Mercedes-Benz M 273

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mercedes-Benz/AMG
M273 TMS2005 01.JPG
M 273
Hersteller: Mercedes-Benz/AMG
Produktionszeitraum: seit 2005
Bauform: V, Achtzylinder
Motoren: 4,7 Liter (4663 cm³)
5,5 Liter (5461 cm³)
Vorgängermodell: M 113
Nachfolgemodell: M 278
Ähnliche Modelle: M 272

Der Mercedes-Benz M 273-Motor ist ein Ottomotor mit acht Zylindern in V-Anordnung.

Allgemeines[Bearbeiten]

Der M 273 ist die Weiterentwicklung des M 113. Von ihm übernahm er Zylinderabstand und Anordnung. Er ist technisch verwandt mit dem V6-Zylinder-Ottomotor M 272, der im selben Entwicklungszyklus entstand. Die Triebwerke teilen sich vor allem den Winkel der beiden Zylinderbänke zueinander sowie den Abstand der einzelnen Zylinder.

Der M 273 debütierte im September 2005 in der S-Klasse. Das Triebwerk wird seither in E-Klasse und CLS, in S- und R-Klasse, außerdem in CL, SL und CLK, sowie den Geländewagen ML, GL und G eingesetzt.

Technische Basisdaten[1][Bearbeiten]

  • flüssigkeitsgekühlter V8-Viertakt-Ottomotor, 90° Zylinderbankwinkel
  • Zylinderabstand: 106 mm
  • Aluminium-Motorblock mit eingegossenen Zylinderlaufbuchsen aus Silitec (einer Al-Si-Legierung)
  • fünffach gelagerte, geschmiedete Stahl-Kurbelwelle, induktiv gehärtete Pleuel- und Hauptlager
  • geschmiedete Crack-Pleuel aus 70MnVS4
  • Aluminium-Kurbelgehäuse mit verstärkten Lagerdeckeln und sprühkompaktierten Laufbuchsen (Gewicht 33 kg)
  • Aluminium-Zylinderköpfe mit jeweils zwei obenliegende Nockenwellen (DOHC), Phasenstellern und zentraler Zündkerze
  • voneinander unabhängige Nockenwellenverstellung (als Flügelzellenversteller ausgeführt) für die Ein- und Auslassseite
  • Antrieb der beiden Einlassnockenwellen über 8-mm-Duplex-Hülsenkette, Auslassnockenwelle über Zahnräder durch die Einlassnockenwelle angetrieben
  • vier Ventile pro Zylinder
  • Tumbleklappen in den Einlasskanälen
  • Verdichtungsverhältnis: 10,7 : 1
  • ovaler HFM (Heißfilm-Luftmassenmesser, 15 % weniger Druckverlust als der Vorgänger)
  • variabel verstellbares Schaltsaugrohr (Ansaugkrümmer) aus Aluminium-Magnesium-Legierung
  • elektrisch beheizbares 3-Teller-Thermostat (Thermomanagement mit Kennfeldsteuerung)
  • Sekundärlufteinblasung
  • Bosch ME9-Motorsteuergerät mit zwei Mikrocontrollern (56 MHz, 2 MB Flashspeicher)
  • acht Einzelzündspulen mit gepresstem Eisenpulverkern und integrierter Treiberelektronik in direkter Anordnung über der Zündkerze
  • 90 % des maximalen Drehmoments stehen zwischen 2000 und 5600/min zur Verfügung
  • Gewicht nach DIN 70020a: 187 kg

Ausbaustufen[Bearbeiten]

M 273 KE 46*[Bearbeiten]

Verkaufsbezeichnung Baureihe Bauzeitraum
Hubraum: 4663 cm³, Leistung: 250 kW (340 PS) bei 6000/min, Drehmoment: 460 Nm bei 2700–5000/min
GL 450 X 164 2006–2012
S 450 W/V 221 2006–2010

M 273 KE 55*[Bearbeiten]

Verkaufsbezeichnung Baureihe Bauzeitraum
Hubraum: 5461 cm³, Leistung: 285 kW (388 PS) bei 6000/min, Drehmoment: 530 Nm bei 2800–4800/min
ML 500 W 164 2007–2011
GL 500 X 164 2006–2012
E 500 C/A 207 2009–2011
CLK 500 C/A 209 2006–2010
E 500 W/S 211 2006–2009
E 500 W/S 212 2009–2011
CL 500 C 216 2006–2010
CLS 500 C 219 2006–2010
S 500 W/V 221 2005–2011
SL 500 R 230 2006–2011
R 500 W/V 251 2007–2014
G 500 W 463 2008–2015

 * Motorbezeichnung ist wie folgt verschlüsselt: M = Motor (Otto), Baureihe = 3 stellig, KE = Kanaleinspritzung, Hubraum = Deziliter (gerundet)

Probleme[Bearbeiten]

Grundsätzlich gilt dieser Motor als äußerst zuverlässig.

Gleichsam hatten frühe Modelle (bis ca. September 2006) Probleme mit einem Umlenk-Zahnrad im Kettentrieb der Steuerkette.[2] Mercedes-Benz verwendete bis zum genannten Zeitpunkt ungeeignet gehärtetes Material. Dies führte dazu, dass regelmäßig bei betroffenen Fahrzeugen der gesamte Kettentrieb getauscht werden musste. Laut Mercedes-Benz wurde das Stirnrad ab Motornummer 088611 in einer geänderten Version verbaut.[3]

Des Weiteren wurde das Schaltsaugrohr wiederholt auffällig. Die darin verwendeten Klappen aus Plastik, die die Länge des Ansaugwegs variieren sollen, können mit der Zeit verkoken und im Extremfall abbrechen.

Nachfolger[Bearbeiten]

Nachfolger wurde ab 2010 der Motor M 278.

Leistungssteigerung[Bearbeiten]

Neben einer reinen Elektronikoptimierung, deren Resultat die meisten Anbieter mit 316 kW (430 PS) angeben und in diversen Testberichten zu einer deutlichen Verbesserung der Beschleunigung auf 200 km/h geführt hat (ca. 3 s)[4][5], sind auch komplexere Umbauten mit anderen Nockenwellen und Ventilfedern verfügbar (ca. 460 PS).[6]

Ohne Zulässigkeit im Geltungsbereich des StVG sind auch die Fächerkrümmer verfügbar. Es ist jedoch zwingend zu beachten, dass diese zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen können. Mehr noch: Durch ein etwaig verschlechtertes Abgasverhalten könnte ein Steuerstraftatbestand erfüllt sein.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. MTZ 12/2005, S. 932-940
  2. Autobild vom 4. August 2011
  3. WAZ von 3. Juli 2011
  4. Mercedes Tuner 03-04/2007, S. 96-99
  5. Autobild Sportscars 03/2006, S. 34-36
  6. http://www.mkb-power.de/de/produkte.php?fahrzeug_id=13&prod_gruppe=11