Markus Stenz

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Markus Stenz, 2012

Markus Stenz (* 28. Februar 1965 in Bad Neuenahr) ist ein deutscher Dirigent.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markus Stenz ist seit 2012/2013 Chefdirigent des Radio Filharmonisch Orkest (das Niederländische Rundfunk-Orchester) und wird 2015/2016 für drei Jahre Erster Gastdirigent des Baltimore Symphony Orchestra. Elf Jahre lang (von der Spielzeit 2003/2004 bis 2013/2014) war Markus Stenz Kapellmeister des Gürzenich-Orchesters, zehn Jahre Generalmusikdirektor der Stadt Köln.

Nach bestandenem Abitur am Peter-Joerres-Gymnasium in Bad Neuenahr-Ahrweiler im Jahre 1983 wurde er an der Hochschule für Musik Köln in Köln bei Volker Wangenheim und bei Leonard Bernstein und Seiji Ozawa in Tanglewood ausgebildet und profilierte sich früh mit eigenen Projekten sowie Ur- und Erstaufführungen. 1989 übernahm Stenz die musikalische Leitung des Cantiere Internazionale d’Arte in Montepulciano (bis 1995) und leitete als Chefdirigent von 1994 bis 1998 die London Sinfonietta, das renommierteste britische Ensemble für zeitgenössische Musik. Parallel zu seiner Position als künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Melbourne Symphony Orchestra von 1998 bis 2004 hat Markus Stenz sein Repertoire in Richtung Klassik und Romantik erweitert.

In der Kölner Philharmonie debütierte Markus Stenz 1996 mit dem WDR-Sinfonieorchester. Im Februar 2000 dirigierte er hier ein Konzert des Melbourne Symphony Orchestra, im September 2002 die Junge Deutsche Philharmonie. Am Pult des Gürzenich-Orchesters gab er am 10. Juni 2001 sein Debüt.

Als Konzertdirigent hat Markus Stenz unter anderem mit folgenden Orchestern zusammengearbeitet: Münchner Philharmoniker, Gewandhausorchester Leipzig, Tonhalle-Orchester Zürich, Berliner Philharmoniker, Wiener Symphoniker, Concertgebouw-Orchester Amsterdam, Hallé-Orchester Manchester, die Staatskapelle Berlin, die Philharmoniker Hamburg sowie die Sinfonieorchester des BR, HR, WDR und NDR geleitet. In den USA arbeitete er mit dem Chicago Symphony Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra sowie den Sinfonieorchestern von Boston, Dallas, Minnesota, Houston und Seattle.

Markus Stenz debütierte als Operndirigent mit Hans Werner Henzes „Elegie für junge Liebende“ am Gran Teatro La Fenice in Venedig. Er hat zahlreiche Ur- und Erstaufführungen geleitet, z.B. Hans Werner Henzes „Das verratene Meer“ in Berlin, „Venus und Adonis“ an der Bayerischen Staatsoper und „L’ Upupa und der Triumph der Sohnesliebe“ 2003 bei den Salzburger Festspielen. Seit seinem Operndebüt gastierte Markus Stenz an Opernhäusern rund um den Globus und bei internationalen Festivals wie z.B. am Teatro alla Scala in Mailand, am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, an der English National Opera, an der Lyric Opera Chicago, San Francisco Opera, in Los Angeles, am Staatstheater Stuttgart, an der Deutschen Oper Berlin, der Bayerischen Staatsoper München, der Staatsoper Hamburg, an der Oper Frankfurt (mit der Uraufführung von Detlev Glanerts „Caligula“) sowie beim Glyndebourne Festival (2004 mit Leoš Janáceks „Jenufa“), beim Edinburgh International Festival und den Salzburger Festspielen.

Besonders hervorzuheben aus dem bisherigen Wirken an der Oper Köln sind die viel beachteten Aufführungen von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“, „Lohengrin“, „Tannhäuser“, „Tristan und Isolde“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“ sowie Leoš Janáčeks „Jenůfa“ und „Kát’a Kabanová“. Die Oper Köln beginnt die Saison 2010/2011 mit einem Gastspiel in China: Wagners „Ring des Nibelungen“ kommt zweimal zyklisch im Rahmen der Expo 2010 in Shanghai zur Aufführung und in Peking gastiert die Oper Köln mit einer Vorstellungsreihe von Mozarts „Don Giovanni“. Markus Stenz zeichnet in Köln in der kommenden Saison musikalisch verantwortlich u.a. für die Neuproduktionen von Richard Strauss‘ „Elektra“ sowie Alban Bergs „Wozzeck“.

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Label OehmsClassics werden derzeit alle Sinfonien von Gustav Mahler sowie die Lieder von „Des Knaben Wunderhorn“ mit Christiane Oelze (Sopran) und Michael Volle (Bariton) herausgebracht. Der Zyklus erscheint auf Hybrid-SACD. Den Auftakt des großen Mahler-Zyklus mit dem Gürzenich-Orchester Köln machte die 5. Sinfonie cis-Moll, die im Herbst 2009 in die Bestenliste der Deutschen Schallplattenkritik aufgenommen wurde. Mittlerweile sind auch die 4. Sinfonie und die Wunderhorn-Lieder erschienen. Vom classic fM magazine wurde die Aufnahme der 4. im Oktober 2010 als „orchestral disc of the month“ ausgezeichnet, das Magazin Pizzicato hebt die Aufnahme in ihrer Oktober-Ausgabe als außergewöhnliche Referenz-Einspielung mit dem „supersonic pizzicato“ hervor. Vorgesehen ist die kontinuierliche Veröffentlichung von Einzel-CDs sowie nach Abschluss der Aufnahmen im Jahr 2012 ein Schuber mit sämtlichen Sinfonien und den Wunderhorn-Liedern.

Seit Mitte Oktober 2005 werden die Konzerte des Gürzenich-Orchesters mitgeschnitten und sind als „GO live!“ - Sofort-CD ca. fünf Minuten nach dem Schlussapplaus erhältlich. Eine „Best of“-Abmischung der drei Konzertabende steht einige Wochen später im iTunes Music Store als Download zur Verfügung. Innerhalb dieser umfangreichen Konzert-Dokumentation sind u.a. folgende Werke erschienen: Ludwig van Beethovens Sinfonien Nr. 5 und 7, Wolfgang Amadeus Mozarts c-Moll Messe, Gustav Mahlers Sinfonien Nr. 5, 6 und 7 sowie Anton Bruckners Sinfonien Nr. 5 und 8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]