Mischmar haEmek

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Mischmar haEmek (1933)

Mischmar haEmek (hebräisch מִשְׁמַר הָעֵמֶק, wörtl. Wächter des Tales) ist ein Kibbuz im nördlichen Israel. Da es in der Jesreelebene liegt, fällt es unter die Zuständigkeit des Megiddo-Regionalrats. 2014 hatte es rund 1.200 Einwohner. Es wurde 1922 gegründet und hat als einziges Kibbuz noch die traditionellen sozialistischen Strukturen bewahrt. Fünf Mitglieder der Knesset stammen von hier.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Gründungsdatum gilt die Geburt des ersten Kindes einer Siedlerfamilie am 19. Januar 1922 in der American Zionist Medical Unit (AZMU), aus der später das Hadassah Medical Center wurde. Gegründet wurde das Kibbuz von einer Gruppe polnischer Juden, die ihm den Namen „Kibbutz Hashomer Hatzair Bet“ gaben.[2] 1925 bestand das Kibbuz aus 60 Männern und Frauen und sechs Kindern.[3] Zu den Gründern gehörten unter anderen Sophia Poznanska und Leopold Trepper. Das Gebiet der Jesreelebene stand bei der Siedlungspolitik des Jüdischen Nationalfonds an erster Stelle, und so kamen viele neue Bewohner mit der Einwanderungswelle ab 1925 hierher. 1926 wurde der spätere israelische Politiker Ya'akov Hazan, eines der ersten Mitglieder der zionistischen Organisation Hechaluz, Mitglied des Kibbuz. Den heutigen Namen Mischmar haEmek bekam das Kibbuz im November 1928.[4]

Im August 1929 wurde das Kibbuz von Arabern angegriffen. Dieses Ereignis geschah im Rahmen von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Juden und Arabern in den damaligen jüdischen Siedlungsgebieten.[5][6]

Im Herbst 1942 wurde es von der britischen Armee als Ausbildungslager genutzt. Vor dem Hintergrund britischer Befürchtungen eines weiteren Vorrückens der Achsenmächte wurden 160 Mitglieder der Hagana in Sabotage und Fernzündern ausgebildet. Mehrere Tonnen Sprengstoff wurden im Gelände um Mischmar haEmek für den Fall einer deutschen Besetzung versteckt. Im Mai 1944 fand in den Wäldern Mischmar haEmeks die erste Versammlung des Palmachs, des stehenden Heeres der Hagana, statt.[7]

Am 4. April 1948 wurde es Ziel eines Angriffs der Arabischen Befreiungsarmee. Dieser wurde durch eine Brigade der Palmach abgeschlagen. In den Folgetagen wurden bis zum 15. April 1948 die von Palästinensern bewohnten Dörfer in der Umgebung von Mischmar HaEmek dem Erdboden gleichgemacht und die Bewohner vertrieben.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft des Kibbuz basiert hauptsächlich auf einer Plastikfabrik im Kibbuz mit mehreren zusätzlichen Niederlassungen in Israel. Der Kibbuz züchtet außerdem Hühner und verfügt über rund 7000 Dunam landwirtschaftlich nutzbare Fläche. Eine Informationstechnologiefirma aus Mischmar haEmek betreibt das Datenbanksystem der Holocausterinnerungsstätte Yad Vashem.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mischmar haEmek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kibbutz Diary: Socialism for the 21st century. 25. Mai 2008. Abgerufen am 19. Juli 2016. 
  2. Mishmar HaEmek (Hebrew) Abgerufen am 25. Juli 2016.
  3. משמר העמק [Mishmar HaEmek]. Abgerufen am 10. Juli 2016.
  4. משמר העמק – היסטוריה [Mishmar HaEmek – History] (Hebrew) Abgerufen am 9. Juli 2016.
  5. אירועים ביטחוניים בתולדות משמר העמק [Security events in the history of Mishmar HaEmek] (Hebrew) Abgerufen am 9. Juli 2016.
  6. siehe auch Hermann Meier-Cronemeyer: Zionismus – Von den Anfängen bis zum Staat Israel, 2. Auflage 1989, Seite 82
  7. Mordecai Naor: Eretz Israel. Könemann, Köln 1998, ISBN 3-89508-594-4, S. 240.

Koordinaten: 32° 42′ 0″ N, 35° 33′ 34″ O