Samenpflanzen

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Samenpflanzen
Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris)

Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris)

Systematik
ohne Rang: Charophyta
ohne Rang: Phragmoplastophyta
ohne Rang: Streptophyta
Reich: Pflanzen (Plantae)
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen
Wissenschaftlicher Name
Spermatophytina

Die Samenpflanzen (Spermatophytina) sind eine der Gruppen im Reich der Pflanzen. Sie bilden Samen als Ausbreitungsorgane.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samenpflanzen sind primär verholzte Pflanzen mit sekundärem Dickenwachstum, krautige Wuchsformen gelten als abgeleitet. Sie bilden Samen, die den Embryo geschützt in mütterlichem Gewebe (Samenschale) enthalten und ein Ruhestadium wie auch die Ausbreitungsorgane darstellen. Die Befruchtung ist bei ihnen, im Gegensatz zu Moosen und Farnen, völlig vom Wasser unabhängig.

Die Sporophylle sind meist zu Blüten bzw. Zapfen zusammengefasst.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samenpflanzen sind – wie alle Pflanzen – Diplohaplonten; d. h. sie durchlaufen einen heterophasischen Generationswechsel, bei dem sich diploide und haploide Generationen abwechseln (vgl. Kernphasenwechsel). Im Unterschied zu Farnen und Moosen ist die haploide Generation aber sehr klein und besteht meist nur aus wenigen Zellen, so dass sie kaum als eigene Generation ins Auge fällt.

Die diploide Generation ist durch die eigentliche Pflanze repräsentiert, die als Baum, Strauch oder Kraut auftritt. Sie wird als Sporophyt bezeichnet, weil sie der sporenbildenden Generation der Farne und Moose entspricht. Die Fortpflanzungsorgane des Sporophyten sind die Fruchtblätter und die Staubblätter. Erstere enthalten den Embryosack, in dem sich die Eizelle befindet und der deshalb als der weibliche Gametophyt bezeichnet wird. In den Pollensäcken der Staubblätter werden die Pollenkörner erzeugt, in deren Inneren sich der männliche Gametophyt befindet. Die Gametophyten stellen die haploide Generation dar.

Nach der Bestäubung wächst der männliche Gametophyt aus dem Pollenkorn als Pollenschlauch heraus, der durch den Griffel zum Embryosack wächst und dort die Eizelle befruchtet, wobei sich die beiden Chromosomensätze vereinigen. Aus der Zygote bildet sich die nächste diploide Generation.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Äußere Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die Vorläufer der Samenpflanzen werden heute allgemein die Progymnospermen angenommen. Es gibt jedoch dabei im Wesentlichen zwei Theorien:[1]

  • Rothwell nimmt an, dass die Samenpflanzen monophyletisch von einem Vorfahren, der den Aneurophytales entspricht, abstammen.
  • Beck nimmt an, dass die Samenpflanzen diphyletisch entstanden sind: die Samenfarne würden demnach von den Aneurophytales abstammen, Cordaitales und Koniferen von den Archaeopteridales.

Die beiden Hypothesen lassen sich durch molekulargenetische Untersuchungen nicht überprüfen, da die fraglichen Vorläufergruppen sämtlich ausgestorben sind. Molekulargenetische Untersuchungen ergeben als nächstverwandte Gruppe die Farne.

Innere Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt vier rezente Gruppen der Samenpflanzen. Die ersten drei werden auch als Nacktsamer (Gymnospermae) zusammengefasst:[2]

Daneben gibt es die nur fossil überlieferte Gruppe der Samenfarne, die jedoch keine natürliche Verwandtschaftsgruppe bilden. Ihre paläozoischen Vertreter vermitteln eher zwischen den Farnen und den übrigen Samenpflanzen, die mesozoischen Vertreter werden als Vorläufer der Bedecktsamer diskutiert.

Einige Gruppen von fossilen nacktsamigen Pflanzen können keiner Großgruppe näher zugeordnet werden:[3]

Über die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Samenpflanzen herrscht noch keine Einigkeit. Es werden im Wesentlichen vier Möglichkeiten diskutiert, wobei die Anthophyten-Hypothese die geringste Stützung durch molekularbiologische Untersuchungen erhält. Die Hypothesen unterscheiden sich vor allem durch die unterschiedliche Stellung der Gnetophyta im Stammbaum. Sie kommen teilweise sogar innerhalb der Koniferen zu liegen, sodass diese dann paraphyletisch wären.[4]

Die Anthophyten-Hypothese:





Koniferen (ohne Pinaceae)


   

Pinaceae



   

Ginkgo


   

Cycadophyta



   

Gnetales


   

Bedecktsamer




Die Gnetales als Schwestergruppe der Bedecktsamer sind häufig das Ergebnis von auf morphologischen Merkmalen basierenden phylogenetischen Untersuchungen, die oft auch fossile Vertreter einschließen. Molekulargenetische Untersuchungen widersprechen dem in der Regel.[1]

Die Gnetales-Sister-Hypothese (Gnetales als Schwestergruppe aller anderen Samenpflanzen):






Koniferen (ohne Pinaceae)


   

Pinaceae



   

Ginkgo


   

Cycadophyta



   

Bedecktsamer



   

Gnetales



Die Gnetifer-Hypothese (Gnetales als Schwestergruppe der Koniferen):






Koniferen (ohne Pinaceae)


   

Pinaceae



   

Gnetales



   

Ginkgo


   

Cycadophyta



   

Bedecktsamer



Die Gnepine-Hypothese (Gnetales als Schwestergruppe der Pinaceae):






Gnetales


   

Pinaceae



   

Koniferen (ohne Pinaceae)



   

Ginkgo


   

Cycadophyta



   

Bedecktsamer



Die Gnetales als Schwestergruppe der Pinaceae ist ein recht häufiges Ergebnis molekulargenetischer Studien. Diesem Ergebnis wird von anderer Seite entgegengehalten, dass die Gnetales kaum von modernen Koniferen abstammen können und die molekulargenetischen Ergebnisse durch das Nichteinbeziehen der vielen ausgestorbenen Gruppen verzerrt sind.[5]

Neuere Arbeiten zeigen als weitere Möglichkeit die Gnetales als Schwestergruppe der Koniferen (ohne Pinaceae).[1]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Sarah Matthews: Phylogenetic relationships among seed plants: Persistent questions and the limits of molecular data. American Journal of Botany, Band 96, 2009, S. 228–236. doi:10.3732/ajb.0800178
  2. A. Bresinsky, Ch. Körner, J. W. Kadereit, G. Neuhaus, U. Sonnewald: Strasburger – Lehrbuch der Botanik. 36. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2008. ISBN 978-3-8274-1455-7
  3. Thomas N. Taylor, Edith L. Taylor, Michael Krings: Paleobotany. The Biology and Evolution of Fossil Plants. Second Edition, Academic Press 2009, ISBN 978-0-12-373972-8. S. 757ff.
  4. Darstellung nach der Übersicht bei: J. Gordon Burleigh, Sarah Mathews: Phylogenetic signal in nucleotide data from seed plants: implications for resolving the seed plant tree of life. American Journal of Botany, Band 91, 2004, S. 1599–1613. (Abstract und Volltext)
  5. Aljos Farjon: In defence of a conifer taxonomy which recognises evolution. Taxon, Band 56, 2007, S. 639–641.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Samenpflanzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien