Marc Boettcher

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Marc Boettcher (* 12. April 1965 in Berlin) ist ein deutscher Filmemacher, Produzent, Autor, Dramaturg und Schauspieler.

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Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marc Boettcher machte zu Beginn der 1980er Jahre sein Abitur in Berlin- Charlottenburg. In jener Zeit drehte er bereits eigene Super8-Filme und gewann 1982 mit dem Film Das tödliche Telefon beim 2. Bundesweiten Schülerfilmfestival in Hannover den Zuschauerpreis.

Parallel zu seinem Studium der Germanistik und der Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin (1982–1988), das er mit einer später veröffentlichten Magisterarbeit über Henrik Ibsen abschloss, absolvierte er eine Schauspielausbildung. 1987 war er Regiehospitant von Götz Friedrich an der Deutschen Oper Berlin. In diese Zeit fielen erste kleine Auftritte in Kinoproduktionen wie Fatherland von Ken Loach und Das Spinnennetz von Bernhard Wicki.

1988 ging Boettcher als Dramaturg, Schauspieler und Regisseur an das Stuttgarter Theater im Westen. Dort hatte er als Bleichenwang in der Komödie Was ihr wollt von William Shakespeare sein Schauspieldebüt. Ein Jahr später folgte er einem Angebot an das Lübecker Stadttheater. Nach dem Mauerfall zog er 1989 zurück nach Berlin und begann dort seine Tätigkeit als freischaffender Künstler und Journalist mit ersten Print- und Hörfunkbeiträgen. Seitdem ist er auch als Synchronautor und -regisseur tätig, so u. a. bei Eine unanständige Frau, Heinrich V. bei diversen Walt-Disney-Produktionen und Fernsehserien wie Perry Mason, Eine himmlische Familie und Men in Trees.

1992 gründete er das Theater kunstgriff e. V.

1998 erschien seine Biografie über die 1969 verstorbene Chansonsängerin Alexandra. Im Jahr darauf produzierte Boettcher mit seiner Produktionsfirma MB-Film das Porträt Alexandra – die Legende einer Sängerin, das bis heute mehr als zwölf Millionen Fernsehzuschauer sahen. 1993 erschienen ein Buch und ein Film über den Hamburger Komponisten und Orchesterleiter Bert Kaempfert (1923–1980). 2006 war Boettchers Dokumentation über die dänische Sängerin Gitte Hænning für den Adolf-Grimme-Preis nominiert und erhielt das Filmprädikat „Wertvoll“. Am 16. Juni 2011 feierte Boettchers Kinoporträt SING! INGE, SING! – der zerbrochene Traum der Inge Brandenburg beim 22. Internationalen Filmfest in Emden seine Uraufführung. Auch dieser Film wurde mit dem Prädikat „Wertvoll“ ausgezeichnet, die auf 52 Minuten gekürzte TV-Fassung wurde für den Adolf-Grimme-Preis 2013 nominiert. Sowohl der Soundtrack auf CD als auch die DVD mit der Langfassung des Films erhielten den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“.

Zu ihrem 20-jährigen Bühnenjubiläum realisierte Boettcher auf Wunsch von AnNa R. und Peter Plate das einstündige TV-Special Rosenstolz – Wir sind Wir! Die Erfolgsgeschichte eines Popduos für den Norddeutschen Rundfunk, das am 21. Oktober 2011 erstmals im Ersten Programm der ARD zu sehen war.

Am 4. April 2016 war Boettcher zu Gast in der TV-Sendung "ARD @lpha - Forum" und sprach 45 Minuten über Projekte, Karriere und Privates sowie über die Veröffentlichung seiner Biographie "SING! INGE, SING – der zerbrochene Traum der Inge Brandenburg", die zur Frankfurter Buchmesse 2016 erschienen ist.

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henrik Ibsen – Zur Bühnengeschichte seiner Gespenster. Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-631-42166-4.
  • Alexandra – Ihr bewegtes Leben …, Knaur Verlag, München 1998, ISBN 3-426-60757-3.
  • Stranger In The Night – die Bert Kaempfert Story. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2002, ISBN 3-434-50523-7.
  • Alexandra – die Legende einer Sängerin. Parthas Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-936324-10-7.
  • SING! INGE, SING! – der zerbrochene Traum der Inge Brandenburg. Parthas Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-86964-113-3.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexandra – die Legende einer Sängerin. 90 min, 1999 (auch auf DVD erhältlich, ARD-Video Hamburg)
  • Strangers In The Night – die Bert Kaempfert Story. 120 min, 2003 (auch auf DVD erhältlich, Sprachen E/D, ARD-Video Hamburg)
  • Ich will alles – die Gitte Haenning Story. 120 min, 2006 (auch auf DVD erhältlich, Sprachen E/D, ARD-Video Hamburg)
  • SING! INGE, SING! – der zerbrochene Traum der Inge Brandenburg. 117 min, 2011 (Kinoverleih: Edition Salzgeber, auch auf DVD erhältlich)
  • Rosenstolz – Wir sind Wir! Die Erfolgsgeschichte eines Popduos. 58 min, 2011 (eine Produktion des NDR)
  • Die deutsche Lady Jazz – Inge Brandenburg (La lady allemande du jazz). 53 min, 2012 (eine Produktion von NDR-Arte)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]