Milo Barus

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Milo Barus (bürgerlicher Name Emil Bahr) (* 27. Februar 1906 in Alt Rothwasser, Österreichisch-Schlesien; † 1. Oktober 1977 in Altötting, Oberbayern) war ein deutscher Kraftsportler und stärkster Mann der Welt.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emil Bahr wurde als Sohn eines deutschen Staatsbahnangestellten im böhmischen Alt-Rothwasser geboren und wuchs in Weidenau auf. Nach einer Lehre als Müller trat er als Achtzehnjähriger erstmals öffentlich auf. Ende der 1920er Jahre begann er seine internationale Karriere als Profi-Ringer. Bei einem internationalen Wettkampf erwarb er sich 1930 in Paris den Titel „Stärkster Mann der Welt“. Diesen Titel verteidigte er danach in London, Kalkutta, Kairo, Buenos Aires und New York bis zu seiner Verhaftung 1936 durch die Gestapo. Im darauf folgenden Jahr wurde er wegen Landesverrats angeklagt und verurteilt. Barus hatte in seiner böhmischen Heimat für den Widerstand gegen Hitler gearbeitet. Bis 1941 war er im Zuchthaus Berlin-Moabit inhaftiert.

Seinen Künstlername Milo Barus entlehnte er vom Vornamen des Milo von Kroton, einem Athleten des antiken Griechenlands und Olympiasiegers aus dem Jahr 540, sowie der Abänderung seines Familiennamens.[1] Milo Barus trug Pferde, rang Stiere zu Boden, zerriss Telefonbücher, zog Autos, darunter einen vollbesetzten Bus, mit den Zähnen und hob vollbesetzte Straßenbahnen aus den Schienen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er vertrieben und kam zunächst mit seiner Frau nach Bayern. Seine Kraftakte zeigte Milo Barus später im Hotel „Haus Riefe“ in Stollhamm, nachdem er 1951 die Gaststätte „Reitlander Hof“ in Reitland von Gustav Gerdes kaufte. Nachdem er sich 1952 ohne Erfolg um die Bewirtschaftung des Schloßbergs in Sonneberg beworben hatte, zog er nach Stadtroda in Thüringen um, wo er das Gasthaus Klosterbräu-Stübl übernahm. Danach war er Wirt der Meuschkensmühle im Eisenberger Mühltal bei Weißenborn. 1963 erlitt Milo Barus einen Herzinfarkt und trat nicht mehr öffentlich auf. 1976 zog er mit seiner Frau Martha nach Mühldorf am Inn.

In der Meuschkensmühle sowie im Mühltalmuseum des Eisenberger Mühltals in der Naupoldsmühle befinden sich Fotos seiner legendären Kraftakte. 1983 wurde ein Spielfilm über sein Leben gedreht („Milo Barus, der stärkste Mann der Welt“ R: Henning Stegmüller, HD: Günter Lamprecht). Jährlich am 3. Oktober findet der „Milo Barus Cup“ (Kraftsportwettkampf) am Fuße seines Wohnhauses (heute Gaststätte „Milos Waldhaus“) im Eisenberger Mühltal statt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Träger, Roland Weise: Milo Barus - Der stärkste Mann der Welt; Verlag Erhard Lemm; Gera 2009; ISBN 3931635562

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berühmte Persönlichkeiten der Geschichte des Saale - Holzland - Kreises