlas Berlin 2013. Gesundheitsberichterstattung Berlin – Spezialbericht. Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, S. 15, abgerufen am 29. Juli 2015 (PDF; 17 MB).
  6. Berlin in Zahlen
  7. Berlin in Zahlen, 1949
  8. Pankow in Zahlen – Die kleine Bezirksstatistik. (Memento vom 4. Januar 2015 im Internet Archive) Bezirksamt Pankow von Berlin. Abgerufen am 15. Juni 2013.
  9. Statistische Jahrbücher von Berlin
  10. Zweite Windkraftanlage in Pankow eingeweiht. In: Pankower Allgemeine Zeitung, 5. Dezember 2015, abgerufen am 9. Oktober 2015.
  11. a b Die Landeswahlleiterin für Berlin, abgerufen am 19. September 2016
  12. Hoheitszeichen von Berlin – Bezirkswappen
  13. Entwurf des neuen Wappens (PDF; 175 kB)
  14. Pressemitteilung des Senates vom 28. Juli 2009: „Bezirk Pankow mit neuem Wappen“
  15. Zusammenarbeit mit Kolberg 2011 (PDF; 2,9 MB)
  16. Partnerstadt Ashkelon
  17. Bezirksamt Pankow, Partner- und Patenschaften (Memento vom 12. Juni 2012 im Internet Archive)
  18. Künstlerische Grundlagen auf Website der khb Weißensee, abgerufen am 6. April 2013
  19. Die Welt ist zurück, Tagesspiegel, abgerufen am 26. Mai 2017