Bezirk Pankow

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Wappen des Bezirks Pankow seit Juli 2009
Wappen von Berlin
Pankow
3. Bezirk von Berlin
Bezirk Mitte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Bezirk Pankow Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf Bezirk Spandau Bezirk Steglitz-Zehlendorf Bezirk Tempelhof-Schöneberg Bezirk Neukölln Bezirk Treptow-Köpenick Bezirk Marzahn-Hellersdorf Bezirk Lichtenberg Bezirk Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Pankow
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Koordinaten 52° 34′ 8″ N, 13° 24′ 8″ O52.56888888888913.402222222222Koordinaten: 52° 34′ 8″ N, 13° 24′ 8″ O.
Fläche 103,01 km²
Einwohner 370.455 (31. Okt. 2013)
Bevölkerungsdichte 3596 Einwohner/km²
Ausländeranteil 7,9[1] % (31. Dez. 2012)
Arbeitslosenquote 10,0[2] % (30. Apr. 2013)
Postleitzahl 10119, 10247, 10249, 10369, 10405, 10407, 10409, 10435, 10437, 10439, 13051, 13086, 13088, 13089, 13125, 13127, 13129, 13156, 13158, 13159, 13187, 13189
Vorwahl 030
Adresse der
Verwaltung
Breite Straße 24a–26
13187 Berlin
Website www.berlin.de/ba-pankow
Durchschnittsalter 40,8 Jahre[1] (31. Dez. 2012)
Gliederung
Bezirksschlüssel 03
Gliederung des Bezirks

13 Ortsteile

Politik
Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD)
Stellvertretender Bezirksbürgermeister Jens-Holger Kirchner (Grüne)
Sitzverteilung (Bezirksverordnetenversammlung)
SPD Grüne Linke CDU Piraten
17 13 11 8 6
Sitzverteilung in der BVV
Verkehrsanbindung
Autobahn A10 A114
Bundesstraße B2 B96a B109
S-Bahn Berlin S1.svg Berlin S2.svg Berlin S25.svg Berlin S41.svg Berlin S42.svg Berlin S8.svg Berlin S85.svg Berlin S9.svg
U-Bahn Berlin U2.svg

Pankow [ˈpaŋkoː] ist der dritte[3] Verwaltungsbezirk von Berlin und hat rund 370.000 Einwohner. Bis zur Verwaltungsreform im Jahr 2001 gab es einen kleineren Bezirk Pankow; dieser wurde mit den damaligen Bezirken Prenzlauer Berg und Weißensee zum jetzt bevölkerungsreichsten der Berliner Bezirke fusioniert.

Geographie[Bearbeiten]

Pankow liegt im Nordosten Berlins und grenzt an die Bezirke Lichtenberg, Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Reinickendorf sowie an die Landkreise Oberhavel und Barnim im Land Brandenburg.

Der Bezirk liegt nahezu vollständig auf der eiszeitlich gebildeten Hochfläche des Barnim, die hier eben bis flachwellig ausgebildet ist. Zum größten Teil besteht die Landschaft aus Grundmoränenflächen. Entlang der Panke zieht sich auch ein Sander von Norden nach Süden zum Berliner Urstromtal.

Ortsteile und Ortslagen[Bearbeiten]

Im Bezirk Pankow bestehen dreizehn Ortsteile.

Ortsteil
und Ortslagen
Fläche
(km²)
Einwohner[4]
31. Dezember 2013
Einwohner
pro km²
Lage
0301 Prenzlauer Berg 11,00 154.574 14.052
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0302 Weißensee 7,93 49.056 6.186
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0303 Blankenburg 6,03 6.595 1.094
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0304 Heinersdorf 3,95 6.526 1.652
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0305 Karow 6,65 18.626 2.801
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0306 Stadtrandsiedlung Malchow 5,68 1.124 198
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0307 Pankow 5,66 59.708 10.549
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0308 Blankenfelde 13,40 2.023 151
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0309 Buch 18,20 13.701 753
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0310 Französisch Buchholz 12,00 19.897 1.658
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0311 Niederschönhausen 6,49 29.236 4.505
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0312 Rosenthal 4,90 9.191 1.876
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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0313 Wilhelmsruh 1,37 7.275 5.310
Berlin Brandenburg Buch Karow Wilhelmsruh Rosenthal Blankenfelde Niederschönhausen Heinersdorf Blankenburg Französisch Buchholz Pankow Prenzlauer Berg Weißensee Stadtrandsiedlung MalchowOrtsteile des Bezirks Pankow
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Der Bezirk ist sehr unterschiedlich besiedelt. Zwei Drittel der Bevölkerung des Bezirks leben in den drei größten Ortsteilen: Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee. Prenzlauer Berg ist der am fünftdichtesten besiedelte Ortsteil Berlins, während Blankenfelde und Stadtrandsiedlung Malchow die zwei am dünnsten besiedelten Ortsteile der Stadt sind. Diese zwei Ortsteile stellen gemeinsam fast ein Fünftel der Fläche des Bezirks dar, haben aber weniger als ein Prozent der Bevölkerung des Bezirks. Nach Neukölln ist Prenzlauer Berg der zweitbevölkerungsreichste Ortsteil Berlins.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungspyramide des Bezirks Pankow 2010

Per 31. Oktober 2013 zählte der Bezirk Pankow 370.455 Einwohner auf einer Fläche von 103,0 Quadratkilometern.[5] Somit lag am Stichtag die Bevölkerungsdichte bei 3.596 Einwohnern pro Quadratkilometer. Am 31. Dezember 2012 lag der Ausländeranteil bei 7,9 Prozent, wobei dieser Anteil je nach Ortsteil stark schwankt. Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund lag am Stichtag bei 13,7 Prozent.[1] Die Arbeitslosenquote bezifferte sich am 30. April 2013 auf 10,0 Prozent und war somit der niedrigste Wert aller Berliner Bezirke (zum Vergleich: Der Bezirk Neukölln hatte mit 17,1 Prozent die höchste Arbeitslosenquote).[2] Das Durchschnittsalter der Bevölkerung belief sich am 31. Dezember 2012 auf 40,8 Jahren.[1] Der Frauenanteil lag im Bezirk gemäß Statistischem Jahrbuch von 2011 bei 50,7 Prozent gegenüber 49,3 Prozent Männeranteil.[6]

Bevölkerungsentwicklung 1920–2000
Jahr Einwohner[7]
1920 94.656
1925 100.825
1933 141.333
1939 154.725
1946 143.962
1950 149.662
1961 134.826
1970 141.466
1987 115.538
2000 125.345
Nov. 2012 381.602

Politik[Bearbeiten]

Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung 2011[8]
Wahlbeteiligung: 58,9 %
 %
30
20
10
0
28,1
20,8
18,5
13,9
10,2
2,0
6,5
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006[8]
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-0,3
+3,6
-4,3
+1,3
+10,2
+2,0
-12,5

Volksvertretung des Bezirks ist die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow von Berlin.

Bezirksbürgermeister[Bearbeiten]

des früheren Bezirks Pankow vor der Verwaltungsreform 2001

  • 1920–1921: Gustav Stawitz
  • 1921–1924: Wilhelm Kubig (USPD und SPD)
  • 1924–1944: Hans Meißner (DVP/NSDAP)
  • 1944–1945: Bernhard Ahmels (NSDAP)
  • April 1945 bis Mai 1946: Bruno Mätzchen (KPD/SED)
  • Mai 1946 bis Juni 1946: Fritz Schmidt (SPD)
  • Juni 1946 bis Dezember 1946: unbekannt
  • Dezember 1946 bis Dezember 1948: Erich Ryneck (SPD)
  • 1948–1950: Otto-Heinz Gahren (LDPD)
  • 1950–1951: Hermann Selbach (LDPD)
  • 1951–1952: Martin Dietrich (LDPD)
  • 1953–1961: Friedel Weiss (SED)
  • 1961–1971: Gerhard Kirchbaum (SED)
  • 1971–1981: Horst Ansorge (SED)
  • 1981–1988: Hans Walter (SED)
  • 1988 bis Dezember 1989: Heinz Mohn (SED)
  • Dezember 1989 bis Februar 1990: Uwe Hauser (SED)
  • Februar 1990 bis Mai 1990: Nils Busch-Petersen (parteilos)
  • 1990–1992: Harald Lüderitz (SPD)
  • 1992–1999: Jörg Richter (SPD)
  • 1999–2001: Gisela Grunwald (PDS)


Matthias Köhne (m.) auf dem 19. Pankower Wirtschaftstag 2013

Bezirksbürgermeister des Großbezirks Pankow[Bearbeiten]

nach der Verwaltungsreform 2001, bestehend aus den früheren Bezirken Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee

Geschichte[Bearbeiten]

Verwaltungsbezirk von 1920 bis 1938[Bearbeiten]

Bei der Bildung von Groß-Berlin im Jahr 1920 wurde aus den folgenden bis dahin zum Landkreis Niederbarnim gehörenden Gebieten der 19. Verwaltungsbezirk von Berlin gebildet:

Der Westteil der Landgemeinde Rosenthal einschließlich Wilhelmsruh kam zum Bezirk Reinickendorf. Nach seinem bevölkerungsreichsten Ortsteil erhielt der Bezirk den Namen Pankow. Das Pankower Rathaus wurde auch Sitz des Bezirksbürgermeisters und der Bezirksverordnetenversammlung. 1930 wurde der Bezirk Pankow mit der Eröffnung der Streckenabschnitts Schönhauser AlleeVinetastraße von der Berliner U-Bahn erreicht.

Stadtbezirk Pankow von 1938 bis Ende 2000[Bearbeiten]

Im Jahr 1938 kam es in Berlin zu einer Reform der Bezirksgrenzen. Das Gebiet westlich der Berliner Nordbahn an der Wollankstraße wurde vom Bezirk Pankow in den Bezirk Wedding umgegliedert. Der Bezirk Reinickendorf gab sein östlich der Nordbahn gelegenes Gebiet, bestehend aus Wilhelmsruh sowie der südlich anschließenden Waldsteg-Siedlung, an den Bezirk Pankow ab. Außerdem kam es zu kleineren Änderungen der Grenze zum Bezirk Prenzlauer Berg an der Bornholmer Straße und der Wisbyer Straße. Die Einwohnerzahl des Bezirks wuchs durch die Grenzänderungen um 1.629 Bewohner und die Fläche des Bezirks vergrößerte sich um 81 Hektar.[10] Die ehemalige Grenze zwischen den Bezirken Pankow und Reinickendorf wird noch heute durch den Übergang der Hauptstraße in die Kopenhagener Straße mit dem Abspannwerk Wilhelmsruh als erstem Gebäude an der Kopenhagener Straße markiert.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bezirk Pankow am 22. April 1945 von sowjetischen Streitkräften eingenommen und gemäß der Erklärung von Jalta dem Sowjetischen Sektor von Berlin zugeordnet. Ab Oktober 1949 war Pankow als Stadtbezirk von Ost-Berlin de facto Bestandteil der DDR, unabhängig vom strittigen Status der Stadt bis 1990.

Nach dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 wurde der genaue Verlauf der Bezirksgrenze entlang der Nordbahn bedeutsam. Die S-Bahnhöfe Wilhelmsruh und Schönholz lagen trotz ihres Namens auf West-Berliner Gebiet und waren vom Bezirk Pankow aus nicht mehr zugänglich. Der S-Bahnhof Wollankstraße lag zwar auf dem Boden des Bezirks Pankow, sein östlicher Zugang wurde aber ebenfalls gesperrt. Der Bahnhof blieb von West-Berlin aus zugänglich.

1985 wurden die Ortsteile Karow, Heinersdorf und Blankenburg in den damaligen Stadtbezirk Weißensee umgegliedert, der seinerseits einen Großteil seines Gebiets an den neuen Bezirk Hohenschönhausen abgab.

Mit der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurde der Bezirk Pankow Teil des Bundeslandes Berlin. Am 16. September 2000 wurde die U-Bahnlinie 2 von der Vinetastraße bis zum Bahnhof Berlin-Pankow verlängert.

Bezirk Pankow seit 2001[Bearbeiten]

Zum 1. Januar 2001 wurde der Bezirk Pankow im Rahmen der Berliner Bezirksreform mit den Bezirken Weißensee und Prenzlauer Berg zusammengeschlossen. Der neue Großbezirk erhielt nach längeren Auseinandersetzungen um die Bezeichnung auf Beschluss seiner Bezirksverordnetenversammlung wieder den Namen Pankow.

DDR-Regierungssitz[Bearbeiten]

Im westdeutschen Sprachgebrauch wurde der metonymische Begriff Pankow verwendet, wenn die DDR-Führung gemeint war. Das liegt daran, dass ab 1949 das Schloss Schönhausen Sitz des Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck, war. Bis 1964 war das Gebäude Amtssitz des Staatsoberhaupts, des Vorsitzenden des Staatsrates. Zusammen mit dem nahegelegenen Majakowskiring bildete es eines der politischen Zentren der DDR. Nach der innerdeutschen Annäherung nach 1974 rückte er aber im Sprachgebrauch in den Hintergrund. Lediglich 1983 wurde der Begriff mit dem Lied Sonderzug nach Pankow von Udo Lindenberg aufgefrischt.

Verkehr[Bearbeiten]

Individualverkehr[Bearbeiten]

Der Straßenverkehr im Bezirk wird geprägt durch die drei radial vom Stadtzentrum nach Norden bzw. Nordosten verlaufenden Bundesstraßen B 96a (Schönhauser Allee /Berliner Straße), B 109 (Prenzlauer Allee /Prenzlauer Promenade), die am S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf in die Bundesautobahn 114 mündet, und die B 2 (Greifswalder Straße /Berliner Allee). Von großer Bedeutung für den Straßenverkehr sind auch die beiden Ringstraßen: Danziger Straße (innerhalb des S-Bahn-Rings) und Ostseestraße – Wisbyer Straße – Bornholmer Straße (außerhalb des S-Bahn-Rings).

Straßenbahn[Bearbeiten]

Das Straßenbahnnetz im Bezirk folgt im Wesentlichen den im Abschnitt Straßenverkehr beschriebenen Hauptstraßen. Daneben gibt es noch eine von Südwesten nach Nordosten verlaufende Ergänzungslinie. Die aus der Schönhauser Allee nach Norden verlaufende Straßenbahnlinie verästelt sich im Ortsteil Pankow in drei Zweige. Die Linienführung in der Berliner Allee verlässt den Bezirk Pankow ostwärts in Richtung des Bezirks Lichtenberg.

Die Strecke in der Berliner Allee wurde im Herbst 2005 saniert und mit lärmschluckendem Rasengleis sowie neuen Haltestellen ausgerüstet.

S- und Regionalbahn[Bearbeiten]

U-Bahnhof Pankow

Im Bezirk Pankow liegt fast der gesamte nördliche Teil des Ostringes der Ringbahn mit den S-Bahnhöfen Storkower Straße, Landsberger Allee, Greifswalder Straße, Prenzlauer Allee und Schönhauser Allee. An dem auf der Grenze zum Ortsteil Gesundbrunnen des Bezirks Mitte gelegenen Bahnhof Bornholmer Straße teilen sich die von Süden kommenden Linien in die Strecken Richtung Oranienburg/Hennigsdorf (Berliner Nordbahn) und Bernau (Stettiner Bahn) auf. Auf der Grenze zum Bezirk Reinickendorf liegen die Bahnhöfe Wollankstraße, Schönholz und Wilhelmsruh, wobei sich die beiden zuletzt genannten Stationen auf Reinickendorfer Gebiet befinden. An der nach Nordosten führenden Stettiner Bahn liegen die Bahnhöfe Pankow, Pankow-Heinersdorf, Blankenburg, Karow und Buch.

Am Bahnhof Berlin-Karow beginnt die Regionalbahn-Linie NB27 (Heidekrautbahn) der Niederbarnimer Eisenbahn nach Groß Schönebeck beziehungsweise Wensickendorf.

U-Bahn[Bearbeiten]

Im Bezirk Pankow gibt es fünf U-Bahnhöfe der Linie U2, und zwar im Ortsteil Prenzlauer Berg die Bahnhöfe Senefelderplatz, Eberswalder Straße und Schönhauser Allee sowie im Ortsteil Pankow die Bahnhöfe Vinetastraße und Pankow. Dabei sind die Bahnhöfe Schönhauser Allee und Pankow Umsteigebahnhöfe zur S-Bahn.

Radfernwege[Bearbeiten]

Pankow ist in das Netz der Radfernwege eingebunden. So verläuft der Radfernweg Berlin–Usedom von der Museumsinsel entlang der Schönhauser Allee, biegt dann in die Schwedter Straße ab und führt durch den Mauerpark und den Schlosspark Pankow und weiter nach Karow und Buch. Entlang der Bezirksgrenze zwischen Pankow und dem Bezirk Reinickendorf und dem Ortsteil Wedding vom Bezirk Mitte, die dem früheren Grenzverlauf der DDR entspricht, verläuft der Berliner Mauerweg.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zu den sehenswerten Gebäuden im Ortsteil Pankow gehören das Rathaus Pankow vom Beginn des 20. Jahrhunderts und das Schloss Schönhausen in Niederschönhausen. Pankow gilt als grüner Bezirk, dabei sind der Bürgerpark, der Schlosspark und der Volkspark Schönholzer Heide besonders zu erwähnen.

In Prenzlauer Berg sind im älteren Bereich zwischen Prenzlauer und Schönhauser Allee breite Bürgersteige mit Cafés und Kneipen trotz der dichten Bebauung sehenswert. Bemerkenswert sind die Großsiedlungsbauten aus den 1920er Jahren, die im Gegensatz zu den Mietskasernen das neue Bauen ihrer Zeit dokumentieren. Besonders gilt dies für die Wohnstadt Carl Legien, die von Bruno Taut projektiert wurde und zusammen mit fünf anderen Berliner Siedlungen Weltkulturerbe der UNESCO ist.

Im Ortsteil Weißensee bildet der Park am Weißen See mit dem fast kreisrunden Weißen See, dem größten natürlichen Gewässer im Bezirk, einen Anziehungspunkt.

Im Ortsteil Weißensee liegt auch der größte Jüdische Friedhof Europas.

Sonstige Bauwerke[Bearbeiten]

Auf einem Feld im Norden Pankows, Ortsteil Buch, (mit den Geo-Koordinaten: 52° 38′ 54″ N, 13° 26′ 40″ O52.64833333333313.444444444444) befindet sich die einzige Windkraftanlage Berlins, die mit 180 Metern Höhe das höchste Bauwerk Pankows ist.

Wappen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wappen des Bezirks Pankow
Wappen des Bezirks Pankow
Blasonierung:

„In Silber oben eine durchgehende und oben anstoßende rote Mauer ohne Fugen, mit drei offenen Toren ohne Torflügel, der mittlere der Torbögen breiter und höher als die äußeren; unten ein achtspeichiges rotes Rad, das oberhalb seiner Mitte beidseits von einer grünen Hopfendolde mit Blatt begleitet ist. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist.“[11]

Das Wappen entspricht nach Prüfung des Landesarchivs Berlin den heraldischen sowie historischen Erfordernissen.[12]

Die Suche für ein Wappen des Bezirks Pankow fand am 28. Juli 2009 ihr Ende. Im Bezirk erfolgte die Entscheidung durch die Bezirksverwaltung nach Empfehlung durch die Wappenkommission. Nach der Verwaltungsreform 2001 ging der ehemalige kleinere Bezirk Pankow in den Großbezirk Pankow auf. Ende 2006 wurde die Auseinandersetzung um den Bezirksnamen beendet und am 1. Oktober 2007 folglich zur Wappenfindung aufgerufen. Am 30. April 2008 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung, den Heraldiker Jörg Mantzsch mit der Gestaltung zu beauftragen, der mehrere Entwürfe nach vorgegebenem Inhalt zur Entscheidung vorlegte. Nach einigen Diskussionen zwischen dem Bezirksamt und dem ausführenden Heraldiker gab das Pankower Bezirksamt am 24. Februar 2009 den beschlossenen Entwurf bekannt.[13] Die offizielle Verleihung des Wappens durch den Senat des Landes Berlin erfolgte am 28. Juli 2009.[14]

Das Wappen des alten Bezirks Pankow wurde im Rahmen der 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987 verliehen. Es greift Elemente der ehemaligen Landgemeinde Pankow auf und zeigte „in silbernem Schild zwei gekreuzte und durch ein silbernes Band zusammengehaltene goldene Getreidegarben auf grünem Boden. In die Garben ist aufrecht ein goldener Rechen, schräg rechts ein goldener Dreschflegel und schräg links eine Sense mit blauem Blatt gesteckt. Alle drei Geräte haben einen roten Stiel. Die Garben sind belegt mit zwei gestürzten und schräg gekreuzten blauen Spaten mit roten Stielen“. Im Rahmen der Bezirksreform wurde das Wappen zunächst um ein dreitürmige Mauerkrone ergänzt, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist. Die Mauerkrone ist das verbindende Element aller Berliner Bezirke.

Partner- und Patenschaften[Bearbeiten]

PolenPolen Kołobrzeg (seit Mai 1994) – eine vom Altbezirk Pankow begründete aktiv betriebene Partnerschaft.[15]
IsraelIsrael Aschkelon (seit Juli 1994) – vom Altbezirk Weißensee eingebrachte Partnerschaft. Nachdem die Partnerschaft lange ruhte, werden die Kontakte seit 2009 wieder reaktiviert.[16]
1. WachBtlBMVg.jpg 1. Kompanie des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung (seit Juli 2006) – Patenschaft mit der 1. Kompanie des Wachbataillons beim Verteidigungsministerium,[17] die sich an die seit 1998 bestehende Patenschaft mit dem Führungsunterstützungsregiment 38 der Bundeswehr (nach dessen Standortwechsel nach Storkow) anschloss.

Sonstiges[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bezirk Pankow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Pankow – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Statistischer Bericht – Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2012 (PDF; 3,1 MB). Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Abgerufen am 19. Juni 2013.
  2. a b Arbeitslosigkeits-Atlas – Arbeitslosigkeit in Berlin – Zahlen und Quoten in der Stadt und in den Bezirken. Berliner Morgenpost. Abgerufen am 19. Juni 2013.
  3. Nummerierung gemäß Bezirksschlüssel
  4. Melderechtlich registrierte Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2013, Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 7. März 2014 (PDF-Datei).
  5. Fortgeschriebene Bevölkerungszahlen vom 31. Oktober 2013 des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 7. März 2014 (PDF-Datei).
  6. Pankow in Zahlen – Die kleine Bezirksstatistik. Bezirksamt Pankow von Berlin. Abgerufen am 15. Juni 2013.
  7. Statistische Jahrbücher von Berlin
  8. a b Die Landeswahlleiterin für Berlin, abgerufen am 20. September 2011
  9. Berlin in Zahlen
  10. Berlin in Zahlen, 1949
  11. Hoheitszeichen von Berlin – Bezirkswappen
  12. Pressemitteilung vom 28. Juli 2009, 13:20 Uhr, Inneres, Bezirk Pankow mit neuem Wappen
  13. Entwurf des neuen Wappens (PDF; 175 kB)
  14. Pressemitteilung des Senates vom 28. Juli 2009: „Bezirk Pankow mit neuem Wappen“
  15. Zusammenarbeit mit Kolberg 2011 (PDF; 2,9 MB)
  16. Partnerstadt Ashkelon
  17. Bezirksamt Pankow, Partner- und Patenschaften