Martin Stephani

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Martin Stephani (* 2. November 1915 in Eisleben; † 9. Juni 1983) war ein deutscher Dirigent und Professor. Er war Direktor der Nordwestdeutschen Musikakademie in Detmold.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stephani studierte in Berlin bei Walther Gmeindl, Fritz Stein und Kurt Thomas.

Im Dritten Reich war Stephani als Musikreferent zur Leibstandarte Adolf Hitler abgeordnet und an der Leitung und Aufbau des Symphonieorchesters der Waffen-SS beteiligt. Sein Status soll Obersturmführer gewesen sein.[1] 1948 kam er nach Marburg, wo er ein Studio für Neue Musik gründete. 1951 wurde er Dirigent der Konzertgesellschaft von Wuppertal. 1955 wurde er Leiter des Bergischen Landeskonservatoriums.[2]

1957 erfolgte die Berufung zum Dirigierlehrer an der Nordwestdeutschen Musikakademie (heute: „Hochschule für Musik Detmold“) in Detmold. 1959 wurde er Generalmusikdirektor der Stadt Wuppertal (Vorgänger: Hans Weisbach). Außerdem wurde er in diesem Jahr Nachfolger von Wilhelm Maler in dessen Funktion als Direktor der Akademie. In dieser Funktion verblieb er bis 1982. In seine Amtszeit fiel die Einführung einer Kooperation mit der Gesamthochschule Paderborn und damit der Einführung eines Studiengangs Musikwissenschafts in Detmold.[3] Als musikalischer Leiter stand er dem Musikverein Bielefeld vor und machte sich um das Landesjugendorchester Nordrhein-Westfalen verdient.[2] 1980 bekam er den Kulturpreis der Stadt Bielefeld verliehen.[4]

Martin Stephani verstarb am 9. Juni 1983 nach langer Krankheit.[2]

1987 erschien eine Doppel-LP mit dem Titel Hommage für Martin Stephani.[5]

Partituren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1976: Te Deum (mit dem Musikverein Bielefeld, Teldec)
  • 1978: Paul Hindemith – Vorspiel zu einem Requiem (mit dem Landesjugendorchester Nordrhein-Westfalen, Da Camera)
  • 1978: Franz LisztOrpheus (mit dem Landesjugendorchester Nordrhein-Westfalen, Da Camera)
  • 1982: Johann Sebastian Bach – Fünf Sinfonien (mit den Deutschen Bachsolisten, Bärenreiter-Verlag)
  • 1982: Georg Friedrich HändelFeuerwerksmusik (mit den Deutschen Bachsolisten, Bärenreiter-Verlag)
  • 1983: Max Reger – An die Hoffnung. Eine romantische Suite (mit dem Landesjugendorchester Nordrhein-Westfalen, Da Camera)
  • 1990: Symphonie Nr. 9 (mit dem Musikverein Bielefeld, Aufnahmen von 1960 und 1976, Teldec)
  • 2008: Hugo Distler – Konzert für Cembalo und Streichorchester (mit den Deutschen Bachsolisten, Archivaufnahme, Klassik-Center Kassel)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. lz.de Internetzeitung der Lippischen Landes-Zeitung: Musikhochschule Detmold lässt braune Vergangenheit des Ex-Rektors aufarbeiten Ausgabe vom 28. Oktober 2015, abgerufen am 9. Dezember 2015
  2. a b c Eberhard Schallenberg: Nachruf zum Tode von Martin Stephani. In: 40 Jahre Landesjugendorchester NRW. Fakten – Erinnerungen – Perspektiven. S. 26–27 (ljo-nrw.de [PDF]).
  3. Prof. Dr. Rebecca Grotjahn: Dreißig Jahre Musikwissenschaft in Detmold, in: ad notam, Jahrbuch der Hochschule für Musik Detmold 06/07, Hrsg.: Hochschule für Musik Detmold in Verbindung mit der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik Detmold e.V., Detmold 2007, S. 78–81. Online: PDF (1,1 MB)
  4. Geschichte des Musikvereins. Musikverein der Stadt Bielefeld, abgerufen am 5. Juli 2015.
  5. Hommage für Martin Stephani. Deutsche Nationalbibliothek, abgerufen am 5. Juli 2015.