Mission Lifeline

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Mission Lifeline e. V.
Logo
Rechtsform Gemeinnütziger eingetragener Verein
Gründung 1. Mai 2016
Gründer Axel Steier, Sascha Pietsch
Sitz Rudolfstraße 7 Dresden (Koordinaten: 51° 4′ 8,3″ N, 13° 44′ 25″ O)
Personen Vorsitz: Axel Steier

Kapitän: Claus-Peter Reisch

Aktionsraum Mittelmeer
Schwerpunkt Rettung von Menschen
Methode Aufgreifen von Menschen in Seenot
Motto Search and Rescue
Website mission-lifeline.de
Claus-Peter Reisch, Kapitän der Lifeline, 2018

Mission Lifeline ist eine 2016 gegründete Nichtregierungsorganisation aus Dresden, deren Vereinszweck es ist, Menschen aus Seenot zu retten. Für ihre Arbeit wird das Rettungsschiff Lifeline benutzt.

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde im Mai 2016 von Axel Steier und weiteren Mitstreitern gegründet. Er ist nach eigenen Angaben hervorgegangen aus dem Dresden-Balkan-Konvoi, der im Oktober 2015 Sachspenden für die Menschen auf der Balkanroute sammelte, diese Mitte November mit Kleintransportern nach Preševo (Serbien) brachte und sie mit Hilfe von Freiwilligen verteilte. Weitere Hilfskonvois nach Idomeni und zum Registrierungscamp auf der Insel Chios folgten. Für die Hilfsmaßnahmen in Griechenland wurden nicht nur Sachspenden gesammelt, sondern ein Spendenkonto eingerichtet.[1]

Mit der Schließung der Balkanroute wurde die Fluchtroute über das Mittelmeer verstärkt genutzt. „So ging aus dem Dresden-Balkan-Konvoi der MISSION LIFELINE e.V. hervor, der seit April 2016 den Einsatz eines Rettungsschiffes im zentralen Mittelmeer plant und vorbereitet.“[2]

Zum Ankauf des Schiffes Sea-Watch 2 wurden 2017 200.000 Euro an Spendengeldern aufgebracht und das Schiff als Lifeline in Betrieb genommen.[3]

Nach der Beschlagnahmung der Lifeline sammelten die Aktivisten bis Mitte Oktober 2018 475.000 Euro an Spenden zum Ankauf eines neuen Schiffes ein, darunter Gelder der katholischen Kirche (initiiert durch die Erzbischöfe Reinhard Marx und Hans-Josef Becker), sowie der Musikgruppe Die Fantastischen Vier.[4]

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rettungsschiff Lifeline im Juni 2018.

Der Einsatz auf dem Mittelmeer begann im September 2017.[5] Für Aufsehen sorgte eine Rettungsaktion im Juni 2018, bei der das Schiff Lifeline mit 230 Geflüchteten an Bord sechs Tage warten musste, ehe es in Malta anlegen durfte, nachdem es zuvor in Italien abgewiesen worden war.[6]

Ende Oktober 2018 schickte die Gruppe ein Segelboot mit einer Besatzung von sieben Aktivisten unter Deutscher Flagge in die Gewässer vor der libyschen Küste.[7]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ihr seid noch nicht verheiratet? Vielleicht verliebt Ihr Euch zufällig in einen Menschen, der*die hier noch kein Bleiberecht hat. Könnte passieren, oder? Bleibt offen! 💖“

Mission Lifeline[8]

Aufgrund dieses Tweets vom 23. Januar 2019 erschien in der Bild am 28. Januar ein Text mit dem Titel „Seenotretter werben für Ehen mit Flüchtlingen“,[9] in dem die Behauptungen aufgestellt werden, der Verein werbe für „Scheinehen“, und Kapitän Claus-Peter Reisch stehe in Malta wegen des Vorwurfs der „Schleuserei“ vor Gericht. Auch der Staatssekretär beim Bundesinnenministerium Stephan Mayer (CSU) sah in dem Tweet den Aufruf zum Eingehen von Scheinehen.[10] Der Verein erklärte, der Tweet sei als Spendenaufruf zu verstehen.[11][12] Reisch steht in Malta nicht wegen „Schleuserei“ vor Gericht, sondern weil er das Schiff nicht ordnungsgemäß registriert haben soll. Mission Lifeline geht juristisch wegen Falschbehauptung wider besseren Wissens gegen die Bild vor.[13][14][15] Am 12. Februar 2019 veröffentlichte Bild eine entsprechende Gegendarstellung.[16]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mission Lifeline – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dresden-Balkan-Konvoi startet zum 2. Mal. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 27. November 2015, abgerufen am 28. Juni 2018.
  2. Geschichte. Wie alles begann. In: Mission Lifeline Seach and Rescue. Abgerufen am 28. Juni 2018.
  3. Markus Weinberg: "Hilfe für Bootsflüchtlinge im Mittelmeer" Mdr.de September 2017
  4. "Dank Fanta 4 - „Mission Lifeline“ bekommt ein neues Rettungsschiff" Welt vom 17. Oktober 2018
  5. Marie Naass und Rebecca Kupfner: "Ein Funken Hoffnung: Seenotrettung in einer der tödlichsten Zonen der Welt" fairquer.net vom 15. November 2017
  6. Deutsches Rettungsschiff "Lifeline" legt in Malta an. Abgerufen am 28. Juni 2018.
  7. " Seenotrettung "Mission Lifeline" wieder im Mittelmeer unterwegs " MDR.de vom 26. Oktober 2018
  8. Tweet. 23. Januar 2019, abgerufen am 30. Januar 2019.
  9. https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/mission-lifeline-seenotretter-werben-fuer-ehen-mit-fluechtlingen-59795932.bild.html
  10. WELT: Innenministerium kritisiert „Mission Lifeline“: Aufruf zur Scheinehe - Seenotretter weisen Vorwurf zurück. 28. Januar 2019 (welt.de [abgerufen am 12. Februar 2019]).
  11. Tweet. 25. Januar 2019, abgerufen am 30. Januar 2019.
  12. Tweet. 27. Januar 2019, abgerufen am 30. Januar 2019.
  13. Werbung für Scheinehen mit Flüchtlingen? Zoff um Seenotretter von „Lifeline“. In: focus.de. Abgerufen am 30. Januar 2019.
  14. Aufruf zur Scheinehe - Seenotretter weisen Vorwurf zurück. In: welt.de. Abgerufen am 30. Januar 2019.
  15. »Lifeline« geht juristisch gegen die »Bild« vor. In: neues-deutschland.de. Abgerufen am 30. Januar 2019.
  16. Gegendarstellung auf Bild.de, abgerufen am 12. Februar 2019 (archivierte Version)
  17. Dresdner Seenotrettung Mission Lifeline bekommt Friedenspreis. Abgerufen am 15. Februar 2019.
  18. Süddeutsche de GmbH, Munich Germany: Lew-Kopelew-Preis für. Abgerufen am 15. Februar 2019.