Mezzanine (Album)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Mezzanine
Studioalbum von Massive Attack

Veröffent-
lichung(en)

17. April 1998

Label(s) Circa Records
Virgin Records

Format(e)

CD, LP, MC, MD

Genre(s)

Trip-Hop, Downtempo

Titel (Anzahl)

11

Laufzeit

63:29

Besetzung
  • Winston Blissett – Bass

Produktion

Massive Attack, Neil Davidge

Studio(s)

Chronologie
Protection
(1994)
Mezzanine 100th Window
(2003)
Singleauskopplungen
7. Juli 1997 Risingson
27. April 1998 Teardrop
13. Juli 1998 Angel
21. September 1998 Inertia Creeps

Mezzanine ist das dritte Studioalbum der Trip-Hop-Band Massive Attack. Es erschien im April 1998 und gilt als eine der bedeutendsten Veröffentlichungen im Genre des „Bristol Sound“.[1]

Über das Album[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verglichen mit seinen Vorgängern ist Mezzanine weitaus düsterer ausgefallen, was unter anderem an der Hinzunahme stark verzerrter E-Gitarren in einigen Songs liegt. Der Musikexpress beschreibt Mezzanine als „eine Platte von verstörender Intensität“.[2] Diese neue, sich vom Hip-Hop entfernende Richtung soll der Grund dafür gewesen sein, dass Mushroom, eines der drei Mitglieder, Massive Attack kurz nach der Veröffentlichung von Mezzanine verließ.[3]

Auf dem Cover wie im Booklet sind Collagen zu sehen, die unter anderem den Sandlaufkäfer Manticora latipennis sowie andere Käfer zeigen.

Für die meisten Songs wurden wieder Gastvokalisten verwendet, etwa Cocteau-Twins-Sängerin Elizabeth Fraser und Reggae-Musiker Horace Andy, der bisher auf jedem Album der Gruppe zu hören war.

Urheberrechtsverletzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 1999 wurden Massive Attack von Manfred Mann wegen Urheberrechtsverletzung verklagt:[4] Samples in Black Milk entstammten vom Titel Tribute aus dem Debütalbum von Manfred Mann’s Earth Band und wurden ohne Manns Einverständnis verwendet. Insgesamt 120 von 128 Takten glichen einander, die kompletten Schlagzeug- und Hihatstrukturen sowie die Basslinie waren identisch. Man einigte sich schließlich außergerichtlich und vereinbarte Stillschweigen über die genaue Höhe der Entschädigung; vermutet wurde eine Summe im Bereich von 100.000 Britischen Pfund.[5]

Verwendung in den Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige der Songs, vorwiegend Angel und Teardrop, aber auch Dissolved Girl und Inertia Creeps, werden häufig von audiovisuellen Medien genutzt, z. B. in Fernsehreportagen mit bedrückendem, die Stimmung des Albums widerspiegelndem, Inhalt. Auch in Filmen, darunter Matrix, Pi, Snatch – Schweine und Diamanten, Der Flug des Phoenix und Taking Lives, sowie unter anderem in den Serien Dr. House, Prison Break und CSI: Miami wurden diese Songs verwendet.[6] Angel bzw. Teardrop wurden des Weiteren für einen Werbespot von Adidas und den Trailer des Videospiels Assassin’s Creed verwendet.[7]

Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angel (Robert Del Naja, Grant Marshall, Andrew Vowles, Horace Andy) – 6:18
    Vocals von Horace Andy
  2. Risingson (Del Naja, Marshall, Vowles, Lou Reed, Pete Seeger) – 4:58
    Vocals von 3D (Del Naja) und Daddy G (Marshall)
  3. Teardrop (Del Naja, Marshall, Vowles, Elizabeth Fraser) – 5:29
    Vocals von Elizabeth Fraser
  4. Inertia Creeps (Del Naja, Marshall, Vowles) – 5:56
    Vocals von 3D
  5. Exchange (Bob Hilliard, Mort Garson) – 4:11
    Instrumental
  6. Dissolved Girl (Del Naja, Marshall, Vowles, Sarah Jay Hawley, Matt Schwartz) – 6:07
    Vocals von Sara Jay
  7. Man Next Door (John Holt) – 5:55
    Vocals von Horace Andy
  8. Black Milk (Del Naja, Marshall, Vowles, Fraser, Manfred Mann) – 6:20
    Vocals von Elizabeth Fraser
  9. Mezzanine (Del Naja, Marshall, Vowles) – 5:54
    Vocals von 3D und Daddy G
  10. Group Four (Del Naja, Marshall, Vowles, Fraser) – 8:13
    Vocals von 3D und Elizabeth Fraser
  11. (Exchange) (Bob Hilliard, Mort Garson) – 4:08
    Vocals von Horace Andy

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle Bewertung
Allmusic [8]
Rolling Stone [9]
Pitchfork [10]
New Musical Express [11]
Musikexpress [2]

Mezzanine bekam seit seiner Veröffentlichung fast ausschließlich positive Kritiken. Mittlerweile hat es den Status eines Klassikers im Trip-Hop-Genre inne. Die Musikzeitschrift Rolling Stone führt es auf Platz 408 der 500 besten Alben aller Zeiten, obwohl die Zeitschrift dem Album zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung nur dreieinhalb von fünf Sternen gab.[12][9] Der New Musical Express wählte Mezzanine auf Platz 215 der 500 besten Alben aller Zeiten.[13] In der Auswahl der 100 besten Alben der 1990er Jahre von Pitchfork belegt es Platz 95.[14] Das Magazin Spin wählte das Album auf Platz 161 der 300 besten Alben aus dem Zeitraum 1985 bis 2014.[15] In der Aufstellung der 100 besten britischen Alben von Q erreichte Mezzanine Platz 15.[16]

AllMusic beschrieb Massive Attacks Rückkehr 1998 mit Mezzanine als „immediately announcing not only that the group was back, but that they'd recorded a set of songs just as singular and revelatory as on their debut, almost a decade back.“[8] und vergab die Höchstwertung.

Auch kommerziell war das Album relativ erfolgreich: In Deutschland bekam Massive Attack im Jahr 1999 eine Goldene Schallplatte verliehen, in England[17] und Australien[18] erreichte es Platz 1 der Charts, in den USA konnte es sich als erstes Album von Massive Attack in den Billboard Charts platzieren.[19] Zudem erreichte es in Großbritannien Doppelplatin-Status für mehr als 600.000 verkaufte Exemplare.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rezension des Stylus Magazines, 1. September 2001
  2. a b Musikexpress, Ausgabe vom Juli 2008, Seite 96
  3. laut.de: Biografie von Massive Attack
  4. New Musical Express, 9. Januar 1999, Seite 4
  5. http://massiveattack.ie/wiki/black-milk/
  6. IMDb: Filmografie von Massive Attack
  7. Diskografie von Neil Davidge
  8. a b allmusic: Rezension über Mezzanine
  9. a b Rolling Stone: Rezension über Mezzanine, 28. Mai 1998
  10. Review von Nate Patrin (2017) auf pitchfork.com (abgerufen am 9. Februar 2018)
  11. Review von Keith Cameron auf nme.com (archiviert) (abgerufen am 6. Juni 2020)
  12. Rolling Stone: „The RS 500 Greatest Albums of All Time“, 18. November 2003
  13. The 500 Greatest Albums Of All Time auf nme.com (abgerufen am 6. Juni 2020)
  14. Top 100 Albums of the 1990s auf pitchfork.com (abgerufen am 6. Juni 2020)
  15. The 300 Best Albums of the Past 30 Years (1985-2014) auf spin.com (abgerufen am 6. Juni 2020)
  16. Q: „The 100 Greatest British Albums Ever“
  17. Platzierung in England
  18. Platzierung in Australien
  19. allmusic: Platzierung in den USA