Marc Biadacz
Marc Josef Biadacz (* 3. September 1979 in Böblingen) ist ein deutscher Sozialwissenschaftler und Politiker (CDU). Seit 2017 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages und vertritt dort als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Böblingen.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Marc Biadacz wurde in einer Arbeiterfamilie in Böblingen geboren. 1986 bis 1991 besuchte Biadacz die Friedrich-Silcher-Grundschule Böblingen. 1991 bis 1993 war er Schüler am Max-Planck-Gymnasium Böblingen, 1993 bis 1997 an der Albert-Schweitzer-Realschule Böblingen und 1997 bis 2000 am Ernährungswissenschaftliches Gymnasium (Mildred-Scheel-Schule) Böblingen. Von 2000 bis 2001 absolvierte er seinen Zivildienst beim Deutschen Roten Kreuz im Kreisverband Böblingen in der häuslichen Krankenpflege. Von 2001 bis 2007 studierte Biadacz an der Universität Stuttgart Sozial- und Politikwissenschaft. Von 2008 bis 2010 war er als Projektmanager im Automotive-Bereich bei der Mercedes-Benz Technology GmbH & Co. KGaA (Daimler AG) tätig. Von 2010 bis 2013 leitete er als Amtsleiter das Büro des Oberbürgermeisters Bernd Vöhringer der Stadt Sindelfingen. Zwischen 2013 und 2015 baute er für die Kommunikationsagentur Straub & Linardatos GmbH aus Hamburg den Standort Stuttgart auf und leitete diesen. Von 2015 bis 2017 war er als Executive Vice President bei der Bonial International GmbH, einem Unternehmen der Axel Springer SE, in der Digitalbranche tätig. Nach seinem Einzug in den 19. Deutschen Bundestag im Zuge der Bundestagswahl 2017 wurde er von seinen unternehmerischen Tätigkeiten beurlaubt.[1]
Biadacz ist römisch-katholischer Konfession.
Politische Tätigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Partei und Kommunalpolitik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Biadacz trat 1998 der Jungen Union und ist seit 1999 Mitglied der CDU. Von 2000 bis 2003 war er Vorsitzender des JU-Stadtverbandes Böblingen und von 2003 bis 2005 Vorsitzender des JU-Kreisverbandes Böblingen. Von 2004 bis 2009 war er Mitglied des Gemeinderates Böblingen. Von 2013 bis 2019 Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Böblingen und von 2014 bis 2019 Mitglied des Gemeinderates Böblingen. Seit 2019 ist Marc Biadacz Mitglied des Kreistages des Landkreises Böblingen.
Seit 2024 ist Biadacz Mitglied des Bezirksvorstandes der CDU-Nordwürttemberg. 2025 übernahm er das Amt des Vorsitzenden des CDA-Bezirksverbands Nordwürttemberg und wurde stellvertretender Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Böblingen. Zudem ist er Mitglied des Landesvorstandes der CDU Baden-Württemberg.
Darüber hinaus ist er seit 2025 stellvertretender Landesvorsitzender der CDA Baden-Württemberg sowie Mitglied im CDU-Bundesfachausschuss „Wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort, Arbeit“.
Deutscher Bundestag
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der Bundestagswahl 2017 gelang Biadacz der Einzug als Abgeordneter in den Bundestag als Direktkandidat im Bundestagswahlkreis Böblingen für die CDU.[2] Im 19. Deutschen Bundestag war er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales und im Petitionsausschuss. Zudem gehörte er als stellvertretendes Mitglied dem Ausschuss Digitale Agenda an. Außerdem war er Mitglied in der Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz.
Marc Biadacz ist mit Nadine Schön, Thomas Heilmann und 27 weiteren Unionsabgeordneten Autor von Neustaat – Politik und Staat müssen sich ändern. 64 Abgeordnete & Experten fangen bei sich selbst an – mit 103 Vorschlägen, 2020.
Bei der Bundestagswahl 2021 konnte er sein Direktmandat mit 29,7 Prozent der Erststimmen verteidigen.[3] Im 20. Deutschen Bundestag ist er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales sowie im Ausschuss für Digitales. Im Ausschuss für Arbeit und Soziales fungierte er als Obmann und stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Auch bei der Bundestagswahl 2025 sicherte sich Marc Biadacz das Direktmandat im Wahlkreis Böblingen. Dieses Mal mit 37,3 % der Stimmen.[4] Bei den Verhandlungen über eine Koalition zur Bildung einer neuen Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD war Biadacz Teil des Verhandlungsteams der Union für den Bereich Arbeit und Soziales.
Im 21. Deutschen Bundestag ist er Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und damit Sprecher der Fraktion für arbeitsmarkt- und sozialpolitische Themen. Biadacz ist Mitglied im Fraktionsvorstand der CDU/CSU-Fraktion. Zudem ist er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung.
Er gehört außerdem der im Jahr 2025 eingesetzten Sozialstaatskommission der Bundesregierung an, die Reformvorschläge zur Weiterentwicklung des Sozialstaats und der Sozialverwaltung erarbeitete. Diese wurde im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD nach der Bundestagswahl 2025 vereinbart und von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas eingesetzt.[5]
Biadacz ist Geschäftsführer der CDU-Landesgruppe Baden-Württemberg im Deutschen Bundestag.
Mitgliedschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Biadacz war von 2004 bis 2009 Mitglied im Aufsichtsrat der Mineraltherme Böblingen GmbH sowie von 2014 bis 2019 im Aufsichtsrat der Stadtwerke Böblingen GmbH. Von 2011 bis 2019 gehörte er dem Verwaltungsrat des Vereins für Jugendhilfe im Landkreis Böblingen e. V. an.
Seit 2014 ist er Lehrbeauftragter an der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Stuttgart und seit 2018 Beisitzer im Bezirksverband Nordwürttemberg des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge.
Darüber hinaus ist er Mitglied in mehreren Organisationen im Landkreis Böblingen, darunter dem Förderverein Klinikum Sindelfingen-Böblingen e. V., dem Hospizverein Böblingen/Sindelfingen e. V., der Sportvereinigung Böblingen e. V. sowie dem Förderverein für Politik- und Sozialwissenschaften an der Universität Stuttgart e. V.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website von Marc Biadacz
- Biografie beim Deutschen Bundestag
- Marc Biadacz auf abgeordnetenwatch.de
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Webseite von Marc Biadacz. Abgerufen am 12. Dezember 2024.
- ↑ Bundestagswahl 2017 · Wahlkreis 260 Böblingen. In: election.de. Abgerufen am 27. September 2021.
- ↑ Bundestagswahl 2021 · Wahlkreis 260 Böblingen. Abgerufen am 8. November 2021.
- ↑ Bundeswahlleiterin: Ergebnis Bundestagswahl Wahlkreis Böblingen. Abgerufen am 16. März 2025.
- ↑ admin: BMAS - Bundesministerin Bärbel Bas setzt Sozialstaatskommission ein. 21. August 2025, abgerufen am 2. Oktober 2025.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Biadacz, Marc |
| ALTERNATIVNAMEN | Biadacz, Marc Josef |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CDU), MdB |
| GEBURTSDATUM | 3. September 1979 |
| GEBURTSORT | Böblingen |