Martinsdom (Bratislava)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Martinsdom

Die Kathedrale des Heiligen Martin (slowakisch Katedrála svätého Martina), auch Martinsdom (slowakisch Dóm svätého Martina) genannt, ist die dem heiligen Martin von Tours geweihte Kathedrale in der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Die im gotischen Stil errichtete Hallenkirche ist das größte Kirchengebäude der Stadt und befindet sich am westlichen Rand der Altstadt, am Fuß des Burghügels. Sie ist seit 2008 die Kathedrale des Erzbistums Bratislava.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kathedrale ist 69,37 m lang, 22,85 m breit und 16,02 m hoch. Sie besteht aus einem zentralen Kirchenschiff und zwei daran angebauten Seitenschiffen.

Der Martinsdom entstand ab dem 13. Jahrhundert an der Stelle einer früheren romanischen Kirche und eines Friedhofs. Die Zeit seiner Entstehung ist noch nicht genau festgesetzt, man nimmt jedoch an, dass der Bau um 1221 begonnen wurde. Die Bauarbeiten am zentralen Kirchenschiff zogen sich über Jahrzehnte hin. Am 10. März1452 fand schließlich die Kirchweihe statt. Danach folgten mehrere Erweiterungen der Kathedrale. 1461 bis 1497 wurde das vorhandene Presbyterium durch ein größeres ersetzt (vermutlich ein Werk von Hans Puchsbaum). Ebenfalls im 15. Jahrhundert kamen die St. Anna-Kapelle und die Kapelle der Königin Sophia hinzu.

Der in der Uniform eines ungarischen Husaren gekleidete St. Martin teilt seinen Mantel mit dem Schwert und reicht die eine Hälfte dem am Boden liegenden Bettler. Werk des österreichischen Bildhauers Georg Raphael Donner in St.-Martins-Dom zu Preßburg (heute Bratislava/Slowakei), der einstigen Krönungskathedrale der ungarischen Könige.

Während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der Innenraum der Kathedrale zu einem großen Teil barockisiert. Der Wiener Bildhauer Georg Raphael Donner war von 1729 bis 1732 für den Bau der Elemosynariuskapelle verantwortlich, die dem Heiligen Johannes dem Almosengeber geweiht ist. 1733 begann man mit dem barocken Umbau des Domes. Die gotischen Altäre wurden entfernt und ein Jahr später (1734) schuf Georg Raphael Donner den neuen Hochaltar dessen Kernstück die Statue des Patrons und Namensgebers des Domes, des Hl. Martins bildete[1]. Dieser Altar ist am 5. November 1735 durch den (späteren) Bischof von Fünfkirchen Sigismund Berényi (ung. Berényi Zsigmond; 1694-1748) eingeweiht worden.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts begann man auf Initiative des Preßburger Stadtpfarrers, Titularbischof Karl Heiller mit der Regotisierung des Domes. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Kathedrale zwischen 1865 und 1877, als man die barocken Elemente weitgehend entfernte und das Gebäude in den ursprünglichen Zustand im gotischen Stil zurückversetzte.

1865 wurde der alte Barockaltar abgebaut, ebenso wie das frühere Chorgestühl nach Donners Entwürfen. Zwei Engel des alten Altars, in Blei gegossen, wurden von den Kunstmäzen Enea Grazioso Lanfranconi erworben, und kamen später in das Ungarische Nationalmuseum von Budapest. Das Chorgestühl kam in das Palais Kinky in Wien.[2] Die zentrale Statue des alten Altars, die St. Martinsstatue wurde an der südlichen Seite des Presbyteriums im Freien aufgestellt. Erst 1912 erkannte man den großen Wert der Statue und so kam sie wieder in das Innere des Domes. Heute befindet sie sich am Ende des rechten (östlichen) Seitenschiffes.

Mit der Durchführung der Umbauarbeiten - nach Grundsätzen der Romantik - wurde der Wiener Architekt Josef Lippert[3] beauftragt. Der jetzige Hauptaltar im Sanktuarium, welcher sich auf drei Stufen erhebt, ist aus Linden- und Eichenholz, ganz vergoldet und polychronisch geschmückt und stellt eine Kirche dar, ähnlich den im Mittelalter üblich gewesenen Reliquienschreinen. Er wurde nach Lipperts Entwürfen von den Tischlermeister Ignaz Karger und den Maler Carl Jobst geschaffen. Die sechs Figuren der Heiligen wurden ebenfalls in Lindenholz geschnitzt und sie sind das Werk des Wiener Bildhauers Johann Hutterer[4]. Links vom Sakramentshäuschen sind das: St. Georg, Hl. Elisabeth und Hl. Adalbert; rechts davon Hl.Nikolaus, Hl. Katharina und St. Florian.[5]

Während dieser Rekonstruktionsarbeiten wurde das Grab von Peter Pázmany durch den katholischen Priester Ferdinand Knauz am 12. September 1859 neu entdeckt. Seine sterblichen Überreste waren sehr gut erhalten (selbst sein Haar unter dem Jesuitenhut und das Barthaar war noch vorhanden). Gekleidet war er in eine rote Soutane mit einfachen Lederschuhen an den Füssen.[6] Auf der linken Seite des Sanktuariums befindet sich heute sein drei Meter hohes, aus weißem Marmor gefertigtes Denkmal, ein Werk des Preßburger Bildhauers Alois Rigele. Die Einweihung erfolgte im Jahre 1907 in Anwesenheit des (späteren) Fürstprimas von Ungarn János Kardinal Csernoch.

Krönung von Leopold I. (1655)
Glasmalerei

Im Jahr 2010 wurde eine neue Orgel, die Elisabethorgel, eingeweiht. An die Heilige Elisabeth und das Rosenwunder erinnern die Rosen an den Pfeifenfeldern. Gebaut wurde sie von dem deutschen Orgelbauer Gerald Woehl.[7]

Seit 2002 ist das Gebäude als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung eingestuft.

Unterwelt der Kathedrale (Krypten)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Kathedrale über einem alten Friedhof entstanden ist, existieren unterhalb der Annakapelle Katakomben bis zu einer Tiefe von sechs Metern. Sie enthalten die Gräber zahlreicher hochrangiger Persönlichkeiten wie kirchliche Würdenträger.

Für die Mitglieder der Familie Pálffy (von denen einige Familienmitglieder Obergespane des Komitats Preßburg waren) wurde eine eigene Gruft gebaut, deren Zugang sich auf der nördlichen Außenseite des Domes befindet. Die letzte Beerdigung in dieser Gruft fand im Jahre 1845 statt.

Einen der bedeutendsten Vertreter der Familie, der kaiserliche Generalfeldmarschall Graf Nikolaus II. Pálffy de Erdőd, war der erste "Bewohner" der Gruft. Er war es, der am Ostermontag, den 29. März 1598 gemeinsam mit Adolf von Schwarzenberg die Stadt Raab von den Türken befreite. Pálffys Witwe, Maria Magdalena Fugger ließ im Jahre 1601 von den Augsburger Bildhauer Paul Mayr[8] ein monumentales, lebensgroßes Denkmal in Marmor errichten, das heute im dritten nördlichen Joch des Doms zu finden ist.

Unter der St. Johannes Elemosynarius Kapelle befindet sich die Erzbischöfliche Gruft, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. In Prunksarkophagen wurden die sterblichen Überreste von vier Erzbischöfen bestattet: Emmerich Esterházy (1725-1745), Nikolaus Csáky (1751-1757), Franz Bakóczy (1761-1765) und Joseph Kardinal Batthyány (1776-1799).

Der Turm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Domturm hat heute eine Höhe von 87 Metern. Er musste im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Umbauten über sich ergehen lassen. Ursprünglich war der Turm in die Befestigungslinie der Stadt eingefügt und bildete einen Teil der Stadtbefestigung. Der Haupteingang in die Kathedrale konnte deshalb nicht, wie bei derartigen Bauten üblich, über eine Turmhalle erfolgen, sondern musste an der Nordseite des Hauptschiffes untergebracht werden. Auf einem Stich aus dem Jahre 1572 sehen wir den Turm zu Verteidigungszwecken mit Erkern bewehrt.

1760 wurde der Turm von einem Blitz getroffen, weshalb er durch einen Neubau ersetzt werden musste. Der Neubau war um 13 Ellen höher, als sein Vorgänger. Bereits damals wurde an der Spitze eine auf einem Polster ruhende ungarische St. Stephanskrone angebracht.

Am 13. Juni 1833 schlug ein Blitz erneut ein und ein daraus folgender Brand zerstörte den Turm. Um 1 Uhr nachts stürzte die gesamte Kuppel ein (Glocken und Turmuhr blieben unversehrt). Am Brandplatze war auch der Palatin[9] Ungarns, Erzherzog Joseph erschienen und leitete bis in die Morgenstunden die Löscharbeiten.[10] Der Wiederaufbau zog sich bis in das Jahr 1846 hin. An die Spitze des Kirchturms gelangte abermals ein vergoldetes Paradekissen (120x120 cm) mit einer Nachbildung der ungarischen Stephanskrone (164 cm hoch), um an die Rolle des Martinsdoms als Krönungskirche zu erinnern. Die ebenfalls vergoldete Krone hat einen Durchmesser von rund einem Meter. Insgesamt wurden für das Kissen und die Krone etwa 8 kg Gold verarbeitet. Im Inneren der Krone befand sich eine verlötete Kupferkapsel mit zeitgenössischen Dokumenten. Am 25. November 1846 wurde nach einem feierlichen Dankgottesdienst die Stephanskrone auf die Spitze des neuen Domturmes gezogen. Das Bauensemble wurde von den Preßburger Kupferschmieden Carl Mayer (Krone) und Johann Gschnatl (Kissen) gestaltet.[11] Seit diesem Umbau hat sich das Aussehen des Turmes mit den typischen Helm nicht mehr verändert.

Im Jahre 1905 wurde die Krone zwecks Restaurierungsarbeiten abermals von Turm abgenommen. Die Wiederherstellung wurde von der Preßburger Juwelierfirma Moritz Weinstabl durchgeführt. Die wertvollen Dokumente im Inneren der Krone (unter anderem ein Pergament noch aus der Zeit Maria Theresias) konnten geborgen werden. Der Juwelier Weinstabl legte in den Querbalken des Kreuzes ein eigenhändig geschriebenes Dokument, sowie die Tageblätter der Preßburger Zeitung, sowie des ungarischen Híradó ein. Am 25. August 1905 gelangte die 167 kg schwere Krone an ihren ursprünglichen Platz an der Kirchturmspitze des Domes. Im Jahre 2010, nach hundertfünf Jahren fand die letzte Renovierung der Krone statt.

Gotisches Chorgestühl

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dom verfügt über neun Glocken. Die größte Glocke ist die sogenannte Wederin. Sie wurde von Balthasar Herold im Jahre 1674 aus dem Material alter Kanonen gegossen. Sie trägt Reliefs der Muttergottes, des heiligen Martin sowie ein Kruzifix. Ihre Inschrift lautet: VIRTVS DIVINA PELLAT FVLMINA (d. h. Möge die Kraft Gottes die Blitze vertreiben).

Im Heiligen Jahr 2000 wurden die fünf seit dem Ersten Weltkrieg fehlenden Glocken neu gegossen. Diese waren die Zwölferin von 1807 (1.358 kg), die Viertlerin von 1821 (833 kg), eine namenlose Glocke (465 kg), die Josefin (262 kg) und die Feuerglocke von 1679 (133 kg); das Zügenglöcklein (25 kg) ist erhalten geblieben. Neu gegossen wurden auch zwei kleinere Glocken, die als Uhrschlagglocken dienen und in der Turmlaterne aufgehängt sind. Die sieben neuen Glocken wurden von der Glockengießerei Tomášková-Dytrychová in Brodek u Přerova gegossen und am Martinstag desselben Jahres eingeweiht.[12] Der hölzerne Glockenstuhl sowie die vorhandene Wederin wurden zuvor renoviert, wobei deren ursprüngliche händische Läutetechnik beibehalten wurde.

Das Geläut setzt sich aus folgenden Glocken zusammen:

  1. Wederin, Gewicht 2.513 kg, Durchmesser 1.557 mm, Schlagton cis1
  2. Maria-Theresa, Gewicht 2.200 kg, Durchmesser 1.504 mm, Schlagton d1
  3. Margaretha, Gewicht 850 kg, Durchmesser 1.140 mm, Schlagton eis1
  4. Johannes Paul II., Gewicht 500 kg, Durchmesser 940 mm, Schlagton a1
  5. Adalbert, Gewicht 340 kg, Durchmesser 840 mm, Schlagton h1
  6. Wladimir, Gewicht 290 kg, Durchmesser 630 mm, Schlagton cis2
  7. Zügenglöcklein, Gewicht 25 kg
  8. Josef (Stundenglocke, in der Laterne), Gewicht 100 kg, Durchmesser 560 mm, Schlagton fis2
  9. Sieben Schmerzen Mariä (Viertelstundenglocke, in der Laterne), Gewicht 75 kg, Durchmesser 520 mm, Schlagton gis2[13]

Die Hauptstädte sämtlicher Nachbarländer der Slowakischen Republik spendeten als Zeichen der Verbundenheit jeweils eine Glocke für das neue Geläut des Domes:

Krönungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1563 war der Martinsdom die Krönungskirche der Monarchen des Königreichs Ungarn. Er trat an die Stelle der königlichen Basilika in Székesfehérvár, da diese Stadt zwanzig Jahre zuvor vom Osmanischen Reich erobert worden war. Am 8. September 1563 war Maximilian II.[14] der erste ungarische König, der hier gekrönt wurde. Insgesamt fanden bis 1830 die Krönungen von elf Königen und acht Königinnen im Martinsdom statt.

An die Krönungsfeierlichkeiten erinnert auch eine Tafel (410x270 cm) an der Nordwand des Presbyteriums. Die mit - Weinreben umrahmte - Tafel ließ der ehemalige Erzbischof von Gran und Primas von Ungarn János Kardinal Simor auf eigene Kosten anfertigen. Sie wurde im Jahre 1866 von den Wiener Maler Carl Jobst geschaffen. Links oben befindet sich die St. Stephanskrone, die von zwei schwebenden Engeln gehalten wird. Über der Namensreihe der hier gekrönten Herrscher befindet sich die lateinische Überschrift:

IN HOC DIVI MARTINI TURON:TEMPLO SOLEMNIA CORONATIONIS ACTA SUNT HUNGARIAE REGNUM ET REGINARUM

(In diesem Gotteshaus des Hl. Martin von Tours fanden die Krönungen der ungarischen Könige und Königinnen statt)

Liste der hier gekrönten Könige und ihrer Gemahlinnen, mit Daten in Klammern:[15]

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1893 wurde knapp unterhalb der Kathedrale eine imposante, im maurischen Stil gehaltene Synagoge der jüdisch-neologischen Gemeinde errichtet. Diese wurde 1967 im Zusammenhang mit der Errichtung der Zufahrtsstraße zur Neuen Brücke abgerissen. Heute führt eine Stadtautobahn wenige Meter am Dom vorbei.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emil Portisch: Geschichte der Stadt Preßburg - Bratislava, Preßburg 1932/1933, 2 Bände
  • Karl Benyovszky: Bratislava - Pressburg in Wort und Bild, Bratislava - Pressburg 1938
  • Štefan Holčík, Pozsonyi koronázási ünnepségek 1563-1830, (Ungarisch; dt.: "Die Preßburger Krönungsfeierlichkeiten 1563-1830), Budapest 1986 ISBN 963-07-4218-7
  • Žáry/Bagin/Rusina/Toranová: Dóm Sv. Martina v Bratislave, (Slowakisch), Bratislava 1990 ISBN 80-222-0173-1
  • J. Haľko, Št. Komorný, Dóm - Katedrála sv. Martina v Bratislave, (Slowakisch; dt.: "Dom-Die Kathedrale des Hl. Martin in Bratislava), LÚČ, Bratislava, 2010, ISBN 978-80-7114-805-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Martinsdom in Bratislava – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Kunstwerk, eines der vollkommensten Meisterwerke des Künstlers entstand im Jahre 1734 in der Preßburger Sommerresidenz des Primas von Ungarn. Massiv gegossen sind nur die Beine des Pferdes und die Füße des Bettlers; die übrigen Teile sind über einem mit Gips ausgefüllten Eisengerippe aus Bleiplatten zusammengefügt und ziseliert. (zit. nach Benyovszky: Bratislava-Pressburg..., S. 97)
  2. Karl Benyovszky: Bratislava-Pressburg..., S. 97
  3. Josef Erwin Lippert von Granberg (1826–1902) war ein in Arad (Banat) geborener österreichischer Zeichner und Architekt. Ab 1864 Dombaumeister in Preßburg. Lippert vollendete die Fassade des Domes zu Gran und schuf die Innenausstattung. (in Österreichisches Biographisches Lexikon/OeBL)
  4. Johann Hutterer (1835–1907), österreichischer Bildhauer; schuf zahlreichem Bilderschmuck für die Innenausstattung von Kirchen. Arbeitete auch für den Deutschen Orden in Wien (Ringstraße). Unterhielt eine größere Werkstätte für ornamentale Skulpturen. (in Österreichisches Biographisches Lexikon / OeBL)
  5. Jozef Haľko: Dóm..., S. 62f
  6. Jozef Haľko: Pázmaň v Dóme sv. Martina. In: Impulz, 1/2010 (slowakisch).
  7. Elisabeth-Orgel im Dom des hl. Martin in Bratislava auf Radio Slovakia International vom 12. Jänner 2011 abgerufen am 5. April 2011
  8. Haľko: Dóm..., S. 215
  9. Palatinus (ung. nádor): Die Platinswürde ("Palatinus Regnum") geht in Altungarn bis ins frühe Mittelalter zurück und entspricht einem Stellvertreter des Königs. Dadurch ist der Palatin nach dem König der ranghöchste Würdenträger im Lande. Die endgültige Definition des Amtsbereichs eines Palatins erfolgte im Jahre 1485. Demnach war er Vermittler zwischen dem König und der Nation und den Ständen, Richter des Obersten Ungarischen Gerichtshofes und Chef der Ungarischen Statthalterei. Außerdem konnte er auf den Verlauf der Ungarischen Landtage sowie die Gesetzgebung persönlichen Einfluss nehmen. (Zit. bei Anton Klipp: Preßburg, S.58)
  10. Portisch: Geschichte der Stadt Preßburg, Bd. 2, S.437
  11. Jozef Haľko: Dóm..., S.169
  12. Klangprobe von den Glocken 2 bis 6
  13. Mária Poráziková: Die Glocken der Sankt Martins Kathedrale in Bratislava. Bratislava 2010.
  14. Anderen Angaben zufolge wurde Maximilian am 16. Juli 1563 zum Apostolischen König von Ungarn gekrönt; siehe Anton Klipp: Preßburg, Neue Ansichten zu einer alten Stadt, Stuttgart /Karlsruhe 2010, S. 58; auch bei Holčík: Pozsonyi..., S. 12
  15. Uhorskí králi a královné korunované v Bratislave (In Bratislava gekrönte ungarische Königen und Königinnen, slow.)

Koordinaten: 48° 8′ 31″ N, 17° 6′ 18″ O