Mark Begich

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Mark Begich (2012)

Mark Begich (* 30. März 1962 in Anchorage, Alaska) ist ein amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei. Begich war von 2009 bis 2015 US-Senator für den Bundesstaat Alaska. Zuvor hatte er dem Repräsentantenhaus seines Bundesstaats angehört und war Bürgermeister der Hauptstadt Anchorage gewesen. Er ist weiterhin für verschiedene politische Mandate im Gespräch.

Familie, Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mark Begichs Vorfahren stammten aus Kroatien. Er wuchs als viertes von sechs Kindern in Anchorage auf. Seine Eltern Pegge und Nick Begich waren als Lehrer 1957 aus Minnesota nach Alaska ausgewandert. Sein Vater gehörte ab 1971 als Abgeordneter dem Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten an, bis er bei einem Flugzeugabsturz im Oktober 1972 in Alaska ums Leben kam. Mark Begich war zu diesem Zeitpunkt zehn Jahre alt. Seine Mutter trat in den 1980er Jahren zweimal ohne Erfolg gegen den republikanischen Nachfolger des Vaters, Don Young, an. Nach dem Besuch der Steller Secondary School in Anchorage absolvierte Mark Begich ohne Abschluss Kurse an der University of Alaska Anchorage. Er erhielt mit 14 Jahren seine erste Geschäftslizenz, hat Schmuck hergestellt und verkauft und mit 16 Jahren einen Club für Teenager eröffnet.[1] Mit 19 Jahren begann er für die Gesundheitsverwaltung von Anchorage zu arbeiten und wurde Fahrer des Bürgermeisters Tony Knowles. Er half seiner Mutter, familieneigene Mietshäuser zu verwalten, und arbeitete später als Selbstständiger in der Immobilienbranche und beim Vertrieb von Verkaufsautomaten.[2] Zudem war er Mitglied des Beirats der University of Alaska (2001/02), der Alaska Student Loan Corporation (1995–2002) und der Alaska Commission of Post-Secondary Education (1995–2002); den Letzteren stand er jeweils von 1996 bis 2002 vor.[3]

Mark Begich ist seit 1990 mit der Unternehmerin Deborah Bonito verheiratet, die ebenso Mitglied der Demokratischen Partei ist und deren regionale Parteiorganisation in Alaska zeitweilig anführte. Beide wurden im Juli 2002 Eltern eines Sohnes. Sie leben in Washington, D.C.[4]

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon früh engagierte sich Begich politisch und trat mit Anfang 20 der Demokratischen Partei bei. 1988 wurde er im Alter von 26 Jahren ins Repräsentantenhaus von Alaska gewählt, in dem er bis 1998 einen Sitz innehatte. Drei dieser Jahre war er dessen Vorsitzender, zwei weitere Vize-Vorsitzender.

Begich musste zwei Wahlniederlagen hinnehmen, als er sich 1994 und 2000 der Wahl des Bürgermeisters von Anchorage stellte. 1994 unterlag Begich dem Republikaner Rick Mystrom und 2000 dessen Parteikollegen George Wuerch. 2003 kandidierte Begich erneut für das Bürgermeisteramt von Anchorage und gewann mit 45 Prozent der Stimmen vor seinen Herausforderern Mystrom (37 %) und Wuerch (15 %). Er war der erste Bürgermeister der Stadt, der dort geboren und aufgewachsen war.[1] In seiner Amtszeit reduzierte er die Verschuldung und erhöhte die Zahl der Polizisten deutlich, was zu gesunkenen Raten an Gewaltverbrechen führte. Er initiierte den Ausbau des Hafens und der Innenstadt mit beheizten Bürgersteigen und dem Bau eines Versammlungszentrums.[5]

Bei der Wahl 2008 kandidierte Begich für einen Sitz im Senat der Vereinigten Staaten in Washington, D.C. Während er in der parteiinternen Vorwahl der Demokraten 90,6 % der Stimmen verbuchen konnte, sah er sich einem schwierigen Hauptwahlkampf gegen den langjährigen republikanischen Amtsinhaber Ted Stevens ausgesetzt, der als früherer Vorsitzender des Bewilligungsausschusses eine machtvolle Position innehatte, zumal Alaska republikanisch geprägt ist. Begich kam zugute, dass Stevens während des Wahlkampfs wegen Korruption verurteilt worden war; er führte trotzdem einen nüchternen, themenbezogenen Wahlkampf und enthielt sich der Kritik an seinem Gegner.[6] Die Wahl ging so knapp aus, dass ihr Ergebnis erst nach zwei Wochen, Mitte November 2008, feststand. Begich kam auf 47,6, Stevens auf 46,6 Prozent der Stimmen, ein Vorsprung von 3724 Stimmen.[7] Begich war damit der zweite Demokrat, der ein Mandat für Alaska in Washington erhielt – nach seinem Vater –, und der erste demokratische Senator für Alaska seit Mike Gravel 1981. Er gewann gerade im ländlichen Raum, für den er sich bereits in seiner Zeit als Bürgermeister stark gemacht hatte.[5] Während seiner Zeit im Senat war Begich der einzige Mandatsinhaber ohne College-Abschluss.[1] Begich war Mitglied in fünf Ausschüssen, darunter insbesondere dem wichtigen Bewilligungsausschuss, der für die Verteilung von Subventionen des Bundes insbesondere für das schwach entwickelte Alaska zuständig ist, und den Ausschüssen für Handel, Forschung und Verkehr, Heimatschutz, Indianer- und Veteranenangelegenheiten. Dabei erreichte es Begich unter anderem, die Gesundheitsversorgung für Ureinwohner zu verstetigen (Indian Health Care Act) und die Versorgung von Veteranen bei psychischen Krankheiten zu verbessern.[2]

Begich unterlag bei der Senatswahl 2014 dem republikanischen Herausforderer Dan Sullivan mit 46 zu 48 Prozent[8] und schied daher am 3. Januar 2015 aus dem Kongress aus. Im Wahlkampf war der weithin beliebte Begich an der großen Unzufriedenheit mit US-Präsident Obama in Alaska gescheitert und hatte vergeblich versucht, sich als Team mit der republikanischen Senatorenkollegin Lisa Murkowski darzustellen, um seine Überparteilichkeit zu betonen; es kam stattdessen zu einer scharfen Ablehnung und öffentlichem Streit mit Murkowski.[4]

Kurz nach seiner Niederlage gründete er in Alaska eine Politikberatungsfirma, die Unternehmen in der Gesundheitsbranche und eine regionale Fluglinie berät.[9] Zudem engagiert er sich weiter für die Indianer seines Bundesstaates und bleibt in der Bundespolitik sichtbar als Vorsitzender der Foundation for Hospice and Homecare und als Berater der Lobbyisten-Firma Brownstein Hyatt.[4] Er war 2015 als Bürgermeisterkandidat in Anchorage und als möglicher Herausforderer der Republikanerin Murkowski bei der Senatswahl 2016 im Gespräch,[10] lehnte ein Antreten aber ab und wird als aussichtsreicher Bewerber für das Amt des Gouverneurs Alaskas 2018 gehandelt.[11]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Begich vertritt in vielen gesellschaftspolitischen Fragen eine linksliberale Linie; so unterstützt er beim Schwangerschaftsabbruch das Selbstbestimmungsrecht der Mütter (Pro-Choice) auch in einem späten Stadium der Schwangerschaft,[12] trat ab 2013 für die Ehe Homosexueller ein[13] und hat sich für eine Legalisierung des Cannabis-Konsums ausgesprochen. Die Todesstrafe lehnt Begich grundsätzlich ab; er setzt sich gegen die Bürgerrechtseinschränkungen und Überwachungsmaßnahmen im Gefolge des USA PATRIOT Act ein.[5] Er unterstützt eine Gesundheitsreform, die mehr Menschen krankenversichert, stimmte – trotz späterer Distanzierung – für Obamacare[14] und setzt sich für die Förderung regenerativer Energien zur Bekämpfung des Klimawandels ein. Zugleich weicht er in einer Reihe von Fragen von der Parteilinie ab; so hat er sich gegen Einschränkungen des Waffenbesitzes ausgesprochen und für Ölbohrungen im Arctic National Wildlife Refuge.[6][15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mark Begich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Henry J. Reske: 10 Things You Didn't Know About Mark Begich. In: U.S. News, 5. März 2009 (englisch).
  2. a b Eliot Nelson: Alaska Is At A Crossroads. Can Mark Begich Keep It From Falling Apart? In: The Huffington Post, 25. Januar 2014 (englisch).
  3. Senator Mark Begich. In: Senate.gov (englisch); Begich, Mark, (1962–). In: Biographical Directory of the United States Congress (englisch).
  4. a b c Manu Raju: Begich’s big decision: Challenge Murkowski? In: Politico, 6. Mai 2015 (englisch).
  5. a b c William Yardley: Alaska’s New Senator Sees Change at Work. In: The New York Times, 4. Dezember 2008 (englisch).
  6. a b Kim Murphy: Begich ends low-key approach. In: Los Angeles Times, 20. November 2008 (englisch).
  7. Wegen Korruption verurteilter Senator Stevens abgewählt. In: Der Standard, 19. November 2008.
  8. Becky Bohrer: Republican Dan Sullivan wins Senate race in Alaska. In: Associated Press, 12. November 2014 (englisch).
  9. Nathaniel Herz: Begich unveils consulting firm, will work in aviation and health care. In: Alaska Dispatch News, 31. Januar 2015 (englisch).
  10. Sean Sullivan: Why Mark Begich could run for the Senate again. In: The Washington Post, 2. Februar 2015 (englisch).
  11. Nathaniel Herz: Fear of a Begich bid for governor looms large over Alaska GOP convention. In: Alaska Dispatch News, 3. Juli 2016 (englisch); Austin Baird: Mark Begich sounds like he wants to run for governor, but no firm decision yet. In: KTUU, 31. August 2017 (englisch).
  12. Elise Viebeck: Can abortion rights push pay off in Alaska? In: The Hill, 15. August 2014 (englisch).
  13. Justin Sink: Begich latest senator to endorse gay marriage. In: The Hill, 26. März 2013 (englisch).
  14. Seth McLaughlin: Crossroads GPS hits Mark Begich’s Obamacare support. In: The Washington Times, 17. Juni 2014 (englisch).
  15. Zu Begichs Wandel in der Frage, ob Waffenkäufer verpflichtenden Sicherheitsüberprüfungen unterzogen werden sollten, siehe A Fourth Mayor Quits Bloomberg Anti-Gun Group. In: The New York Sun, 15. März 2007 (englisch).