Mondsamengewächse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Menispermaceae)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mondsamengewächse
Scheinmyrte (Anamirta cocculus), Illustration aus Koehler 1887

Scheinmyrte (Anamirta cocculus),
Illustration aus Koehler 1887

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Mondsamengewächse
Wissenschaftlicher Name
Menispermaceae
Juss.
Jateorhiza palmata,
Illustration aus Koehler 1887

Die Mondsamengewächse (Menispermaceae) sind eine Familie in der Ordnung der Hahnenfußartigen (Ranunculales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Der botanische Name leitet sich aus dem Griechischen ab: mene für Mond und sperma für Same. Die Familie hat eine pantropische Verbreitung, wobei die meisten Arten im Tiefland vorkommen. Viele Arten enthalten eine Vielzahl von Alkaloiden und einige Arten werden in der traditionellen Chinesischen Medizin oder wurden in der Volksmedizin verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Es sind laubabwerfende, kletternde Sträucher oder Lianen, selten sind es aufrechte Sträucher oder kleine Bäume, daneben gibt es auch wenige krautige Pflanzen. Die wechselständig oder wirtelig angeordneten Laubblätter sind meist einfach. Nebenblätter fehlen.

Sie sind meist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die kleinen, meist eingeschlechtigen, radiärsymmetrischen Blüten sind oft dreizählig. Die Zahl der freien oder verwachsenen Kelchblätter ist je nach Gattung ganz unterschiedlich: meist sechs, selten vier oder acht, sehr selten keines oder eines bis drei. Es sind meist gleich viele Kronblätter wie Kelchblätter vorhanden. In den männlichen Blüten sind meist sechs fertile Staubblätter vorhanden; ihre Staubfäden können frei oder verwachsen sein; manchmal enthalten sie auch einen rudimentären Fruchtknoten. In den weiblichen Blüten sind meist drei oder sechs, selten eines oder viele freie Fruchtblätter vorhanden; manchmal enthalten sie sechs Staminodien.

Es werden Steinfrüchte gebildet. Die Samen sind oft sichel- bis hufeisenförmig.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Sie gedeihen hauptsächlich in tropischen und subtropischen Gebieten, nur wenige Arten in Gemäßigten Gebieten. 19 Gattungen und 77 Arten kommen in China vor.

Die Erstveröffentlichung der Familie erfolgte 1789 als „Menisperma“ durch Antoine Laurent de Jussieu in Genera Plantarum, S. 284-285. Typusgattung ist Menispermum L..

Unter den etwa 65 bis 78 Gattungen gibt es viele kleine, mit insgesamt etwa 350 bis 420 Arten [1]:

Illustration von Anomospermum schomburgkii
Früchte vom Asiatischen Kokkelstrauch (Cocculus orbiculatus)
Coscinium fenestratum, Illustration
Amerikanischer Mondsame (Menispermum canadense)
Blüten von Stephania delavayi
Knollen und Blätter von Stephania suberosa
  • Abuta Aubl., mit etwa 34 Arten im tropischen Südamerika
  • Albertisia Becc.: Mit etwa 17 Arten, davon zwölf in Afrika und fünf in Südostasien
  • Anamirta Colebr.: Mit der einzigen Art in Indomalesien:
  • Anisocycla Baill., mit fünf bis sieben Arten im tropischen Afrika und in Madagaskar
  • Anomospermum Miers, mit acht Arten im tropischen Amerika
  • Antizoma Miers, mit drei Arten im südlichen Afrika
  • Arcangelisia Becc.: Mit vier Arten in Südostasien
  • Aspidocarya Hook. f. & Thomson: Mit der einzigen Art:
  • Beirnaertia Louis ex Troupin, mit nur einer Art im tropischen Afrika:
  • Borismene Barneby, mit nur einer Art im tropischen Südamerika:
  • Burasaia Thouars: Mit etwa sechs Arten, davon vier in Madagaskar. [2]
  • Calycocarpum (Nutt. ex Torr. & A.Gray) Spach: Mit der einzigen Art:
  • Carronia F.Muell., mit vier Arten von Neuguinea bis Australien (New South Wales)
  • Caryomene Barneby & Krukoff, mit fünf Arten im tropischen Amerika
  • Chasmanthera Hochst., mit nur zwei sukkulenten Arten im tropischen Afrika
  • Chlaenandra Miq., mit nur einer Art in Neuguinea:
  • Chondrodendron Ruiz & Pav., mit etwa sechs Arten in Mittel- und Südamerika, darunter:
    • Chondrodendron microphyllum (Eichler) Moldenke, Heimat: Brasilien (Bahia)
    • Chondrodendron platyphyllum (A. St.-Hil.) Miers, Heimat: Südostbrasilien
    • Grieswurzel, auch Pareira genannt, (Chondrodendron tomentosum Ruiz & Pav.): Heilpflanze, Heimat: Panama, Südamerika. Die Indios haben aus der Rinde ein Curare, das Tubocurare, ein Pfeilgift, gewonnen. Die Hauptkomponente ist das Tubocurarin, das auch in der Chirurgie Verwendung findet. (Auch aus anderen Mondsamengewächsen)
  • Cionomene Krukoff, die einzige Art Cionomene javariensis Krukoff wird auch als Synonym zu Elephantomene eburnea Barneby & Krukoff gestellt
  • Cissampelos L.: Mit etwa 20 bis 25 Arten. Die Verbreitung ist pantropisch, hauptsächlich in Afrika und der Neuen Welt.
  • Kokkelstrauch (Cocculus DC.): Mit etwa acht bis elf Arten. Sie kommen in Afrika, Asien, den Pazifischen Inseln, Zentral- und Nordamerika vor. Udarunter sind:
  • Coscinium Colebr., mit zwei Arten in Indomalesien und Südostasien
  • Curarea Barneby & Krukoff, mit fünf Arten im tropischen Südamerika
  • Cyclea Arn. ex Wight: Mit eta 29 Arten in Süd- und Südostasien
  • Dialytheca Exell & Mendonça, mit nur einer Art im tropischen Afrika:
  • Dioscoreophyllum Engl., mit etwa 3-10 Arten im tropischen Afrika, darunter:
  • Diploclisia Miers, mit nur zwei Arten im tropischen Asien
  • Disciphania Eichler, mit etwa 26 Arten im tropischen Amerika
  • Elephantomene Barneby & Krukoff, mit der einzigen Art im nordöstlichen Südamerika:
  • Eleutharrhena Forman: Mit der einzigen Art:
  • Fibraurea Lour.: Mit zwei bis fünf Arten auf den indischen Nicobar Inseln, im südlichen China und auf den Philippinen.
  • Haematocarpus Miers, mit etwa drei Arten vom östlichen Himalaja bis Sulawesi
  • Hyperbaena Miers ex Benth., mit etwa 13 Arten in Amerika
  • Hypserpa Miers: Mit etwa sechs bis neun Arten von Süd- und Südostasien bis zu den Pazifischen Inseln und Australien
  • Jateorhiza Miers, mit etwa zwei Arten im tropischen Afrika, darunter:
    • Kalumba (Jateorhiza palmata (Lam.) Miers): In Ostindien hat man damit Fische betäubt zum Fangen. Andere Namen: Colombo, Handblättriger Kokkel, Handförmiges Mondkorn, Kolombopflanze, Schildblättriger Mondsame; Heimat: Ostafrika, Mosambik, Mauritius
  • Kolobopetalum Engl., mit etwa zwei bis neun Arten im tropischen Afrika
  • Legnephora Miers, mit höchstens fünf Arten in Neuguinea und in Nordostaustralien
  • Leptoterantha Louis ex Troupin, mit nur einer Art im tropischen Afrika:
  • Limacia Lour., mit wohl nur einer Art in Südostasien:
  • Limaciopsis Engl., mit nur einer Art im tropischen Afrika:
  • Macrococculus Becc., mit nur einer Art in Neuguinea:
  • Mondsamen (Menispermum L.): Mit etwa zwei Arten im östlichen Asien und Nordamerika:
  • Odontocarya Miers, mit etwa 30 Arten im tropischen Amerika
  • Orthogynium Baill., mit nur einer Art in Madagaskar:
  • Orthomene Barneby & Krukoff, mit etwa drei Arten im tropischen Amerika
  • Pachygone Miers: Mit zehn bis zwölf Arten in Süd- und Südostasien und Ozeanien
  • Parabaena Miers: Mit etwa sechs Arten von Südostasien bis zu den Salomonen
  • Penianthus Miers, mit etwa zwei bis vier Arten in West- und Zentralafrika
  • Pericampylus Miers: Mit zwei bis drei Arten im tropischen und subtropischen Asien
  • Platytinospora (Engl.) Diels, mit nur einer Art im tropischen Westafrika:
  • Pleogyne Miers, mit nur einer Art in Ostaustralien:
  • Pycnarrhena Miers ex Hook. f. & Thomson: Mit etwa neun Arten in Südostasien und australischen Queensland
  • Rhaptonema Miers, mit etwa zwei bis sechs Arten in Madagaskar
  • Rhigiocarya Miers, mit etwa ein bis drei Arten im tropischen Westafrika
  • Sarcolophium Troupin, mit nur einer Art im tropischen Afrika:
  • Sarcopetalum F. Muell., mit nur einer Art im östlichen Australien:
  • Sciadotenia Miers, mit etwa 10-18 Arten im tropischen Amerika
  • Sinomenium Diels: Mit der einzigen Art:
  • Sphenocentrum Pierre, mit nur einer Art im tropischen Westafrika:
  • Spirospermum Thouars: Mit ein oder zwei Arten in Madagaskar. [3]
  • Stephania Lour.: Mit etwa 40-60 Arten, davon 4 sukkulent
  • Strychnopsis Baill., mit nur einer Art in Madagaskar:
  • Synandropus A.C. Sm., mit nur einer Art in Nordostbrasilien:
  • Synclisia Benth., mit etwa einer bis drei Arten im tropischen Afrika
  • Syntriandrum Engl., mit etwa zwei Arten im tropischen Westafrika
  • Syrrheonema Miers, mit etwa ein bis drei Arten im tropischen Westafrika
  • Telitoxicum Moldenke, mit etwa fünf Arten im tropischen Südamerika
  • Tiliacora Colebr.: Mit etwa 25 Arten im tropischen Afrika und Indomalaysischen Raum
  • Tinomiscium Miers ex Hook. f. & Thomson: Mit etwa sieben Arten in Südostasien
  • Tinospora Miers (Syn.: Desmonema Miers): Die Gattung ist in den Tropen Afrikas und Asiens weit verbreitet mit etwa 13-30 oft stammsukkulenten Arten, darunter:
    • Guduchi (Tinospora cordifolia (Willd.) Hook. f. & Thomson), Heimat: Indien, Myanmar und Sri Lanka; sie wird als Heilpflanze verwendet
  • Triclisia Benth., mit etwa 8-25 Arten im tropischen Afrika und in Madagaskar
  • Ungulipetalum Moldenke, mit nur einer Art in Brasilien:

Quellen[Bearbeiten]

  • Die Familie der Menispermaceae bei der APWebsite. (Abschnitt Systematik und Beschreibung)
  • Die Familie der Menispermaceae bei DELTA. (Abschnitt Beschreibung)
  • Donald G. Rhodes: Menispermaceae in der Flora of North America, Volume 3: Online. (Abschnitt Beschreibung)
  • Qiming Hu, Xianrui Luo, Tao Chen & Michael G. Gilbert: Menispermaceae in der Flora of China, Volume 7, 2008, S. 1-166: Online. (Abschnitt Beschreibung und Systematik)
  • Beschreibung in der Flora of Pakistan. (englisch)
  • Beschreibung in der Western Australian Flora. (englisch)
  • Rosa Del C. Ortiz, Elizabeth A. Kellogg & Henk Van Der Werff: Molecular phylogeny of the moonseed family (Menispermaceae): implications for morphological diversification, in American Journal of Botany, 94, 2007, S. 1425-1438.
  • F. M. B. Jacques & P. Bertolino: Molecular and morphological phylogeny of Menispermaceae (Ranunculales), in Plant Systematics and Evolution, Volume 274, Numbers 1-2, August 2008
  • David John Mabberley: The Plant Book. A portable dictionary of the higher plants. Cambridge University Press 1987. ISBN 0-521-34060-8
  • Walter Erhardt u. a.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-8001-5406-7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Menispermaceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  2. Burasaia - Eintrag in der Flora of Madagaskar.
  3. Spirospermum - Eintrag in der Flora of Madagaskar.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mondsamengewächse (Menispermaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien