Mehlsuppe

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Mehlsuppe ist eine sehr einfache Suppe aus Mehl (meist Weizen- oder Roggenmehl, bei der französischen Gaude Maismehl) und Wasser sowie je nach Verfügbarkeit weiteren Zutaten, wie sie früher in armen Haushalten zum Frühstück verzehrt wurden. Sie ist vor allem in der Schweiz und in Österreich sowie in Süd- und Ostdeutschland bekannt. Als traditionelle Fastenspeise wird sie noch heute regional in der Fastnachtszeit gegessen, vor allem in der Schweiz, wo sie als Basler Mehlsuppe bekannt ist.[1][2]

Die Mehlsuppe gilt als „Armeleute-Essen“, so wie auch die Grießsuppe und Brotsuppe.

Rezepte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die schlichteste Form einer Mehlsuppe wurde früher aus Mehl mit Wasser oder Milch gekocht und – so vorhanden – mit Salz oder Zucker gewürzt. Teilweise wurden Brotwürfel als Einlage hineingebrockt.

Bei der gebrannten Mehlsuppe, auch Brennsuppe oder Einbrennsuppe genannt, wird, um das Aroma zu verbessern, zuerst das Mehl in der Pfanne goldbraun angeröstet oder aus Mehl und Fett eine blonde bis braune Mehlschwitze hergestellt und dann mit Wasser, teils auch mit Fleisch- oder Geflügelbrühe durchgekocht.[3] Angereichert werden kann die Mehlsuppe je nach Rezept durch Zutaten wie Zwiebeln, Gewürze, Kräuter, Suppengrün, Speck, Knochenmark und Fleischbrühe.

Regionale Traditionen und Bezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell wird die Mehlsuppe zur Fasnachtszeit angeboten, so z. B. am Rosenmontag im südbadischen, grenznahen Raum zur Schweiz zusammen mit Zwiebelwaie (Zwiebelkuchen, Wähe).[4] Insbesondere in Basel wird in der Fasnacht seit dem 19. Jahrhundert Mehlsuppe am frühen Morgen des Morgenstreichs gegessen. Bereits die Römer kannten vor rund 2000 Jahren diese einfache Speise in der römischen Siedlung Augusta Raurica, einige Kilometer von Basel entfernt. Es wird dazu erzählt, dass ein Basler Mädchen erst heiraten durfte, wenn es Mehlsuppe kochen konnte.[5][6][7]

Bei der Fasnacht in Solothurne gibt es nach der dortigen Chesslete ebenfalls Mehlsuppe.

Eine einfache Mehlsuppe mit Milch ist im Salzburgischen Pinzgau als „Fårfeisuppn“ bekannt.[8]

In Lörrach ist es z. B. die Verleihung des „Drochehüüler“-Orden und dort die Rotssuppe der Fasnachtszunft.[9]

Für die schwäbische Version, Brenntar, wird Musmehl verwendet, ein grießig gemahlenes, braunes Vollkornmehl aus im Ofen gerösteten Körnern von Dinkel oder Weizen, seltener auch Hafer oder einer Mischung dieser Getreidesorten.[10]

Redensarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wer „auf der Brennsuppe daherschwimmt“, ist redensartlich ein armer, auch beschränkter oder unbedeutender Mensch; wer es nicht tut, dagegen jemand, „der etwas versteht und Erfahrung besitzt“ (Schöpfs Dialektwörterbuch, Innsbruck 1866).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eckhard Supp: Duden. Wörterbuch Kochkunst. Von Amuse-Bouche bis Zierschnee. Dudenverlag, Mannheim u. a. 2011, ISBN 978-3-411-70392-0, Kapitel: Regionale Gerichte im deutschsprachigen Raum, S. 85.
  2. http://www.baselinsider.ch/enzyklopaedie/saison-in-basel/januar-bis-maerz/basler-mehlsuppe.html
  3. Eckhard Supp: Duden. Wörterbuch Kochkunst. Von Amuse-Bouche bis Zierschnee. Dudenverlag, Mannheim u. a. 2011, ISBN 978-3-411-70392-0, Kapitel: Regionale Gerichte im deutschsprachigen Raum, S. 87.
  4. http://www.verlagshaus-jaumann.de/inhalt.grenzach-wyhlen-mehlsuppe-mit-lachsalven-gewuerzt.98d483c5-1647-425d-a3a5-b14b476e4775.html
  5. ausgemachte Mehlsuppe zur Fastenzeit auf der Website des Gesundheitsdepartements des Kantons Basel-Stadt, abgerufen am 5. Dezember 2017
  6. Basler Mehlsuppe auf der Website von Schweiz Tourismus abgerufen am 5. Dezember 2017
  7. Basel kulinarisch entdecken. In: GastroJournal, 16. November 2017
  8. Pinzgauer Mundart: f. "Fårfeisuppn", abgerufen am 5. Dezember 2017
  9. http://www.verlagshaus-jaumann.de/inhalt.loerrach-kostspielige-kultur-ist-zum-hueuele.89470cea-1543-4181-8182-9aa9565da5d9.html
  10. Monika Löffler: Habermus gibt einen starken Fuß - die Geschichte vom Schwarzen Brei. (buchhandlung-rabe.de [PDF]).