Mauer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Eine einfache Mauer aus Naturstein
Sperrmauer (Israel / Palästina)
Berliner Mauer (1988)

Eine Mauer (von althochdeutsch mûra, entlehnt von gleichbedeutend lateinisch murus) ist eine massive Wand aus Mauerwerk. Umgangssprachlich ist damit meist eine freistehende Mauer gemeint, d. h. ein freistehendes und flaches Bauwerk. In seiner üblichen Bedeutung als einer aus Steinen und Mörtel errichteten Wand wurde das Wort in der Zeit entlehnt, als germanische Stämme die römische Steinbautechnik kennenlernten, und ist daher – wie viele andere Begriffe des Bauwesens auch – lateinischen Ursprungs.[1]

Grenzwände bzw. Wände und Befestigungsanlagen zur Stadt- und Landesverteidigung bzw. zur Verhinderung von Flucht werden in der Regel als Mauer bezeichnet, auch wenn sie nicht gemauert sind (Beispiele: Stadtmauern, Berliner Mauer).

Mauern haben die Funktion, Bereiche räumlich zu trennen bzw. zu begrenzen. Damit verbunden ist meist eine ordnende oder eine Schutz-Funktion, wie Windschutz, Sichtschutz, Schutz vor Flucht, Schutz vor Einbrechern, Schutz vor militärischem Angriff oder Gewalt, Schutz vor wilden Tieren, Schutz vor Hochwasser oder anderen Naturgewalten usw. Als Teil der Gebäudehülle eines Gebäudes bieten sie auch Schutz gegen Kälte oder Hitze. Zusätzlich können Mauern (insbesondere in Gebäuden) auch tragende Funktion für das Gesamtbauwerk haben, d. h. tragende Bauteile sein und so zur Tragstruktur eines Bauwerks gehören.

Die untere Begrenzung einer Mauer wird Sohle, die obere Krone genannt, oft bedeckt mit einer Mauerabdeckung. Erstellt werden traditionelle Mauern von Maurern.

Material[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ursprünglichen und fachlichen Wortsinn ist sie eine Wand aus Mauerwerk, ist also ein Gefüge aus Naturstein oder künstlichen Steinen, meist (aber nicht immer) mit einem Bindestoff, dem Mörtel zusammengefügt. Aufgeschichtete Mauern ohne Verwendung von Mörtel werden Trockenmauern genannt. Mauern können aus regelmäßigen oder unregelmäßigen Schichten von Steinen bestehen, aber auch wild durcheinander aufgetürmt werden, so dass sich keine durchgehenden Schichten ergeben.

Umgangssprachlich werden die Begriffe Mauer und Wand oft synonym verwendet. Fachlich ist das jedoch falsch. Heute werden mit ähnlicher Funktion häufig Wände aus Stahlbeton erstellt, als nichttragende Innenwände auch in Trockenbauweise. Ihre Fertigung geschieht nicht durch Zusammenfügen von Steinen, sondern durch Gießen von Beton in eine Schalung.

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Mauern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mauer, in: Ernst Seidl (Hrsg.): Lexikon der Bautypen. Funktionen und Formen der Architektur. Stuttgart: Philipp Reclam jun. Verlag, 2006, ISBN 978-3-15-010572-6.
  • Astrid Nunn (Hrsg.): Mauern als Grenzen, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2009, ISBN 978-3-8053-3934-6.
  • Tobias Prüwer: Welt aus Mauern. Eine Kulturgeschichte. Wagenbach, Berlin 2018, ISBN 978-3-8031-2796-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Mauer – Zitate
 Wiktionary: Mauer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, Deutscher Taschenbuch Verlag, 1997; Lemma Mauer