Mandelbaum Verlag

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Mandelbaum Verlag
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Rechtsform Privatunternehmen
Gründung 1996
Sitz Wien, Berlin
Leitung Michael Baiculescu
Mitarbeiter 7
Branche Buchverlag
Website www.mandelbaum.at / www.mandelbaum.de

Der Mandelbaum Verlag ist ein 1996 von Michael Baiculescu gegründeter österreichischer Buchverlag mit Sitz in Wien, der Sachliteratur zur Zeit-, Kultur- und Sozialgeschichte herausgibt. Programmatisch ist der Bezug zu Geschichte und Gegenwart der Stadt Wien.

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Begonnen hat der Verlag mit einem Wiener Stadtführer und einem Kochbuch über die Kunst der afrikanischen Küche. Diese ersten Publikationen prägten die Reihen mandelbaums feine gourmandisen mit literarischen Texten zur Kulinarik und Stadtreisen zum jüdischen Europa.[1] Zum ständigen Programm gehören Judaika und neue Publikationen zur Geschichte der Shoah. 2013 wurde eine Wissenschaftsreihe gegründet, in der universitäre wie außeruniversitäre Publikationen mit dem Schwerpunkt auf geistes- und sozialwissenschaftliche Titel erscheinen. Seit seiner Gründung hat der Verlag zwölf Buchreihen herausgegeben und insgesamt 400 Titel verlegt (Stand: 2015). Sein Schwerpunkt liegt auf Sachbüchern, seit 2000 gibt er auch literarische Prosa heraus. Seit 2008 erscheint die Edition Klangbücher, Hörbücher, bei denen Musik nicht nur die Rolle der Begleitung zum Text einnimmt, sondern ein wesentlicher Bestandteil ist. [2] So auch bei der Hörbuch-Produktion Die letzten Tage der Menschheit nach dem Roman von Karl Kraus, gesprochen von Erwin Steinhauer. Der ORF-Sender Ö1, der das Hörstück 2014 gesendet hat, schrieb: „Die Musik [...] ist das akustische und emotionale Fundament, schafft die Räume, in denen sich der Text entfalten kann“.[3] Von Hörerinnen und Hörern des Ö1 wurde es als Hörspiel des Jahres 2014 ausgezeichnet.[4] Anlässlich der Vorstellung der Hörbuch-Edition Klangbücher im Saarländischen Rundfunk 2014 schrieb Erhard Schmied: „Der Wiener Mandelbaum Verlag ist eines jener kleinen, aber feinen Verlagshäuser, die zwar wenig bekannt sind, deren Programme aber häufig mit interessanten und außergewöhnlichen Titeln aufwarten können.“[5]

Mit dem Text Über Bertha von Suttner von Marlene Streeruwitz veröffentlichte der Mandelbaum Verlag 2014 die erste Festrede einer Wiener Autorin zu Ehren einer bedeutenden verstorbenen Wiener Schriftstellerin. Er ist der Auftakt zu der vom Literaturreferat der Kulturabteilung der Stadt Wien initiierten Reihe Autorinnen feiern Autorinnen.[6] 2015 erschien in der Reihe die Festrede von Marlen Schachinger über die Lyrikerin Betty Paoli, 2016 Ruth Klüger über Marie von Ebner-Eschenbach und 2017 Julya Rabinowich über Mela Hartwig.

Der Verlag arbeitet mit Unterstützung des österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und der Wirtschaftsagentur Wien.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 gab der Mandelbaum Verlag die englische Übersetzung des Buchs Opportunity Ukraine von Wiktor Janukowytsch in einer Startauflage von 50.000 Exemplaren heraus, in dem sich dieser laut Die Zeit als weltoffener und visionärer Staatsmann präsentiere und laut FAZ das Potential der Ukraine anpreise und um Investoren werbe. Auf Internetforen und von der Ukrajinska Prawda wurde ihm vorgeworfen, dass es sich um „banales Plagiat“ handelte.[7] Der Verlag ließ den Text prüfen, und Baiculescu erklärte: „Der Übersetzer teilte uns mit, manche Stellen seien zwar kein Plagiat, aber die Quellen würden nicht immer ordentlich benannt sein, da Fußnoten weggefallen seien“. [8] Das Buch ist nicht mehr lieferbar.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. eine kleine verlagsgeschichte (1996 bis 2010), Website Mandelbaum Verlag. Abgerufen am 10. September 2015
  2. SR 2 - Hörbuch Tipp: Edition Klangbücher (Mandelbaum-Verlag), Mediathek, 1. Juli 2015
  3. Die Hörspiel-Galerie. "Die letzten Tage der Menschheit" (Teil 1 von 2). oe1.ORF.at Kultur, 7. Juni 2014
  4. Hörspiel des Jahres 2014: „Die letzten Tage der Menschheit“. Die Presse", Print-Ausgabe, 28.Februar 2015
  5. Edition „Klangbücher“ im Mandelbaum-Verlag, SR2 online, 1. Juli 2015
  6. Rolf Löchel: Marlene Streeruwitz feiert Bertha von Suttner. Literaturkritik Nr. 2, Februar 2015. Abgerufen am 10. September 2015
  7. Kerstin Holm: Ukrainisches Plagiat. Slawistik, FAZ, 6. September 2011
  8. Herwig G. Höller: Wiktor Janukowitsch. Seine Donau-Connection, DIE ZEIT Nº 39/2011, online 22. September 2011