Mauermörtel

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Fugenmörtel in Sichtmauerwerk

Der Mauermörtel, also Mörtel zur Fertigung von Mauerwerk, unterscheidet sich in der heutigen Ausführung in wichtigen Anwendungseigenschaften vom Putzmörtel. Die verschiedenen Mörtelhersteller haben die Rezepturen und deren Eigenschaften auf den Anwendungszweck abgestimmt. Die Grundanforderungen an diesen Werkmörtel werden in Deutschland durch die DIN 18 557 geregelt.

Die Ausgangsstoffe der Mörtelherstellung sind Bindemittel, Zuschläge und Zusatzstoffe bzw. -mittel. Diese werden bei der Herstellung bereits werksseitig und nach Herstellerangaben dem Werk-Trockenmörtel dosiert hinzugegeben. Auf den Baustellen wird in Mischmaschinen, die am Trockenmörtelsilo montiert werden, unter Zugabe der vom Trockenmörtelhersteller angegebenen Menge Wasser der benötigte Frischmörtel hergestellt.

Werk-Trockenmörtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werkmauermörtel wird nach DIN 1053 (Mauerwerks-DIN) in drei Mörtelgruppen (MG) und zwei Untergruppen nach Druckfestigkeit des errichteten Mauerwerks unterschieden.

  • MG I (Kalkmörtel)
  • MG II (Kalkzement/hydraulischer Mörtel, 2,5 N/mm²)
  • MG IIa (Kalkzementmörtel, 5 N/mm²)
  • MG III (Zementmörtel, 10 N/mm²)
  • MG IIIa (Zementmörtel, 20 N/mm²)

Da von den verschiedenen Mauermörteln die Standfestigkeiten und viele andere Eigenschaften der Gebäude abhängen, werden die Berechnungen und Ausführungsrichtlinien in der „Mauerwerks“-DIN 1053 ausführlich geregelt. Zum Beispiel dürfen als Bindemittel für den Mauermörtel nur Zemente nach der DIN 1164 und Calciumoxid (Baukalk) nach der DIN 1060, jedoch für kombinierten Putz- und Mauerwerksmörtel nur Bindemittel gemäß DIN 4211 (oder ähnliche bauaufsichtlich zugelassene Bindemittel) eingesetzt werden. Auch der verwendete Sand wird nach entsprechenden DIN-Vorschriften ausführlich genormt, um die bauaufsichtliche Zulassung und Überwachung zu bestehen.

Trockenmörtel (gilt auch für Trockenbeton) ist im Gegensatz zu Transportbeton nicht auf eine terminliche Lieferung und Verarbeitung angewiesen, dennoch sollte er zeitnah verwendet werden, denn die Lagerfähigkeit beträgt maximal drei bis zwölf Monate. Abgesehen von der genau passenden Zugabe von Wasser ist eine gleichbleibende Mörtelqualität bei Verwendung von industriell vorgemischtem Trockenmörtel auch dann gewährleistet, wenn der Anwender über keine Fachkenntnisse über die Mörtelherstellung und das Mischungsverhältnis der Zuschlagstoffe verfügt.

Als Leichtmörtel werden Werktrocken- oder Werkfrischmörtel mit einer Trockenrohdichte von weniger als 1,5 kg/dm³ bezeichnet. Die geringere Dichte wird durch Zusatzmittel wie Luftporenbildner oder Leichtzuschläge erreicht.[1]

Von den vielfältigen Mörtelarten sind die Wichtigsten und Verbreitetsten:

Vormauermörtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vormauermörtel wird für die Vormauerung wie Verblender, Sichtmauerwerk oder Sichtfugen eingesetzt. Aufgrund der verschieden stark saugenden Steine in diesem Bereich werden Mörtel für stark saugende (Wasseraufnahme über 10 Gew.%), für schwach saugende (Wasseraufnahme 4–10 Gew.%) und nicht saugende Verblender (Wasseraufnahme weniger als 4 Gew.%) angeboten.

Das Vormauerwerk wird immer vollfugig und in einem Arbeitsgang ausgeführt. Ist eine Sichtfuge gewünscht, wird diese z.B. mit einem Stück altem Wasserschlauch ausgestrichen, damit die Fuge nach außen abgedichtet und einheitlich wird.

Hintermauermörtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hintermauermörtel wird meist als der eigentlich Mauermörtel bezeichnet, da dieser im eigentlichen Mauerwerk für Stoß- und Lagerfugen eingesetzt wird. Aufgrund der unterschiedlichen Mauersteinarten wird hier auch zwischen Kalk-, Zement- und Mischmörtel unterschieden. Der jeweils notwendige Mörtel wird vom Steinhersteller vorgeschrieben.

Leichtmauermörtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch Leichtmauermörtel sind Hintermauermörtel nach DIN 1053-1. Sie werden vorwiegend zur Vermauerung von hochwärmedämmenden Wandbaustoffen (Wärmeleitfähigkeit um 0,2 W/(m·K)) eingesetzt, um Wärmebrücken im Fugenbereich zu vermeiden. Wenn der Unterschied der Wärmeleitfähigkeit und Saugfähigkeit des verwendeten Mörtels zum Mauerstein groß ist, können sich besonders bei dünnem, einlagigem Putzauftrag die Fugen abzeichnen. Die meisten Hersteller von Leicht-Mauersteinen schreiben die Verwendung eines abgestimmten Mörtels vor.

Die Lagerfugendicke entspricht der von Normalmörtel. Es bestehen keine Anforderungen an die Maßhaltigkeit der Steine. Leichtmörtel haben unter Belastung ein ungünstigeres Verformungsverhalten als Normal- und Dünnbettmörtel. Mauerwerk aus Ziegeln, Kalksandstein und Betonsteinen zeigt einen größeren Festigkeitsabfall als solches aus Poren- oder Leichbetonsteinen. Die Verformungsunterschiede müssen allerdings wegen des geringen Fugenanteils nicht in den statischen Berechnungen des Mauerwerks berücksichtigt werden.

Die Trockenrohdichte von Leichtmörteln wird durch Zugabe von Leichtzuschlägen aus Naturbims, Blähton oder Perlite auf weniger als 1,5 kg/dm³ reduziert. Leichtmörtel werden als LM 21 (Wärmeleitfähigkeit Rechenwert λ 0,21 W/(m·K))[2] und LM 36 (Rechenwert 0,36 W/(m·K))[3] geliefert (zum Vergleich: Normalbeton 1,0 W/(m·K), hochwärmedämmende Ziegel 0,07 bis 0,18 W/(m·K)). Der Unterschied bewirkt eine Verbesserung des Mauerwerks insgesamt um ein bis zwei Wärmeleitfähigkeitsgruppen.

Dünnbettmörtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dünnbettmörtel ist ein Normalmörtel mit einem Größtkorn von 1 mm, der in einer Schichtdicke von 1 bis 3 mm verarbeitet wird. Nur Mauersteine und Planelemente mit Maßabweichungen von unter 1 mm sind zur Vermauerung mit Dünnbettmörtel geeignet (z. B. Plansteine aus Kalksandstein, Porenbeton, Ziegel). Die Festigkeit entspricht etwa der ehemaligen MG III. Die Mauerwerksfestigkeit ebenso wie der Wärmedurchlasswiderstand des Mauerwerks liegen aufgrund des geringeren Fugenanteils höher als bei traditionellem Dickbettmörtel.[4]

Dünnbettmörtel wird häufig mit Hilfe speziellen Werkzeugs wie Zahnschiene oder Mörtelschlitten dosiert und aufgetragen. Eine weitere Möglichkeit besteht im so genannten Tauchverfahren. Dabei wird der Stein mit der Unterseite in den Mörtel getaucht und anschließend versetzt. Im Vergleich zum Mörtelauftrag mit dem Mörtelschlitten ist die Auftragsmenge weniger gut kontrollierbar. Das Auftragen des Dünnbettmörtels wird umgangssprachlich auch „Kleben“ genannt und stellt ein rationelles Verfahren für hochwertiges Mauerwerk dar. Im Vergleich zum Dickbettmörtel wird erheblich weniger Mörtel auf der Baustelle benötigt. Anmischen, Transport und Auftrag sind daher deutlich günstiger.

Im Hintermauerbereich ist das Dünnbettverfahren heutzutage das verbreitetste Mauerverfahren.

Fertigfugenmörtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fugenkelle

Die übliche Art des Mauerns von Sichtmauerwerk ist das vollfugige Vermörteln der Stoß- und Lagerfugen mit anschließendem Fugenglattstrich (auch als „Mauern im eigenen Saft“ bezeichnet). Alternativ werden Fertigfugenmörtel für die nachträgliche Verfugung angeboten. Hierbei werden die sichtbaren Fugen vor der vollständigen Aushärtung bis zu 15 mm Tiefe wieder ausgekratzt, gereinigt und mit Fertigfugenmörtel (Fugmörtel) und einer speziellen Fugenkelle nachträglich verfugt. Für die unterschiedlichen Fassadengestaltungen werden auch Fertigfugenmörtel in verschiedenen Farben angeboten.

Kanal- und Schachtbaumörtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Mörtelart ist für die hohen Anforderungen bei Kanal-, Schacht- und Sielarbeiten notwendig und wird mit hochwertigen Bindemitteln und mineralischen Zuschlagstoffen der Mörtelgruppe III vergütet. Einsetzbar ist er aber auch für alle anderen Mauer- und Putzarbeiten.

Dachdeckermörtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dachdeckermörtel wird zum Verlegen der Grat- und Traufziegel eingesetzt. Auch der Firstziegel wird an den Stellen, wo kein Lüfterfirst verbaut wird, mit diesem Mörtel verlegt.

Der Dachdeckermörtel gehört zur Mörtelgruppe II und verfügt über ein hohes Klebe- und Haftungsvermögen, sowie hohe Elastizität. Dachdeckermörtel wird unter Zusetzung von zementgebundenen Fasern und witterungsbeständigen Kunstfasern hergestellt, um die Haftung an gebrannten Steinen und das Wasserrückhaltevermögen zu verbessern. Gleichzeitig muss er auch noch im erhärteten Zustand die auf dem Gebäudedach gegebenen erhöhten Ansprüche an Zugfestigkeit, Elastizität und Wasserdampfdiffusionsoffenheit erfüllen.

Sonstige Trockenmörtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere für die Erstellung und auch die Rekonstruktion von Natursteinmauerwerk werden besondere Mörtel benötigt und dafür gemäß den individuellen Erfordernissen als Fug-, Füll- und Spritzmörtel angeboten. Diese sind auch mit Unterstützung entsprechender Verarbeitungsmaschinen einsetzbar.

Zum Aufbau von Glasbausteinen wird ein Mörtel nach DIN 4242 verwendet, da dieser eine höhere Dichtigkeit aufweisen muss. Als Bindemittel dient hier Zement der DIN 1164, wie es Portlandzement, Portlandhüttenzement und Hüttenzement sind. Diesem dürfen dann zur Verbesserung der Geschmeidigkeit Kalkhydrat nach DIN 1060 und Traß nach DIN 51 043 bis maximal 20 % des Zementgehalts beigefügt werden. Dieser unterliegt wie Beton der 28-Tage-Druckfestigkeitsregel und muss in jedem Fall mindestens 12 N/mm² betragen.

Ein weiteres, örtlich begrenztes Einsatzgebiet ist die Verwendung von speziellem Trockenmörtel im Bergbau. Es wird aufgrund seiner geringen Verbreitung hier nur kurz erwähnt.

Auch die für die Verlegung von Fliesen benötigten verschiedenen Fliesenkleber und Reparatur- und Dichtungsmörtel sind eine Art der Trockenmörtel.

Als Hilfsstoff für Kleinst- und Winterbauarbeiten werden spezielle Mörtelsorten benötigt, die aufgrund ihrer Zusammensetzungen und auch Korngrößen zum Bereich Trockenbeton gezählt werden.

Quellmörtel wird in der Altbausanierung verwendet, um bei Reparaturen neu eingesetzte Mauersteine kraftschlüssig mit der bestehenden Wand zu verbinden. Unterstopfmörtel ist eine andere Bezeichnung für das gleiche Produkt, wenn dieses beispielsweise im Holzbau dazu verwendet wird, Unebenheiten zwischen Mauerwerk, Bodenplatten oder Kellerdecken und darauf aufgesetzten Fußschwellen und Holztafel-Elementen auszugleichen.
Die Notwendigkeit, teuren Unterstopf- oder Quellmörtels einzusetzen, ist häufig umstritten und sollte auf Fälle beschränkt werden, in denen dies vom Statiker explizit gefordert wird. Setzungsschäden entstehend in der Regel nicht durch die Verwendung von gewöhnlichem Kalk- und Zementmörtel (mit einem Schwindmaß von ca. 1 %) sondern Mängel in der Ausführung oder durch unzureichende Fundamentierung von historischen Gebäuden.
Die Bezeichnung Quellmörtel ist irreführend, da die meisten handelsüblichen zementhaltigen Quellmörtel nicht tatsächlich quellen, sondern lediglich mehr oder weniger schwindfrei abbinden (siehe auch engl.: Non-shrink grout).[5][6]
Nur Gipsmörtel vergrößert beim Abbinden sein Volumen generell um ca. 1 % und eignet sich daher gut zum Vermörteln von Installationsdosen und Mauerankern. Da Gips nicht feuchtebeständig ist, sollte er jedoch nur im Innenbereich und in dauerhaft trockenen Wänden eingesetzt werden.
Oft wird schwindfreier Vergußmörtel unter der Bezeichnung Quellmörtel angeboten. Darauf ist beim Einkauf zu achten, da Vergußmörtel zu flüssig ist, um ihn mit der Kelle verarbeiten zu können.[7]

Injektionsmörtel werden verwendet, um in der Denkmalsanierung bestehende Wände zu ertüchtigen oder wasserundurchlässiger zu machen. Sie werden mit Hilfe einer Pumpe durch in die Wand eingesetzte "Packer" in die Hohlräume zwischen den Steinen gespritzt. Injektionsmörtel enthalten oft nur Gesteinsmehl als Zuschlagstoff oder gar keine Zuschläge. Um die Druckfestigkeit und die weiteren Eigenschaften des Injektionsmörtels besser an die vorhandenen Baumaterialien anzupassen, werden neuerdings Injektionsschaummörtel verwendet.[8]

Werkvormörtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Werkvormörtel (auch Werk-Nassmörtel genannt) ist der weitgehend bekannteste Mauermörtel. Er wird z. B. von kleineren Transportbetonwerken mit Bindemitteln vorgemischt und angeboten. Diesen gibt es aber nur als Mörtelgruppe I und er ist auf Baustellen über längere Zeit ohne Erhärtung lagerfähig. Unter Zugabe von Zement wird dieser in einen Mörtel der MG II oder MG IIa umgewandelt werden, wobei die Menge und die Art des Zements vom Hersteller des Werkvormörtel auf dem Lieferschein angegeben wird. Mit der gleichzeitigen Zugabe von Wasser wird die für die Verarbeitung erforderliche Konsistenz (der Maurer sagt auch Geschmeidigkeit) eingestellt. Der erfahrene Maurer nutzt hier seine eigenen Werte nach Gefühl, wobei der unerfahrene Heimwerker es nach ein wenig Übung auch recht gut angemischt bekommt.

Eine Veredelung von Werkvormörtel (dem werkseitig bereits einige Bindemittel beigefügt wurden) in eine MG III ist nicht mehr möglich, da der MG III nach DIN 1053 als Bindemittel ausschließlich Zement beigegeben werden darf. Somit ist dieser Werkvormörtel insbesondere beim Verblendmauerwerk nicht einsetzbar, da er die notwendigen Festigkeitsforderungen nicht erfüllen kann. Eine nachträgliche Zugabe von allerlei im Handel erhältlichen Zusätzen und/oder Zuschlägen ist ebenfalls unzulässig bzw. nicht empfehlenswert, da dadurch die Werte der bauaufsichtlichen Eignungsprüfung des Herstellers verändert werden und der Baustoff seine Zulassung und somit auch jegliche Gewährleistungsansprüche verliert.

Über eine Dosierung der Wasserzugabe bestehen keine Vorschriften, allerdings dürfen dem Wasser gerade im Winter auch keine so genannten Frostverhinderer beigefügt werden, da diese die physikalischen Werte und Aushärtungsabläufe unkontrollierbar verändern.

Werkfrischmörtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Werkfrischmörtel ist ein bereits vorgemischter Baustoff, der von Transportbetonwerken durch spezielle Fahrzeuge (ähnlich dem Prinzip der Transportbetonfahrzeuge) verarbeitungsfertig produziert und auf die Baustellen geliefert wird. Aufgrund seiner bereits vorhandenen Zuschlagstoffe kann dieser dann nur kurze Zeit (in der Regel innerhalb von 16 Stunden) endgültig verarbeitet werden und findet daher nur dort Anwendung, wo diese unverzügliche Verarbeitung auch gewährleistet ist. Ein Einsatz im Heimwerkerbereich ist aus diesen Gründen eher eine Ausnahme.

Diesem Werkfrischmörtel sind auch Inhaltsstoffe beigefügt, die den Ansteifungs- und Abbinde-Beginn im unverarbeiteten Zustand verzögern. Daher unterliegt dieser Mörtel zusätzlich zur Mauerwerks-DIN auch der Norm für Werkmörtel (DIN 18 557), die die Zulässigkeit bestimmter Additive und besonderer Bindemittel aber auch die Vorschriften der Lieferformen in einem Sortenverzeichnis regelt, auf den Lieferscheinen zwingend verzeichnet sein müssen.

Wichtige Inhalte einer solchen Sortenverzeichnisangabe sind daher:

  • Art des Bindemittels und der Zuschläge
  • die Zuordnung zu einer Mörtelgruppe gemäß DIN 1053 Teil 1 und Teil 2
  • die Anwendungsrichtlinien gemäß DIN 18 550
  • die Sortennummer
  • die Wirkungsart der Zusatzmittel (Verzögerungszeiten etc.)
  • zusätzliche Eigenschaften (z.B. wasserhemmend, wasserabweisend usw.)

Weiterhin hat der Werkfrischmörtel eine widersprüchliche Eigenschaft zu erfüllen, indem er zwar im Mörtelgefäß lange weich bleiben, aber nach dem Einbringen in das Mauerwerk sehr schnell aushärten soll. Diese Eigenheit nennt sich Grünstandfestigkeit, und wird durch eine abgestimmte Zugabe von Additiven durch den Hersteller erreicht. Dieser muss selbstverständlich vorher wissen, bei welcher Art Mauerwerk der Mörtel verarbeitet werden soll, um die unterschiedlichen Festigkeiten, klimatische Verhältnisse und die Baustellenseitig verwendeten Steine zu berücksichtigen.

Baustellenmörtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezeptmauermörtel nach DIN V 18580 und DIN V 20000-412[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Normalmauermörtel darf auf der Baustelle nach den in der Tabelle angegebenen Mischungsverhältnissen ohne weiteren Eignungs- bzw. Konformitätsnachweis hergestellt werden.

Normalmauermörtel nach Anhang A der DIN V 18580 und DIN V 20000-412 (DIN EN 998-2) (Angaben in Raumteilen)[9]

Mörtelklasse bisherige Mörtelgruppe Kalkteig Kalkhydrat Hydraulischer Kalk (HL2) Hochhydraulischer Kalk (HL5) Zement Sand
M 1 MG I 1 - - - - 4
- 1 - - - 3
- - 1 - - 3
- - - 1 - 4,5
M 2,5 MG II 1,5 - - - 1 8
- 2 - - 1 8
- - 1 - - 3
M 5 MG IIa - 1 - - 1 6
- - - 2 1 8
M 20 MG III - - - - 1 4

Anmerkungen:

  • Statt hochhydraulischem Kalk ist auch Putz- und Mauerbinder (MC5) einsetzbar.
  • Der Sand soll aus natürlichem Gestein bestehen. Die Mengenangaben beziehen sich auf den lagerfeuchten Zustand.
  • Die DIN 1053-1 für Mauerwerk mit der Einteilung in Mörtelgruppen (MG) wurde zum Ende 2014 zurückgezogen.
  • Die Mörtelklassen (M) bestimmen sich nach DIN EN 998-2; die Mindestanforderung an die Druckfestigkeit nach DIN V 18580.

Hersteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zement-Kalk-Gips, Fachzeitschrift für die gesamte Bindemittelindustrie und deren Zulieferer aus dem Maschinen- und Anlagenbau, Herausgeber: Bauverlag BV Berlin GmbH

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leichtmörtel und Leichtputze - Ökobilanz, Forum | Nachhaltiges Bauen; abgerufen im Januar 2017
  2. Andere Angaben zur Wärmeleitfähigkeit: λR 0,16 W/(m·K) (Klaus Usemann, Horst Gralle: Bauphysik: Problemstellungen, Aufgaben und Lösungen, S. 39, W. Kohlhammer Verlag) sowie λ10tr 0,18 W/(m·K) (Datenblatt LM 21 der Fa. Quickmix); jeweils abgerufen im Februar 2017
  3. Andere Angabe zur Wärmeleitfähigkeit: λ10tr < 0,27 W/(m·K) (Datenblatt Leichtmauermörtel LM 36, Fa. Quickmix). Beispielrezeptur Leichtmörtel LM 36 (in Massen-%): 40% Zement, 3% Weißkalkhydrat, 10% Kalksteinsand, 15% Kalksteinmehl, 32% Blähton oder Bims, 0,030% Methylzellulose, 0,015% Luftporenbildner, 0,020% Stellmittel (Leichtmörtel und Leichtputze, Forum Nachhaltiges Bauen). Jeweils abgerufen im Februar 2017
  4. Eintrag Mörtelarten im Online-Lexikon "Baunetz Wissen" des Architekturmagazins BauNetz; abgerufen im Januar 2017
  5. Diskussion über nicht quellenden Quellmörtel im Fachwerk.de-Forum, abgerufen im Mai 2016
  6. Eine Ausnahme scheint der Quellmörtel der Firma Baumit zu sein, in dessen Datenblatt eine Volumenvergrößerung von 10% angegeben wird, abgerufen im Mai 2016
  7. Bericht über die Verwechslung von Quellmörtel und Vergußmörtel durch Baustoffhändler, privates Bautagebuch, abgerufen im Mai 2016
  8. Sylvia Stürmer: Injektionsschaummörtel für die Sanierung historischen Mauerwerkes unter besonderer Berücksichtigung bauschädlicher Salze. 1997, urn:nbn:de:gbv:wim2-20040311-761.
  9. Verwendung von Mauermörtel ohne Eignungsprüfung (Rezeptmörtel), Internetangebot der HeidelbergCement AG, Deutschland; abgerufen im Februar 2017