Richtstätte

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Die Luzerner Richtstätte 1495

Eine Richtstätte, auch Richtplatz oder Richtstatt genannt, war früher ein Ort, an dem ein Verurteilter hingerichtet wurde.[1] Die Begriffe standen früher auch für den Ort, an dem Gericht gehalten wurde.[2]

Eine erhöhte Richtstätte ist ein Schafott. Für eine aufgemauerte Anlage war die volkstümliche Bezeichnung Rabenstein üblich.[3][4] Die Bezeichnung bezieht sich angeblich auf die Anwesenheit von zahlreichen Raben an der Richtstätte.[5]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Richtstätte befand sich zumeist außerhalb von Ortschaften an auffälliger Stelle, zum Beispiel an einer Wegkreuzung oder auf einem Hügel. Dort wurde weithin sichtbar der Galgen aufgestellt. Auch andere Hinrichtungsarten waren üblich.

Der Weg zum Richtplatz war oft ein indirekter Teil der Bestrafung, der Verurteilte wurde den Schaulustigen präsentiert oder mit einem Pferd zum Richtplatz geschleift. Nach der Hinrichtung ließ man die Hingerichteten zur Abschreckung teils bis zur Verwesung am Galgen hängen. Hingerichtete wurden in ungeweihter Erde begraben, oft direkt in der näheren Umgebung zum Galgen.

Vielerorts hat sich der Richtplatz in Flurnamen erhalten, zum Beispiel Galgenberg oder Galgenacker oder – in der Rumantschia in der Schweiz – die Fuorcha.

Bekannte Richtstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Execution sites – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Richtplatz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Richtstätte – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duden online: Richtstätte und Richtplatz
  2. Siehe zum Beispiel Historisches Lexikon der Schweiz, Artikel Richtstätte; Grimms Deutsches Wörterbuch, Artikel Richtplatz; Wörterbuch von Adelung (1793), Artikel Richtplatz
  3. Duden online erwähnt unter Rabenstein nur den Galgen, aber auch Enthauptungsstätten wurden Rabenstein genannt.
  4. Laut Wörterbuch von Adelung (1793) unter Rabenstein, Ziffer 2: „erhabener gemauerter Platz, auf welchem man die Missethäter zu enthaupten pflegt“.
  5. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände. 10. Auflage, F. A. Brockhaus, Leipzig 1853