Mittlere Brücke

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Koordinaten: 47° 33′ 36″ N, 7° 35′ 23″ O; CH1903: 611372 / 267710

Mittlere Brücke
Mittlere Brücke
Mittlere Brücke mit Kleinbasel und dem Hotel Merian
Nutzung Strassenbrücke
Querung von

Rhein

Ort Basel
Gesamtlänge 192 Meter
Lage
Mittlere Brücke (Kanton Basel-Stadt)
Mittlere Brücke

Die Mittlere Brücke (übliche Bezeichnung, offizieller Name aber Mittlere Rheinbrücke) ist der älteste Rheinübergang von Basel. Sie liegt bei Rheinkilometer 166,6[1] und gilt als Grenze zwischen Hochrhein und Oberrhein. Die erste Brücke an diesem Ort wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut und stand – mit Veränderungen – bis 1903, als sie durch die heutige Brücke ersetzt wurde. Bis zur Eröffnung der Wettsteinbrücke im Jahr 1879 war die Mittlere Brücke der einzige Basler Rheinübergang.[2]

Erste Brücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basel um 1493. Holzschnitt von Wilhelm Pleydenwurff in der Schedelschen Weltchronik.
Die Brücke um 1760. Kupferstich von David Herrliberger nach einer Vorlage von Emanuel Büchel.

Das exakte Baudatum der ersten Basler Rheinbrücke ist nicht bekannt. Zum ersten Mal erwähnt wird sie in zwei Urkunden aus dem Jahre 1225, mit denen die Klöster St. Blasien und Bürgeln als Gegenleistung für ihren finanziellen Beitrag an den Brückenbau vom Brückenzoll befreit werden, doch ist unklar, ob die Brücke zu diesem Zeitpunkt bereits stand. Gesichert ist dies für das Jahr 1244, da in diesem Jahr ein «Johannes an der Rheinbrücke» urkundlich erwähnt wird. Anders, als oft kolportiert wird, war es weder die erste noch die einzige mittelalterliche Brücke über den Rhein. So ist z. B. bereits für das Ende des 12. Jahrhunderts eine Brücke in Rheinfelden nachgewiesen.

Als treibende Kraft hinter dem Brückenbau kann, auch ohne genaues Baujahr, Heinrich von Thun betrachtet werden, der von 1216 bis 1238 Fürstbischof von Basel war. Dabei kann die Erschliessung der Gotthardroute nicht der Auslöser gewesen sein, denn diese erlangte erst im 14. Jahrhundert ihre grosse Bedeutung für den Fernhandel. Der Basler Historiker Werner Meyer vermutet, dass der Bau der Brücke ein Bestandteil der regionalen Machtpolitik Heinrichs war, der nach dem Tod des letzten Zähringers von 1218 (erfolglos) versuchte, seine Herrschaft nach Norden auszudehnen. Die Zähringer hatten im 12. Jahrhundert in der Region eine Vormachtstellung erlangt und diese unter anderem durch den Bau der Brücke in Rheinfelden gefestigt. Nach dem Aussterben der Dynastie entbrannte wohl ein Verteilungskampf um die verwaisten Gebiete. Auch der Einbezug des Klosters St. Blasien, das mit dem Aussterben der Zähringer seinen Schutzherrn verloren hatte, kann vor diesem Hintergrund gesehen werden.[3]

Der Standort bei der Birsigmündung bot sich an, da hier das Grossbasler Ufer sehr niedrig ist.

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bischof finanzierte den Bau der Brücke durch die Verpfändung des Kirchenschatzes an die Basler Juden[4] und durch Gaben der Klöster Bürgeln und St. Blasien sowie verschiedener Basler Bürger.

Auf der Kleinbasler Seite wurden fünf Steinpfeiler erstellt. Auf der Grossbasler Seite hingegen war das Flussbett zu tief und die Strömung zu stark, als dass dort mit den Mitteln des 13. Jahrhunderts Steinpfeiler hätten gemauert werden können. Deshalb wurden auf dieser Seite sieben Stelzen aus Eichenpfählen errichtet.

Betrieb und Umbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brücke um 1854/55, also noch vor dem letzten grösseren Umbau von 1858. Linke Hälfte einer Stereo-Fotografie von Claude-Marie Ferrier
Die Brücke nach dem Umbau von 1858
Diese Steinbank von 1858 steht heute in den Langen Erlen

Die Holzpfeiler der linken Rheinseite wurden immer wieder unterspült und durch Hochwasser, Treibgut oder Eisschübe beschädigt. So soll etwa im Jahre 1275 eine gewaltige Flut die Brücke zum Einsturz gebracht und etwa hundert Bürger in den Tod gerissen haben. Im Juli 1424 wurden drei Holzpfeiler fortgespült, worauf wenige Tage danach fünfzehn Personen von der notdürftig reparierten Fahrbahn in den Rhein stürzten. Aber auch die Steinpfeiler mussten laufend gegen die drohende Unterspülung gesichert und von Beschädigungen repariert werden. Diese hohen Unterhaltskosten konnten durch den Brückenzoll nur teilweise gedeckt werden.

1392 wurde anlässlich der Vereinigung von Gross- und Kleinbasel auf dem fünften, äussersten Steinpfeiler eine kleine Kapelle, das «Käppeli», errichtet. Die Kapelle diente gleichzeitig zur Beschwerung des Pfeilers, der damit den Hochwassern besser standhalten sollte.

1457 wurde der steinerne Teil der Brücke um ein sechstes Joch verlängert, welches nach dem Bürgermeister Hans von Bärenfels das «Bärenfelser Joch»[5] genannt wurde.

Ursprünglich war der Grossbasler Brückenkopf durch ein Stadttor, das Rheintor, gesichert. Das Baudatum des Rheintors ist nicht belegt, es ist aber wahrscheinlich, dass es zusammen mit der Brücke erstellt wurde. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts, also bis zur Fertigstellung der äusseren Stadtmauer, war der letzte Teil der Brücke auf Grossbasler Seite zudem als Zugbrücke ausgeführt. Später entwickelte sich das Rheintor immer mehr zu einem Verkehrshindernis, so dass es 1839, also schon 20 Jahre vor dem Grossratsbeschluss zur Stadterweiterung und der Schleifung der Stadtmauern, abgerissen wurde.[6]

1858 reduzierte man die sieben hölzernen Joche um eines, verschob die Kapelle auf das «Bärenfelser Joch» und beschwerte die übrigen Pfeiler mit 22 Steinbänken. Diese Steinbänke gelangten nach dem Abbruch der ersten Brücke in den Margarethenpark und in die Langen Erlen, wo sie noch heute zu finden sind. Ab 1895 führte auch die erste Basler Strassenbahnlinie, die die beiden Basler Bahnhöfe verband, über die Brücke.

Die Richtstätte am Käppelijoch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brücke diente auch als Richtstätte. Beim Käppelijoch[5] wurde das Todesurteil durch Ertränken vollstreckt, indem Kindsmörderinnen, Ehebrecherinnen und Diebinnen an Händen und Füssen gefesselt in den Fluss geworfen wurden. Falls sie auf der Höhe des etwa 800 m entfernten Thomasturms, also an der damaligen Stadtgrenze, noch lebend aus dem Rhein geborgen wurden, wurde ihnen die Todesstrafe erlassen und sie wurden stattdessen aus der Stadt verbannt.[7] Wie weit dabei auch damals bereits bekannte Wiederbelebungsmethoden[8] angewandt wurden, ist nicht belegt. Wiederbelebungsmassnahmen bei Ertrunkenen und auch Hingerichteten, die vom Bürsten der Extremitäten bis hin zu Intubationen gingen, waren seit der frühen Neuzeit europaweit bekannt und verbreitet. So oder so überlebten aber offenbar «zu viele» Verurteilte, so dass das Ertränken 1634 durch Enthaupten ersetzt wurde.[9]

Eine weitere Strafform, die vom Käppelijoch aus erfolgte, war das Schwemmen: Gefesselt und an ein Seil gebunden wurden die Sträflinge dreimal unter der Rheinbrücke durchgeschwemmt.[10]

Das Ende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Regulierung des Oberrheins im 19. Jahrhundert erhöhte sich die Strömungsgeschwindigkeit des Rheins bis oberhalb von Basel merklich.[11] Dies führte zu einer verstärkten Erosion und damit zu einer Vertiefung des Flussbetts und beschleunigte die Unterspülung der Pfeiler, deren mittelalterliche Fundamente dieser erhöhten Belastung nicht mehr gewachsen waren. Das Bärenfelserjoch wurde so stark beschädigt, dass wegen akuter Einsturzgefahr ein neuer, stärkerer Pfeiler gebaut werden musste. Die nötigen Unterhaltsarbeiten wurden immer aufwändiger und teurer, so dass der Grosse Rat 1899 beschloss, die Brücke durch einen Neubau zu ersetzen. Gegen den Beschluss wurde das Referendum ergriffen, er wurde aber noch im gleichen Jahr durch die Volksabstimmung bestätigt.[12]

Am 27. Mai 1903 diente die alte Rheinbrücke letztmals dem Verkehr; am Tag darauf begann der Abbruch.

Heutige Brücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Rheinbrücke im Jahr 1902
Notbrücke 1903–1905
Heutige Mittlere Brücke

Zwischen 1903 und 1905 wurde die alte Brücke durch eine neue, vollständig aus Stein bestehende ersetzt. Das neue Bauwerk erhielt den Namen «Mittlere Rheinbrücke». Die alte Brücke war, solange sie die einzige Brücke gewesen war, einfach die «Rheinbrücke» genannt worden; später, als die Wettstein- und die Johanniterbrücke dazukamen, hatte sie «Alte Rheinbrücke» geheissen. Der Name «Mittlere Rheinbrücke» wurde gewählt, weil zu diesem Zeitpunkt in Basel drei Brücken den Rhein überspannten,[13] und sie eben die mittlere war.[14]

Die Brücke ist 192 Meter lang und 18.8 Meter breit und besteht aus Granit von der Nordseite des Gotthardmassivs. Sie wurde von Buss & Cie. aus Pratteln und Philipp Holzmann & Cie. aus Frankfurt am Main gebaut. Der Bau kostete 2.67 Millionen Franken. Die Brücke weist sieben Öffnungen auf, wobei sechs den Rhein überspannen und eine den Rheinweg auf Kleinbasler Seite. Auf dem mittleren Pfeiler wurde eine Kopie der Brückenkapelle, das Käppelijoch, aufgebaut. Die Brücke ist ein Hauptwerk des historistischen Brückenbaus in der Schweiz. Für die Auswahl von Konstruktion und Baumaterial spielten architektonische und städtebauliche Überlegungen eine entscheidende Rolle: Um das Bild der Altstadt nicht zu beeinträchtigen, zog man die Steinbogenbrücke der Architekten Emil Faesch in Basel und Friedrich von Thiersch in München einer zeitgemässen eisernen Fachwerkbrücke vor.[15]

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den Verkehr über den Rhein sicherzustellen, wurde für die Bauzeit der neuen Brücke wenige Meter flussabwärts eine Behelfsbrücke aus 12 Holzjochen erstellt. Am 11. November 1905 wurde die neue Mittlere Brücke mit einem Volksfest dem Verkehr übergeben.

Sanierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2002 wurde die Brücke saniert. Das Erscheinungsbild wurde dabei nicht verändert. Vom 19. Juni bis zum 13. August 2017 werden die Tramgeleise auf der Brücke ersetzt. In dieser Zeit wird der Fährverkehr verstärkt.[16]

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

«Amazone»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amazone, Pferd führend

Am Grossbasler Brückenkopf steht die Skulptur Amazone, Pferd führend von Carl Burckhardt. Sie war eine Auftragsarbeit des Basler Kunstvereins und stellt eine schreitende Amazone dar, die ein Pferd führt. Burckhardt schuf das Gipsmodell, starb aber 1923 nach kurzer Krankheit noch vor dem Guss. Der Bronzeguss entstand nach seinem Tod.

An der Skulptur sind Spachtelspuren des Gipsmodells sichtbar, die Burckhardt vermutlich noch entfernt hätte. Auch hätte die Frau einen durchhängenden Zügel in den Händen halten sollen. Das Werk ist also unvollendet.

Die Amazone ist Burckhardts letztes Werk. Ursprünglich sollte es in den Garten der Kunsthalle zu stehen kommen, aber nach dem unerwarteten frühen Tod des Künstlers schenkte der Kunstverein es dem Kanton, der es 1927 am heutigen Standort aufstellte.[17]

«Helvetia auf der Reise»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helvetia auf der Reise

Die Skulptur Helvetia auf der Reise von Bettina Eichin entstand 1980 anlässlich eines Wettbewerbs des Basler Kunstkredits. Sie zeigt eine Frau, die ihr Reisegepäck abgelegt hat und nun auf der Mauer beim Kleinbasler Brückenkopf sitzt und nachdenklich auf den Rhein schaut. Dazu steht auf einer Tafel der Text: «Eines Tages verlässt Helvetia ein Zweifrankenstück, mischt sich unters Volk und unternimmt eine längere Reise. Unterwegs kommt sie auch nach Basel. Nach einem anstrengenden Gang durch die Stadt legt sie Mantel, Schild, Speer und Koffer ab, ruht sich auf einem Brückenpfeiler der Mittleren Rheinbrücke aus und blickt nachdenklich rheinabwärts…»[18]

Bettina Eichin, die ihre Kunst immer auch politisch verstand, sagte 2010 dazu in einem Interview: «Ich wollte aus der Helvetia-Allegorie auf unseren Münzen wieder eine Frau machen, sie aus der Festprägung befreien, aussteigen lassen – genauso, wie wir Frauen damals. Nur ganz wenige Menschen haben vor 30 Jahren verstanden, was ich mit der Helvetia ausdrücken wollte. […] Sie steigt aus der Festprägung der Münze, also des Geldes, aus, ist unterwegs, um sich müde, nachdenklich und abgewandt auf ihrem Sockel auszuruhen – Eigenschaften, die an Frauen nicht geschätzt werden. Sie schaut rheinabwärts zur Chemie und über die Grenzen. Sie hat abgerüstet und ihre Hoheitssymbole hinter sich abgelegt, der Koffer ist ein Hinweis auf ihr ‹Unterwegssein›, auf ein Jahrhundert Kofferpacken, Flucht und Aufbruch.»[19]

«Lagerstätte»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lagerstätte bei mittlerem Wasserstand.

1992, anlässlich der 600-Jahr-Feier zur Vereinigung von Gross- und Kleinbasel, schenkten die drei Kleinbasler Ehrengesellschaften dem Kanton die Skulptur Lagerstätte des Künstlers Ludwig Stocker. Sie steht oberhalb des ersten Pfeilers auf der Kleinbasler Seite im Rhein und zeigt die drei Zeichen Vogel Gryff, Wild Maa und Leu, die nebeneinander auf einem Katafalk liegen. Je nach Wasserstand ist die Skulptur gut bis gar nicht sichtbar. Den drei Ehrengesellschaften schwebte ursprünglich eine Platzierung auf dem Claraplatz oder am Rheinufer vor, doch wurde das vom Kanton abgelehnt. Schliesslich einigte man sich auf den Platz im Rhein. [20][21]

Schifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Grossschiffahrt stellt die Mittlere Brücke eine Herausforderung dar. Nicht nur sind die Joche sehr eng, sondern die Brücke steht auch noch in einer Flussbiegung, was zusätzlich zu schwierigen Strömungsverhältnissen führt. Es braucht deshalb ein spezielles Patent, um diesen Rheinabschnitt befahren zu dürfen. Hat der Schiffsführer dieses Patent nicht, so muss er für die Fahrt durch Basel einen Lotsen an Bord nehmen.

Wegen der geringen Durchfahrtshöhe muss bei vielen Schiffen für die Unterquerung das Steuerhaus abgesenkt werden. Auch können Containerschiffe diesen Rheinabschnitt nur «2-stöckig» beladen befahren.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MS «Birsigtal»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. Juli 1958 war das Motorschiff «MS Birsigtal» mit Kohle beladen auf Bergfahrt, als sie vor der Mittleren Brücke querschlug und von der Strömung gegen die Pfeiler gedrückt wurde. Laut Aussage der Besatzung bekam das Fahrzeug Treibholz in die Schiffsschraube, wobei auch die Ruderflächen stark verbogen wurden, so dass das Schiff nicht mehr steuerbar war. Die Besatzung wurde vom Schlepper «Strasbourg» gerettet. Die Bergungsarbeiten dauerten bis am 15. Juli. Das Schiff wurde repariert und war weiter unter den Namen MS Margeja, MS Gaea und zuletzt MS Jamaica im Einsatz.[22][23]

SL «Corona»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. September 1984 wurde der Schubleichter «SL Corona», beladen mit 971 Tonnen Tonerde, vom Schlepper «Vogel Gryff» rheinaufwärts geschoben. Unter der mittleren Brücke touchierte der Schlepper einen Pfeiler, worauf der Schubverband ausser Kontrolle geriet. Der Schubleichter schlug vor der Brücke quer und wurde von der Strömung gegen die Pfeiler gedrückt, der Schlepper konnte sich rechtzeitig vom Verband lösen und blieb unbeschädigt.

Die Bergung war schwierig, da die Durchfahrtshöhe der Mittleren Brücke für einen grossen Hebebock nicht reicht. Aber auch ein kleinerer 150-Tonnen-Hebekran konnte erst in Position gebracht werden, nachdem der Rheinpegel genügend gesunken war. Dadurch blieb die Durchfahrt von und zu den Häfen von Birsfelden und Muttenz während 17 Tagen blockiert.

Der erste Versuch, die «Corona» mit dem Hebekran zu heben, scheiterte, da sie sich zu stark in den Brückenpfeilern verkeilt hatte. Daher wurde zusätzlich ein mit Kies beladener Schubleichter in Position gebracht, mit der «Corona» verbunden und dann vor Ort entladen. Mit Hilfe dieses zusätzlichen Auftriebs konnte die «Corona» am 14. Oktober gehoben werden.[24]

TMS «Roma»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Morgen des 17. August 2011 war das Tankmotorschiff «TMS Roma» unbeladen auf Talfahrt, als oberhalb der Wettsteinbrücke die Motoren ausfielen. Dem Lotsen gelang es, das Schiff mit Hilfe des Bugstrahlruders unter der Mittleren Brücke hindurch zu manövrieren. Da er aber unter diesen Umständen nicht auch noch das Steuerhaus absenken konnte, kollidierte dieses mit der Brücke und wurde eingedrückt. Der Lotse konnte sich zu Boden werfen und blieb unverletzt. Nach dem Passieren der Brücke wurde der Anker geworfen und das Schiff kam zum Stillstand.[25] Die «Roma» wurde dann von einem Schlepper zur Firma Mattmüller in Weil geschleppt, wo ein Behelfssteuerhaus angefertigt wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mittlere Brücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fussnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Horst Johannes Tümmers (1999): Der Rhein: ein europäischer Fluß und seine Geschichte (S. 87)
  2. Noch vor der Wettsteinbrücke verband vom Januar bis zum März 1857 kurzfristig die Dufourbrücke, eine militärische Pontonbrücke, die beiden Rheinufer. Obwohl es eine militärische Brücke war, stand sie der Bevölkerung offen und wurde rege benutzt. Auch die Eisenbahnbrücke wurde vor der Wettsteinbrücke gebaut, sie stand aber nicht zur allgemeinen Benutzung offen, und sie stand ohnehin weit ausserhalb der damaligen Stadt.
  3. W. Meyer, Beitrag Die zähringisch-bischöfliche Auseinandersetzung um Kleinbasel. In: Jahresbericht 1980 der Archäologischen Bodenforschung. Publiziert in: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Band 81, Basel, 1981.
  4. Christen war damals der Geldverleih verboten.
  5. a b «Joch» bedeutet hier Pfeiler. Diese alte Bezeichnung kommt daher, dass früher die Pfeiler von Holzbrücken die Form eines Jochs hatten, auf das dann die Fahrbahn gelegt wurde.
  6. http://www.altbasel.ch/wehrbauten/rheintor.html www.altbasel.ch
  7. Vgl. Elisabetha Rink, Trudi Wenk: Leben und Hinrichtung der Anna Hauswirth 1724–1759. In: Jahrbuch z’Rieche, 1987 [1]
  8. Vgl. Jens Scholz, Peter Sefrin, Bernd W. Böttiger, Volker Dörges, Volker Wenzel: Entstehung der modernen Notfallmedizin. In: Notfallmedizin. Georg Thieme Verlag, 2012, S. 29.
  9. Das letzte Todesurteil wurde in Basel am 4. August 1819 vollzogen, als drei Männer enthauptet wurden. 1872 wurde in Basel-Stadt die Todesstrafe abgeschafft.
  10. basler-bauten.ch
  11. Heute wird die Strömung durch die Staustufe des Kraftwerks Kembs wieder gebremst.
  12. basler-bauten.ch
  13. Die beiden anderen Brücken waren rheinaufwärts die Wettsteinbrücke und rheinabwärts die Johanniterbrücke. Die Eisenbahnbrücke stand damals noch weit ausserhalb der Stadt und wurde nicht mitgezählt.
  14. www.ralu.ch
  15. ivs.sylon.net Historische Verkehrswege im Kanton Basel-Stadt, S. 41
  16. sda: Während des Umbaus fahren gratis Fähren in Basel - Basel - Badische Zeitung. Badische Zeitung, 12. Juni 2017, abgerufen am 22. Juli 2017.
  17. www.altbasel.ch
  18. www.ralu.ch
  19. www.xecutives.net Interview mit Bettina Eichin
  20. www.ralu.ch
  21. www.vogel-gryff.ch
  22. In der Zeitschrift der Vereniging de Binnenvaart 2011/6, S. 29–35 steht ein Bericht zur Havarie der MS Birsigtal.
  23. Film auf YouTube
  24. bazonline.ch Rückblickender Bericht in der Basler Zeitung vom 17. August 2011
  25. bazonline.ch Bericht der Basler Zeitung vom 17. August 2011