Marborn

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Marborn
Koordinaten: 50° 19′ 0″ N, 9° 25′ 0″ O
Höhe: 234 m ü. NHN
Fläche: 5,35 km²[1]
Einwohner: 850 (31. Dez. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 159 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1969
Postleitzahl: 36396
Vorwahl: 06663

Marborn ist ein Stadtteil von Steinau an der Straße im osthessischen Main-Kinzig-Kreis.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marborn liegt im Nordosten des Main-Kinzig-Kreises. Es grenzt im Norden an den Ort Sarrod, im Osten an Steinau, im Süden an den Ort Ahl, im Südwesten an den Ort Romsthal und im Nordwesten an den Ort Kerbersdorf.

Kath. Filialkirche St. Marien

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marborn hat seinen Namen von einem kleinen Brunnen, dem Marienborn, erhalten. Das Dorf wurde hauptsächlich von kirchlichen Einflüssen geprägt. Die erste urkundliche Erwähnung datiert von 924 n. Chr. Im Jahre 1814 wurde eine katholische Pfarrgemeinde gegründet und von der Pfarrei in Salmünster losgelöst. Vierzig Jahre später bekam die Gemeinde ihren Betsaal und erst 1894 erhielt sie ihren eigenen Geistlichen. Die evangelischen Christen gehören zu der Kirchengemeinde Steinau an der Straße.

Im April 1945 drangen die amerikanischen Truppen über Marborn hinunter ins Kinzigtal vor. In der Ortsmitte von Marborn wurde hierbei eine Artilleriestellung (Long-Tom-Geschütze, 155mm M1) disloziert, welche am 1. April 1945 mittels Steilfeuer die Seifenfabrik „Dreiturm“ unter Beschuss genommen und dabei weitestgehend zerstört hat. Die Welle von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen machte auch vor dem Dorf nordwestlich von Steinau nicht halt. 1950 zählten zu den insgesamt 590 Einwohnern 110 „Neubürger“.

Am 1. Dezember 1969 wurde Marborn in die Stadt Steinau, heute „Steinau an der Straße“ eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1812: 47 Feuerstellen mit 310 Einwohnern
Marborn: Einwohnerzahlen von 1812 bis 2016
Jahr  Einwohner
1812
  
310
1834
  
420
1840
  
473
1846
  
541
1852
  
491
1858
  
417
1864
  
378
1871
  
379
1875
  
383
1885
  
395
1895
  
373
1905
  
350
1910
  
387
1925
  
413
1939
  
412
1946
  
589
1950
  
581
1956
  
520
1961
  
518
1967
  
518
1970
  
536
2008
  
903
2009
  
875
2012
  
891
2016
  
846
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][2]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: 14 evangelische (= 3,54 %), 381 katholische (= 96,46 %) Einwohner
• 1961: 20 evangelische (= 3,86 %), 497 katholische (= 95,95 %) Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Karsten Dill.[3]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Marborn gibt es die Sportgemeinschaft 1927 Marborn e.V., die mehrere Fußballmannschaften und eine Wanderabteilung besitzt, den Gesangsverein MGV Einigkeit Marborn mit seinem Männerchor, dem gemischten Chor „Haste Töne“ und dem Kinderchor "Neue Töne". Weiterhin besteht hier die Freiwillige Feuerwehr, zu der auch die Jugendfeuerwehr und mehrere Tanz-, Garde- und Gymnastikgruppen gehören. Die Feuerwehr pflegt eine Partnerschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Krahne in Brandenburg. Außerdem befinden sich im Ort eine KJG-Gruppe, der eine Kinder- und Jugendtheatergruppe angegliedert sind, sowie der Square-Dance Verein "Catstones".

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Freienstein (1920–1985), Architekt und Politiker (CDU)
  • Bruder Paternus Paul (Alois) Seipel FSC, geboren am 21. März 1908 im hessischen Marborn. Als Schulbruder wirkte er 11 Jahre. Als Schulbruder kam er mit Beginn des Zweiten Weltkriegs nach Manila, wo er 1945 bei einem Massaker der Japaner umgebracht wurde. Die katholische Kirche verehrt in als Glaubenszeuge und Märtyrer.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Marborn, Main-Kinzig-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Übersicht Stadtteile. In: Internetauftritt. Stadt Steinau an der Straße, archiviert vom Original; abgerufen im Juni 2018. (Daten aus Web-Archiv)
  3. Ortsvorsteher im Internetauftritt der Stadt Steinau an der Straße. Abgerufen im Juli 2018.