Mariazell

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Dieser Artikel befasst sich mit dem österreichischen Wallfahrtsort, für Orte gleichen Namens siehe Mariazell (Begriffsklärung).
Mariazell
Wappen von Mariazell
Mariazell (Österreich)
Mariazell
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Bruck-Mürzzuschlag
Kfz-Kennzeichen: BM
Fläche: 413,49 km²
Koordinaten: 47° 46′ N, 15° 19′ OKoordinaten: 47° 46′ 23″ N, 15° 18′ 59″ O
Höhe: 868 m ü. A.
Einwohner: 3.910 (1. Jän. 2016)
Postleitzahlen: 3294, 8630, 8632, 8634, 8635
Vorwahl: 03882
Gemeindekennziffer: 6 21 42
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pater-Hermann-Geist-Platz 1
8630 Mariazell
Website: www.mariazell.gv.at
Politik
Bürgermeister: Manfred Seebacher (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
12
6
2
1
12 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
  • SPÖ: 12
  • ÖVP: 6
  • Freie Heimatliste Mariazellerland: 2
  • FPÖ: 1
Lage der Stadt Mariazell im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag
Aflenz Breitenau am Hochlantsch Bruck an der Mur Kapfenberg Kindberg Krieglach Langenwang Mariazell Mürzzuschlag Neuberg an der Mürz Pernegg an der Mur Sankt Barbara im Mürztal Sankt Lorenzen im Mürztal Sankt Marein im Mürztal Spital am Semmering Stanz im Mürztal Thörl Tragöß-Sankt Katharein Turnau SteiermarkLage der Gemeinde Mariazell im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Mariazell von der Gemeindealpe aus gesehen
Mariazell von der Gemeindealpe aus gesehen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Ortskern von Mariazell (Luftbild)

Mariazell ist eine Stadtgemeinde in der nördlichen Obersteiermark nahe der niederösterreichischen Grenze mit 3910 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016). Mariazell liegt im Gerichtsbezirk Bruck an der Mur und im politischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag und ist die flächengrößte Gemeinde der Steiermark und nach Sölden in Tirol und Wien die drittgrößte in Österreich.[1]

Mariazell ist durch die Gnadenstatue Magna Mater Austriae in der Basilika Mariä Geburt mit Abstand der wichtigste Wallfahrtsort Österreichs und darüber hinaus auch für viele Katholiken in den östlichen Nachbarländern von Bedeutung. Auch Wintersport wird in Mariazell betrieben.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariazell ist die nördlichste Gemeinde der Steiermark und befindet sich im Gebiet der nördlichen Kalkalpen. Gemäß der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen hat das Gemeindegebiet Anteile an den Ybbstaler Alpen, den Türnitzer Alpen, den Mürzsteger Alpen und an der Hochschwab-Gruppe.

Die Salza ist die zentrale Wasserader des Mariazellerlandes. Daneben existieren mit dem Erlaufsee und dem Hubertussee samt der Walster noch weitere nennenswerte Gewässer im Gemeindegebiet. Der Ort Mariazell selbst liegt auf einer schiefen Hochfläche am Hang der Bürgeralpe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Ansicht der Basilika von Mariazell, 2011

Mit 1. Jänner 2015 wurde Mariazell im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark mit den vordem selbständigen Gemeinden Gußwerk, Halltal und St. Sebastian vereinigt.[2]

Das Kerngebiet der Gemeinde umfasst folgende 16 Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2016[3]):

  • Aschbach (64)
  • Freingraben (0)
  • Gollrad (100)
  • Greith (53)
  • Grünau (112)
  • Gußwerk (878)
  • Halltal (213)
  • Mariazell (1.304)

Die fünf Katastralgemeinden sind (Fläche 2015):

  • Aschbach (17.131,36 ha)
  • Halltal (7.443,59 ha)
  • Mariazell (643,24 ha)
  • St. Sebastian (4.731,05 ha)
  • Weichselboden (11.394,17 ha)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gaming
Bez. Scheibbs (NÖ)
Mitterbach am Erlaufsee
Bez. Lilienfeld (NÖ)
St. Aegyd am Neuwalde
Bez. Lilienfeld (NÖ)
Wildalpen
Bez. Liezen
Nachbargemeinden Neuberg an der Mürz
Thörl Turnau St. Barbara im Mürztal

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mariazellerland besitzt ein winterkaltes und nur mäßig sommerwarmes bis kühles Klima. Es ist maritim geprägt und durch die Lage Mariazells am Nordstau der Alpen sehr niederschlagsreich. Mit 41,7 % relativer Sonnenscheindauer „zählt der Mariazeller Raum zu den am meisten benachteiligten Gebieten Österreichs. Die Wald- und Kulturgrenzen zählen zu den niedrigsten in Österreich.“[4]

Die Winter gelten als relativ schneesicher, durchschnittlich gibt es an 121 Tagen im Jahr eine Schneedecke.[5]


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Mariazell
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,4 3,5 6,7 10,5 16,4 18,4 21,0 21,1 17,4 12,9 6,3 2,8 Ø 11,7
Min. Temperatur (°C) -5,8 -5,2 -2,3 0,6 5,3 8,3 10,1 10,1 6,9 2,9 -1,9 -4,7 Ø 2,1
Temperatur (°C) -2,3 -1,6 1,4 4,8 10,3 13,1 15,0 14,7 11,1 6,9 1,4 -1,5 Ø 6,2
Niederschlag (mm) 72,0 56,0 79,3 74,7 105 123,5 144,7 107,9 98 66,8 72,1 81,3 Σ 1.081,3
Regentage (d) 10,4 9,8 11,9 11,9 12,9 13,7 13,9 11,9 11,0 9,2 11,2 12,5 Σ 140,3
Luftfeuchtigkeit (%) 81,9 82,5 83 83,8 83,1 84,8 85,9 88,3 89 85 84,5 83,2 Ø 84,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,4
-5,8
3,5
-5,2
6,7
-2,3
10,5
0,6
16,4
5,3
18,4
8,3
21,0
10,1
21,1
10,1
17,4
6,9
12,9
2,9
6,3
-1,9
2,8
-4,7
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
72,0
56,0
79,3
74,7
105
123,5
144,7
107,9
98
66,8
72,1
81,3
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariazell, Einzug der Grazer Prozession,
Lithographie um 1830

Frühzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vorchristlicher Zeit und im ersten Jahrhundert nach Christus sind im Tal des heutigen Mariazellerlandes keine größeren bzw. geschlossenen Siedlungen nachweisbar. Berg- und Flussnamen keltischen Ursprungs in der Region, geben jedoch Hinweise auf kleinere Siedlungen. Auch dürften den Kelten die Salzquellen im Halltal nicht unbekannt gewesen sein.

Ab etwa 200 v. Chr. gehörte das Mariazellerland zum Königreich Noricum, zu dem sich mehrere keltische Stämme zusammengeschlossen hatten.

Im 1. Jahrhundert v. Chr. war den Römern der Salzweg vom Halltal in das Traisental schon bekannt, die seit etwa 170 v. Chr. einen Freundschaftsvertrag mit dem Königreich Noricum geschlossen hatten. 15. v. Chr. gliederte Kaiser Augustus Noricum als autonomes Gebiet dem Römischen Reich an. Kaiser Claudius (41-54) kassierte die noch bestehenden Sonderrechte und machte eine römische Provinz daraus. Einigen Berichten zufolge existierte ein Römerweg von Neuhaus kommend über den Zellerrain und die Brunnsteiner Marmorbrüche in die Mariazeller Gegend.

Unter dem Ansturm der Hunnen brach die römische Herrschaft in der Gegend am Beginn des 5. Jahrhunderts weitgehend zusammen. Germanische Teilstämme, die bereits von Rom innerhalb der Reichsgrenzen auf dem späteren österreichischen Boden angesiedelt worden waren, begannen neben den noch vorhandenen Alpenromanen neue Siedlungen anzulegen. 476 ging die Herrschaft südlich des Alpenhauptkammes, in Binnennorikum, auf den herulischen Heermeister Odoaker über, nördlich davon, in Ufernorikum an die germanischen Rugier. 489 ging die Herrschaft in der heutigen Steiermark an Theoderich und die Ostgoten über, während sie im heutigen Niederösterreich an die germanischen Langobarden fiel, die die Nachfolger der Rugier antraten. Im 6. Jahrhundert überließ Ostrom im Zuge der Kämpfe gegen die Ostgoten den Langobarden auch das Gebiet der ehemaligen römischen Provinz Binnennorikum.

568, nachdem die Langobarden zusammen mit den mutmaßlich mongolischen Awaren das östlich des Wienerwaldes angrenzende Gepidenreich vernichtet hatten, zogen sie nach Italien ab, wo sie das Langobardenreich errichteten. Mit den nachrückenden Awaren, die nun die Herrschaft über das Gebiet übernahmen, kamen ab etwa 590 als deren Vasallen Slawen in das Land und ließ sich neben der noch vorhandenen alpenromanischen und germanischen Bevölkerung nieder. Auch hier lässt sich die Verbreitung aufgrund von Orts- und Bergbezeichnungen slawischen Ursprungs nachweisen (z. B. Ötscher – abgeleitet vom slawischen Wort „otec“ für „Vater“).

743 gelangte das Mariazellerland zusammen mit ganz Karantanien unter die bayerische Oberhoheit. Mit diesem Zeitpunkt beginnt die die deutsche Geschichte des Landes im engeren Sinn und eine verstärke deutsche, hauptsächlich bayerische Siedlungstätigkeit, die zur Ausformung des heutigen Landes führte.

Die Bayern hatten auf deren Bitte die Alpenslawen von der awarischen Herrschaft befreit. 788 gliederte Karl der Große das bayerische Stammesherzogtum dem Frankenreich ein. Gegen Ende der Karolingerzeit erstarkten die deutschen Stammesherzogtümer wieder, so auch Bayern, das die karantanische Mark bis Mariazell auch gegen die im 10. Jahrhundert vordringenden Ungarn verteidigen konnte. 976 wurde vom sächsischen Kaiser Otto II. Das Gebiet südlich des Alpenhauptkammes vom Herzogtum Bayern getrennt, um dessen Einfluß innerhalb des deutschen Reiches zu schwächen. Zugleich wurde im neuen Herzogtum Kärnten eine neue Karantanische Mark gebildet, die zum Grundstein des späteren Herzogtums Steiermark wurde.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Ansicht der Basilika Mariazell, ca. 1880

1025 machte Kaiser Konrad II. seiner Schwägerin Beatrix – vermählt mit Adalbero von Eppenstein – Teile der Grafschaft im Mürztale zum Geschenk. Bei der Schenkung handelte es sich um 100 Huben (niederdeutsch „Hufe“), zu denen auch das Gebiet des späteren Marktes Mariazell gehörte. Langjährige Streitprozesse wurden um diese Schenkung vor dem Reichsgericht und sogar vor dem Papst ausgetragen. Der Salzburger Erzbischof Eberhard entschied im Jahre 1151 in der Sache zugunsten des Stiftes St. Lambrecht, das die letzten Eppensteiner (erloschen 1122) in den Jahren um 1100 gegründet hatten. Es dürfte schon kurz darauf zur Teilung des Pfarrgebietes Mariazell und der Herrschaft Aflenz gekommen sein. Aus einer Urkunde von Papst Hadrian IV. entnehmen wir das Datum 21. Dezember 1157 – noch heute wird dieser Tag traditionellerweise als Gründungstag von Mariazell gefeiert, auch wenn er historisch nicht belegbar ist.

1157 kam der Mönch Magnus mit seiner aus Lindenholz geschnitzten Marienstatue in das Zellertal und errichtete um die auf einem Baumstrunk stehende Statue die erste Kapelle, um die der spätere Ort heranwuchs. Diese hatte der Legende nach zuvor einen Felsen geteilt, der den Weg versperrte. Aus ‚Maria in der Zelle‘ entstand der Name Mariazell.

1344 wurde der Ort zum Markt erhoben. 1340–1380 wurden an der Kirche Umbauten im gotischen Stil vorgenommen.

1420 kamen die Türken das erste Mal nach Mariazell, wobei es zu einem Brand des Ortes und der Kirche kommt. 1474 verwüstet ein weiterer Brand den Ort. 1532 kamen die Türken abermals nach Mariazell und steckten mehrere Häuser in Brand. Die Kirche blieb diesmal verschont.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Ansicht von Mariazell, ca. 1900

1644 wurde die Barockisierung der Kirche durch Abt Benedikt Pierin eingeleitet und mit den Arbeiten Baumeister Sciassia beauftragt. Nach seinem Tode wurden die Bauarbeiten von verschiedenen Baumeistern fortgesetzt und 1780 abgeschlossen.

1679 besuchte Kaiser Leopold I. die Mariazeller Gnadenmutter und schleppte in seinem Gefolge durch einen infizierten Kammerdiener die Pest in Mariazell ein. 156 Personen fielen der Seuche zum Opfer.

1683 wurden aus Furcht vor neuerlichen Türkeneinfällen die Gnadenstatue sowie das Schatzkammerbild nach St. Lambrecht gebracht, von wo diese noch im selben Jahr wieder zurückkamen.

1742 erteilte die Kaiserin Maria Theresia dem Abt Eugen Inzaghi die Privilegien zum Erzabbau in Gollrad und Aschbach, sowie für den Bau und Betrieb eines Mariazeller Eisengusswerkes. 1786 hob Kaiser Joseph II. im Rahmen seiner Klosteraufhebungen auch das Stift St. Lambrecht auf, wovon auch Mariazell betroffen war. Die Wallfahrten wurden erschwert und später gänzlich untersagt.

1798 verwüstete neuerlich ein Großbrand den Ort, wobei vornehmlich die Wiener Straße betroffen war. 1805 kam es in der Schlacht bei Mariazell zu Kampfhandlungen mit den französischen Truppen unter Napoleon. 1809 wurde der Kirchenschatz vor den französischen Truppen nach Temesvár in Ungarn in Sicherheit gebracht. Wenige Wochen später rückten die Franzosen in Mariazell ein. Kampfhandlungen, Requirierung und Missernten führten in diesen Jahren zur Ausblutung der Bevölkerung.

Mariazell vom Sigmundsberg aus fotografiert

1816 wurde zu einem regelrechten Hungerjahr. Erzherzog Johann ließ die Kartoffel einführen und Armenäcker in der Gegend zur Bekämpfung des Hungers anlegen. 1818 kaufte Erzherzog Johann den Brandhof.

1827 kam es in der Allerseelennacht zum größten Brand, der fast den gesamten Ort einäscherte und bei dem die Kirche schwere Brandschäden erlitt. 1828–1832 konnte der Ort unter großen Mühen und Opfern wieder aufgebaut werden.

1892 wurde im stillgelegten Bohrwerk des Eisenwerkes ein Elektrizitätswerk aufgebaut und in den folgenden Jahren Mariazell erstmals mit elektrischem Strom versorgt. 1896 erfolgte der Bau der ersten allgemeinen Wasserleitung. 1898 wurde das Mariazeller Eisengusswerk stillgelegt.

1907 wurde die im Jahr zuvor fertiggestellte Mariazellerbahn dem öffentlichen Verkehr übergeben. 1911 wurde die Mariazellerbahn elektrifiziert.

1924 wurden die ersten Festspiele im neu erbauten Festspielhaus eröffnet. 1925 erlebten die Festspiele ihren Höhepunkt. In den folgenden Jahren kam es jedoch zum finanziellen Niedergang und zum Ende der Spiele.

1928 wurde als eine der ersten Seilbahnen in Österreich eine Gondelbahn auf die Bürgeralpe gebaut. Im gleichen Jahr wurde die allgemeine Wasserleitung um die „Student-Quelle“ erweitert.

Zweite Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Basilika von der Grazerstraße aus gesehen
Die Grazerstraße
Das Brauhaus in der Wiener Straße

1945 zog die Rote Armee der Sowjetunion in Mariazell ein und nahm mit 5000 Mann Quartier, als Teil der Steiermark kam der Ort aber später im Jahr zur britischen Besatzungszone.

1948 wurde Mariazell zur Stadt erhoben. Eine generelle Kirchensanierung erfolgte 1955–1957. In diesen Jahren wurden auch die Ortsumfahrung und ein neues Postamt gebaut.

1966 lösten die Patres des Stiftes Kremsmünster die Patres des Schottenstiftes, welche seit 1949 die kirchliche Leitung Mariazells innehatten, ab. In den Folgejahren wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Kirche und am Pfarrhof sowie den umliegenden Kapellen vorgenommen und der neue Rosenkranzweg gebaut.

1976 erhielt Mariazell ein Hallenbad und einige Jahre darauf eine Erweiterung der Hauptschule.

1983 besuchte Papst Johannes Paul II. Mariazell. Der Papstaltar wurde am Hauptplatz aufgebaut. Im Zuge dieses Großereignisses wurden in der gesamten Stadt umfassende Fassadenrenovierungen vorgenommen, der Hauptplatz neu gestaltet und Parkplätze geschaffen.

1990 fand eine Dank- und Freiheitswallfahrt der ehemaligen Ostblockländer mit 25.000 Teilnehmern statt.

1992 erfolgte die Übergabe der Wallfahrtsseelsorge von den Benediktinern aus Kremsmünster in die Obhut des Gründerstiftes und Mutterklosters St. Lambrecht.

1988 erfolgte die Einstellung der Mariazellerbahn zwischen Mariazell und Gußwerk und 2003 erfolgte die Abtragung der Mariazellerbahn zwischen Mariazell und Gußwerk.

2004: Mitteleuropäischer Katholikentag – Wallfahrt der Völker nach Mariazell mit über 100.000 Besuchern.

2007: Bartholomäus I., 270. Nachfolger des Apostels Andreas und Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel, Oberhaupt der rund 300 Millionen orthodoxen Christen, besucht Mariazell. Vom 12. bis 15. August 2007 luden die österreichischen Bischöfe zu einer Jugendwallfahrt nach Mariazell ein. Rund 3000 Jugendliche aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Polen, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Österreich nahmen daran teil.

Am 8. September 2007 besuchte Papst Benedikt XVI. Mariazell, um anlässlich des 850-Jahr-Jubiläums der Basilika einen Gottesdienst (Vesper) zu feiern.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
Wahlbeteiligung: 81,17 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,95 %
(+1,88 %p)
30,69 %
(-4,42 %p)
10,83 %
(n. k.)
n. k.
(-9,27 %p)
4,53 %
(+0,98 %p)
FHM
GfuM
2010

2015

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Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 21 Mitgliedern und setzt sich nach der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:

  • 12 Mandatare der SPÖ
  • 6 Mandatare der ÖVP
  • 2 Mandatare der Freien Heimatliste Mariazellerland
  • 1 Mandatar der FPÖ

Stadtregierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgermeister ist seit 23. April 2015 Manfred Seebacher (SPÖ)
  • 1. Vizebürgermeister Michael Wallmann (ehemaliger Bürgermeister von Gußwerk)
  • 2. Vizebürgermeister Josef Kuss (ehemaliger Bürgermeister der alten Stadtgemeinde Mariazell)
  • Finanzreferent Fabian Fluch
  • Stadtrat Helmut Schweiger

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Mariazell.jpg

Wegen der Gemeindezusammenlegung verlor das Wappen mit 1. Jänner 2015 seine offizielle Gültigkeit. Die Wiederverleihung erfolgte mit Wirkung vom 1. November 2015.[6]
Die Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautet:

„In schwarzem Schild die stilisierte Darstellung des gotischen Torbogens der Basilika von Mariazell in Gold; davor ebenfalls in Gold die gekrönte Mariazeller Madonna mit dem gleichfalls gekrönten Jesuskind auf ihrem rechten Arm. Die Madonna ist mit einem blauen Mantel und einem auch das Jesuskind einhüllenden weißen, silbern bestickten Gewande bekleidet; das Gewand ist auf der Brustseite der beiden Gestalten mit je einem weißen Kreuzchen geziert.“

Regionalpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Teil der Leader-Region Mariazellerland–Mürztal und Mitglied in der Agenda-21- und Tourismusregion Mariazeller Land, dessen steirische Gemeinden auch die Regionext-Kleinregion das Namens bilden.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zusammenarbeit Shrines of Europe ist Mariazell seit 1996 mit fünf anderen Marienwallfahrtsorten verbunden. Diese sind:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wallfahrtstourismus ist der bedeutendste Wirtschaftszweig der Region. Der Stahlguss und die Holzeinbringung waren früher Haupteinnahmequellen der Region.


Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariazeller Bahnhof
Denkmal für die Erbauer der Mariazellerbahn

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariazell ist Verkehrsknotenpunkt. Es führen vier Landesstrassen durch das Gemeindegebiet:

Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariazell ist außerdem der südliche Endpunkt der Mariazellerbahn, einer schmalspurigen und historischen elektrifizierten Bahnstrecke vom Alpenbahnhof Sankt Pölten durch das Pielachtal nach Mariazell; der Bahnhof liegt allerdings einen Kilometer (15 Gehminuten) vom Ortszentrum entfernt (Ortsteil Sankt Sebastian). Die Bahntrasse führte bis Gußwerk, der Betrieb dorthin wurde aber 1987 eingestellt. Vom Bahnhof Mariazell führt auch eine Museumsstraßenbahn zum nahen Erlaufsee. Zu dieser Museumslinie ist seit 2007 eine Verlängerung vom Bahnhof an den Stadtrand von Mariazell in Bau.

Radweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariazell ist neben Traismauer ein Endpunkt des Traisentalradweges

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mariazell

Basilika von Mariazell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kopie der Magna Mater Austriae ohne das typische Prunkgewand
Hauptartikel: Basilika von Mariazell

Eine gotische Basilika aus dem 14. Jahrhundert. Auffällig sind die prächtige barocke Innenausstattung und die drei Türme an der Westfront. Die Kirche beherbergt in der so genannten Gnadenkapelle die Magna Mater Austriae. Bei diesem Gnadenbild handelt es sich um eine kleine hölzerne Marienstatue aus dem 13. Jahrhundert, die mit einem Prachtgewand bekleidet ist und in der Volksfrömmigkeit vieler Katholiken aus dem gesamten mitteleuropäischen Raum eine große Rolle spielt.

Pilgerwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tief winterlicher Friedhof

Zahlreiche nationale und internationale Pilgerwege führen nach Mariazell. Solche sind auszugsweise:[7][8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mariazell – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Mariazell – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liste der größten Gemeinden in Österreich nach Fläche
  2. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 10. Oktober 2013 über die Vereinigung der Stadtgemeinde Mariazell und der Gemeinden Gußwerk, Halltal und Sankt Sebastian, alle politischer Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 15. November 2013. Nr. 121, 32. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 631.
  3. Einwohner nach Ortschaften (Excel-Datei, 766 KB)
  4. [1]
  5. [2]
  6. 83. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 1. Oktober 2015 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Stadtgemeinde Mariazell (politischer Bezirk Bruck-Mürzzuschlag), abgerufen am 12. Oktober 2015
  7. Internationaler Pilgerweg Via Slavorum (PDF; 2,4 MB) in der Pertoldsdorfer Rundschau 10/2009
  8. Pilgerwege Mariazell Online abgerufen am 8. Jänner 2013