Michael Schickhofer

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Michael Schickhofer (2017)

Michael Schickhofer (* 20. Dezember 1979 in Weiz) ist ein österreichischer Politiker (SPÖ) und Unternehmensberater. Er war von 2010 bis 2013 Abgeordneter zum Österreichischen Nationalrat. Im Jänner 2013 wurde er Landesrat in der steirischen Landesregierung Voves II. Seit Jänner 2016 ist er Landesparteivorsitzender der SPÖ in der Steiermark, weiters seit 16. Juni 2015 in der Landesregierung Schützenhöfer Landeshauptmann-Stellvertreter der Steiermark.[1]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schickhofer besuchte zwischen 1986 und 1990 die Volksschule in Weiz und wechselte danach 1990 an das örtliche Bundesgymnasium, das er 1998 mit der Matura abschloss. Er leistete danach zwischen 1998 und 1999 seinen Zivildienst ab und studierte ab 1999 Betriebswirtschaftslehre an der Karl-Franzens-Universität Graz. 2003 erhielt er den akademischen Grad „Bakk.“, 2003 schloss er sein Studium als Mag. rer. soc. oec. ab.

Beruflich war Schickhofer 1995 bei Magna Presstec in Weiz und 1996 bei Massiv Die-Form in Brampton (Kanada) tätig, 1997 arbeitete er für das Jugendzentrum Outbreak in Weiz. 1998 war er bei der Magna Holding AG in Oberwaltersdorf beschäftigt (jeweils Ferialpraktika). Schickhofer wurde nach seinem Studium 2005 Referent für Gemeinden- und Regionalentwicklung im Büro von Landeshauptmann Franz Voves. Daneben war er von 2007 bis 2010 Aufsichtsrat der Steirischen Landestiergarten GmbH (Betreiber der Tierwelt Herberstein) und von 2009 bis 2010 der Mariazeller Europeum GmbH.

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schickhofer begann seine politische Karriere in der Lokalpolitik, wobei er von 2000 bis 2009 als Gemeinderat in der Stadtgemeinde Weiz wirkte. Innerparteilich ist er zudem seit 2001 als Mitglied des Bezirksparteivorstandes der SPÖ Weiz und seit 2006 als Mitglied des Bezirksparteipräsidiums der SPÖ Weiz aktiv. Weiters war er Geschäftsführender Bezirksvorsitzender der Jungen Generation in der SPÖ Weiz 2003–2005 und Referent für Stadtmarketing und Städtekooperationen in Weiz 2003–2009.

Von Oktober 2011 bis Juni 2014 war er SPÖ Bezirksvorsitzender und von Juni 2014 bis Februar 2016 Regionalvorsitzender der SPÖ Oststeiermark.

Seit 2010 ist er als Mitglied des Landesparteivorstandes der SPÖ Steiermark aktiv und im Jänner 2016 wurde er zum Landesparteivorsitzenden der SPÖ Steiermark gewählt. Zusätzlich ist er seit 2014 Mitglied des Bundesparteivorstandes der SPÖ und stellvertretender Bundesparteivorsitzender.

Schickhofer bei einer Rede im steirischen Landtag

Am 22. September 2010 wurde er für den ausgeschiedenen Abgeordneten Christian Faul als Abgeordneter zum Nationalrat angelobt und wurde im Oktober 2010 in den Bautenausschuss und den Landesverteidigungsausschuss gewählt. Seit 3. Februar 2011 war er zudem Mitglied des Ständigen Unterausschusses in Angelegenheiten der Europäischen Union.

Schickhofer ist Obmann-Stellvertreter im Verein zur Förderung der Regionalentwicklung - Regionalmanagement Oststeiermark.

Nach einer Regierungsumbildung am 21. Jänner 2013 übernahm Schickhofer von Elisabeth Grossmann die Agenden Bildung, Jugend und Familie in der steiermärkischen Landesregierung und schied aus dem Nationalrat aus. Seit 16. Juni 2015 ist er Landeshauptmann-Stellvertreter (Finanzen, Beteiligungen, Gemeinden, Regionen, Sicherheit) der Steiermark. Am 4. Juli 2017 gab er bekannt das Finanz-Ressort an Anton Lang abzugeben.[2]

Im April 2018 forderte Schickhofer aufgrund der erwarteten US-Strafzölle für europäische Produkte zum Boykott von Coca Cola auf. Er wurde dafür vom Betriebsrat der österreichischen Coca-Cola-Niederlassung, die mit über 1.200 Mitarbeitern Österreich und einige Nachbarländer mit dem Getränk versorgt, heftig kritisiert und ihm wurde die Gefährdung der Arbeitsplätze vorgeworfen.[3]

Schickhofer sprach sich 2016 für Abschaffung der Landesgesetzgebung aus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Couragiert, mutig und höchst sinnvoll“ nannte Bundesratspräsident Mario Lindner (SPÖ) in einer Presseaussendung[4] am 29. Okt. 2016 den Vorschlag des stellvertretenden Landeshauptmannes der Steiermark Michael Schickhofer, die Landesgesetzgebung abzuschaffen. „Die Gesetzgebung beim Bund zu konzentrieren, wobei die Vollziehung natürlich bei den Ländern bleibt, stärkt die Handlungsfähigkeit und führt zum Bürokratieabbau. Wagen wir es, Österreich neu zu denken, ganz ohne Scheuklappen. Nur so können wir unser Land voran bringen“, so Bundesrat Lindner.[4]

Mario Lindner hinterfragte in der Presseaussendung, warum ein kleines Land wie Österreich so wesentliche Bereiche wie Jugendschutz, Kinderbetreuung oder Sozialhilfe neunfach unterschiedlich geregelt hat. „Das ist doch unnötig kompliziert und führt, wie bei den aktuellen Verhandlungen zur Mindestsicherung deutlich wird, dazu, dass Lösungen verzögert oder gar blockiert werden“, erklärte Lindner.

Sollte die Landesgesetzgebung zugunsten einer effektiven Bundesgesetzgebung abgeschafft werden, kann Mario Lindner sich im Gegenzug vorstellen, dass die Länder mehr Mitsprache bei der Bundesgesetzgebung erhalten. In welcher Form müsste man sich dann genau ansehen. „Klar ist: Bei dieser Frage geht es um mehr Effizienz und Handlungsfähigkeit, aber nicht um eine Schwächung der Bundesländer“, wie Lindner betont.[4]

Gemeinden, Regionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besuch der Region Eisenerz in der traditionell schwarzen Tracht

Seit seinem Eintritt in die Landesregierung setzt sich Schickhofer für vermehrte Investitionen in die steirischen Regionen ein. Das steirische Regionalentwicklungsgesetz[5] regelt seit 1. Januar 2018 die Weiterentwicklung der steirischen Regionen als attraktiven Bildungs-, Arbeits- und Lebensraum sowie die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und die Erhöhung der Wertschöpfung der steirischen Regionen. Durch das Inkrafttreten des Gesetzes werden den dezentralen Regionen der Steiermark deutlich höhere Finanzmittel für Investition in infrastruktur-, sozial, und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zugesprochen.

Umwelt, Klima und Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Land sorgte er 2017 für eine große Investitionsoffensive in erneuerbare Energien. Investitionen von 300 Millionen Euro wurden dadurch in den Ausbau von Großprojekten getätigt. Projekte wie der Windpark Handalm, das Wasserkraftwerk in Graz[6] oder die E-Mobilitätsoffensiven im Almenland[7] und im Murtal[8] sollen einen Beitrag für eine sichere und CO2-freie Energieversorgung der Steiermark gewährleisten.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Neujahrsempfang am 13. Jänner 2017 in der Aula der Alten Universität in Graz erhielt er das Ehrenzeichen Groß Silber des Landesfeuerwehrverbandes Steiermark.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steirisches Beben: Die Reaktionen, wer geht, wer kommt. In: Format.at, 10. Juni 2015
  2. Schickhofer gibt steirisches Finanzressort ab. In: derStandard.at, 4. Juli 2017, abgerufen am 4. Juli 2017.
  3. Coca Cola und Gewerkschaft rügen steirischen SPÖ-Chef. 27. April 2018 (kurier.at [abgerufen am 27. April 2018]).
  4. a b c Lindner unterstützt Forderung nach einheitlicher Gesetzgebung für ganz Österreich: Presseaussendung APA-OTS, von Bundesratspräsident Mario Lindner, SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien, 29. Oktober 2016
  5. RIS - Steiermärkisches Landes- und Regionalentwicklungsgesetz 2018 – StLREG 2018 - Landesrecht konsolidiert Steiermark, Fassung vom 08.02.2018. Abgerufen am 8. Februar 2018.
  6. Murkraftwerk Graz. Abgerufen am 8. Februar 2018 (englisch).
  7. Klima- und Energie- Modellregionen. (klimaundenergiemodellregionen.at [abgerufen am 8. Februar 2018]).
  8. Kommunikation - Land Steiermark, www.kommunikation.steiermark.at: E-Mobility-Offensive in der Pilotregion Obersteiermark. In: www.kommunikation.steiermark.at. (steiermark.at [abgerufen am 8. Februar 2018]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michael Schickhofer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien