Martin Rivoir

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Martin Rivoir 2013

Martin Rivoir (* 18. Juni 1960 in Ulm) ist ein deutscher Politiker der SPD und Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg.

Nach dem Abitur im Jahr 1979 am Math.-Nat. Gymnasium in Ulm (2. Ulmer Modell, heute Anna-Essinger-Gymnasium) studiert Rivoir zunächst vier Semester Physik an der Universität Ulm. Dieses Studium brach er ab und begann 1981 ein Studium der Elektrotechnik an der Technischen Universität in Darmstadt. Seine Diplomprüfung legte er im Jahr 1988 ab. Von 1988 bis 1996 war er Entwicklungsingenieur bei AEG in Ulm und arbeitete dort in der Fertigung von Flüssigkristallanzeigen (LCD). Nach der Zerschlagung der AEG war er von 1996 bis 2001 hauptberuflich und von 2001 bis 2011 nebenberuflich Vertriebsingenieur bei Firma AEG MIS (Buy-Out aus der AEG) in Ulm. Er war im Bereich der Parkleitsysteme und Umweltinformationstafeln tätig. Neben seiner Tätigkeit als Landtagsabgeordneter ist Martin Rivoir seit 2003 Inhaber einer Solarfirma. Rivoir ist Mitglied der IG Metall und war von 1990 bis 1994 Mitglied des Standortbetriebsrats der AEG in der Söflinger Straße in Ulm. Nach der Ausgründung der AEG MIS war er von 1996 bis 2004 Vorsitzender des Betriebsrats der neu gegründeten Firma.

Im Jahr 2001 gründete er die im Bereich der regenerativen Energien tätige Firma traffico GmbH, bei der er Geschäftsführer ist. Im Jahr 2010 gründete er mit einem Partner die Firma leo-solar GmbH & Co. KG, bei der er bis Juni 2012 Geschäftsführer war.

Rivoir trat im Jahr 1984 in die Ulmer SPD ein. Er war von 1986 bis 1989 Vorsitzender des Juso-Kreisverbandes Ulm/Alb-Donau und in verschiedenen Funktionen Mitglied des SPD-Kreisvorstandes Ulm. Von 1993 bis 1995 und von 2008 bis 2015 war er Vorsitzender. Seit 1989 ist er Mitglied im Ulmer Gemeinderat und dort von 1994 bis 2004 Fraktionsvorsitzender, von 2004 bis 2014 stellvertretender Vorsitzender. Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg ist Rivoir seit dem 17. April 2001. Er ist mit einem Zweitmandat im Wahlkreis 64 – Ulm in den Landtag eingezogen. Er wurde bei den Wahlen in den Jahren 2006 und 2011 erneut gewählt. Seit 2001 ist er Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Er ist seit 2001 Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kunst, dessen SPD-Sprecher er seit 2008 ist. Außerdem war Rivoir Mitglied im Wirtschafts- und Europaausschuss. Seit 2011 ist er Mitglied des Ausschusses für Verkehr und Infrastruktur, dessen Stellvertretender Vorsitzender er ist.

Rivoir ist ehrenamtlich engagiert. So ist er seit 1992 Vorsitzender des 5000 Mitglieder zählenden Mietervereins Ulm / Neu-Ulm e.V. Ebenfalls 1992 gründete er den Förderverein „Freunde des Ulmer Zelts e. V.“, dessen Vorsitzender er seit dieser Zeit ist. Seit der Gründung hat der Verein über 300.000 Euro an Spenden gesammelt. Im Jahre 2010 hat er den Vorsitz der Sektion SSV Ulm 1846 des Deutschen Alpenvereins übernommen. Diese mit ca. 1.600 Mitgliedern kleinste Ulmer DAV-Sektion hat eine Ortsgruppe in Laupheim. Die DAV-Sektion betreibt die Allgäuer Bergheime an der alten Schule in Missen, die Alpe Birkach bei Gunzesried und die Alpe Hohenschwand bei Steibis.

Ende Juni 2011 richtete Rivoir eine Kleine Anfrage zu finanziellen Verbindungen zwischen BUND und den Parkschützern, beide Gegner von Stuttgart 21, an die baden-württembergische Landesregierung.[1] Dies führte zu einer Prüfung von BUND und VCD durch das Finanzamt, ob ihnen die Gemeinnützigkeit aberkannt werden soll.[2] Beide Prüfungen verliefen negativ, das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft bestätigte, dass beiden Organisationen nicht gegen das Gemeinnützigkeitsrecht verstoßen.[3] Auch aufgrund heftiger Kritik von SPD-Mitgliedern hat Rivoir sein Vorgehen inzwischen bedauert.

Am 17. Juni 2015 erklärte Rivoir seine Kandidatur für die Stelle des Oberbürgermeisters der Stadt Ulm. Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 zog er über ein Zweitmandat in den Landtag ein.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Martin Rivoir – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landtagsanfrage (PDF; 299 kB)
  2. Gefährdete Gemeinnützigkeit: Finanzamt macht S21-Gegnern Stress, Financial Times Deutschland. 21. Juli 2011. Archiviert vom Original am 23. Juli 2011.  und Stellungnahme Rivoirs zum Thema BUND/Gemeinnützigkeit. Abgerufen am 7. September 2013.
  3. Antwort auf die Anfrage zur Gemeinnützigkeit (PDF; 44 kB)