Marquard Freher

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Marquard Freher, porträtiert von Johann Jacob Haid

Marquard Freher (* 26. Juli 1565 in Augsburg; † 13. Mai 1614 in Heidelberg) war ein deutscher Jurist, Historiker, Publizist, Diplomat und Staatsmann.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Freher führte sich zurück auf ein altes Adelsgeschlecht von Weysach (Wyssach, Weissach), ihr Adel wurde 1588 in einem kurfürstlichen Wappenbrief anerkannt.[1]

Marquard Freher studierte in Altdorf und in Bourges bei Jacques Cujas die Rechte und wurde 1596 Professor der Rechte in Heidelberg und 1598 Rat des Kurfürsten Friedrich IV. von der Pfalz, der ihn vielfach zu diplomatischen Geschäften, namentlich beim König von Polen, verwendete und zum Vizepräsidenten ernannte. Brieflichen Kontakt unterhielt er unter anderem zum Pfarrer und Chronisten Johann Jakob Rüeger.

Marquard Freher heiratete 1593 Katharina († 16. April 1598), Tochter des kurtrierischen Leibarztes Heinrich Weyer und Enkelin von Johann Weyer, mit der er zwei früh verstorbene Söhne hatte.[2][3] Sie wurde in der Peterskirche Heidelberg begraben.[4][5]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hrsg. von Johannes Leunclavius (Frankfurt 1596, 2 Bde.)
  • Origines Palatinae: In quibus praeter gentis & dignitatis Palatinae primordia, tum Haidelbergae & vicini tractus antiquitatem, multa scitu digna, quà ad universam Germaniam, quà ipsum Imperium Rom. (Heidelberg 1599)
  • Germanicarum rerum scriptores aliquot insignes (Frankfurt und Hanau 1600–1611, 3 Bde.; neue Aufl. von G. B. Struve, Straßburg 1717, 3 Bde.)
  • Hrsg. von Johannes Trithemius: Opera historica, Teil 1 u. 2. Unveränd. Nachdr. der Ausgabe Frankfurt, Claudius, 1601. Frankfurt/M.: Minerva-Verlag 1966. ISBN 3-86598-190-9
  • Rerum bohemicarum scriptores aliquot antiqui (Hanau 1602)
  • Rerum moscovitarum autores aliquot (Hanau 1600)
  • Corpus francicae historiae veteris (Hanau 1613; neue Aufl. von Köhler, Altdorf 1720)
  • Directorium in omnes fere chronologos romano-germanici imperii (neue Aufl. von Köhler, Altdorf 1729).

Editionen und Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marquard Freher: De Lupoduno Antiquissimo Alemaniae Oppido Commentariolus. Die erste Beschreibung des alten Ladenburg von 1618. Übertragen und erläutert von Hermann Wiegand. Heidelberg 1998, ISBN 3-932102-02-9
  • Wilhelm Kühlmann u. a. (Hrsg.): Die deutschen Humanisten. Abteilung 1: Die Kurpfalz. Band I/1: Marquard Freher. Brepols, Turnhout 2005, ISBN 2-503-52017-0 (Sammlung von Texten zur schriftstellerischen und editorischen Tätigkeit Frehers im Rahmen der Rezeption antiker und mittelalterlicher Literatur)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marquard Freher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dietrich Kornexl: Studien zu Marquard Freher (1565–1614). (diss. phil. Freiburg i. Br. 1966). Bamberg 1967, S. 6. Gundula Caspary: Späthumanismus und Reichspatriotismus. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, S. 25 Anm. 23.
  2. Johannes Posthius: Ad tumulum Marqvardi Theodori Freheri, M. F. infantis suauiß. In: Marquard Freher: De Lvctv Minvendo, Et Desiderio Praemissae Conivgis Solando, Epistola Ad Iohannem Mvnstervm, Praefectum VViedanum. Epitaphium Catharinae Wierae. Heidelberg 1599 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).
  3. Jan Gruter: De filio suo Philippo M. F. In: Marquard Freher: De Lvctv Minvendo, Et Desiderio Praemissae Conivgis Solando, Epistola Ad Iohannem Mvnstervm, Praefectum VViedanum. Epitaphium Catharinae Wierae. Heidelberg 1599 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München). Johann von Münster (1560–1632) zu Vortlage war ein Politiker und Schriftsteller.
  4. Marquard Freher: De Lvctv Minvendo, Et Desiderio Praemissae Conivgis Solando, Epistola Ad Iohannem Mvnstervm, Praefectum VViedanum. Epitaphium Catharinae Wierae. Heidelberg 1599 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).
  5. Vgl. Renate Neumüllers-Klauser: Die Inschriften der Stadt und des Landkreises Heidelberg. (Die deutschen Inschriften. Heidelberger Reihe 4). Druckenmüller, Stuttgart 1970, S. 296.
  6. Aus Nürnberg (1561–1625); Ratskonsulent.
  7. Aus Leszno (1575–1628); Woiwode in Kalisz und polnischer Großkanzler.
  8. Aus Löwenberg (Lwówek Śląski) (1553–1599); Sekretär des Hofkriegsrats in Prag und Wien.
  9. Auch Jacques Lect oder Lett (* 1556; † nach 1609), Genfer Professor der Rechte, Syndikus und Konsul.
  10. Studium in Frankfurt an der Oder und Straßburg, Kurfürstlich brandenburgischer Rat (1534–1609), neulateinischer Dichter, Epitaph in der Nikolaikirche, heute im Stadtmuseum Berlin.
  11. Aus Nürnberg (1556–1624); Professor für Recht in Altdorf.
  12. Aus Oschatz (1566–1620), Advokat am Schlesischen Hofgericht, Präfekt von Breslau.
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
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